Rezension: DNA von Yrsa Sigurdardóttir

yrsa-sigurdardottir-dnaDie ersten Seiten lassen schon erahnen, warum der Titel des Buches eine große Rolle in der nachfolgenden Mordermittlung spielen wird. Drei Geschwister haben Schlimmes durchgemacht und sollen nun getrennt adoptiert werden. Was das damit zu tun hat, dass ein Killer seine Opfer bestialisch ermordet, ohne dafür großartig einen Finger krumm zu machen, wird sich herausstellen. Jedenfalls ist eine Menge Klebeband im Spiel, und alltägliche Haushaltsgeräte kommen auch zu ihren „5 Minuten Ruhm“, wenn dieser Ruhm auch sehr zweifelhaft ist.

Da beim ersten Mord ein Kind der einzige Zeuge ist, ist die Polizei auf die Hilfe der Kinderpsychologin Freya angewiesen. Der Polizist, der plötzlich und unerwartet  die Ermittlung leiten soll, ist sehr überrascht als er die Psychologin trifft. Denn die beiden hatten einen One Night Stand, bei dem er sich eher unrühmlich verhalten hat..

Stil, Machart, Meinung

Der Thriller ist gut und flüssig geschrieben. Definitiv ist das Buch nichts für schwache Nerven, denn die Morde sind sehr brutal und detailreich geschildert. Auch wenn der Trend zu immer bestialischeren Morden zu gehen scheint, hat die Autorin sich hier kreativ ausgelebt und keine 08/15 Morde inszeniert.

Der normale Thriller mit Morden, deren Aufklärung, Spannung und einem Wettlauf gegen die Zeit wird von Yrsa Sigurdardóttir, wie ich es auch schon in der vorherigen Reihe um die Rechtsanwältin Dora geschätzt habe, um eine Dimension erweitert: Die Vergangenheit. Auch dieses Mal hängt die Mordserie offensichtlich mit Geschehnissen in der Vergangenheit zusammen, die der Leser größtenteils nur durch die Anfangsszene erahnen kann. Während ich mich also immer fragte „wie hängt das zusammen, ist eine der handelnden Personen eines dieser Kinder aus der ersten Szene?“, gab es von der Autorin jedoch bis zur Auflösung nur wenig Hinweise. Trotzdem, oder auch gerade deswegen, mag ich diese Verbindung in die Vergangenheit sehr.

Was mir allerdings nicht ganz so gut gefallen hat wie der Rest, ist die Balance der Perspektiven. Während ich mir mehr Handlung aus der Perspektive der Kinderpsychologin und des Ermittlers und den Ermittlungen gewünscht hätte, waren mir die Perspektiven des Ermittlers mit einem privaten Problems mit einem Kollegen und die eines Amateurfunkers etwas zu ausführlich. Ich kann nicht mehr dazu sagen, ohne zu spoilern. Das ist natürlich nur mein subjektives Empfinden und die Autorin kann auf jeden Fall machen, was sie will. Ich kann nur sagen: es war mir phasenweise etwas lang, während andere interessante Dinge etwas kurz gehalten waren.

Die Reihe

DNA ist der Auftakt der Reihe um die Kinderpsychologin Freya und den Ermittler Huldar. Die Beziehung zwischen den beiden und die verschiedenen Berufe bieten viel Potential für weitere Fälle, daher werde ich mir den zweiten Teil sicherlich auch zulegen..

Fazit

4 von 5 Sternen. Einen Punkt ziehe ich ab, weil mir einige Dinge etwas zu ausführlich waren, während ich mir wieder andere Sachen gern etwas länger gewünscht hatte. Trotzdem kann ich diesen Thriller nur empfehlen, die normalen Zutaten eines guten Thrillers werden durch Geschehnisse in der Vergangenheit zu einem spannenden Rätsel. Ich werde auch den zweiten Teil dieser Reihe gern lesen.

Hier gibt´s die Details zum Buch und der Autorin auf der Verlagsseite

Hier gibt´s meine Rezension zu „das gefrorene Licht“ von Yrsa Sigurdardóttir (aus der Reihe um Rechtsanwältin Dora)

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Rezension: Himmelschlüssel von Kristina Ohlsson

kristina-ohlsson-himmelschlusselEin vollbesetztes Flugzeug ist auf dem Weg von Schweden in die USA. Kurz nach dem Abflug geht an Bord eine Bombendrohung ein. Es gibt zwei sehr merkwürdige Forderungen. Nun sind mehrere Behörden in Schweden und den USA in höchster Alarmbereitschaft. Sie müssen herausfinden, wer dahinter steckt. Und sich auf ein Vorgehen einigen. In Schweden ermitteln Fredrika Bergman, Alex Recht und Eden Lundell für unterschiedliche Behörden zusammen, um den Fall zu lösen, bevor das Flugzeug explodiert oder abgeschossen wird. Die Uhr tickt..

Stil, Machart, Meinung

Ein richtig spannender Thriller, bei dem man mit jeder neuen Seite wieder die Uhr ticken hört. Die Geschichte ist durch kurze Kapitel, bei dem jeder neue Abschnitt mit der aktuellen Uhrzeit versehen ist, sehr spannend konstruiert. Durch verschiedene Perspektiven ist der Leser im Flugzeug und bei den verschiedenen Behörden dicht am Geschehen, während die Zeit für die Fluggäste immer weiter abläuft. Diese spannende Jagd nach dem Täter und vor allem nach einer unblutigen Lösung ist sehr gut konstruiert.

Und doch hat die Autorin den Augenmerk nicht ausschließlich auf die tickende Zeitbombe gelegt. Schon von Anfang an befassen sich die verschiedenen Personen wie Beispielsweise der Ermittler oder der Schwedische Ministerpräsident mit ganz aktuellen gesellschaftlichen Problemen.  Denn nach einem Terroranschlag  in Schweden (den gab es wirklich) fordern viele Leute mehr Sicherheit, wollen den Preis dafür aber auch nicht zahlen. Und auf dieser Welle reiten auch die Rechtspopulisten, die durch solcherlei Dinge in Aufwind geraten und eine ganz andere Bedrohung darstellen. Gleich auf den ersten Seiten habe ich gedacht „Mensch, genau so ist es bei uns doch gerade“ und durch die Aktualität und auch der guten Beschreibung der Situation und der Handlungsmöglichkeiten auch diesen anderen Strang der Erzählung mit großem Interesse verfolgt. Auch die Handlungen im Flugzeug, beispielsweise Sicherheitsvorkehrungen wie beispielsweise Cockpittüren oder Security Checks, sind ja leider aktuelle Themen. Diese sicherheitspolitischen Punkte, die Bedrohung von Rechts und die Zusammenarbeit verschiedener Behörden mit ganz eigenen Intensionen finde ich hervorragend herausgearbeitet -und das gibt noch ein Bonus- Sternchen.

Ich kann nicht mehr viel sagen, denn ich möchte nicht spoilern. Ein sehr spannender Thriller mit vielen interessanten Perspektiven, einem guten Plot, einem angenehmen, cleveren Schreibstil, viel Rätselei für die Ermittler und den Leser, einer überraschenden Aufklärung und einen realistischen Einblick in die Denkmuster der Sicherheitspolitik der heutigen Zeit. Es war auf keiner Seite langweilig und ich mochte das Buch zu keinem Zeitpunkt aus der Hand legen.

Die Reihe

Jetzt wird’s merkwürdig. Diese Geschichte ist Band 4 der Reihe um Fredrika Bergmann, Alex Recht und Eden Lundell. Ich hatte zuvor Band 5 „Papierjunge“ gelesen, ohne zu wissen das ich da mitten in eine erfolgreiche Reihe hieinstolpere. Band 5 hatte mir gefallen, und durch Zufall sprachen mich Cover und Story des 4. Bandes an. Als ich herausfand, dass es sich um Band 4 dieser Reihe handelt, habe ich gedacht ich probiere das ganze mal rückwärts. Man kann beide Bände definitiv unabhängig von der Reihe lesen, aber natürlich bin ich sicher das man Dinge verpasst, wenn man nicht chronologisch vorgeht. Ich kann diese Reihe definitiv empfehlen, wer noch keinen Teil kennt sollte es von 1-5 versuchen. Ohne das ich Teil 1-3 kenne, sind die Andeutungen zu vergangenen Fällen in den von mir gelesenen Bänden sehr verlockend. Ich fand aber auch mal die etwas unkonventionelle Leseart von 5 nach 4 interessant, da dramatische Ereignisse auf Band 5 mit beim Lesen von Band 4 wieder bedrohlich im Kopf umherschwirrten und sich auch einige Kleinigkeiten zu den Personen aus Band 5 dann durch die Lektüre von Band 4 erklären ließen. Vielleicht behalte ich dieses Vorgehen bei und lese dann demnächst Band 3.. man muss Dinge auch mal von hinten aufrollen.

Was lernen wir daraus?

Ich habe gelernt, dass man eine spannende Atmosphäre tatsächlich geschickt durch einfachste Mittel erzielen kann. Grundrezept: Flugzeug mit Bombe, dass solange fliegen kann/muss, bis der Treibstoff leer ist. Man hat also eine Deadline, an der die Kathastrophe geschieht, wenn man das Schicksal/den Bombemleger nicht schon vorher herausfordern möchte. Und ganz simple Stilmittel wie die Nennung der Uhrzeit über jedem neuen Kapitel, die man auch gern in der Bildzeitung bei dramatischer Berichterstattung vorfindet, können stilsicher  eingesetzt werden. Eine Deadline ist also nicht nur gut, wenn ich endlich mal anfangen soll zu arbeiten. Nein, sie hilft auch jedem Thrillerautor, den Leser in seinen Bann zu ziehen.

Eine weitere Lektion ist ein geschickt in die spannende Geschichte eingewobener aktueller Bezug. Viele Länder machen durch drohende Terroranschläge im Moment die selben Diskussionen und Machtverschiebungen durch. Mal abgesehen davon, dass die Autorin genau zu wissen scheint wovon sie da schreibt (habe danach gelesen, dass sie damit auch beruflich zu tun hat), ist das ein zusätzlicher Input, mit dem sich ein Leser im Moment sehr gut identifizieren kann. Auch die Darstellung der Handlungsoptionen verschiedener Behörden und Regierungen, die zusammen eine Lösung finden müssen, ist realistisch und interessant dargestellt (was ich eigentlich gar nicht beurteilen kann, mir aber sehr gut vorstellen kann..). Man muss ja nicht unbedingt das Thema dieser Geschichte wählen (obwohl es viele Ideen bietet), aber ich finde ein aktueller gesellschaftlicher Bezug kann bei richtiger Anwendung einen Thriller sehr bereichern.

Fazit

Ich gebe, man ahnte es eventuell, 5 Sterne! Wenn ich sofort in das Geschehen herein gezogen werde und das Buch nicht beiseitelegen möchte, dann hat der Autor mich einfach gekriegt. Fertig. Der Aufbau des Plots, die durchgehende Spannung und der Einblick in die Entscheidungsprozesse verschiedener Parteien mit aktuellem Bezug ist eine ganz wunderbare Mischung und hat mich komplett abgeholt.

Hier geht’s zu meiner Rezension zu Band 5 der Reihe; Papierjunge

Hier geht’s zu der Verlagsseite mit Details zu Buch, Autorin und Reihe

Rezension: Ein Mord macht noch keinen Sommer – Martha Grimes

martha-grimes-ein-mord-macht-noch-keinen-sommerDer unglaublich unsympathische Literaturagent Hess macht der jungen Autorin Cindy Stella das Leben schwer;  ein Rechtsstreit droht. Aber die Autorin bekommt unerwartet Hilfe von zwei ganz besonderen Auftragskillern, einem Bestsellerautor, einem Verleger, einem Fisch und noch ein paar anderen Personen. Der Literaturagent muss weg, aber ein Mord wäre einfach zu langweilig. Mit einem amüsanten Plan versucht die bunt zusammengewürfelte Gruppe, den ungeliebten Hess ins Exil und in den Wahnsinn zu treiben.

Stil, Machart, Meinung

Ich muss sagen, die Story ist gut. Besonders, dass sie in der Literaturbranche spielt, finde ich natürlich interessant. Nur sie ist mir einfach viel zu lang! Wenn ein so dicker Wälzer so lange braucht, um die Handlung zu entwickeln, dann geht mir auf der Strecke die Luft aus. Ich war zwar irgendwie interessiert, wie es denn weitergeht – aber ich hatte nie wirklich Lust, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen. Nach diesem Gefühl, braucht man zur persönlichen Meinung  eigentlich nicht mehr viel zu sagen.

Trotzdem fühle ich mich, als müsste ich mich dafür rechtfertigen, dass Buch nicht grandios gefunden zu haben. Denn ich hatte große Erwartungen! Martha Grimes ist eine große Nummer im Literaturbusiness, vor langer Zeit habe ich den einen oder anderen Inspector Jury Roman sehr gern gelesen. Wenn diese Martha Grimes dann auch noch über das Literaturbusiness schreibt und einen Literaturagenten von zwei sehr netten Auftragskillern in den Wahnsinn treiben lässt, dann hat bei mir riesige Erwartungen ausgelöst.

Tja, die Story ist gut. Einige Charaktere, besonders die beiden Auftragskiller die eine Person nur töten, wenn sie sie wirklich nicht mögen, sind großartig. Aber dann sind da so viele Leute, sodass ich bei der Mitte des Buches einige Male noch nicht sicher war, wer da nun mit wem redet. Die Charaktere mit Potential kommen zu kurz, weniger Leute mit mehr Raum hätten der Sache gut getan. Es gibt ganz interessante Vorfälle, Szenen, Gespräche – aber das große Ganze dauert mir zu lange. Es ist ja auch ein großer Plan, bei dem viele Rädchen ineinandergreifen müssen, um am Ende den Literaturagenten in die Flucht zu schlagen.

So muss ich denn gestehen, dass ab zwei erwartungsvollen Dritteln dann meine Lust endgültig gegen Null strebte und ich den Rest eher im unentspannten Speedreading mit Mut zur Lücke gelesen habe, damit mir keiner nachsagen kann, dass ich ja ein Buch nicht schlecht bewerten kann, wenn ich es nicht bis zum erlösenden Ende gelesen habe. Wäre ich kein Buchblogger, hätte ich das Buch wahrscheinlich schon nach dem ersten Drittel abgebrochen.

Zielgruppe

Auch wenn ich das Buch nicht so prickelnd fand, wird es vielen Lesern sicherlich anders gehen. Ein Roman, welcher in der Literaturbranche spielt, dürfte natürlich für Leser, Autoren, Agenten usw.  sehr interessant sein. Falls jemand ein Geschenk für den eigenen, verhassten Literaturagenten sucht, dann muss er hier zuschlagen. Ich lese am liebsten Krimis und Thriller und gern auch den einen oder anderen guten Roman. Der Klappentext hatte mir wohl suggeriert, dass es genau das richtige für mich ist, und so hatte ich mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Wer skurile Personen und einen interessanten Plan mit sehr, sehr vielen Komponenten mag, dürfte trotzdem seine Freude haben. Man darf aber keine Action, Aufregung, Spannung etc. erwarten.

Was lernen wir daraus?

Auch die größten Namen der Literaturbranche versprechen nicht unbedingt immer ein grandioses Buch. Ich habe so viele Erstlingswerke von gänzlich unbekannten Autoren viel lieber gelesen als dieses hier. Das gibt doch Hoffnung..

Fazit

Dieses Buch war nicht meins, und mehr als 2 Sterne kann ich nicht geben. Ich mag trotzdem einige der Figuren sehr und sehe, wo die Autorin mit ihrem großen, Plan hinwollte. Den Einblick hinter die Kulissen der großen Verlage und Verleger fand ich interessant. Aber wenn ich ein Buch nicht lesen will, es lag auch schon lange halbgelesen bei mir rum, dann will ich es halt nicht lesen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch, aber nur weil ein großer Name schreibt zwinge ich mich ja nun nicht, ein Buch zu mögen..

Hier gibts die Details zum Buch auf der Verlagsseite.

Rezension: Versiegelt – Alex Kava (Creed #2)

alex-kave-versiegelt-ryder-creed-maggie-odellRyder Creed, Hundeführer, bekommt einen neuen Auftrag. Er soll nach einem großen Erdrutsch mit seinem Spürhund  Menschen finden – tot oder lebendig. Und auch FBI- Agentin Maggie O`Dell wird in dieses Katastrophengebiet geschickt, ohne genau zu wissen was dort ihre tatsächliche Aufgabe ist. Als dann die erste Leiche geborgen wird, wird beiden Ermittlern klar, dass hier noch etwas anderes hinter dem Einsatz stecken muss. Denn das Erdrutsche ihre Opfer mit einem Kopfschuss erledigen, ist eine ganz neue Erfahrung. Schnell stellt sich außerdem die Frage, was in der verschütteten, streng geheimen Forschungseinrichtung der Regierung vor sich ging und ob Gefahr durch die zerstörten Labore droht..

Stil, Machart, Meinung

Der zweite Teil der Serie setzt zeitlich recht schnell nach den Geschehnissen aus Band 1 an. Die Personen aus Band 1 finden sich schnell auch in Band 2 wieder, nach der Lesepause sind die schnellen Erinnerungen hilfreich, um sich gut einzufinden. Man braucht Teil 1 nicht vorher zu lesen, sollte es aber nach Möglichkeit tun.

Alex Kava schreibt wie immer fluffig und – zu meiner großen Freude – ohne sich in großem Geschwafel zu verlieren. Ich mag ihre schnelle Schreibweise und die kurzen Kapitel sowie die Perspektivenwechsel.

Thriller steht drauf, Thriller ist drin. Laut Wikipedia schreibt Frau Kava psychologische Suspense – Romane. Das klingt auch passend. Wir haben typisches Thrillermaterial inklusive politischem Skandal, hochbegabten Hunden und der nebenbei erwähnten Gefühlswelt einer emotional etwas kaputten FBI- Agentin, die auf den ebenfalls etwas kaputten, heißen Hundeführer steht. Während die Geschichte vielleicht ein bisschen interessanter für die männlichen Leser sein könnte, ist die emotionale Entwicklung wohl doch mehr etwas für die weiblichen Leser. Die Mischung macht’s.

Die Länge der Geschichte und die Entwicklung des ganzen haben mich ein wenig verwirrt. Während das Buch sofort mitten in der Panik vor dem drohenden Erdrutsch beginnt, bekommt der Leser mit wie die beiden Ermittler zu ihrem Auftrag kommen. In einem Nebenstrang sitzt eine Senatorin, ebenfalls aus dem vorherigen Band bekannt, in einem Ausschuss zu einem benachbarten Thema mit Bezug zum aktuellen Fall. Vor Ort gibt es dann ein paar Leichen, die beim Erdrutsch wohl schon tot waren. Auf einmal gibt’s dann schon „den Showdown“ , man kennt zwar die Bösewichte, aber die Geschichte ist ganz offensichtlich noch nicht vorbei.

Und da kommen wir zu einem Thema, dass mir schon bei der Besprechung von „Wintergäste von Sybil Volks“ einiges an Kritik einbrachte. Ein Buch endet, aber die Geschichte nicht. Kann man machen, ist für den Leser allerdings recht unbefriedigend. In Reihen um Ermittler tauchen ja immer mal wieder alte Bekannte (Bösewichte) auf, und das kann auch sehr gut sein. Dann gibt es Reihen, zum Beispiel die „Post Mortem – Reihe“, bei der weiß man vorher, dass die Handlung in Buch 2 ihr Ende finden wird. Ich fand die Balance hier etwas merkwürdig, das Buch las sich schnell weg – und man hätte die weiteren Geschehnisse gern mit in diesen Band packen können. Ich werde mir den nächsten Band wohl zulegen, weil ich die Autorin schon aus einigen Büchern kenne und noch nie komplett enttäuscht wurde. Trotzdem mag ich es einfach, wenn mit dem Ende des Buches auch ein Fall abgeschlossen ist und ich nicht auf diese Art zum Kauf des nächsten Bandes genötigt werde.

Die Reihe

Dieses Buch ist der zweite Teil der Reihe um Maggie O´Dell und Ryder Creed. Natürlich macht es Sinn, mit Teil 1 anzufangen. Hier gibt’s meine Rezension:  Todesflehen – Alex Kava  #1

Maggie O`Dell kennt man vielleicht noch aus der Vorgängerserie der Autorin, in der die FBI Agentin die Hauptrolle spielt. Von 2002 – 2014 erschien diese Serie in insgesamt 11 Büchern. Ich habe diese Serie gern gelesen, allerdings irgendwo bei Band 7 oder 8 das ganze aus den Augen verloren. Ryder Creed hilft ihr dort im letzten Band anscheinend auch schon bei einem Fall, zwischen den beiden knistert es immer so hin und her, diese Zusammenarbeit hat eine Menge Potential und scheint deshalb nun auch in der neuen Serie um die beiden fortgesetzt werden.

Was lernen wir daraus?

Es gibt da diesen Spruch, ich habe das auch schon mal erwähnt und kam da glaube ich auch nicht auf die vollständige Redewendung. Wichtig am Ende jedenfalls: „…das Ende eines Buches verkauft das nächste Buch“.  Ich werde mir beispielsweise nie wieder ein Buch von Sybil Volks kaufen, weil das Ende von „Wintergäste“ das schlimmste Ende in meiner Leselaufbahn war.  Hier ist es nicht ganz so dramatisch, ein Teil des Falles ist abgeschlossen und man weiß, worum es im nächsten Teil höchstwahrscheinlich gehen wird (vielleicht aber auch im Teil 4 oder 7, man weiß es ja nie). Ich finde trotzdem, man sollte seinen Leser das irgendwie vorher wissen lassen. Bei den Hunger Games wusste ich auch, dass der Kinobesuch von Teil 1 wohl zwei weitere Kinobesuche nach sich zieht;  das letzte Buch der Serie wurde sogar in zwei Kinofilme unterteilt. Das machte mir allerdings nichts, weil ich diese Filme echt gut gemacht und interessant fand (obwohl die Handlung  parallel zum Fortschritt der Geschichte in meinen Augen qualitativ abnahm).

Also ich finde, entweder man hat eine in sich geschlossene Handlung, einen geschlossen Fall und ein gutes Ende – oder man sagt gleich, wie viele Bücher die Reihe umfassen wird. Dabei meine ich, Krimi- und Thrillerleser, nicht die gesamte Reihe oder die Entwicklung der Charaktere, sondern den Fall des jeweiligen Buches. Ich mag ansonsten sehr gern gute Krimi- und Thrillerreihen, in denen sich die Ermittler weiterentwickeln, mal alte Bekannte auftauchen und beispielsweise das gerettete Opfer aus Band 1 in Band 2 eine andere Rolle spielt oder der Gastermittler aus Band 3 im vierten Band dann tatsächlich zum Team stößt.. Solche Dinge finde ich gut, wenn sie auch dem Quereinsteiger zur Einführung der Figur sinnig erklärt werden können.

Aber, wie so oft – oder in der Literatur eigentlich immer: Die Geschmäcker sind einfach verschieden..

Fazit

Ich mag den schnellen und spannenden Schreibstil der Autorin Alex Kava, bei dem trotzdem interessante Details auftauchen. Das Thema der Story war nicht so hundertprozentig meins, aber trotzdem interessant. Das besondere an der Reihe sind die Hunde, mit denen Ryder Creed arbeitet. Das finde ich auch im zweiten Band sehr interessant gemacht, ich habe einiges gelernt. Die Beziehung der beiden Ermittler zueinander hat definitiv noch immer Potential. Wer an der Reihe interessiert ist, kann mit diesem Band anfangen – sollte es aber nach Möglichkeit mit dem ersten Band auch zuerst versuchen.  Den dritten Band werde ich auch lesen, dieser hier bekommt 3 von 5 Sternen. Denn das Thema und die Balance der Geschichte mit dem abrupten Ende machen diesen zweiten Band in meinen Augen etwas schlechter als den ersten. Trotzdem las ich das Buch schnell durch, war nie gelangweilt und wollte die ganze Zeit wissen, wie es denn weitergeht.

Hier gehts zur Verlagsseite, für die Details zum Buch!