Kürzestgeschichten 2 – Twitter

Es ist wirklich wahr: als ich meinen Artikel zum Thema Kürzestgeschichten schrieb, stieß ich auch auf die 140 Zeichen- Begrenzung auf Twitter. Das schaute ich mir dann mal an, und schwupps, jetzt habe ich einen Twitter Account.

Und hier ist diese Begrenzung genau so interessant wie bei den Kürzestgeschichten im letzten Artikel, nur halt auf noch kleinerem Raum und zu teilweise auch wesentlich lapidareren Themen. Ich finde es eine große Herausforderung, auf engstem (Schreib-)Raum so lustig zu sein wie im normalen Leben. Ausserdem wird hier auch wieder die Eigenheit der Schreibweise und auch die Menge an Informationen so begrenzt, dass es sich hinterher meist anders liest als es sich ohne die Begrenzung lesen würde.

Trotzdem, oder gerade deswegen, macht es eine Menge Spaß auf Twitter. Ich habe schon eine Menge Twitter-Benutzer mit Krimi- und Schreibinteresse gefunden. Ausserdem finde ich auch die in solcher Form perfekt zusammengefassten Kurznachrichten super, wenn man mal kurz reinschaut kann man auf den ersten Blick ein paar wichtige Sachen aufschnappen. Wenn dann weitergehendes Interesse besteht, dann gibts meistens nen Link. Und wenn nicht, dann hatte man ja die Nachricht in einem Satz zusammengefasst.

Für die Zukunft kamen mir da auch schon ein paar spannende Ideen, wir man dort Kurzgeschichten oder ähnliches zusammen schreiben könnte. Auf jeden Fall ist das eine interessante Plattform. Ich habe sie zwar sehr spät für mich entdeckt, aber besser spät als nie!

In diesem Sinne: folgt mir auf Twitter!

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Ich folge euch natürlich auch gern zurück 🙂
Die Tipperin

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Kurzgeschichte, kürzer, Kürzestgeschichte – eine tolle Übung!

In letzter Zeit zwang mich eine Schreibblockade dazu, eine Zwangspause einzulegen. Das Schreiben ist nicht blockiert, ich bin mir nur nicht sicher wie mein Buch enden soll und stehe gedanklich vor einer großen mentalen Wand. Ich warte einfach bis ich weniger Stress habe. Bis dahin vertreibe ich mir die eigentlich nicht vorhandene Zeit mit ein paar interessanten Ausschreibungen für Literaturwettbewerbe.

Der interessanteste Wettbewerb war der „Kürzestgeschichten- Wettbewerb des LiteraturBüro Ruhr. Ich hatte bis dato noch nichts von Kürzestgeschichten gehört, war aber schnell sehr interessiert. Die Aufgabenstellung ist einfach: Eine Geschichte mit maximal 5000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) schreiben. Als Tipp gab’s folgende Erkenntnis drauf zu: Wo jedes Zeichen gezählt wird, zählt jedes Wort.

Wenige Tage, nachdem ich die Ausschreibung ausgedruckt an den Rand meines Schreibtisches gelegt hatte, kam mir eine Idee und ich hatte gleichzeitig ein wenig Zeit. Ich schrieb los. Und ich war unerwartet schnell am Zeichenlimit angekommen, meine Geschichte hatte gerade einmal angefangen und ich war schon drüber. Das stachelte meinen Ehrgeiz an und machte die Aufgabenstellung und ihre Tücken immer klarer, die Herausforderung gefiel mir. Obwohl ich mich schon kurzgehalten hatte, kürze ich was das Zeug hielt. Mit jedem Durchgang fielen mir neue Wörter oder Sätze ein, die ich auf einmal nicht mehr brauchte.

Den vorherigen Absatz kann man übrigens für Kürzestgeschichten auch in kurz verfassen: Es war eine Herausforderung, eine Geschichte in so wenig Zeichen zu schreiben.

Merkt ihr, was dieses Kürzen mit der Aussage macht? Natürlich, zunächst einmal: Sie fasst sie zusammen! Sie transportiert ähnlich viel Information (ok, ein bisschen weniger sogar) in viel weniger Zeichen. Und sie klaut dabei auch etwas Sinnzusammenhang. Meine Gefühle, Probleme und Erfolge werden nicht so subjektiv und ausführlich rübergebracht, sondern höchstens sehr nüchtern.
Ich werde euch jetzt nicht exakt meine Geschichte, meinen kompletten Schreibprozess oder Ähnliches aufzeigen. Ich möchte nur die Besonderheiten der Kürzestgeschichten für Schreiber und Leser herausfiltern.

kurzeWürze

Der Autor:
Für den Autor ist zunächst einmal umdenken gefragt, wenn er sich sonst mit Kurzgeschichten, Romanen oder sonstigen Geschichten befasst, die mehr als 5000 Zeichen erlauben.
Es geht nicht mehr ums Ausschmücken, um die Dialoge oder viele Zwischentöne. Es geht darum, für die zu erzählende Geschichte das exakt richtige Wort zu finden, welches die Lage auf den Punkt bringt. Man muss versuchen, einen kurzen, nüchternen Text mit Spannung, Gefühl und nur den wichtigsten Informationen zu füllen. Man hat einen ständigen Blick auf die Zeichenanzahl und die blühende Fantasie ist dadurch in Fesseln. Die Herausforderung ist, auf ungefähr 2 Normseiten eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die den Leuten im Kopf bleibt, sie kurz auf eine Reise mitnimmt und mehr bietet als ein kleiner Pressetext in der Zeitung ganz am Rand.
Sehr interessant ist diese Gattung für Leute, die gern schwafeln. Ich könnte daa auf Anhieb eine Menge Leute nennen, die bei dieser Aufgabenstellung sicherlich am Rande eines Nervenzusammenbruches kommen würden. Aber genau diese würden am meisten von dieser Übung profitieren. Ich finde, dass ist die Kunst. Man muss auf wenig Raum viel aussagen. Natürlich, man kann etwas sehr Unbedeutendes kurz und knackig schreiben. Aber es ist ja immer noch das Wort Geschichte in „Kürzestgeschichte“ enthalten, und dem sollte man versuchen gerecht zu werden.

Für den Leser ist so eine Kürzestgeschichte natürlich auch etwas ganz anderes. Ein Buch nehme ich nur zur Hand, wenn ich weiß dass ich in der nächsten Zeit wenig zu tun habe. Mit einem Buch mache ich es mir gemütlich. Natürlich habe ich auch immer ein Buch in der Tasche, wenn ich eine längere Fahrt mit der Straßenbahn oder dem Bus vor mir habe. Aber grundsätzlich ist ein Buch mit Gemütlichkeit und Entspannung verbunden – zumindest für mich. So eine Kürzestgeschichte die hat man in ein paar Minuten gelesen. Wenn sie gut ist, ist sie aber noch viel länger im Kopf des Lesers. Die Kürzestgeschichten kann ich mir sehr gut für kurze Bahnfahrten oder generell für kurze Pausen vorstellen. Egal ob in der Raucherpause, der Zeit im Wartezimmer (je nach Arzt dürfte man hier oft mit einem Buch besser dran sein) oder auch der Toilettenpause. Kurz gelesen, lange drüber nachgedacht.

Fazit
Jeder, der das hier gelesen hat und gern schreibt, sollte sich jetzt einfach mal hinsetzen und eine Kürzestgeschichte schreiben! Versucht, die 5000 Zeichen einzuhalten und schaut euch an, wie viel da rein passt. Und dann lernt bei euren Durchgängen des Kürzens, wie viele Wörter unnötig sein können, wenn man die treffendste Bezeichnung gefunden hat. Schaut, ob euer Text auch in der Kürze noch die Würze hat! Für Leute, die gerade ein Buch schreiben, schon ein Buch geschrieben haben oder einfach gern schreiben: Versucht doch mal, eure lange Geschichte zu so einer Kürzestgeschichte zu machen. Vielleicht hilft euch das gedanklich ja, noch etwas Neues zu sehen und Inspiration zu bekommen. In der Kürze liegt die Würze – aber in die Kürze muss man auch erst einmal genügend Würze hineinbringen! :DD

Viel Spaß beim Schreiben!
Die Tipperin

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