Zeit finden. Für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Zeit, Stress und das auf der Strecke bleiben..

Heute melde ich mich nach längerer Zeit, in denen ich es nicht zu einem Blogeintrag geschafft habe. Ich hatte einfach überhaupt keinen Kopf für mein Hobby, welches ich zum Beruf machen möchte. Kurz zu meiner Situation, bevor dann für euch etwas Hilfreiches folgt:

Die Basketball Saison steht ins Haus. Ich bin Teammanagerin, Büroleitung und Presseabteilung in der zweiten Bundesliga. Genau, ich bin drei Leute gleichzeitig (2 Kollegen haben uns verlassen, und ich habe gratis diese Jobs zu meinem eh schon stressigen Job dazubekommen). Zeit ein wichtiges Gut. Aber irgendwie wollen alle was von der Zeit abhaben, die ich nicht habe. Ich sehne mich nach einem einfachen Job, mit unanspruchsvoller Aufgabe und geregeltem Feierabend.
Kennt ihr das? Der Job ist stressig, man hat nie Feierabend.

Der Feierabend sieht bei mir so aus, dass er
a)sehr willkürlich und gern spät eintritt
b) da dann der Haushalt auf mich wartet
c) trotzdem noch sehr viele Emails vom Chef warten und Fans sowie Spieler ihre Probleme auf Facebook vortragen.
d)ich am Ende dann im Bett liege und drüber nachdenke was ich noch alles vergessen habe.

Als Ratschlag, wenn ich im Moment mal etwas nörgelig werde, kommt dann als Antwort „du musst dir nur die Zeit nehmen, wenn es dir wichtig ist!“
-Ach, so ist das! Na danke für den Tipp. Es gab in den letzten Wochen unglaubliche Situationen, in denen ich mir nach dem ganzen Stress noch den Stress gemacht habe, mit meiner Cousine insgesamt circa das halbe Buch zu überarbeiten (davon wird übrigens der nächste Artikel handeln, denn das ist sehr spannend und ereignisreich mit interessanten Erkenntnissen!).

Kleines Beispiel, Mein Wochenende vor 2 Wochen: Freitagmorgen kommt ein neuer Spieler an, also früh zum Flughafen. Von der Vorbereitung seiner Ankunft mal abgesehen, sah dann dieser Tag so aus: Den abholen -er hat sehr viele Fragen- und ins Büro schaffen. Dort mache ich nebenbei noch den Rest der Öffnungszeit und verkaufe Tickets, während ich die wichtigsten Dokumente mit dem Spieler ausfülle. Danach den Spieler zum Essen bringen, ihm die Wohnung zeigen, seine Dollars in Euros umtauschen und die Dokumente danach am heimischen Schreibtisch fertig machen. Um 20.30 dann in die Halle, gucken ob der Spieler schon mitspielt und dabei mit dem Boss alles beobachten. Um 21.00 dann den völlig Jetlag-geplagten Spieler mit den umgetauschten Euros zum ersten Mal durch einen Deutschen Supermarkt führen. Hier müssen wir auf Grund der nicht vorhandenen Deutsch-Kenntnisse ganz von vorne anfangen. Dann den Kerl nach Hause bringen und noch letzte Fragen beantworten. Ich bin um 23.00 Uhr zuhause.
Am nächsten Tag geht es früh weiter, denn wir haben ein Testspiel. Mein Frühstück sollte der letzte ruhige Moment sein, die Ereignisse überschlugen sich seitdem mit sehr vielen wichtigen und unwichtigen „kannst du mal eben schnell“ und „warte mal eben“- Geschehnissen. Ich hatte nicht eine ruhige Minute, habe auch noch mal eben ein Spiel gescoutet (da gibt man alles, was auf dem Feld passiert, in einen Computer ein, damit hinterher eine umfassende Statistik vorliegt) und nebenbei noch mehrere Notfälle in den Plan eingebunden, die allesamt mit dem neuen Spieler zu tun hatten. Meine Verabredung, nach dem Spiel mit meiner Cousine das Buch zu überarbeiten, hatte ich nicht vergessen. Um ca. 22.00 Uhr machten wir uns an die Arbeit. Um 23.00 Uhr war ich schon vollkommen auf Red Bull, denn ich wollte den seltenen Termin der so hilfreich für das Weiterkommen ist, ja nicht sausen lassen. Um 24.00 Uhr konnte ich dann die einzelnen Wörter auf dem Bildschirm nicht mehr erkennen und musste meine persönliche, beste Freundin- Lektorin wieder rausschmeißen. Sonntag dann ein Spiel mit allen anschauen und danach direkt zum Familiengeburtstag. Grundsätzlich alles nettere Freizeitbeschäftigungen, aber trotzdem nicht wirklich erholsam.Tja.. und dann war Montag und ich hätte mich eigentlich vom Wochenende erholen müssen. Aber nein, es war ja Montag. Und da war nix mit ausruhen.

So, jetzt die Frage: Wo soll ich da etwas Streichen? An diesen Tagen konnte ich nicht streichen, im Gegenteil: das war das schon die gestrichene Version.

Zeit nehmen

Prioritäten setzen, Zeitmanagement, Hilfreiche Ideen

Ich versuche also eigentlich, möglichst zu streichen. Prioritäten zu setzen. Dabei wirke ich nicht immer sehr nett, aber ich muss es tun um mich bei dem ganzen Stress nicht zu vergessen. Ich lerne immer mehr, NEIN zu sagen. Manchmal ist es schwierig, aber manchmal ist es auch toll. Das Problem ist nur, an den richtigen Stellen nein zu sagen.
Ich würde gern zu vielen Sachen nein sagen, weil sie mir keinen Spaß machen und auch nichts bringen. Das klappt an einigen Stellen super, auch wenn man dann nicht immer nett wirkt – die meisten Leute verstehen, dass ich im Stress bin.

Dann gibt es Sachen, die sind sehr grenzwertig. Oma zum Beispiel. Sie liebt es, einzukaufen. Und das in einem Geschäft circa 3 Stunden, in denen sie jedes Produkt im Regal auch einmal angefasst und studiert hat. Ich liebe es auch einzukaufen, aber schnell! Wenn Oma mich nun also todtraurig anschaut, und fragt ob ich sie endlich mal wieder zum Einkaufen fahre, ist es schwer NEIN zu sagen. Sämtliche Begrenzungen wie „in einer Stunde habe ich aber einen Termin“, ziehen bei Oma übrigens nicht. Das versteht sie nicht. Denn sie versteht flexible Arbeitszeiten nicht. Wenn ich mitten am Tag mit ihr einkaufen gehe, habe ich in ihren Augen an diesem Tag frei, und damit basta! In den Augen der anderen leider nicht..

Fahre ich Oma also einkaufen? –Ja, na klar. Sie ist Oma, und sie kommt sonst nicht raus. Sie freut sich auch immer so.. Ich versuche jedes Mal, ihr klarzumachen dass sie sich beeilen soll. Das wird meistens nichts, deshalb ende ich dann mit dem Smartphone in einer Wartezone und bearbeite meine Emails oder führe nebenbei ein paar Telefongespräche. Man sollte nicht an allen Aspekten sparen, um mehr Zeit zu haben. Oma ist es wert. Trotzdem tue ich das im Moment seltener als sonst.
Aber andere, lose Bekannte, die immer mal wegen einem Gefallen anrufen.. die müssen das dann ausbaden. Arbeitskollegen, die dann noch mal diese „kannst du für mich mal eben“-Anrufe an mich richten, müssen definitiv auch einstecken. Nein, kann ich nicht!

Trotz all dem Stress und den privaten Verpflichtungen, braucht jeder Mensch Ruhephasen. Sonst dreht man sicherlich irgendwie durch! Ich spiele, wann immer ich momentan ein bisschen Zeit habe, zur Entspannung total stumpfsinnige Spiele. Ja, ich oute mich: Farm Heroes, Candy Crush, Magic Puzzle, Quizduell (das ist sogar sehr lehrreich) stehen ganz oben auf meiner Liste.
Warum? Weil sie anspruchslos sind. Ich mache sie an, wann immer ich will. Spiele sie, solange ich will. Und denke entweder wenig nach oder habe beim Denken Spaß. Aber am Wichtigsten: Ich kann abschalten. Ich habe Spaß.
Gern auch der Spruch „ Du bist so im Stress, aber für so einen Scheiß hast du Zeit“ in allen möglichen Kombinationen. Ja, so ist es. Zwischendurch muss man mal runterkommen, und womit sei jedem selbst überlassen.

Zum Schreiben bin ich in den letzten Wochen allerdings nicht gekommen. Zunächst hatte ich deswegen jeden Tag Gewissensbisse und war sauer auf mich und alle, die mir eine Aufgabe dazu gaben. Aber dann habe ich es akzeptiert und mir einen Termin gesetzt, an dem ich wieder anfangen werde. Komme was wolle. Dann sollte der Saisonbeginn-Stress zumindest etwas weniger geworden sein.

Tipps und Tricks

Es gibt tolle Ideen in Sachen Zeitmanagement. Ich habe schon Seminare besucht, die tolle Ansätze hatten. Zum Beispiel einen Wochenplan zu entwerfen, der gewisse Prozentzahlen des Tages für „Alleinzeit“ und „Freizeit“ einrechnet. Für Menschen, die solche Pläne dann auch einhalten können, kann ich dieses Konzept nur empfehlen! Für mich ist das leider nix, da mein Tag zu großem Anteil aus unplanbaren Dingen und spontanen Problemen besteht.
Auch eine tolle Idee ist die Fragestellung „Wo siehst du dich in einem Jahr (einem Monat, 2 Jahren.. wie auch immer)?“ Die finde ich schon eher geeignet, denn sie ist motivierend. Man macht sich selbst Vorgaben, man malt sich Dinge aus und man sieht Details die man sich gern für die Zukunft wünscht. Andererseits ist es auch enttäuschend, wenn man dann die Vorgaben nicht schafft, und dafür überhaupt nichts kann.
NEIN sagen – für mich das beste Zeitmanagement. Man macht so viele Dinge, die man gar nicht muss. Aber es wird einem eingeredet. Das fängt damit an, dass die Nachbarn anfangen zu tuscheln, wenn man nicht jeden Freitag den Rasen mäht – mir doch egal, wenn die dafür Zeit haben, sollen sie gern tuscheln. Meine Wohnung sah auch schon mal aufgeräumter aus, aber im Moment ist sie nicht 100%ig einwandfrei aufgeräumt. Ich mache das Nötige, Hauptsache sauber, ich finde alles und habe sauberes Geschirr und Kleidung. Der Mann im Haus muss nun auch vermehrt einspringen, ich mache ihm an den stressigsten Tagen Abends sicherlich kein Essen mehr. Außer es geht schnell und ich habe auch Hunger, versteht sich (denn seine Kochkünste sind nicht überzeugend).

Weniger Zeit mit Medien verschwenden

Nein, ich scolle nicht mehrmals am Tag durch meinen Facebook- Newsfeed. Trotzdem ist Facebook den ganzen Tag an, denn darüber kommuniziere ich mit Spielern und Fans. Außerdem betreibe ich die Facebook-Seite und muss dort posten, Nachrichten beantworten usw.
Fernsehen. Nur weil nichts besseres läuft, gucke ich schon mal Garnichts! Ich habe nichts gegen Fernsehen, aber ich habe etwas gegen Zeitverschwendung. Ich finde, man soll sich unterhalten lassen. Aber man soll nichts gucken, nur weil nichts Besseres läuft. Oder keinen Scheiß gucken (Dschungel Camp, Telenovelas etc!). Das liegt allerdings auch im Auge des Betrachters. Macht es dich glücklich, dann mach es  Ich habe mir jetzt angewöhnt, lieber wirklich gute Sachen zu gucken. Zum Beispiel schalte ich dann abends nach dem stressigen Tag mit einer Folge Dexter ab. Keine Werbung, keine Zeitverschwendung, und das wichtigste: Man kann auf Stop drücken wann man will, und Amazon Prime speichert den Moment fürs nächste Mal.. Viel effektiver, daher in weniger Zeit was Tolles ohne Werbung genossen.

Die Perfektion aufgeben.

Nein, ich koche nicht jeden Tag frisch. Ich würde es gern, mein Freund hätte es gern, es wäre ein Traum. Ich koche, wenn ich etwas Zeit habe, sehr viel und sehr gut. So haben wir da länger was von. Das Bügeln habe ich auch schon aufgegeben – ich bügle mit meinem Körper, leicht knickerige Teile bearbeite ich vor dem Anziehen eben mit einem kleinen Dampfbügler, wenn es sein muss. Und mein Bett mache ich auch nicht – macht ja kein Sinn, am Abend liegt man doch wieder drin (wenn alles gut geht).


Trotzdem:
Nett bleiben, die Liebsten nicht vergessen, sich auch mal Zeit nehmen! Prioritäten setzen, die freien Minuten geniessen und 100% bei der Sache sein, wenn man arbeitet (egal ob im Job oder halt beim Schreiben eines Buches.. oder bei was auch immer).

Fazit: Jeder, der einen Job mit festen Arbeitszeiten und geregelter Freizeit hat, wird von mir sehr beneidet! Wie siehts bei euch aus? Habt ihr noch mehr Tipps und Tricks zum Thema Zeit nehmen?

gestresst aber glücklich,
Eure Tipperin