Rezension: Ein Mord macht noch keinen Sommer – Martha Grimes

martha-grimes-ein-mord-macht-noch-keinen-sommerDer unglaublich unsympathische Literaturagent Hess macht der jungen Autorin Cindy Stella das Leben schwer;  ein Rechtsstreit droht. Aber die Autorin bekommt unerwartet Hilfe von zwei ganz besonderen Auftragskillern, einem Bestsellerautor, einem Verleger, einem Fisch und noch ein paar anderen Personen. Der Literaturagent muss weg, aber ein Mord wäre einfach zu langweilig. Mit einem amüsanten Plan versucht die bunt zusammengewürfelte Gruppe, den ungeliebten Hess ins Exil und in den Wahnsinn zu treiben.

Stil, Machart, Meinung

Ich muss sagen, die Story ist gut. Besonders, dass sie in der Literaturbranche spielt, finde ich natürlich interessant. Nur sie ist mir einfach viel zu lang! Wenn ein so dicker Wälzer so lange braucht, um die Handlung zu entwickeln, dann geht mir auf der Strecke die Luft aus. Ich war zwar irgendwie interessiert, wie es denn weitergeht – aber ich hatte nie wirklich Lust, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen. Nach diesem Gefühl, braucht man zur persönlichen Meinung  eigentlich nicht mehr viel zu sagen.

Trotzdem fühle ich mich, als müsste ich mich dafür rechtfertigen, dass Buch nicht grandios gefunden zu haben. Denn ich hatte große Erwartungen! Martha Grimes ist eine große Nummer im Literaturbusiness, vor langer Zeit habe ich den einen oder anderen Inspector Jury Roman sehr gern gelesen. Wenn diese Martha Grimes dann auch noch über das Literaturbusiness schreibt und einen Literaturagenten von zwei sehr netten Auftragskillern in den Wahnsinn treiben lässt, dann hat bei mir riesige Erwartungen ausgelöst.

Tja, die Story ist gut. Einige Charaktere, besonders die beiden Auftragskiller die eine Person nur töten, wenn sie sie wirklich nicht mögen, sind großartig. Aber dann sind da so viele Leute, sodass ich bei der Mitte des Buches einige Male noch nicht sicher war, wer da nun mit wem redet. Die Charaktere mit Potential kommen zu kurz, weniger Leute mit mehr Raum hätten der Sache gut getan. Es gibt ganz interessante Vorfälle, Szenen, Gespräche – aber das große Ganze dauert mir zu lange. Es ist ja auch ein großer Plan, bei dem viele Rädchen ineinandergreifen müssen, um am Ende den Literaturagenten in die Flucht zu schlagen.

So muss ich denn gestehen, dass ab zwei erwartungsvollen Dritteln dann meine Lust endgültig gegen Null strebte und ich den Rest eher im unentspannten Speedreading mit Mut zur Lücke gelesen habe, damit mir keiner nachsagen kann, dass ich ja ein Buch nicht schlecht bewerten kann, wenn ich es nicht bis zum erlösenden Ende gelesen habe. Wäre ich kein Buchblogger, hätte ich das Buch wahrscheinlich schon nach dem ersten Drittel abgebrochen.

Zielgruppe

Auch wenn ich das Buch nicht so prickelnd fand, wird es vielen Lesern sicherlich anders gehen. Ein Roman, welcher in der Literaturbranche spielt, dürfte natürlich für Leser, Autoren, Agenten usw.  sehr interessant sein. Falls jemand ein Geschenk für den eigenen, verhassten Literaturagenten sucht, dann muss er hier zuschlagen. Ich lese am liebsten Krimis und Thriller und gern auch den einen oder anderen guten Roman. Der Klappentext hatte mir wohl suggeriert, dass es genau das richtige für mich ist, und so hatte ich mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Wer skurile Personen und einen interessanten Plan mit sehr, sehr vielen Komponenten mag, dürfte trotzdem seine Freude haben. Man darf aber keine Action, Aufregung, Spannung etc. erwarten.

Was lernen wir daraus?

Auch die größten Namen der Literaturbranche versprechen nicht unbedingt immer ein grandioses Buch. Ich habe so viele Erstlingswerke von gänzlich unbekannten Autoren viel lieber gelesen als dieses hier. Das gibt doch Hoffnung..

Fazit

Dieses Buch war nicht meins, und mehr als 2 Sterne kann ich nicht geben. Ich mag trotzdem einige der Figuren sehr und sehe, wo die Autorin mit ihrem großen, Plan hinwollte. Den Einblick hinter die Kulissen der großen Verlage und Verleger fand ich interessant. Aber wenn ich ein Buch nicht lesen will, es lag auch schon lange halbgelesen bei mir rum, dann will ich es halt nicht lesen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch, aber nur weil ein großer Name schreibt zwinge ich mich ja nun nicht, ein Buch zu mögen..

Hier gibts die Details zum Buch auf der Verlagsseite.

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Rezension: Todesmärchen von Andreas Gruber

todesmarchenIm dritten gemeinsamen Fall ermitteln Sabine Nemez und ihr Mentor Maarten S. Sneijder nun als Team. Und da kommt es gleich ganz Dicke: Zunächst geht es nach Bern, denn dort wurde eine alte Bekannte von Sneijder brutal ermordet und den Ermittlern kunstvoll und bizarr präsentiert. Und das war nicht der einzige Mord in dieser Serie, bald können sich die beiden Profiler vor Arbeit nicht mehr retten.
Zur gleichen Zeit folgt der Leser der jungen Psychologin Hannah, die in einem Gefängnis für abnorme Rechtsbrecher auf ein tödliches Geheimnis stößt. Auch ihre Vorgängerin scheint hinter das Geheimnis gekommen zu sein, denn sie konnte die von der Außenwelt abgeschiedene Insel nur im Leichensack verlassen. Was geht in dem Gefängnis vor? Und was ist eigentlich mit dem hochintelligenten „Patienten“ Piet van Loon los? Maarten S. Sneijder brachte ihn einst hinter Gittern, und schon bald gibt es eine Verbindung des Falles van Loon und der aktuellen Serie..

Stil, Machart, Meinung
Andreas Gruber hat sich bei mir im letzten Jahr tatsächlich ganz nach oben auf die Liste meiner Lieblingsautoren geschrieben. Ganz platt gesagt: Er hat es einfach drauf! Der Schreibstil ist fluffig und spannend gleichzeitig. Die Balance für Szenenwechsel, Beschreibungen und Spannung ist hervorragend und ich hatte noch nie den Wunsch, einen Thriller von ihm zur Seite zu legen. Auch der Wechsel zwischen Szenen aus der Vergangenheit und Gegenwart sowie der Ortswechsel ist immer gut gemacht und nicht verwirrend. Klar, die Thriller sind definitiv nichts für schwache Nerven und es gibt einige Bilder im Kopf, die man sich so eigentlich nie vorstellen wollte. Auch der Plot und die Auflösung sind super gelungen.
Eine besondere Erwähnung müssen die beiden Hauptpersonen dieser Reihe finden: Sabine Nemez, talentierte, mutige Anfängerin und wohl eine der wenigen Menschen, die ihren sehr speziellen Ausbilder halbwegs ertragen kann. Besagter Ausbilder Sneijder, nun sogar ihr Partner, ist eine sehr interessante Person. Von den meisten verhasst, oft unhöflich und direkt, sieht man ihn durch die Augen seines „Eichkätzchens“ Sabine Nemez doch als guten und genialen Menschen. Diese Kombination ist sehr gelungen!
Wie man liest bin ich voller Lob für diesen Thriller, ich habe nur ein klitzekleines Manko: Die Verbindung der Morde untereinander wird für den Leser viel zu schnell klar, da Titel und Cover ja plakativ mit dem Zaunpfahl winken.. Ich finde beides gelungen und vielleicht war das ja auch so gedacht, aber irgendwie habe ich in keine andere Richtung mehr gedacht, weil es ja von Anfang an irgendwie klar war.

Die Reihe
Dieses Buch ist das dritte Buch der Reihe um Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Ich habe den ersten Teil versäumt und war problemlos bei Band 2 „Todesurteil“ eingestiegen. Der erste Band heißt übrigens Todesfrist, ein gewisses Schema ist also zu erkennen. Wer noch nichts aus dieser Reihe gelesen hat und nach meiner Lobhudelei ganz heiß auf das Buch ist, der sollte unbedingt am Anfang beginnen und in der Reihenfolge Todesfrist, Todesurteil, Todesmärchen vorgehen. Man kann natürlich auch bei dem dritten Teil anfangen, versäumt aber einige Entwicklungen in den Beziehungen zueinander. Den zweiten Band konnte ich wie gesagt problemlos auch ohne das Vorwissen des ersten Bandes lesen. Beim dritten Band war ich trotzdem froh, das zweite vorher gelesen zu haben.

Fazit
Heute fällt mir nichts Neues ein, was ich aus der Lektüre des Buches gelernt habe. Wer lernen will, wie ein richtig guter Thriller geht, der kommt um die Lektüre dieser Reihe jedoch nicht herum. Ich gebe, mal wieder, begeisterte 5 Sterne. Mir fällt beim besten Willen kein Grund ein, warum ich einen Stern abziehen sollte und ich werde auch den vierten Band mit Begeisterung erwarten.

Hier gibts die Details zu Buch und Autor auf der Verlagsseite!

Eine weitere Rezension zur Reihe Pulaski/Meyers gibts hier

Rezension: Das Böse in euch – Rhena Weiss

Das Böse in euchDie Wiener Kommissarin Michaela Baltzer hat einiges zu tun. Ein neuer Mordfall verlangt von der alleinlebenden LKA-Ermittlerin einiges ab, denn die Leiche einer 16-jährigen wirft deutlich mehr Fragen auf als sie beantwortet. Als DNA-Spuren weiterer vermisster Mädchen an der Leiche gefunden werden, wird der Fall noch dramatischer. Und als wäre das nicht genug, zieht Michaelas Nichte Valerie für ein Jahr lang bei ihr ein, da die Eltern im Ausland sind. Während sich beide an den neuen Alltag gewöhnen müssen, ist auch die Neugier von Valerie in Sachen Mädchenmorde geweckt. Sie will selbst in der Sache ermitteln, und passt leider auch genau ins Beuteschema des Killers..

Stil, Machart, Meinung
Ein klassischer Thriller, schnell umgeblätterte Seiten und einige Überraschungen warten in diesem Buch auf den Leser. Gekonnte Wechsel der Perspektiven zogen mich gekonnt in den Bann der Geschichte. Durch die zwei Seiten hat der Leser einen Wissensvorsprung gegenüber den Ermittlern und erfährt auch viel darüber, wieso der Täter junge Mädchen festhält und was er mit ihnen anstellt. Anschaulich und interessant wird die Täterperspektive beschrieben.
Die Ermittlerin ist eine interessante Persönlichkeit. Sie ist nicht, wie einige andere Hauptpersonen, mit dramatischen Eigenheiten und Macken verziert, sondern als eine recht normale –aber nicht langweilige – Kommissarin dargestellt. Die Besonderheit ist, dass ihre Nichte bei ihr einzieht und sie in der Ersatzmutterrolle so gar keine Erfahrung hat. Als die Nichte dann auch noch unbedingt Polizistin werden will und so gern auf eigene Faust ermitteln möchte, wird es natürlich nicht langweiliger. Man kann sowohl die Nichte als auch die Kommissarin gut verstehen und mag sie.
Ich würde so gern noch mehr schreiben, aber dann würde ich spoilern..

Die Reihe
Dieses Buch ist der Auftakt einer neuen Reihe von Rhena Weiss im Goldmann Verlag. Weitere Bände sind laut Verlagsseite in Arbeit. Siehe Hier!
Die Hauptperson Michaela Baltzer und ihr Ermittler-Team bieten meiner Ansicht nach eine Menge Potential. Verschiedene interessante Persönlichkeiten in und um das Team bieten gute Möglichkeiten für Entwicklungen und Verwicklungen. Außerdem hoffe ich, dass auch die Nichte noch eine Weile bei der Ermittlerin wohnt. Der private Einblick in die chaotische Situation war erfrischend und nicht langweilig, die Ermittlungsambitionen des Teenagers bieten auch weiterhin interessante Möglichkeiten.
Ich würde auf jeden Fall sehr gern den nächsten Band dieser Reihe lesen!

Was lernen wir daraus?
Nicht viel neues, aber doch erneut 2 wichtige Dinge:
Der Wechsel der Perspektiven, in diesem Fall besonders zwischen Ermittler und Täter, machen diese Geschichte gut, spannend und erklären auch die Motive des Täters. Der Wissensvorsprung des Lesers gegenüber den Ermittlern ist geschickt eingesetzt und gibt der Geschichte die richtige Würze.
Und wie schon erwähnt ist die Darstellung der Ermittlerin gut gelungen. Man sollte keinen langweiligen Ermittler haben, der den Lesern nicht im Gedächtnis bleibt. Aber man sollte seiner Hauptperson auch keine zu dramatischen Eigenheiten andichten, die dann am Ende zu unrealistisch und gewollt rüberkommen. Die simple Tatsache, dass die Single- Ermittlerin auf einmal die Verantwortung für einen Teenager trägt und sich Gedanken um Essen und Ausgehzeiten machen muss, ist hier sehr gut gewählt und in sehr guter Balance in die Geschichte eingesponnen.

Fazit

Ich vergebe gute 4 Sterne und würde auch gern das nächste Buch dieser Reihe lesen. Es war spannend, ständig wurden Fragen aufgeworfen und auch beantwortet. Man war schnell in der Geschichte drin, zu keiner Zeit gelangweilt und blätterte immer „noch eine letzte Seite“ um, für die man eigentlich keine Zeit mehr hatte. So soll es sein! Für diesen wirklich gelungenen Einstieg in die Reihe gibt es keine 5 Sterne, weil so ein gewisser Super- Wow- Faktor gefehlt hat. Trotzdem empfehle ich die Lektüre dieses Thrillers. Fans von Thrillern dürften den Kauf nicht bereuen, auch Einsteiger mit normalen Nerven können ihre Thriller- Karriere mit dieser Geschichte beginnen, denn es ist nicht so grausam wie manch anderer Thriller der letzten Jahre – und mit Sicherheit spannend.

Details zum Buch und der Autorin gibt es auf der Verlagsseite, einfach hier klicken!

Rezension: Kein Sterbenswort von Harlan Coben

Harlan Coben Kein SterbenswortVor 8 Jahren hat sich das Leben von David Beck schlagartig geändert. Die Liebe seines Lebens, Elisabeth, wurde von einem Serienmörder namens Killroy brutal ermordet –und er konnte ihr nicht helfen. Heute lebt er ein einfaches Leben im Haus seines dementen Großvaters und arbeitet als Kinderarzt. Sein Leben ist nicht das aufregendste und den Tod seiner Frau hat er noch nicht überwunden, doch dann erhält er eine verschlüsselte Botschaft. Natürlich kann die nicht von seiner toten Frau kommen, denn die wurde ja nicht nur umgebracht, sondern auch als das Mordopfer identifiziert. Trotzdem kann die Nachricht nur von ihr kommen, denn in der Nachricht gibt es eine Information, die nur die beiden kennen. Und in der Nachricht steht ganz klar: Kein Sterbenswort!
Als dann noch eine Nachricht kommt, das FBI ihn des Mordes an seiner Frau verdächtigt und eine weitere Person stirbt, ist David plötzlich auf der Flucht. Ist er unschuldig? Lebt seine Frau vielleicht doch? Fragen über Fragen, und Spannung bis zur letzten Seite.

Stil, Machart, Meinung
Zu meiner großen Freude kommt dieses Buch sofort zur Sache. Dr. Beck und seine Frau vor 8 Jahren, sie gehen an ihrem Jahrestag zu einem abgelegenen See. Durch die Informationen auf der Rückseite des Buches weiß man ja schon, wer gleich dran glauben muss. Man erlebt diese Situation durch die Augen der Hauptperson und ist dann mit der nächsten Seite auch schon im „hier und jetzt“ des Buches, in dem der noch immer trauernde Ehemann auf einmal eine Email seiner toten Frau bekommt. Die Fragen sind: ist die Email wirklich von seiner Frau? Ist die Frau wirklich tot?
Der Leser wird gekonnt mit Informationen gefüttert, die Polizei und Hauptperson nicht haben. Aber es gibt auch immer wieder nur ein paar Häppchen, sodass ich am Ende einiges an Theorien parat hatte, aber trotzdem sehr überrascht war als auch das letzte Geheimnis gelüftet wurde. Das finde ich sehr gelungen.
Grundsätzlich treten irgendwann nach längerer Einführung (die auch nicht langweilig ist) ein Wettlauf gegen die Zeit und noch dazu ein Kampf um Leben und Tod ein. Wem kann man trauen, wem nicht? So mag ich das von Thrillern, besonders wenn sie gekonnt mit Krimi-Elementen gekreuzt werden. Mitraten, Sachen aus der Vergangenheit erforschen und Stück für Stück das Rätsel lösen – während die Zeit läuft und eine Menge passiert. Der Plot ist stimmig und die Auflösung an mehreren Stellen überraschend.
Ein sehr guter Thriller, in dem etwas kleineren Format als sonst auch gut für unterwegs und schnell durchgelesen. Es ist alles da, was ich mag. Und lange, unnötige, schwülstige Beschreibungen sucht man vergebens. Ganz im Gegenteil ist in Dialogen und den Gedanken der Hauptperson auch noch ein knackiger Humor zu finden, den ich mag.

Zielgruppe und Reihe
Dieses Buch scheint kein Teil einer Reihe zu sein, die Handlung ist in sich abgeschlossen und kann einfach so gelesen werden. Thriller -und Krimifans werden auf ihre Kosten kommen, der Thriller-bekannte Wettlauf gegen die Zeit ist wie schon gesagt sehr gut mit den Puzzleelementen aus Gegenwart und Vergangenheit kombiniert, der Leser kann seine grauen Zellen einsetzen und wird trotzdem durch einige Wendungen überrascht.

Wer sich auf gemütliche Landhauskrimis spezialisiert hat, wird sich hier zu gehetzt fühlen. Wer Krimis und Thriller mag, muss diesen hier auch lesen. Wer Thriller mag, wird diesen hier auf jeden Fall auch lieben.

Was lernen wir daraus?
-Nichts neues, aber dennoch die schon oft erwähnten Basics. Mir sind lange Beschreibungen zu wider, und wenn sie fehlen dann kommt man bei gutem Schreibstil ohne Geschnörkel gut in die Handlung herein und blättert die Seiten fast automatisch um. Die wichtigen Fragen, die der Autor am Anfang aufwirft, bringen den Leser zum rätseln. Die hingeworfenen Brotkrumen mit Hinweisen lassen den Leser nicht von der Leine, Wendungen, Spannung, Verfolgungsjagden und ein guter Plot leisten den Rest. So macht man einen Thriller.

Fazit
Ich vergebe 4 Sterne. Ich habe in letzter Zeit einfach so viele wirklich gute Thriller gelesen, die meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr Suchtpotential, Überraschung, Brillanz und Außergewöhnliches aufweisen konnten. Trotzdem ist dieser Thriller hier wirklich sehr gut und 4 Sterne sind auch ein Lob! Damit der Thriller-Fan von heute absolut nichts falsch machen. Für mich war es das erste Buch von Harlan Coben, aber sicherlich nicht das letzte.
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Rezension: Tod in der Hofburg von Beate Maxian ( Wien – Krimi )

Beate Maxian, Wien - Krimi

Beate Maxian, Wien – Krimi

Der Inhalt
In Wien ist einiges los. Erst sprengt sich eine Frau mit einer Handgranate im Sissi-Museum in die Luft und dann schießt ein Heckenschütze auf die Besucher des weltberühmten Neujahrskonzert der Philharmoniker. Journalistin Sarah Pauli schreibt für den Wiener Boten eigentlich nur eine Kolumne über Aberglauben, ist aber durch ihre Anwesenheit am Tatort wie gefesselt von dem Fall. Gefesselt ist auch die mysteriöse Cellistin, die vor dem Attentat etwas beobachtet zu haben scheint und nun gesucht wird.

Stil, Machart, Besonderheiten und meine Meinung
Das Buch ist ein Regionalkrimi und ich bin sicher, dass die Wiener, Österreicher, Wien-Fans und Touristen großen Gefallen an diesem Buch finden werden. Es beschreibt mit Liebe zum Detail die Wiener Orte, sodass sich schon dagewesene sicherlich wohlig und heimatlich fühlen. Für mich, ich stehe ja nicht so auf Geschwafel, war es etwas zu viel. Grundsätzlich kann ich damit jedoch leben, nur an manchen Stellen ufert die Heimatverbundenheit bzw. die detaillierte Beschreibung etwas zu sehr aus. Aber hier sind die Geschmäcker sicherlich verschieden.

Die Journalistin Sarah Pauli ist ganz gut getroffen und scheint in Band 1-4 dieser Reihe schon einiges erlebt zu haben. Sie ist die Hauptperson im Buch und durch ihre Augen erfahren die Leser alles. Warum sie ermittelt, also quasi die Motivation, wird mir gut klar. Sie war selbst beim Attentat zugegen und ist dem Tod demnach knapp entkommen. Klar, da ist man persönlich betroffen und möchte Licht ins Dunkel bringen. Gut finde ich auch, dass sie ihre Ermittlung aus der Sicht einer Journalistin und auch mit der Priorität auf die nächste Berichterstattung unternimmt, das ist mal was anderes. Manchmal bekommt sie von einem Kommissar einen Wink in die richtige Richtung. Störend ist für mich jedoch, dass ihre Ermittlungserfolge allesamt eher dem altbekannten „Kommissar Zufall“ zugeschrieben werden können und sie das gesamte Buch hindurch zufällig immer gerade da ist, wo sich etwas Wichtiges abspielt. Auch, dass Angehörige und Zeugen ihr relativ bereitwillig alles sofort berichten, kommt mir etwas unrealistisch vor. Klar, die Hauptperson der Reihe soll sympathisch bleiben und zu keiner Zeit miese Tricks zur Beschaffung von Informationen anwenden – aber realistisch ist es nicht so recht.

Toll finde ich die ausbalancierte Sprache, in der für mich (als deutsches Nordlicht) so manche Österreichische Begriffe vorkommen, von denen ich noch nie gehört habe aber die ich trotzdem gut einordnen kann. Das finde ich sehr gelungen.

Die Spannung blieb bei mir leider zumeist auf der Strecke. Klar, man will wissen wer da geschossen hat, was die beiden Fälle miteinander zu tun haben und noch vieles mehr. Der Plot an sich ist eigentlich wirklich gut, aber viele Zufälle und viele Ausschweifungen (Mythologie, Lokales) haben meinen Lesefluss nicht so wie gewünscht entstehen lassen. Der Leser wird gekonnt im Unklaren gelassen und es gibt viele mysteriöse Personen und Verstrickungen, aber so richtig mitraten kann man anhand der Informationen dann auch wieder nicht. Bei mir war es leider nicht so, dass ich das Buch vor lauter Aufregung nicht aus der Hand legen konnte. Es war für mich eher so, dass ich das Buch endlich beenden wollte. Gelangweilt wiederum war ich auch nur auf kurzen Strecken, ich denke also es hat mich einfach nicht so richtig gepackt.

Die extra Kategorie „was lernen wir daraus?“ ist dieses Mal nicht von der Partie, da ich die Besonderheiten schon in diese Richtung beschrieben habe und weiterhin keinen Punkt in diese Richtung festmachen kann. Wir wollen es ja nicht erzwingen..

Zielgruppe
Natürlich sind die lokal am nächsten Stehenden auch die Hauptzielgruppe, würde ich sagen. Für den Österreicher, den Wiener und den Wiener Touristen oder ehemaligen Wiener ist dieses Buch sicherlich ein Muss. Die Handlung spielt teilweise an den Hotspots von Wien und die Autorin beschreibt diese Orte liebevoll. Ansonsten einfach erwachsene Krimileser, vielleicht etwas mehr Frauen als Männer.

Informationen
Die Autorin Beate Maxian ist Österreicherin und scheint eine Menge im Bereich von Film, Medien und Literatur auf die Beine zu stellen. Ihre Wien Krimis sind laut der Autorenbeschreibung im Buch Bestseller in Österreich. Dieser Krimi ist ihr fünfter Krimi und auch Band 5 in der Reihe um die Journalistin Sarah Pauli. Außerdem ist sie Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals. Mehr auf ihrer Homepage: http://www.maxian.at

Fazit
Die Krimireihe um Sarah Pauli ist von der Idee her gut und ich bin sicher, in Wien/Österreich ist sie wirklich ein Renner. Auch, da sie neben den liebevoll beschriebenen realen Örtlichkeiten zusätzlich aktuelle Themen aufgreift. Aber all das hatte ich eher nicht im Sinn, als ich auf der Rückseite des Buches von Doppelmord, Heckenschütze usw. las. Ich hatte mir das wohl etwas anders vorgestellt, hätte damit aber auch noch gut leben können. Wenn Kommissar Zufall nicht die Ermittlungen geleitet hätte..

Ich kann dieses Buch wirklich allen empfehlen, die aus der Gegend kommen, schon einmal da waren oder sonst einen Bezug haben. Für mich war das ganze eher nichts und nicht spannend genug, weil der eigentlich ganz gute Plot irgendwie nicht immer zu richtig zur Geltung kam. Ich werde kein weiteres Buch der Reihe lesen, aber die von mir umschriebene Zielgruppe sollte es unbedingt tun!Von mir gibts 3 Sterne.

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