Rezension: Schwarzes Netz von Val McDermid

Val McDermid Schwarzes Netz.jpgEine mysteriöse Serie von Selbstmorden zieht die Aufmerksamkeit von Tony Hill auf sich. Zunächst möchte er mit dem Rätsel nur Carol Jordan beschäftigen, die dringend Ablenkung von ihren Problemen braucht. Mehrere Frauen, die mitten im Leben standen und einen starken Eindruck machten, scheinen sich überraschend das Leben genommen zu haben. Es gibt mehrere Gemeinsamkeiten: Jede Frau hatte kurz vor ihrem Tod mit einem Shitstorm im Internet und den üblen Beschimpfungen von Trollen zu kämpfen. Außerdem finden sich in der Nähe der Leiche jedes Mal die Werke von Schriftstellerinnen wie Slyvia Plath oder Virginia Woolf. Als Carol Jordan eine neue Chance mit einer von ihr zusammengestellen Ermittlergruppe bekommt, kann sie viele alte Bekannte in ihr Team holen und diesen Fall als „Probelauf“ für die Ermittlung nutzen. Ob wirklich etwas an der Theorie eines Serienkillers dran ist, wird sich zeigen.

Die Reihe

Diesen Punkt ziehe ich heute vor, denn ich möchte den Lesern, die die Fälle von Tony Hill und Carol Jordan nicht kennen, Zeit sparen. Diese Reihe von Val McDermid und mehrere unabhängige Geschichten von ihr habe ich schon während den letzten Jahren meiner Schulzeit ab Band 1 für mich entdeckt. Irgendwann habe ich jedoch den Faden verloren, warum weiß ich eigentlich nicht. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir Die Erfinder des Todes“ target=“_blank“>„Die Erfinder des Todes“, in diesem Buch ermordet ein Serienkiller Autoren genau so, wie sie es in ihren Thrillern beschrieben haben. Zurück zur Reihe: Das schwarze Netz ist bereits Band 9 der Reihe Hill/Jordan. Ich hatte mindestens 3 Bücher dazwischen verpasst, konnte mich aber gut wieder hinein finden und mich an viele der Charaktere halbwegs erinnern. Durch Andeutungen weiß ich, dass ich viel verpasst habe. Wer von dieser Reihe noch nichts gehört hat, sollte vielleicht bei Band 1 anfangen. Wen es nicht stört, unwissend in genau diese Geschichte um Shitstorms und Internet-Trolle einzutauchen, der hat zumindest den Vorteil , dass sich Carol Jordan ein neues Team zusammenstellt und so jeder vorgestellt wird.

Stil, Machart, Meinung

In gewohnt schwungvollem und spannendem Schreibstil wird ein vergleichsweise kurzer Thriller sehr gut erzählt. Wie schon gesagt, ist für den vollständigen Lesegenuss etwas Vorwissen von den 8 Vorgänger-Bänden wünschenswert, es würde wohl aber auch ohne einigermaßen klappen. In mehreren Perspektiven werden natürlich vor allem die Perspektiven von Tony Hill und Carol Jordan (den Hauptpersonen mit einer sehr verkorksten Beziehung zueinander.. und überhaupt) nicht zu kurz kommen. Auch der Mörder (Überraschung, es gibt einen Mörder..) und die Mitglieder des im Laufe des Buches zusammengestellten Teams berichten dem Leser exklusiv ihre Gedanken. Recht kurze Kapitel und die wechselnden Perspektiven in einem angenehmen Schreibstil, der sich nicht mit detailreichen Ausschweifungen belastet, sind genau nach meinem Geschmack und machen die Geschichte sehr spannend.

Etwas gestört hat mich die Balance der Geschichte, obwohl die Auswahl für meine Vorerfahrung eigentlich perfekt war. Für mich nehmen die Probleme von Carol Jordan und die Lösungsversuche von Tony Hill sowie die Zusammenstellung des Teams eigentlich etwas überhand. Es fühlt sich ziemlich blöd an, das zu schreiben, denn diese Informationen sind gerade für mich, die ich ein paar Bände verpasst habe, sehr wichtig und gut um wieder Fuß zu fassen. Trotzdem ist dieser sehr interessante Fall, mit einer ziemlich genialen Idee für eine Mordserie, in meinen Augen etwas zu kurz gekommen. Hier hätte man noch mehr draus machen können und dem Handlungsstrand mehr Raum zugestehen können. Dafür hätte man wohl eher dem gesamten Buch mehr Seiten zugestehen können und nichts von den anderen Handlungssträngen kürzen brauchen, dann wäre es perfekt gewesen. Ich war jedenfalls etwas überrascht, wie schnell dann die Lösung da war.

Was lernen wir daraus?

Es scheint nicht einfach zu sein, Leser an sehr lange Reihen zu fesseln. Wie schon gesagt, weiß ich nicht warum ich diese gute Reihe dann nicht mehr weiterverfolgt habe. Als ich dieses Buch nun  vor einer Bahnfahrt auf dem Bücherstapel im Bahnhofsbuchhandel liegen sah, war ich jedenfalls voller Vorfreude und musste damit gleich anfangen. Gut gemacht hat die Schriftstellerin die Einführung für Leser, die nicht alle Bände gelesen haben. Man möchte für die Einen nicht zu viel wiederholen, für die Anderen muss man jedoch alle wichtigen Informationen aus den vergangenen Bänden kurz einfließen lassen, damit sie alles verstehen. Auf Grund dieser langen Reihe und doch auch vielen Personen in dem Ermittlerteam nimmt es hier jedoch viel Raum ein – im Vergleich zu der genial ausgetüftelten Mordserie.. denn da muss man erst einmal drauf kommen.

Eigentlich ist es dann aber doch ziemlich clever, wie Val McDermid ihren Figuren treu bleibt, sie aber nun mit einem neuen Ermittlerteam irgendwie neu erfindet. Hill/Jordan 2.0 sozusagen, ein Neustart. Vielleicht kann man damit auch im 9. Band noch neue Leser an die Reihe binden? Ich finde das ziemlich interessant.

Fazit

Ich vergebe 4 von 5 Sternen. Da ich sehr froh bin, diese Reihe wiederentdeckt zu haben, werde ich sicherlich auch den 10. Fall um das Team gern wieder lesen. Die Schreibweise und die Spannung ist wie für mich gemacht, und nun mit dem neuen Team bin ich bereit für den nächsten Fall. Die geniale Idee um die Mordserie kommt für mich wie schon gesagt etwas zu kurz, deshalb muss der Stern abgezogen werden.

Ich kann diese Reihe/ dieses Buch trotzdem wärmstens an alle Fans schnörkelloser, spannender Thriller mit einem interessanten Ermittlerteam empfehlen. Grundsätzlich würde ich von vorne anfangen, zur Nor geht’s aber auch so..

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2 Gedanken zu “Rezension: Schwarzes Netz von Val McDermid

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