Rezension: Seelenkinder von Sarah Hilary

Seelenkinder Sarah Hilary ThrillerDer Familienvater Terry findet bei Gartenarbeiten einen Bunker in seinem Karten. In dem Bunker verbirgt sich ein düsteres Geheimnis: 2 Kinderleichen sind dort verborgen, schon länger tot und damals anscheinend mit ihren Kindersachen und einer großen Ration Dosenpfirsiche dort eingesperrt und allein gestorben. Marnie Rome und ihr Team sind vom Schicksal der beiden Kinder erschüttert, wollen in diesem „Cold Case“ aber unbedingt vorankommen, damit alle Beteiligten ihren Frieden finden können. Dafür müssen sie zunächst herausfinden, wer von dem Bunker wusste und was in der Vergangenheit in der Gegend los war. Und auch die Gegenwart hält einige Überraschungen und Gefahren bereit.

Stil, Machart, Meinung

Sarah Hilary schreibt gut. Fluffig und meist ohne ausufernde Beschreibungen konzentriert sie sich auch auf das Gefühlsleben vieler Personen, ohne dabei zu langweilen. Der letzte Pfiff hat mir irgendwie gefehlt, aber es las sich gut weg.

Eingangs kam ich sehr schnell rein, der Leser wird direkt in den Bunker mit den beiden Kindern vor 5 Jahren gesteckt und kann das traurige Schicksal der Beiden fast hautnah miterleben. Die Hauptermittler werden auch gut dargestellt und sind sehr interessante Charaktere. Zur Mitte hin hat mich das Buch dann nicht mehr so ganz mitgerissen, und auch am Ende hatte ich stellenweise Interesse an der Auflösung, war aber auch nicht vollständig gebannt. So richtig Thriller ist dieses Buch meiner Meinung nach nur die Hälfte der Geschichte, wenn schon Thriller dann vielleicht eher Psychothriller als passendere Beschreibung.

Ich kann gar nicht so genau beschreiben, was man hätte besser machen können. Es ist eine solide Geschichte mit den zwei Ebenen Vergangenheit und Zukunft, ein paar Überraschungen und Rätsel sowie interessante Ermittler. Mir waren einige spätere Überraschungen zu schnell klar, manche Aktionen der Ermittler zu zufällig aber der Plot an sich war trotzdem stimmig.

Was lobend zu erwähnen ist, ist das die Autorin sich anscheinend sehr mit einer psychischen Erkrankung beschäftigt hat und sie auch sehr gut darstellt. Hier möchte ich jedoch nicht spoilern.

Es ist nicht das erste Mal, und ich werde niemals müde werden es gegebenenfalls zu widerholen: Ich wüsste so gern auf den ersten Blick auf den Buchumschlag oder die kurze Inhaltsangabe online, dass es sich um den Band einer Reihe handelt! In diesem Fall ist es anscheinend der zweite Fall, aber er kann auch ohne den ersten gelesen werden.

Was lernen wir daraus?

Hier möchte ich noch einmal an den letzten Punkt des vorherigen Abschnitts anknüpfen: Bitte liebe Verlage und Autoren, macht doch einfach die Bände einer Reihe kurz kenntlich. Ich hatte hier zwar nicht das Gefühl etwas zu verpassen, hätte es aber trotzdem gern gewusst. Klar, wahrscheinlich verkaufen die Verlage so mit dem ersten Impuls des Lesers mehr Bücher, aber wenn dann die Erkenntnis und damit die Enttäuschung kommt schneidet ein Nachfolgeband eventuell schlechter ab oder der Leser ist enttäuscht und hat ein schlechtes Bild von der Reihe oder dem Verlag. Hätte ich hier jetzt gelesen „Band 2 der Thriller-Reihe um Marnie Rome und ihr Ermittlerteam“ oder Ähnliches, dann hätte ich mir halt den ersten Band angeschaut..

Fazit

Ich kann nicht genau fassen was mir fehlt, komme hier aber nur auf 3 Sterne und bin an Band 1 oder Band 3 der Reihe nicht so wirklich interessiert. Es ist ein solider Thriller, mit etwas wenig Thriller und etwas viel Psychothriller / Roman und meine Erwartungen waren vielleicht etwas anders. Der Plot, die Ermittler und auch die Schreibe sind nicht schlecht, aber als Highlight wird dieses Buch nicht in die Geschichte meiner Leseerlebnisse eingehen.

Hier gibt es die Details auf der Verlagsseite, bitte draufklicken 🙂

Falls andere Blogger eine andere Meinung oder eine weitere Rezension dieses Buches veröffentlicht haben: Verlinkt euch gern in den Kommentaren oder sagt kurz Bescheid, dann verlinke ich euch im Beitrag. Ansonsten freue ich mich natürlich auch über Kommentare von Lesern, die ihre Erfahrung zum Besten geben.

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Rezension: Der Jungfrauenmacher von Derek Meister

Der Jungfrauenmacher Derek MeisterKleinstadtcowboy Knut steht vor seinem ersten großen Fall als Polizeichef von Valandsiel. Denn an dem beschaulichen kleinen Küstenort an der Nordsee wird eine Leiche an den Strand gespielt, die äußerst ungewöhnliche Merkmale aufweist. Blöd nur, dass es ihm Niemand zutraut, diesen Fall lösen zu können. Als er die ehemalige Profilerin Helen Henning kennenlernt, die nach einem schlimmen Dienstunfall mit einer Beimprothese, einem angekratzten Selbstbewusstsein und Angst nach Valandsiel zurückkehrt, bringt er sie dazu, ihm bei der Ermittlung zu helfen. Die Ermittlung hat zwar schon das LKA übernommen, aber Knut möchte sich unbedingt beweisen und seinen Kritikern zeigen, dass er nicht nur im Schatten seines Vaters arbeiten kann. Und dann kommt die nächste Leiche..

Stil, Machart, Meinung

Ich muss gestehen, bei diesem Thriller kam ich zunächst etwas schwer rein. Woran genau das lag, kann ich gar nicht benennen. Bald hat mich aber die zwar etwas klischeehafte, aber doch sehr gut konstruierte Situation gepackt, dass Dorfpolizisten das erste Mal im Leben einen großen Fall haben und wie sie sich dabei verhalten. Und dann hab ich das Buch ganz fix gelesen.

Mit Polizeichef Knut wurde ich auch erst nach einigen Seiten warm, aber der junge, unerfahrene Polizeichef im Schatten seines pensionierten Vaters, der sich erst einmal die Verhaltensregeln bei einem Mordfall heraussuchen lassen muss, hat dann doch ungeahnte Talente. Ihm zur Seite gestellt ist Helen Henning, die als Profilerin Erfahrung hat und ihm und dem Leser viel über Körpersprache erzählt. Sie ist eine interessante Figur, denn sie ist heiß, selbstbewusst und erfahren – aber auch traumatisiert, ängstlich und mit Beinprothese ausgestattet. Ich mag, dass sie wegen letzterer Sache keinerlei Mitleid bekommt oder erwartet, sondern tatsächlich gleich zwei Verehrer an Land zieht und auch sonst wenig beeinträchtigt wirkt.

Neben diesen beiden Hauptfiguren haben wir noch einige andere Nebendarsteller, die erst etwas klischeehaft wirken, dann aber im Laufe des Buches immer mehr Graustufen auftauchen. Und genau das mag ich an diesem Buch: die Graustufen. Der blöde Dorfpolizist ist am Ende gar nicht mehr so blöd, der arrogante LKA – Mann entpuppt sich als ganz netter Zeitgenosse und sogar der Killer kann in seinen kleinen Kapiteln zwischendurch einigermaßen erklären, was ihm widerfahren ist und warum er das alles macht.

Der Plot ist gut. Ermittlungen finden in der Vergangenheit und der Gegenwart statt, dem Leser werden nach und nach genau so viele Häppchen hingeworfen wie auch den Ermittlern und es macht alles Sinn. Was mir etwas gefehlt hat waren mehrere Verdächtige. Wiederum gefallen hat mir, dass trotzdem einige Wendungen eingebaut wurden und der Autor nicht das „Thriller-Schema 0815“ angewendet hat, sondern sich auch mal etwas getraut hat, um den Leser zu überraschen. Ich würde natürlich gern spoilern um das näher zu erklären, aber das verbietet die Bloggerehre.

Reihe

Knut und Helen haben mich in diesem Auftakt der Reihe begeistert und absolutes Potential für mehrere Bücher. Ich werde auf jeden Fall demnächst mal meine Nase in den zweiten Band stecken, frage mich allerdings jetzt schon ganz unvoreingenommen: Nachdem in Valandsiel ewig nichts Großes passiert ist, was soll dort im nächsten Fall denn wieder stattfinden? Ich denke nicht, dass sich der kleine Küstenort nun direkt in einen Tummelplatz für Serienkiller  verwandeln kann. Aber ich denke auch nicht, dass das Ermittlerduo nun Kneipenschlägereien oder Kleinkriminellen widmen wird. Ich bin gespannt. Es gibt bereits Teil 2 und 3, dass sind diese hier:

  1. Die Sandwitwe
  2. Blutebbe

Was lernen wir daraus?

Ich habe es im vorherigen Abschnitt noch nicht angesprochen, aber ich werde es hier ansprechen. Denn lernen werden daraus weniger die Schreiberlinge, sondern hoffentlich die Klappentexter. Auf der Buchrückseite gibt es bereits Hinweise, die dem Ermittlerduo  dann erst nach der Hälfte des Buches klar werden. Das finde ich ziemlich besch***en, denn das ist doch nicht Sinn und Zweck der Sache, oder? Wer jetzt meine Rezension liest und Interesse an dem Buch hat, der sollte es kaufen und nicht auf die Rückseite gucken. Ich hab das natürlich in meiner Inhaltsangabe weggelassen.

Fazit

Ich finde den Auftakt dieser Reihe sehr vielversprechend. Gute Figuren mit Graustufen, ein schlüssiger Pllot, fluffige Schreibe und angenehme Kapitelaufteilung sowie einige Überraschungen für den Leser.  Den zweiten Teil werde ich auch lesen. Ich bin gespannt was da noch kommt. Es gibt von mir 4 Sterne, es ist in einigen Sachen noch etwas Luft nach oben, aber ich finde es gut.

Hier gibt´s Details zum Buch auf der Verlagsseite