Rezension: Ragdoll – Dein letzter Tag von Daniel Cole

Ragdoll Daniel Cole Dein letzter TagAls die Detectives der Mordkommission des New Scotland Yard an den Fundort einer Leiche kommen, haben auch die erfahrenen Ermittler mit dem gebotenen Anblick zu kämpfen. Die Leiche besteht nämlich aus 6 Leichen. Die Körperteile verschiedener Opfer wurden zu einer Lebensgroßen Ragdoll, einer Flickenpuppe, zusammengenäht. Als wäre das nicht alles schon schlimm genug, zeigt das makabere Leichengebilde auch noch auf die Wohnung von einem der Ermittler. Und dieser Ermittler, Wolf, hat eine ganz besondere Geschichte: vor Jahren hatte er den „Feuerbestatter“ gejagt. Als der brandgefährliche Serientäter trotz der Ermittlung von Wolf vor Gericht freigesprochen wurde, ging es mit dem Detective durch und er versuchte noch im Gerichtssaal, ihn zu töten. Nun, Jahre später, hat er sich wieder erholt. Aber die Vergangenheit wird ihn mit diesem Fall einholen. Als seine Ex-Frau kurz darauf auch noch eine Todesliste erhält, die das nächste Opfer und den Tag dessen Todes verrät, wird der ganze Fall noch schlimmer. Denn auch Wolf steht drauf..

Stil, Machart, Meinung

Der Thriller ist packend. Auf den ersten Seiten geht’s gleich los, und bis zur letzten Seite möchte man diese Geschichte möglichst nicht mehr aus der Hand legen. Bei mir dauerte es  etwas länger, da ich gerade einen Job habe, eine Wohnung suche und meine Eltern umziehen. Trotzdem habe ich mir zwischendurch immer mal ein Kapitel gegönnt. Denn für einen Kurztrip in die Welt des Ragdoll- Killers ist dieser eher dicke Wälzer gut gemacht: die einzelnen Abschnitte sind angenehm kurz und man weiß im nächsten Abschnitt durch gute Eingangssätze auch sofort wieder, was los ist. Der Schreibstil ist fluffig und konzentriert sich in meinen Augen auf die wichtigen Dinge, ohne kleine amüsante Details zur Abrundung auszulassen. Die Dialoge gefallen mir.

Ein Thriller hat immer irgendwie das Element „Wettlauf gegen die Zeit“ in sich. In diesem hier  ist das ganze durch die Todesliste mit Datum natürlich sehr plakativ und damit auch gut gelungen. Der Detective muss den Killer stoppen, denn wenn er es nicht tut ist er das letzte Opfer auf der Liste seines Widersachers. Trotz des rasanten Tempos gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, den die gegenwärtige Mordserie scheint etwas mit dem vom Detective früher gejagten Feuerbestatter zu tun zu haben. Krimi ist der Thriller (wie so oft) irgendwie auch, der Leser darf selbst raten, Theorien aufstellen und sich so seine Gedanken machen. Diese Mischung ist super, der Plot an sich auch.

Die Hauptfigur, Wolf, ist eher ein Antiheld. Ein Einzelgänger, ein mysteriöses Privatleben und Dinge, die verschwiegen werden. Von Dienstvorschriften scheint er noch nie gehört zu haben. Zielsicher schafft er es jedoch, sie alle zu brechen. Er muss in dieser Geschichte natürlich einiges aushalten, musste es schon in der Vergangenheit und ist eventuell auch noch in wenigen Tagen tot.

Die anderen Mitglieder des Ermittlungsteams sind gut gemacht. Es sind nicht zu viele, sodass man auch alle wiedererkennt. Es gibt die Frau, die irgendwie auch dem Antihelden nahesteht und nach aussen hin einen sehr harten Eindruck macht. Dann gibt es den Vorgesetzten, der lieber ermitteln will, einen lustigen Partner und einen engagierten Neuling im Team, welcher jeden Abend zu spät nach Hause kommt. Das Team ist gut zusammengestellt und macht Lust auf mehr. Ich sehe Potential!

Natürlich gibt es einen dramatischen Showdown, und natürlich werde ich nichts verraten. Um meinen Kritikpunkt zu erklären, muss ich jedoch trotzdem bis ans Ende der Geschichte springen. Während der Geschichte, welche recht lang und vielschichtig ist, stellte ich mir als Leser die ein – oder andere Frage zum Vorgehen und zu den Motiven des Killers. Nach der letzten Seite blieben davon leider einige Fragen offen.

Die Reihe

Zunächst war mir auch etwas unklar, ob dieses Buch in einer Reihe angelegt ist. Der Buchumschlag gab auf diese Frage zunächst keine Antwort. Am Anfang war ich sicher, dass ich einen Vorgänger verpasst haben musste, da der eine große Fall in der Vergangenheit so beschrieben war, als sei es genug Stoff für ein ganzes Buch. Nein, Recherchen ergaben: Dieses Buch ist das Debüt des Autors Daniel Cole. Am Ende des Buches war mir dann auch klar, dass es um dieses Team wohl einen weiteren Band geben wird, denn es cliffhangert. Tatsächlich fand ich auf der Ullstein – Website auch den Zusatz hinter dem Titel „New Scotland Yard Thriller #1“, wodurch sich eine #2 anzukündigen scheint. Schon vor dem Fazit: Ich würde #2 lesen ..

Was lernen wir daraus?

Wieso einen Thriller mit dem Fund einer Leiche beginnen, wenn man direkt mit 6 Leichen in einer anfangen kann? Der allgemeine Trend zu Sonderangeboten wie „buy one, get one free“ oder „6 Produkte in einem“ ist allgemein zu beobachten. Hier haut der Autor frei nach dem Motto „the bigger, the better“ gleich zu Beginn seines Debüts, direkt mal ordentlich auf die Kacke. Und als wären 6 Leichen in einer nicht schon genug, taucht direkt auch schon eine Todesliste mit einigen Kandidaten auf, von denen wohl die meisten auch dran glauben müssen. Und das alles in Verbindung mit einer Mordserie in der Vergangenheit, bei der mehrere Kinder dran glauben mussten. Mord und Totschlag! Trotzdem ist es nicht nur eine Story, die sich selbst mit ihren Leichen und Todesarten zu überbieten versucht. Die Opfer haben alle eine Bedeutung, Verbindungen müssen gefunden werden und der Plot ist in sich schlüssig. Wenn sich dann am Ende die Leichen stapeln, dann geht das in Ordnung. Trotzdem muss es meiner Meinung nach in Krimis oder Thrillern nicht darum gehen, dass möglichst viele Menschen sterben. Es geht für mich mehr um die anderen Elemente, vor allem der Plot, die Auflösung, die Machart und auch der Sinn hinter dem Ganzen.. Oder?

Fazit

Ich habe das Lesen sehr genossen, war von der ersten Seite an gepackt und fand den Schreibstil, die Aufteilung der einzelnen Abschnitte sowie die Personen, die Story, den Plot, die kreativen Ideen und auch die teilweise amüsanten Dialoge mitten im Leichendschungel sehr gelungen. Fast hätte ich 5 Sterne springen lassen, aber einen Kritikpunkt habe ich einfach: Wenn ich mich während des Lesens Frage, wie und warum der Killer etwas gemacht hat, dann möchte ich am Ende auch die Antworten auf diese Fragen haben. Ein paar Fragen sind offen geblieben, leider. Trotzdem kann ich dieses Buch allen Liebhabern von packenden Thrillern wärmstens empfehlen und warte schon gespannt auf das nächste Buch von Daniel Cole. Den Namen werde ich mir merken!

 

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Rezension: Der Tod so kalt von Luca D`Andrea

Der Tod so kalt Luca D AndreaJeremiah Salinger, ein amerikanischer Drehbuchautor, produziert eine erfolgreiche Fernsehserie. Als er mit seiner Frau in ihr Heimatdorf in Südtirol zieht, ist er dort trotzdem nur ein Fremder. Er gehört nicht zur Dorfgemeinschaft, da er kein Einheimischer ist. Nachdem er eine neue Idee für eine Fernsehserie in Südtirol in die Tat umsetzt, passiert eine schreckliche Tragödie. Davon traumatisiert, schwört er sich und seiner Frau, Urlaub zu nehmen. Aber dann fesselt ihn ein brutaler Mord an drei jungen Leuten, welche 1985 an der Bletterbachschlucht brutal hingerichtet wurden. Nur durch diese Geschichte fühlt er sich wieder lebendig, aber nur durch diese Geschichte schweben er und seine Familie auch in Gefahr. Er kann trotzdem nicht mit der Ermittlung aufhören, bevor er das Rätsel gelöst hat. Und das Schicksal der drei Toten ist auch das Schicksal vieler anderer, die dran zerbrochen sind.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist ausschließlich in der Ich – Perspektive erzählt und bekommt so einen sehr persönlichen und realistischen Beigeschmack. Man fühlte sich tatsächlich mittendrin. Es tickt nicht –wie bei den meisten Thrillern – direkt eine Uhr durch die Seiten, es muss kein Täter gefasst werden um weitere Opfer zu retten. Es gibt einfach einen Mann in einem Dorf, der seine Neugier und Faszination nicht zügeln kann und so zu vielen Leuten zu viele Fragen über schlimme Dinge in der Vergangenheit stellt. Ich dachte oft: „Mein Gott Salinger, hör bloß auf, Fragen zu stellen“ und genau so oft „was ist damals bloß passiert?“.  Damit hatte mich der Autor wohl genau dort, wo er mich auch haben wollte.

Dieser Thriller ist recht dick und langatmig, aber trotzdem nicht detailüberladen und langweilend. Das Buch ist auch ein wenig Roman, welcher zwei Hauptstränge hat und dadurch viele Nebenhandlungen und Charaktere entwickelt. Einmal der Ich –Erzähler mit Frau, Tochter und Schwiegervater in der Gegenwart und dann die drei ermordeten Leute im Jahre 1985 und deren Leben, Probleme, Feinde sowie die Auswirkungen auf einige Zeitzeugen. Die Schreibweise des Autors ist fluffig und es gibt auch viele lustige und ironische Bemerkungen.

Ich hatte vor Jahren mal einen „Krimi“ aus Südtirol gelesen, der mehr einem begeisterten Reiseführer sowie einer Ötzi – Dokumentation glich als einem spannungsgeladenen Krimi. Dieser Thriller hier offenbart auch interessante Details aus dem Leben in Südtirol sowie der Landschaft, jedoch ist es interessant und geschickt in die Geschichte eingebaut. Auch Ötzi kommt kurz wieder vor, ohne Ötzi geht ein in Südtirol spielendes Buch wohl nicht. Aber hier stören mich die interessanten landestypischen, geologischen und historischen Fakten nicht – ganz im Gegenteil: Sie machen die Geschichte sehr realistisch.

Der Plot und die einzelnen Charaktere konnten mich überzeugen, auch das Ende war schlüssig und konnte sowohl überraschen als auch Action bieten.

Was lernen wir daraus?

Der Unterschied zwischen einem Reiseführer mit ein bisschen Krimi, der dann die Krimileser sehr enttäuscht und die am Reiseführer Interessierten niemals erreicht und einem spannenden Thriller, eingebettet in eine interessante Region ist definitiv nicht fließend. Wer einen Reiseführer schreiben möchte, kann das gern machen – darf den aber nicht Regionalkrimi nennen. In diesem Buch hier war die Geschichte wichtig, der Autor gab der Geschichte viel Raum, hatte einen tollen Plot und hat nebenbei Details der Umgebung geschickt eingebaut, damit die Geschichte einen realistischen Rahmen hat. Die Umgebung half der Geschichte – und nicht andersrum. Wer einen guten Regionalkrimi- oder Thriller schreiben möchte, sollte sich fragen ob Details der Geschichte helfen oder ob die Geschichte nur die regionstypischen Aspekte präsentieren soll. Oder ob er lieber einen Reiseführer schreiben sollte, denn das ist ja auch nicht schlecht. Dieses Buch hier zeigt, wie man viele lokale Dinge in eine spannende Geschichte einbaut, sodass man der Geschichte nicht die Spannung nimmt und trotzdem ein interessantes Setting erschafft.

Fazit

Ich vergebe fast 5 Sterne, sagen wir mal 4,5. Der Thriller hat alles, um mich zu fesseln. Ich habe nichts entdeckt, was mir nicht gefällt und sogar das etwas Langatmige gemocht, weil es interessant war und die Athmosphäre des Buches befeuerte. Für die Höchstpunktzahl fehlt noch das ganz Besondere, das Geniale.

Für Thriller- und auch Krimifans ist dieses Buch sicher eine gute Sache. Auch Südtirol – Fans oder Südtiroler dürften ihre Freude an der Geschichte haben, da viele regionale Aspekte gut in die Geschichte eingewoben sind. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

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Rezension: Es klingelte an der Tür von Rex Stout

Rex Stout es klingelte an der TürEs klingelte an der Tür von Nero Wolfe, und der Privatdetektiv sah sich direkt mit einem lukratien und ungewöhnlichen Auftrag konfrontiert. Die reiche Rachel Bruner hat ein Enthüllungsbuch über das FBI gelesen und fand es so gelungen, dass sie direkt 10000 Exemplare gekauft und an wichtige Leute verschickt hat. Das FBI scheint weniger entzückt von dem Buch und der reichen Frau, woraufhin sie nun von der Behörde überwacht wird. Der Privatdetektiv soll dafür sorgen, dass das FBI damit aufhört und stößt nebenbei auch noch auf einen ungeklärten Mordfall. In Anbetracht des Schecks über 100000 Dollar erklärt er sich damit einverstanden, diesen unlösbaren Fall zu lösen.

Rex Stout, Nero Wolfe und die Reihe

Ich hatte auch vor diesem Buch schon 2 oder 3 Bücher von Rex Stout gelesen, aber das ist auch schon sehr lange her. Es gefiel mir immer, aber Agatha Christie fand ich dann doch immer besser. Nero Wolfe und sein Assistent Archie Goodwin ermitteln in New York, wobei der wohlbeleibte Nero Wolfe es vorzieht dabei möglichst wenig das Haus zu verlassen. Die Erzählungen sind in der Ich- Perspektive aus der Sicht des Assistenten geschrieben. Das Original „The doorbell rang“ wurde 1965 veröffentlicht, in Deutschland erschien es 3 Jahre später als „Per Adresse Mörder X“ und war Buch 28 der Reihe um Nero Wolfe, die insgesamt aus 33 Romanen und 41 Erzählungen besteht.  Als nun diese Neuauflage in meine Hände geriet, hat mich sofort die neue Version des kleinen Büchleins begeistert. Die Retro – Aufmachung finde ich sehr passend und hochwertig. Viele Details und Personen sind dem Quereinsteiger in dieser Reihe komplett unbekannt, daher sollte man wohl chronologisch vorgehen, muss aber auch nicht.

Stil, Machart, Meinung

Auf dem Cover gibt es keinen Hinweis darauf, was dieses Buch denn nun ist. Ich würde es mal Kriminalroman nennen, eine klassische Story über die Ermittlung von 2 Privatdetektiven mit einem Mord in der Nebenhandlung. Da sich die Detektive mit dem FBI anlegen und durch manche Gedankengänge, hat das Ganze auch eine politische Dimension die nicht nur damals, sondern auch heute aktuell ist.

Besonders amüsiert haben mich viele Dialoge und Bemerkungen, die genau mein Humor sind.  Etwas vermisst habe ich einen etwas tiefergehenden Hintergrund der Hauptpersonen dieses Buches. Die Personen Wolfe und Goodwin fand ich hingegen sehr gut dargestellt, mich als Gourmet haben übrigens die auffällig vielen Beschreibungen von Essen (der damaligen Zeit) begeistert. Ich denke, der Autor hat Essen sehr geliebt. So viel Raum das Essen bekommt, so wenig Raum bekommen die Beweggründe der handelnden Personen. Die Erklärungen sind da meiner Meinung doch sehr dünn und nicht so ganz nachvollziehbar. Der Kniff von Nero Wolfe zur Lösung der Fälle ist jedoch wieder gut, und das Nachwort von Jürgen Kaube sowie Fundstücke über Wolfe und Goodwin aus dem Rex – Stout- Archiv am Ende finde ich auch sehr gelungen.

Die Geschichte an sich ist eher kurz, wobei sie mir doch an manchen Punkten zu ausschweifend war, an anderen hätte ich mir ruhig mehr Hintergrundinformationen gewünscht, die die Motive der Personen und damit deren Handlungen besser erklären.

Was haben wir daraus gelernt?

Mal wieder habe ich gelernt, dass gut dargestellte Ermittler den Erfolg einer Reihe garantieren können. Über den Erfolg der Reihe und der Ermittler lässt sich nicht streiten, deshalb möchte ich meine Kritikpunkten vom vorherigen Absatz nicht als Fehler bezeichnen – der Mann hatte einen riesigen Erfolg und das Ganze ist Geschmackssache. Die Ermittler auf jeden Fall sind ganz sicher ein Lottogewinn. Der 140kg schwere Boss, der sich besonders der Zucht von Orchideen, dem Genuss von Essen und der Literatur verschrieben hat. Er möchte (wie Hercule Poirot) den Schreibtisch möglichst nicht verlassen (das Gewächshaus mal ausgenommen!), und dafür hat er seinen Assistenten als Ermittler in der verhassten Außenwelt. Dieser macht einen soliden und zunächst langweiligen Eindruck, gewinnt den Leser dann aber schnell mit seinen ironischen Beobachtungen und besonders auch seiner Leidensfähigkeit gegenüber der Merkwürdigkeiten seines Chefs für sich. Diese Kombination ist super!

Fazit

Ein Kriminalroman der alten Schule, mit wenig Mordfall und keinem Blut. Ein Privatdetektiv, der das FBI überlisten will, ist ja schon eine gute Idee. Ich hätte die Geschichte wesentlich besser gefunden, wenn mir die Motive besser beschrieben worden wären, da gäbe es eine Menge Potential. Das Ermittlerduo, das Leben im Hause Wolfe und das viele Essen fand ich gelungen. Am besten waren aber die humorvollen Dialoge und Beobachtungen. Ich vergebe 3 Sterne und schließe es nicht aus, noch mal ein Buch aus dieser Reihe zu lesen.

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Rezension: Der dunkle Grund des Sees von Stefanie Kasper

der-dunkle-grund-des-sees-stefanie-kasperAm Ufer des Forggensees wohnen die Adoptiveltern von Isabel Radspieler. Als Elisa, Isabels Adoptivmutter, im Sterben liegt, soll die Tochter unbedingt nach Hause kommen. Sie schafft es leider nur zur Beerdigung rechtzeitig, zieht dann allerdings wieder in ihr altes Kinderzimmer, um sich um den Vater zu kümmern. Dort findet sie in ihrem alten Versteck ein mysteriöses Erbe, versteckt von ihrer Mutter vor dem Tod. Sie soll herausfinden, was mit den Eltern und der Schwester von Elisa 1954 passiert ist. Diese waren spurlos verschwunden, nachdem der Forggensee aufgestaut und das Dort geflutet wurde. Und so macht sich Isabel auf die Suche und stößt bei ihren Recherchen auf Familiengeheimnisse, Zeitzeugen und Gefahren.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Kriminalroman ist mehr Roman als Krimi. Es liegt zwar zu jeder Zeit etwas Bedrohliches über der Erzählung, in erster Linie hält die Autorin sich jedoch mit den regionalen Besonderheiten rund um den Forggensee in Gegenwart und Vergangenheit auf und legt einen großen Fokus auf die emotional arg gebeutelte Hauptperson. Zunächst kam ich genau deshalb schlecht in die Erzählung hinein. Ich muss dazu sagen, dass ich- Nordlicht- keinen Schimmer hatte, dass es überhaupt einen Forggensee gibt oder was da historisch so los war. Ich denke mir, das die bayrischen Leser auf Grund der Bekanntheit des Forggensees wahrscheinlich sofort Feuer und Flamme sein werden.

Trotzdem war ich zunächst ziemlich ernüchtert von der Lektüre und hatte wenig Lust, diese überhaupt fortzusetzen. Ich hatte den Teaser auf der Rückseite des Buches gelesen und es dauerte zunächst ziemlich lange, bis die Handlung überhaupt über die Ankündigungen hinausging. Das ist natürlich recht ernüchternd, wenn man hohe Erwartungen an die Ermittlungen und Familiengeheimnisse der Vergangenheit hegt.

Die Hauptperson ist einem nicht gerade sympathisch. Mitleid hat man mit ihr, da ihre Zwangsstörung sie an so ziemlich allem hindert. Da ich mir nun eher eine Ermittlung in Sachen Krimi erhofft hatte, war mir die Perspektive der zumeist handlungsunfähigen Isabel doch viel zu lang. Andererseits ist das auch mal etwas anderes und man bekommt einen wahrscheinlich ganz realistischen Einblick in Angststörüngen, die mir auch gut recherchiert erschienen (ich habe aber keine Ahnung, kann das deshalb nur mutmaßen). Die Recherchen zum Thema Forggensee und dessen Vergangenheit schienen mir auch sehr fundiert, ich habe zunächst auf Wikipedia nachschauen müssen, wo genau der liegt und was es damit auf sich hat. Nach meiner kurzen Lektüre würde ich sagen, die Autorin hat mit großer Leidenschaft zu dem Thema gut recherchiert.

Meine anfängliche Trägheit und Frustration hat sich dann mit dem letzten Drittel der Geschichte gelegt. Endlich wurde es spannend, die Familiengeheimnisse und Verkettungen in der Vergangenheit hatten es doch in sich und der Plot war im Nachhinein auch sehr gut. Ehrlich gesagt hätte ich das Buch jedoch nach einer Zeit abgebrochen, würde ich meine Verpflichtung als Buchblogger nicht ernst nehmen. Ich lese nicht jedes schlechte Buch bis zum bitteren Ende, aber dieses hier hatte noch Potential genug, sodass ich nicht aufgeben wollte. Das wurde dann auch belohnt. Ich mag gerne Krimis, die sich mit Geschehnissen in der Vergangenheit beschäftigen und einen guten Plot und eine gute Auflösung haben. Hier war es mir jedoch ein sehr zäher Einstieg.

Dieses Buch ist eine eigenständige Erzählung ohne Potential für eine Fortsetzung.

Was lernen wir daraus?

Zunächst habe ich erneut gelernt, dass ein Klappentext enorm wichtig ist. Wenn die Vorankündigung schon die Handlung bis zur Mitte des Buches vorwegnimmt, dann ist der Einstieg äußerst zäh und die Überraschungen und Spannung sind bis zu der Stelle gleich 0. Einzig die Bedrohliche Stimmung und ein verstricktes Familiengeheimnis konnten mich als Leser einigermaßen bei der Stange halten.

Gute Recherche zahlt sich aus. Man merkt, dass die Autorin ein persönliches Interesse an dem Forggensee und dessen Geschichte hat. Sie weiß, wovon sie spricht und hat die reale Geschichte des Sees geschickt mit ihrer Fantasie verknüpft. Auch zu Angststörungen scheint sie gut recherchiert zu haben. Und der Leser, in dem Fall bin das ich und hatte vorher keine Ahnung, hat auch etwas gelernt.

Fazit

Ich hatte bis zur Hälfte des Buches mehrmals überhaupt keine Lust, weiterzulesen. Es hat mich wenig gepackt, der Fokus auf den regionalen Begebenheiten und der gelähmten Hauptperson haben mich gelangweilt.  Dann wurde meine Geduld doch noch belohnt und es offenbarte sich ein guter Plot mit mehreren Versionen der Vergangenheit und einer realen Gefahr in der Gegenwart. Wer auf Regionalkrimis, historisches und eine langsam in Gang kommende Geschichte mit vielen Details und anfangs wenig Spannung steht, für den ist dieses Buch genau richtig. Wer aus der Gegend um den Forggensee kommt oder dort Urlaub machen möchte oder gemacht hat, für den ist das Buch quasi ein Muss. So ein richtiger Krimi mit Spannung und der Jagd nach dem Mörder, das ist für mich im Idealfall noch etwas anderes. Ich vergebe noch 3 Sterne, da ich am Ende des Buches auf einmal doch gefesselt war und ich etwas neues gelernt habe.

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Rezension: UNDER GROUND von S. L. Grey

under-ground-sl-greyEin tödliches Virus scheint sich auf der Erde auszubreiten. 5 Familien machen sich schnell auf den Weg ins „Sanctum“, einen unterirdischen Luxus -Bunker für das Überleben von Kathastrophen. Problematisch ist dabei nicht nur, dass der Bunker noch nicht so ganz fertig ist. Als der Betreiber tot aufgefunden wird, sind die Bunker-Insassen von der Welt abgeschnitten und eingeschlossen, denn nur der Tote wusste den Code für die Ausgangsluke. Mindestens genau so tödlich wie das Virus draußen, ist es jedoch sich im Sanctum aufzuhalten. Denn es bleibt nicht bei einem Toten und die Menschen im Bunker wissen nicht, wem sie trauen können. Als dann die Wasservorräte knapp werden, geht’s eh nur noch ums nackte Überleben..

Stil, Machart, Meinung

Ich lese gern klassische Krimis und Thriller, habe zwischendurch aber auch immer mal Lust auf was Neues. Und genau so ist dieser Thriller, der gleichzeitig aber auch ein Krimi und ein Roman ist. Die klassischen Krimi –Elemente werden durch eine abgeschlossene Wohneinheit und eine Leiche nach der anderen perfekt bedient. Nur einer der Bewohner kann der Mörder sein. Die Thriller – Elemente sind natürlich besonders im Kampf ums Überleben verankert, einerseits durch die endlichen Ressourcen und andererseits durch die Überlebensstrategien der einzelnen Bewohner. Trotzdem kommen die Geschichten der Bewohner nicht zu kurz, denn da hat jeder so das eine oder andere Problem –welches mehr und mehr entweder in den Vorder- oder Hintergrund gerät. Einige drehen durch, andere helfen, wieder andere werden egoistisch. Ein interessantes Beziehungsgeflecht entwickelt sich.

Die Erzählweise ist meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt. Der Leser erfährt durch verschiedene Perspektiven, was in dem Bunker so vorfällt. Eine Person jeder Wohneinheit berichtet aus ihrer Sicht über den Lauf der Dinge. Dadurch ist der Leser irgendwie immer mittendrin, nach und nach offenbaren sich einige Erklärungen zu dem Verhalten einzelner Bewohner.  Dinge kommen ans Licht, Menschen sterben und der Leser hat exklusive Einblicke, die sich mehr und mehr zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Wer ist der Killer? Werden die Bewohner überleben?

Bei vielen Leuten, die man sich im Laufe einer Geschichte merken muss, ist es ja immer schwierig den Überblick zu behalten. Hilfe kommt anfangs von einer Grafik, die das Sanktum mit den verschiedenen Wohneinheiten und deren Bewohnern aufschlüsselt. Die verschiedenen Perspektiven aus den einzelnen Wohneinheiten und die anfangs auch recht stereotypen Darstellungen der Bewohner helfen auch weiter, sodass man schnell in die Geschichte hinein findet und keinerlei Probleme bei der Identifizierung der Personen hat. Merkwürdig fand ich, dass manche Perspektiven aus der ICH-Perspektive geschrieben sind und andere nicht. Die Autoren werden sich etwas dabei gedacht haben..

Ein weiterer interessanter Aspekt war für mich grundlegend die Entscheidung, in einen Luxus – Bunker für den Ernstfall zu investieren. „Prepper“ sind ja im Moment irgendwie im Trend. Das sind Leute, die sich intensiv auf Katastrophen vorbereiten. Hier mehr zum Thema, falls es interessiert: Wikipedia zum Thema Prepper

Es gibt Leute, die sich fast schon auf den eingetretenen Ernstfall zu freuen scheinen, einfach weil sie so gut vorbereitet sind. Dann sind in dem Bunker aber auch Menschen, die einfach zu viel Geld übrig hatten und in den Bunker investiert hatten, wobei die Familienangehörigen meist eher wenig Begeistert von der Idee sind. Und niemand hat seinen restlichen Angehörigen erzählt, wo die Familie ist..

Was lernen wir daraus?

Ich habe gelernt, dass man Genres sehr gut mischen kann – wenn man es kann. Ich denke, dass nicht jede Idee sich dazu eignet, diese Idee hier allerdings wie geschaffen für die unterschiedlichen Elemente ist. Einige meiner Leser dürften eventuell schon gemerkt haben, dass die klassischen Krimimerkmale wie ein eingeschränkter Kreis von Verdächtigen und die eigene Chance zum rätseln, wer denn nun der Mörder ist, genau mein Geschmack sind. Das hat hier perfekt geklappt, dazu kam noch die verrinnende Zeit und die gut beschriebenen Gefühle und Motive der Bewohner, die nach und nach klarer werden.

Und im Ernstfall werde ich mich nicht mit Fremden in einen Luxus Bunker einschließen lassen. Diese Lektion ist auch wichtig..

Autoreninfo

UNDER GROUND ist das erste gemeinsame Buch von den südafrikanischen Autoren Sarah Lotz und Louis Greenburg. Mehr Info`s gibt es auf der Verlagsseite: hier klicken

Fazit

Ich vergebe 4 Sterne. Für 5 Sterne fehlt mir noch eine Kleinigkeit, die ich aber nicht ausmachen kann. Diese spannende Geschichte mit dem gewissen Hauch von Endzeitstimmung hat mich auf jeden Fall gefesselt. Die drei gemischten Genres und das eher neue und ungewohnte Thema eines tödlichen Virus, der wohlhabende Familien in einen Luxus Bunker treibt, finde ich super. Der Plot gefällt mir, die Bewohner mit ihren Problemen, Beziehungen und Ängsten sowie die mysteriösen Entwicklungen sind auch sehr gut gelungen. Ich kann die Lektüre dieses Buches sehr empfehlen, wenn man sich auf etwas Neues einlassen möchte und nicht nur auf ein Genre festgelegt ist. Leseempfehlung!

Hier gibt es Informationen zu den Autoren und weitere Details zum Buch!

Rezension: Wer nicht das Dunkel kennt – Sabine Klewe

wer-nicht-das-dunkel-kennt-sabine-kleveEin Unfall mit Fahrerflucht und ein verletzter Anwalt. Als Kriminalhauptkommissarin Lydia Louis mit ihrem Partner Chris Salomon im Krankenhaus zur Befragung des Opfers eintrifft, erwartet sie ein Schock. Das Opfer ist ein alter Bekannter aus der Vergangenheit, mit dem etwas schlimmes vorgefallen sein muss. Sie schafft es, sich selbst schnell aus der Angelegenheit rauszuhalten, bis an einem See eine weibliche Leiche gefunden wird. Viel ist von der Leiche nicht mehr zu erkennen, aber ihr letzter Anrufer war tatsächlich der Anwalt, der angefahren im Krankenhaus liegt. Nun kommt Lydia um eine Ermittlung, in der der Anwalt vorkommt, nicht mehr herum. Während mehrere Frauen unauffindbar sind und ein alter Mord an einem Professor irgendwie mit den Ermittlungen verstrickt zu sein scheint, hat die Kommissarin selbst jedoch noch ganz andere Probleme. Es scheint ein Video zu existieren, welches ihre Karriere zerstören könnte. Und jemand aus ihrem Team scheint es auf sie abgesehen zu haben..

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist vergleichsweise dünn, der Plot vergleichsweise umfangreich. Daher ahnt man schon, dass die Autorin nicht lange fackelt und sich nicht mit unnötigen Beschreibungen aufhält. Das finde ich sehr gut, denn damit hab ich es meistens auch nicht so. Man ist schnell in der Geschichte drin und hat zwei miteinander zusammenhängende Fälle mit einer Verbindung in die Vergangenheit. Diese bringen auch einige Personen auf die Bildfläche, die als Opfer, Zeuge oder mutmaßlicher Täter auftreten. Auf der anderen Seite hat man die internen Abläufe im Kommissariat, die nicht nur die Ermittlungen sondern ein paar Probleme innerhalb des Teams thematisieren. Dann gibt es mehrere Perspektiven, wobei die Hauptperson ganz klar Lydia Louis ist.

Die Spannung ist, wohl auch durch die Knappheit, unbedingt gegeben. Es war zu keiner Zeit langweilig und ich war sehr fix mit dem Buch fertig.

Zunächst hatte ich ein paar Probleme, mich bei den vielen Personen immer sofort zurechtzufinden. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich mit Teil 3 ganz uninformiert mitten in die Reihe rein gelesen habe. Hätte ich bei eins angefangen, wären mir die vielen Ermittler ja schon bekannt gewesen. Eine weitere Empfindung von mir ist es, dass etwas viel auf zu wenig Seiten passiert. Wie schon gesagt mag ich einen wenig ausschweifenden Erzählstil, hier wurde jedoch ein sehr umfangreicher Plot recht kurz abgehandelt. Ich möchte jetzt nicht spoilern, aber es gibt nicht nur den Anwalt mit der Verbindung zu dem Mordopfer, sondern auch einen Mordfall in der Vergangenheit und einen Serientäter. Die Frage ist in der Geschichte dann, was davon womit zu tun hat. Das finde ich gut! Aber es gibt viele Ansätze in kurzer Zeit, man hätte viele Dinge noch etwas ausbauen können. Dann gibt’s noch die vielseitigen Probleme der Ermittlerin dazu.

Zunächst war mir die Ermittlerin ja gänzlich unsympathisch. Ihr Partner hingegen war sehr sympathisch. Rückblickend sind die beiden, auch im Zusammenspiel mit den anderen Kollegen, ein sehr gutes Team – auch für eine gesamte Reihe. Die Ermittlerin ist zwar im Auftreten recht unsympathisch, aber trotzdem gut im Job und nicht irgendwie böse, falsch oder ungerecht. Am Ende erschließt sich auch, woher das kommt. Daumen hoch für das gesamte Ermittlerteam, die Autorin hat es gut zusammengestellt!

Die Reihe

Dieses Band hier ist die Nummer 3 in der Thriller- Serie um Lydia Louis und Chris Salomon. Man merkt beim unvoreingenommenen Lesen, dass man schon einiges in den zwei Bänden davor verpasst hat. Trotzdem kommt man auch ohne das Vorwissen aus den Vorgängern problemlos in die Geschichte rein. Trotzdem muss ich ganz klar sagen: Es wäre wohl richtig und wichtig, hier bei Band 1 anzufangen.

Was lernen wir daraus?

Ein umfangreicher Plot mit vielen Perspektiven, Verbindungen und Fragen braucht einfach seinen Platz. In einer Perspektive geht es ordentlich und mit viel Raum in die Tiefe, die anderen Charaktere kratzen nur seicht an der Oberfläche. Der Plot hier ist super durchdacht, mit mehreren Verdächtigen und mehreren Erklärungen für die ursprüngliche Tat. Jedoch bräuchten die meisten Stränge etwas mehr Raum, um sich noch besser zu entfalten.

Andererseits können so manche Schwafler unter den Schreiberlingen sich hier in Punkto „Konzentration aufs Wesentliche“ eine riesige Scheibe abschneiden. Obwohl ich finde, dass mehr Raum für viele Stränge gut wäre, hat die Autorin hier doch eine umfangreiche Geschichte sinnig aufs Papier gebracht, ohne dass ich in Sachen Logik, Lösung und Sinn etwas zu bemängeln hätte.

Fazit

Ich vergebe 3 von 5 Sternen. Der Plot und die Schreibe waren gut, auch das Ermittlerteam ist mit reichlich Konfliktpotential für eine größere Reihe gut zusammengestellt. Der Fall war auch nicht schlecht. Trotzdem war dieser Thriller für mich eher Durchschnitt und ich habe schon besseres gelesen. Ich denke trotzdem, dass ich den nächsten Band bei Gelegenheit austesten werde, um der Reihe eine Chance zu geben. Es war nichts schlechtes an der Sache, nur nicht genügend Grandioses..

Hier gibt es Details zum Buch, der Reihe und der Autorin auf der Verlagsseite.

 

 

Rezension: Das Kind im Wald von Sarah Graves

Von der Bostoner Mordkommission ins kleine, hinterwäldlerische Bearkill (was ein Name!) als Vermittlungsbeamtin. Ddas-kind-im-wald-sarah-gravesas ist das Gegenteil einer Beförderung. Und doch macht Polizistin Lizzy es aus eigenem Antrieb, denn sie hat einen wichtigen Tipp bekommen: Ihre Nichte, die nach der Ermordung ihrer Schwester vor wenigen Jahren spurlos verschwand, soll dort gesehen worden sein. Aber auch ihr Boss hat sie nicht ohne Hintergedanken eingestellt, er ist an einem Fall dran, bei dem er die Hilfe einer erfahrenen Ermittlerin braucht. Denn mehrere pensionierte Polizeibeamte haben in der Gegend in einer zu kurzen Zeitspanne angeblich Selbstmord begangen. Das kann kein Zufall sein..

Während Lizzy sich also an das ganz neue Leben in einem kleinen Dorf gewöhnen muss, hat sie alle Hände voll zu tun. Und gleich zwei Männer werben noch dazu um ihre Gunst.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Kriminalroman bietet gute Grundvoraussetzungen, mir zu Gefallen: ein abgelegener Ort, eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, eine clevere und toughe Ermittlerin mit Herz und gleich zwei ungeklärte Umstände: ein verschwundenes Kind und potentielle Serienmorde an pensionierten Polizisten.

Die Schreibweise ist sehr gut, flüssig, spannend und auch in den eher unspektakulären Szenen nicht langweilend. Humor blitzt oft durch und die Hauptperson Lizzy Snow gefällt mir sehr. Auch die Wechsel der Perspektiven sind gelungen, ebenso die Entwicklung und die Klärung, wie es denn alles zusammenhängt, gefallen mir.

Das Buch beginnt mit einer spannenden Szene und führt den Leser dann eher gemächlich an die Sache ran. Nach der längeren Phase der Vorstellung und dem Ankommen der Hauptperson folgt dann plötzlich Action und eine Menge auf einmal. Und gerade da liegt mein Problem: die Ansätze sind alle gut, aber ich glaube es ist zu viel. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber in einem vergleichsweise dünnen Buch findet sich die Suche nach einem Kind bei der ich gern mehr von der Vorgeschichte erfahren hätte. Dann gibt’s diese toten alten Cops, von denen man schon mehr erfährt, bei der die Ermittlung allerdings viel mehr Raum hätte finden können. Nebenbei wird anderen Dingen, welche dann nicht unbedingt so viel Bedeutung haben, viel Platz  gegeben. Und die Frage, ob man den einzelnen, sympathisch rüberkommenden Dorfbewohnern wirklich trauen kann, fand ich sehr interessant und etwas kurz. Ich denke, die Autorin hat sich auf zu wenig Raum viel zu viel Handlung vorgenommen und dabei die Balance nicht nach meinem Geschmack eingerichtet.

Was lernen wir daraus?

Ich weiß nicht, wie oft ich es schon aus einem Buch gelernt habe, aber hier wird es wieder unglaublich deutlich: Die Balance muss stimmen! Wie schon vorab geschrieben, muss man den wichtigen Dingen einfach mehr Raum geben als den nicht ganz so wichtigen. Wir haben zum Beispiel eine Szene, in der Lizzy Snow ein Schwein sucht und findet. Die ist ganz lustig, aber den Platz hätte man dann auch für den Mord an ihrer Schwester und das Verschwinden der Nichte abgeben können – denn das treibt die Ermittlerin ja nun in die Einöde und immer mehr auch in große Gefahr. Es gibt zu viele Perspektiven und Handlungsstränge. Ich finde es immer gut, wenn es davon viel gibt – aber es muss gut miteinander verwoben sein und die Balance muss stimmen. Vielleicht ist der Hauptstrang dann auch noch eine ganz andere Perspektive eines Jungen aus dem Dorf.. ich war mir zwischenzeitlich nicht sicher. Verwoben sind die Erzählstränge gut, nur die Balance stimmt hinten und vorne nicht – jedenfalls für mich. Auch hier ist es ja wieder einmal sehr subjektiv und schwer.

Fazit

Das Buch habe ich sehr schnell gelesen, aber ich liege auch krank im Bett und das Buch ist jetzt nicht gerade ein Wälzer. Es las sich trotzdem gut weg und hatte am Ende auch eine Menge Action zu bieten, hätte an einigen Stellen aber definitiv in die Tiefe gehen müssen. Ich vergebe „nur“ 3 Sterne, da ich im Vergleich vieler anderer Bücher denen ich 4 oder 5 Sterne verliehen habe noch sehr viel mehr Luft nach oben habe. Trotzdem sehe ich eine Menge Potential für die Reihe um Lizzy Snow, wenn die Autorin sich denn besser aufs Wesentliche konzentrieren kann. Auch wenn die Note eher mittelmäßig ist und ich oft nach 3 Sternen den Autor von meiner Leseliste streiche: Ich werde mit Sicherheit den zweiten Teil lesen, denn die Ermittlerin und die anderen vorgestellten Charaktere sowie das Mysterium um ihre Nichte sind sehr vielversprechend. Ein Kriminalroman mit guten VOrraussetzungen auch für Folgebände und vielen offenen Fragen, und auch sehr vielen Thriller- Elementen und Action.

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„Wie man den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreibt“; Rezension außer Konkurrenz

wie-man-den-schwedenkrimi-des-jahrhunderts-schreibtIn „wie sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben“  geht es  –Überraschung!-  darum, wie man den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreibt. Ob die Lektüre dabei hilft, den Schwedenkrimi des Jahrhunderts zu schreiben? Da bin ich mir allerdings nicht ganz so sicher. Es geht hier um Klischees, gute Beobachtungen, und eventuell auch ein paar kleine Ansätze, die dann für das Schreiben eines Krimis nicht so verkehrt sind. Es geht aber vor allem um Humor! Denn dieses eher in Comic-Form gestaltete Buch nimmt Schwedenkrimis sehr gekonnt auf die Schippe. Die Comics sind so, wie auch auf dem Cover abgebildet und nehmen in der Regel jeweils eine Seite ein. Es geht um die Frage, die schon der Titel beinhaltet. Es werden durch die Zeichnungen vor allem die Eigenarten der schwedischen Kriminalliteratur lustig und treffend hervorgehoben. Allgemeine Tipps wie „erwähnen sie irgendwann ein richtiges Buch, damit der Leser denkt sie hätten richtige Bücher gelesen“ (im Comic ist es Krieg und Frieden) und ein paar „Schwedenkrimi- Klassiker für die ganz Eiligen“ (Klassiker in drei kleinen Bildern zusammengefasst, sehr gelungen!) lockern den normalen Handlungsstrang um eine kleine, typische Krimihandlung wunderbar auf.

Dieses Buch hier läuft außer Konkurrenz zu den normalen Rezensionen, denn es ist einfach eine wunderbar unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch, die Krimifans und Krimiautoren gleichermaßen sehr amüsieren wird, wenn man sich denn auf diese spezielle  Form einlassen mag. NAtürlich sollte man auch schon ein paar Schwedenkrimis gelesen haben, sonst macht das ganze ja keinen Sinn. Da Weihnachten in naher Zukunft liegt, wollte ich euch Lesern, von denen ja viele Krimi-Fans sind, einen kleinen Tipp geben. Ich habe das Buch sehr fix gelesen, denn es ist ja eher in Bildform. Dabei habe ich einige Male sehr gelacht und durchgehend geschmunzelt. Zwei meiner Besucher haben beim kurzen Durchblättern auch sehr viel Spaß gehabt. Ob ich durch die Lektüre jetzt den nächsten Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreibe?. Wohl eher nicht, denn mein Krimi wird in Deutschland spielen..

Fazit

Der Autor Hendrik Lange scheint durch diese „.. für Eilige“ – Comics groß raus gekommen zu sein, und das im Klappentext erwähnte „Weltliteratur für Eilige“ wird sicher auch bald einen Platz in meinem Bücherregal haben. Es ist ein lustiger Comic über Schwedenkrimis, Satire, gute Beobachtung, treffend gezeichnet, sehr kurzweilig. Der Autor trifft meinen Humor und tatsächlich mit vielen Beobachtungen über Schwedenkrimis auch den Nagel auf den Kopf!

Details zum Buch gibt’s auf der Verlagsseite, einfach hier klicken!

Rezension: IQ von Joe Ide -ein Long Beach Thriller

joe-ide-iq-suhrkampI.Q. ist in den Hoods von L.A. die männliche Miss Marple. Seine herausragende Intelligenz und sein kriminalistischer Spürsinn sprechen sich schnell rum, und so wird er vom Top-Rapper The Black Knife beauftragt. Denn dieser sah sich in seiner Küche plötzlich mit einem Kampfhund in der Größendimension eines Pferdes konfrontiert. Gut, dass der tierische Auftragskiller keinen Erfolg hatte. Schlecht, dass er immer noch draußen rumläuft. Schnell wird klar, dass ein Mitglied aus dem engsten Kreis des Rappers es auf ihn abgesehen zu haben scheint. I.Q. und sein alter Kumpel Dodson, beide selbst nicht ohne kriminelle Energie, ermitteln. Und es wird gefährlich.

Stil, Machart, Meinung

Zunächst einmal muss ich sagen, dass dieser Thriller mal was ganz anderes ist. Wir haben „Ermittler“, die selbst auch keine heiligen sind. Und die Geschichte spielt in einem Milieu, in dem eher wenige Thriller spielen.  Erschreckenderweise konnte ich mich sehr gut in die Charaktere und die Umgebung einfinden, da ich aus meinem alten Job als Teammanagerin bei einem Basketballclub täglich mit zumindest einem Teil dieser Welt zu tun hatte. Das ist jedenfalls mal etwas anderes, welches in diesem Thriller toll in Szene gesetzt wird.

Thriller, steht auf dem Cover. Ein Thriller ist es auch, denn wir haben einen dramatischen Mordversuch, der Täter wird wieder zuschlagen, er muss gefunden werden, die Zeit rennt. Es gibt noch dazu einige Krimi-Elemente, denn der brillante I.Q. versucht herauszufinden, wer aus den eigenen Reihen des Rappers es denn nun auf ihn abgesehen hat. Und tatsächlich gibt’s nicht nur brutale Killer- Kampfhunde, sondern ganz im Gegenteil ist der Thriller zu einem Drittel auch einfach Roman. Denn es kommen viele Details aus dem Leben des Ermittlers und seines Sidekick – Gangsters ans Licht, die die Lebensumstände erklären und von Moral, Trauer und Freundschaft berichten.

Die Schreibweise ist fluffig und verfügt außerdem über eine große Portion Umgangssprache und Humor. Es gibt ganz hervorragende, lustige Sätze, die aber auch oft eine interessante Feststellung enthalten. Beispielsweise hält I.Q. Rap für „wortgewaltige Darstellungen eines Lebens, das er nie angestrebt hatte“. Dafür hat er laut Kumpel Dodson allerdings auch Defizite im Sozialen Bereich:

„Kundenkontakte auf dieser Ebene sind nicht dasselbe wie beim Aufspüren von vermissten Hunden. Hier braucht man diplomatisches Geschick, Raffinesse und kaufmännisches Talent. Fähigkeiten, die dir griesgrämigem Penner traurigerweise völlig abgehen.“

Diesen Satz habe ich gerade mal raus gepickt, weil der Humor und die Umgangssprache in dem doch auch irgendwie  anspruchsvollen Dialog gut rauskommen und das irgendwie bezeichnend für das Buch ist.

Das Buch ist packend, nicht so unbedingt weil man den Rapper jetzt unbedingt vor dem Killer geschützt und lebendig wissen will, sondern vor allem weil man möchte, das dieser interessante I.Q. diesen Fall aufklärt und alles ins Lot kommt. Für mich war es nicht wie sonst bei Thrillern die Mörderjagd mit der tickenden Uhr, sondern vor allem auch die Person I.Q. mit seinem Talent, seiner Moral und seinem Schicksal. Der Autor nimmt sich Zeit für die Geschichte seiner Hauptperson, und das ist auch gut so.

Zielgruppe

Wie schon gesagt, ist das Milieu in diesem Thriller recht speziell. Schwarze Gangster in L.A, Rapverse im Buch, OG´s, Gangs, Drogendeals, Kleinkriminelle, Großkriminelle, Krieg auf den Straßen .. das alles dürfte für viele Leser absolutes Neuland sein. Eine –etwas erschreckende – Erkenntnis für mich war, dass ich mich in dieser Szene überraschenderweise recht gut auskenne. Ich bin keinesfalls irgendwie in dieses Milieu verstrickt, habe aber aus dem täglichen Kontakt mit den amerikanischen Basketballern (von denen manche dann doch tatsächlich einen derartigen Hintergrund hatten..) aber auch meiner eigenen Vorliebe für Rap und Hip Hop recht gut geschult. Da mein Englisch in der Richtung auch dementsprechend geschult ist, konnte ich mit den Rapversen etwas anfangen und fand sie sehr passend und als Stilmittel gut geeignet.

Man muss nun also kein Gangster sein, um dieses Buch zu lesen. Man muss sich nicht mal mit Rap, OG´s und dem Drogenhandel auskennen, aber Vorwissen tut der Leseerfahrung auch keinen Abbruch. Es ist in meinen Augen einfach eine sehr tolle Darstellung des Lebens in einer solchen Umgebung, die ich mir auch so vorstellen kann und (ohne dort gelebt zu haben) auch als realistisch erachte. Der Autor vermischt Schwarz und Weiß (jetzt nicht im Sinne der Hautfarbe sondern im Sinne von Gut und Böse!) zu einer packenden und interessanten Graustufe.

Wer sich in dem Lifestyle ein bisschen auskennt, wird besondere Freude an diesem Buch haben. Wer sich hier überhaupt nicht auskennt, wird eine ganz neue und interessante Perspektive erleben, die sicherlich länger in Erinnerung bleiben wird. Deshalb ist diese Geschichte also eigentlich etwas für viele Leser, obwohl dieses spezielle Milieu es nicht vermuten lässt. Einfach mal ausprobieren und sich auf das Lese-Neuland einlassen!

Fazit

Ich vergebe 4 von 5 Sternen. Für 5 Sterne hätte der Thriller für mich mehr Thrill und ein größeres Rätsel um den Täter haben können, obwohl das jetzt sehr subjektiv ist und wirklich mehrere dramatische Situationen und eine dauerhaft lauernde Gefahr zu lesen sind. Ich mag es, dass der Thriller gleichzeitig auch Krimi ist und noch dazu eine ganz packende Geschichte über einen jungen Mann erzählt, der einiges Durchmachen musste. Die Mischung macht’s! Ich habe das Buch sehr gern gelesen und fand den Schreibstil und auch die Sache mit den Raptexten sehr erfrischend.  Hauptperson I.Q. ist ein sehr facettenreicher und interessanter Ermittler mit eigenem kriminellen Hintergrund, von dem ich sehr gern mehr lesen würde. Jetzt, nachdem ich ihn und seine Geschichte kennengelernt habe, würde ich dann allerdings noch mehr Miss-Marple- Fall mit Thriller haben wollen. Ich werde mir den Namen Joe Ide auf jeden Fall merken und hoffe, es gibt einen zweiten Band.

Mit Klick aufs Cover gelangt ihr zu Amazon, dort gibt´s die Details zum Buch:

Rezension: Mainschatten von Anja Mäderer

mainschatten-anja-maderer-emonsEin Tanzlehrer liegt tot im Kostümkeller der Tanzschule. Offensichtlich ist der Diabetiker die Treppe heruntergefallen, nachdem er Probleme bei der Dosierung seiner Medikamente hatte. So lautet die offizielle Version, bis der Gerichtsmediziner sich wundert. Anfängliche Befragungen verhärten den Verdacht auf Mord, denn der sportliche Tanzlehrer hatte seine Krankheit im Griff und noch nie Probleme mit der Dosierung seiner Spritzen..

Um herauszufinden, wer etwas gegen den Tanzlehrer gehabt haben könnte, muss das Würzburger K1 um die Kommissare Nadja und Peter ungewöhnliche Methoden anwenden. Denn die Tür zur Tanzschule war nach dem Mord abgeschlossen und 10 Personen haben einen Schlüssel. Um herauszufinden, welcher Schlüsselbesitzer der Mörder ist, begibt sich die Kommissarin auf eine Undercover – Mission und beginnt einen Intensivkurs, um sich Zugang zum  Kreis der Tanzschul-Mitarbeiter zu verschaffen.

Die Reihe

Der zweite „Franken Krimi“ von Anja Mäderer ist auch Teil 2 um das Ermittlerduo Nadja und Peter, kann allerdings auch problemlos ohne das Vorwissen aus Band 1 „Mainleid“ konsumiert werden. Natürlich ist es immer etwas schöner, eine Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen..

Ich habe dem ersten Krimi begeisterte 5 Sterne verliehen. Für die Rezension einfach hier klicken!

Stil, Machart, Meinung

Zunächst: Wie schon angeklungen ist, handelt es sich bei diesem Buch um einen Krimi. Ein Regionalkrimi; noch genauer:  Franken Krimi. Einerseits haben wir hier einen Regionalkrimi, der anscheinend auch sehr viele Würzburger Orte originalgetreu beschreibt. Andererseits haben wir hier die moderne Version der klassischen Whodunnit – Krimis, wie man sie beispielsweise von Agatha Christie oder Arthur Conan Doyle kennt. Der Leser muss selbst auch auf Mörderjagd gehen und die kleinen grauen Zellen anstrengen..

Die Autorin schreibt, wie schon in Band 1, fluffig, mit Humor und liebevoll gezeichneten Charakteren. Einzig die kleinen kursiven Abschnitte aus Sicht einer zunächst unbekannten Person sind nicht ganz so mein Fall, da sie mir etwas zu hochgestochen auch nicht unglaublich wichtig erscheinen. Aber diese Abschnitte sind auch nicht sehr zahlreich und wie schon gesagt: kurz!

Der guten Beschreibung und Darstellung der vielen Charaktere ist es zu verdanken, dass man sich die 10 Verdächtigen und Kollegen in der Mordkommission schnell und gut einprägen kann. Das möchte ich noch mal hervorheben, denn das ist bei so vielen Personen auf vergleichsweise kleinem Raum nicht selbstverständlich.

Das Konzept des geschlossenen Raumes ist in der Kriminalliteratur kein Unbekanntes. Schon Edgar Allan Poe oder meine Lieblingskrimiautorin Agatha Christie haben sich bei diesem Element bedient, um den Leser an dem Rätsel um den Mörder teilhaben zu lassen. Ein geschlossener Raum ist meist der Tatort, und es werden so Rätsel in Sachen Tatzeit, Tathergang und Täter aufgeworfen. Hier mal der Link zu Wikipedia, falls Interesse an der Sache besteht.  In diesem Krimi ist die Sache einfach gelöst, es ist nicht der geschlossene Raum sondern die abgeschlossene Tanzschule. 10 Leute haben einen Schlüssel, einer von ihnen muss es gewesen sein.

Was lernen wir daraus?

-Ich für mich habe mal wieder gelernt, dass die klassischen Whodunnit – Krimis einfach genau das richtige für mich sind. Da die Altmeister des Genres mittlerweile nicht mehr unter uns weilen (im eigentlichen Wortsinn eigentlich ja schon, weil unter der Erde..) , freue ich mich immer besonders, wenn man dieses klassische Konzept auch in der heutigen Zeit anwenden kann. Hier ist das besonders gut gelungen, da auch der Schreibstil und die Charaktere sehr gut sind. Bei meinem eigenen Krimi versuche ich genau das gleiche, denn der erste Mord findet auch in einem geschlossenen Raum statt. Ich hadere allerdings mit der Personenbeschreibung. Man muss den Leser schnell an viele Verdächtige heranführen, sodass er sich diese Personen auch halbwegs merken kann. Man braucht eventuell besondere Charaktere, in diesem Krimi hier beispielsweise der „Pater“, der nicht so verklemmt ist wie erwartet oder der total gut aussehende Tanzlehrer, der reihenweise Frauen abschleppt. Sowas merkt man sich!

Fazit

Ich vergebe diesem Krimi, genau wie auch dem Vorgänger „Mainleid“, 5 Sterne. Ich habe einfach nichts auszusetzen und möchte auch das dritte Buch der Reihe unbedingt lesen. Das klassische Krimi-Prinzip (Whodunnit, geschlossener Raum) wurde gut in die heutige Zeit übertragen. Der Schreibstil, die liebevoll und gut beschriebenen Personen sowie das Beziehungsgeflecht und die Auflösung sind logisch und zwischendurch hat man auch lustiges, trauriges und gefährliches erlebt. Das Buch liest sich schnell weg und ich kann es wirklich nur empfehlen. Die Regionalkrimi- Reihe um das Würzburger Kommissariat sind in meinen Augen ein echter Geheimtipp für Fans von klassischen Krimis, mit vielen interessanten Persönlichkeiten und spannenden Rätseln.

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