Rezension: Der Tausch von Julie Clark

Auf dem New Yorker Flughafen JFK treffen 2 Frauen aufeinander. Die eine, Claire, plant die Flucht aus dem goldenen Käfig ihrer Ehe. Ihr Mann ist ein angesehener Politiker und kontrolliert jeden ihrer Schritte – wenn sie in seinen Augen etwas falsch macht, scheut er auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Als ihr lange geplanter Fluchtplan vereitelt wird, soll sie nach Puerto Rico reisen. Das wäre ihr Ende. Als die andere Frau, Eva, sie auf dem Flughafen anspricht und von ihrem Schicksal erzählt kommt den Frauen eine wahnsinnige Idee. Eva muss genau so untertauchen wie Claire, da sie Sterbehilfe geleistet hat. Und so tauschen die beiden Frauen ihre Bordkarten und damit ihre Identität.

Eines der beiden Flugzeuge stürzt jedoch ab. Und die andere Frau merkt bald, dass irgendwas an der ganzen Sache nicht stimmt. Im Leben der ihr Fremden Frau angekommen ist sie noch lange nicht in Sicherheit. Ist die andere Frau vielleicht noch am Leben?

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller erzählt von 2 Frauen, die fliehen müssen. Ausführlich erfährt der Leser während der spannenden Handlung mit Flucht, Bedrohung und Doppelleben auch von dem Leben der beiden sehr unterschiedlichen Frauen, die jedoch eines gemeinsam haben: Obwohl ihnen das Leben viele Steine in den Weg legt, geben sie nicht auf. Sie wollen in Frieden leben und geben dafür ihr altes Leben komplett auf.

Die Schreibe war angenehm, manche Stelle fand ich jedoch etwas zu ausführlich. Trotzdem war ich gut unterhalten und nicht gelangweilt – für mich hätte an einen Stellen etwas gekürzt werden können. Die Story ist einerseits sehr spannend und bietet für den Leser einige Wendungen, Fragen und Überraschungen. Andererseits wird ausführlich auf die Beweggründe der beiden Hauptdarstellerinnen eingegangen, sodass man viele ihrer ungewöhnlichen Handlungen gut nachvollziehen kann. Die Handlung wird abwechselnd aus Sicht der Hauptdarstellerinnen geschrieben. Das ist wirklich gut gemacht. Der Leser ist mal überrascht, mal hat er einen Wissensvorsprung. Ich würde daher eher von einem Psychothriller sprechen, auch wenn das Konzept vom gängigen Psychothriller abweicht.

Ohne spoilern zu wollen möchte ich noch erwähnen, dass meine Meinung zum Ende irgendwie zwiespältig ist. Von den beiden Erzählsträngen der jeweiligen Hauptperson ist nur ein Ende wirklich packend. Alle Fragen können jedoch beantwortet werden.

Was lernen wir daraus?

Besonders gelungen und daher gut als Inspiration geeignet finde ich die Idee, dass zwei ganz unterschiedliche Frauen aus ganz unterschiedlichen Gründen ein neues Leben anfangen müssen und dabei die Identität tauschen. Geschickt wechselt die Autorin die Perspektiven der beiden Hauptdarstellerinnen ab und der Leser erfährt im Laufe der Geschichte viel über ihre Beweggründe. Ich fand dabei beide auf ihre Art sympathisch und fieberte mit. Oft fragte ich mich unweigerlich: Was würde ich in dieser Situation tun? Wie würde ich es machen?

Fazit

Die Autorin hatte eine sehr gute Idee. Dafür brauchte sie 2 starke Frauen, bei denen es nicht so lief, wie es laufen sollte. Und dann brauchte sie einen Tausch der Identitäten, der auch nicht so lief, wie er sollte. Die beiden Hauptdarstellerinnen und ihre Motive wurden sehr gut und ausführlich beschrieben, es war trotzdem spannend und es gab Überraschungen . Es war eine runde Sache. Ich vergebe 4 Sterne und hoffe, dass ich niemals meine Identität aufgeben muss…

Hier geht´s zur Verlagsseite mit den Details zum Buch.

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