Rezension: Ein Mord macht noch keinen Sommer – Martha Grimes

martha-grimes-ein-mord-macht-noch-keinen-sommerDer unglaublich unsympathische Literaturagent Hess macht der jungen Autorin Cindy Stella das Leben schwer;  ein Rechtsstreit droht. Aber die Autorin bekommt unerwartet Hilfe von zwei ganz besonderen Auftragskillern, einem Bestsellerautor, einem Verleger, einem Fisch und noch ein paar anderen Personen. Der Literaturagent muss weg, aber ein Mord wäre einfach zu langweilig. Mit einem amüsanten Plan versucht die bunt zusammengewürfelte Gruppe, den ungeliebten Hess ins Exil und in den Wahnsinn zu treiben.

Stil, Machart, Meinung

Ich muss sagen, die Story ist gut. Besonders, dass sie in der Literaturbranche spielt, finde ich natürlich interessant. Nur sie ist mir einfach viel zu lang! Wenn ein so dicker Wälzer so lange braucht, um die Handlung zu entwickeln, dann geht mir auf der Strecke die Luft aus. Ich war zwar irgendwie interessiert, wie es denn weitergeht – aber ich hatte nie wirklich Lust, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen. Nach diesem Gefühl, braucht man zur persönlichen Meinung  eigentlich nicht mehr viel zu sagen.

Trotzdem fühle ich mich, als müsste ich mich dafür rechtfertigen, dass Buch nicht grandios gefunden zu haben. Denn ich hatte große Erwartungen! Martha Grimes ist eine große Nummer im Literaturbusiness, vor langer Zeit habe ich den einen oder anderen Inspector Jury Roman sehr gern gelesen. Wenn diese Martha Grimes dann auch noch über das Literaturbusiness schreibt und einen Literaturagenten von zwei sehr netten Auftragskillern in den Wahnsinn treiben lässt, dann hat bei mir riesige Erwartungen ausgelöst.

Tja, die Story ist gut. Einige Charaktere, besonders die beiden Auftragskiller die eine Person nur töten, wenn sie sie wirklich nicht mögen, sind großartig. Aber dann sind da so viele Leute, sodass ich bei der Mitte des Buches einige Male noch nicht sicher war, wer da nun mit wem redet. Die Charaktere mit Potential kommen zu kurz, weniger Leute mit mehr Raum hätten der Sache gut getan. Es gibt ganz interessante Vorfälle, Szenen, Gespräche – aber das große Ganze dauert mir zu lange. Es ist ja auch ein großer Plan, bei dem viele Rädchen ineinandergreifen müssen, um am Ende den Literaturagenten in die Flucht zu schlagen.

So muss ich denn gestehen, dass ab zwei erwartungsvollen Dritteln dann meine Lust endgültig gegen Null strebte und ich den Rest eher im unentspannten Speedreading mit Mut zur Lücke gelesen habe, damit mir keiner nachsagen kann, dass ich ja ein Buch nicht schlecht bewerten kann, wenn ich es nicht bis zum erlösenden Ende gelesen habe. Wäre ich kein Buchblogger, hätte ich das Buch wahrscheinlich schon nach dem ersten Drittel abgebrochen.

Zielgruppe

Auch wenn ich das Buch nicht so prickelnd fand, wird es vielen Lesern sicherlich anders gehen. Ein Roman, welcher in der Literaturbranche spielt, dürfte natürlich für Leser, Autoren, Agenten usw.  sehr interessant sein. Falls jemand ein Geschenk für den eigenen, verhassten Literaturagenten sucht, dann muss er hier zuschlagen. Ich lese am liebsten Krimis und Thriller und gern auch den einen oder anderen guten Roman. Der Klappentext hatte mir wohl suggeriert, dass es genau das richtige für mich ist, und so hatte ich mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Wer skurile Personen und einen interessanten Plan mit sehr, sehr vielen Komponenten mag, dürfte trotzdem seine Freude haben. Man darf aber keine Action, Aufregung, Spannung etc. erwarten.

Was lernen wir daraus?

Auch die größten Namen der Literaturbranche versprechen nicht unbedingt immer ein grandioses Buch. Ich habe so viele Erstlingswerke von gänzlich unbekannten Autoren viel lieber gelesen als dieses hier. Das gibt doch Hoffnung..

Fazit

Dieses Buch war nicht meins, und mehr als 2 Sterne kann ich nicht geben. Ich mag trotzdem einige der Figuren sehr und sehe, wo die Autorin mit ihrem großen, Plan hinwollte. Den Einblick hinter die Kulissen der großen Verlage und Verleger fand ich interessant. Aber wenn ich ein Buch nicht lesen will, es lag auch schon lange halbgelesen bei mir rum, dann will ich es halt nicht lesen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch, aber nur weil ein großer Name schreibt zwinge ich mich ja nun nicht, ein Buch zu mögen..

Hier gibts die Details zum Buch auf der Verlagsseite.

Rezension: Die Analphabetin, die rechnen konnte -Jonas Jonasson

die-analphabetin-die-rechnen-konnteNombeko hat von Geburt an nicht gerade die größten Chancen auf ein gutes Leben. Im größten Slum Südafrikas ist sie schon seit ihrem 5. Lebensjahr als Latrinenträgerin beschäftigt, bald auch noch Waise. Aber ihr Leben nimmt dann doch noch einen ganz anderen Lauf, denn sie kann nicht nur hervorragend rechnen, sondern ist auch noch sehr schlau. Zunächst einmal möchte sie lesen lernen, und dann wird  auch noch von einem betrunkenen Ingeneur angefahren und schuldig gesprochen (weil sie ja schwarz ist) und muss jahrelang für ihn als Putzfrau arbeiten. Nombeko macht wie immer das Beste aus ihrer Situation und ist bald schon Expertin auf mehreren Gebieten und eine mehr oder weniger offizielle Schwedin mit dem Schicksal der gesamten Welt in ihren Händen.

Stil, Machart, Meinung

Von Anfang an machte dieses Buch mir einfach unglaublichen Spaß. Das liegt natürlich auch an der schon vorgestellten Nombeko, die ganz herrliche Ansichten hat und auch in interessante Situationen gerät. Aber vor allem liegt es daran, dass der Autor in die meisten seiner Sätze einfach eine riesige Portion Humor gelegt hat, die genau auf meiner Wellenlänge ist. Und nein, trotz der vor Humor strotzenden Sätze ist diese Geschichte nicht einfach Klamauk, sondern ganz im Gegenteil ein intelligentes Abenteuer. Denn der Inhalt ist vielfältig, es geht oft um bunt zusammengemischtes Weltgeschehen und macht sich über einiges lustig.

Neben dem Spaß gibt es natürlich auch einen weitläufigen Blick auf die Missstände dieser Welt. Dass beispielsweise ein schwarzes Mädchen daran schuld sein soll, dass ein betrunkener Weißer sie anfährt und dann bei ihm Putzdienste verrichten muss.. das ist wohl Südafrika zu Zeiten der Apartheid ..

Ich möchte nicht zu viel spoilern, aber erwähnen dass zwischen den Kapiteln um Nombeko Kapitel über einen komplett verrückten Schweden auftauchen, der den König abgrundtief hasst und dann überraschenderweise gleich zwei Söhne auf einen Schlag bekommt und sie Holger 1 und Holger 2 tauft. Wie sich die Wege von Nombeko und den Schweden kreuzen und wie das Schlamassel um Massenvernichtungswaffen seinen Lauf nimmt, müsst ihr nun selbst herausfinden.

Die Geschichte ist laut Cover ein Roman. Das stimmt auch, aber es ist irgendwie auch noch so viel mehr. Ein Abenteuer, lehrreich, unglaublich lustig und doch auch ernst, für mich auf jeden Fall einer der besten Romane, die ich jemals gelesen habe.

Genug des Lobes, sonst würde ich wohl zu viel verraten. Dieses Taschenbuch hat 463 Seiten, und im Vergleich zu anderen Taschenbüchern ist auf Grund kleinerer Schriftart und kleineren Rändern mehr Geschichte drin, als das es zunächst den Anschein hat. Bei anderer Formatierung könnte es wohl auch ein dicker Wälzer werden. Für Leute, die Sehprobleme haben, ist diese Ausgabe wohl daher nichts, für mich war es gut das vielfältige Geschehen so in komprimierter Form in der Hand und auch Handtasche zu haben. Es hat ziemlich lange gedauert, aber immer Spaß gemacht.

Zielgruppe

Die Zielgruppe hier dürfte sehr, sehr vielfältig sein. Während ich es jedem Geschlecht und einer breitgefächerten Altersgruppe uneingeschränkt empfehlen kann, muss bedacht werden das die Lektüre tatsächlich den richtigen Humor und etwas Allgemeinbildung voraussetzt. Wer mit den vielen politischen Gegebenheiten nun überhaupt nichts anfangen kann und auch nicht interessiert ist,  dem könnte die Geschichte teilweise sehr langweilig erscheinen. Auf Grund der kleinen Schrift würde ich, wie gesagt,  genau dieses Taschenbuch-Format auch nicht für Menschen mit eingeschränkter Sehkraft empfehlen. Ansonsten dürfte wirklich jeder begeistert sein.

Was lernen wir daraus?

Ich als eingefleischter Krimi- und Thrillerleser schiebe ja unheimlich gern auch mal einen Roman ein. Aber dieser Roman hier ist nicht irgendein Roman, sondern etwas ganz besonderes. Wie man so viel Humor in eine Geschichte mit so ernstem und abenteuerlichem Hintergrund einbauen kann, ist mir ein Rätsel. Ich weiß noch, wie meine sonst so schlagfertigen und lustigen Gedanken dann nach der Kreation einer lustigen Nebenperson in meinem Krimi plötzlich einfach weg waren, obwohl die Idee doch so gut war. Im wahren Leben lustig sein und es dann noch allgemein zu Papier zu bringen, sind zwei ganz verschiedene Dinge. Aber dieses Buch hat mir einen Einblick gegeben, wie es genial umgesetzt werden kann.

Ich habe zusätzlich gelernt, dass einzelne Sätze in einem Buch voll mit Humor oder schlauen Erkenntnissen sein können, sodass einzelne Sätze unglaublich Spaß machen können. Wenn man dann noch ein ganzes (und umfangreiches) Buch voll mit solchen Sätzen schreiben kann, hat man es meiner Meinung nach einfach geschafft.

Ich zeige euch mal einen der nüchternen Sätze mit einer interessanten, zusammengefassten Beobachtung, welcher den unterschwelligen Humor gleich noch dazu zeigt:

 „In Südafrika trug es sich zu, dass ein Mann, der einst als Terrorist verurteilt worden war, nach siebenundzwanzig Jahren freikam, den Friedensnobelpreis erhielt und zum Präsidenten des Landes gewählt wurde. Auf Sjölida geschah zu ungefähr derselben Zeit umso weniger“ (S.309)

Ich hab mir den Satz beim Lesen markiert, weil er kann ganz gut zusammenfassen, was er Leser mitbringen sollte und wie er dann seinen Spaß an dem Roman haben wird..

Fazit

Ich vergebe, man ahnte es wohl schon, 5 Sterne und ernenne diesen Roman zu einem der besten Romane meines bisherigen Lebens. Eventuell wird nicht jeder seinen Spaß dran haben, aber in Sachen Humor passte es zu mir einfach perfekt. Dieses Buch verspürt einen ganz eigenen Charme, verzichtet auf tiefgründige Gefühle und die Bewertung von fragwürdigen Ereignissen und ist einfach wunderbar. Klar, die Geschichte ist umfangreich, etwas länger und holt auch oft ein wenig aus – aber die Ausschweifungen sind jedes Mal so interessant und lustig, dass ich auch daran Spaß hatte. Die Story ist außergewöhnlich, hoffentlich in einigen Punkten nicht ganz so realistisch und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Hier gibt’s die Details zum Buch auf der Verlagsseite!

Rezension: Das Kind im Wald von Sarah Graves

Von der Bostoner Mordkommission ins kleine, hinterwäldlerische Bearkill (was ein Name!) als Vermittlungsbeamtin. Ddas-kind-im-wald-sarah-gravesas ist das Gegenteil einer Beförderung. Und doch macht Polizistin Lizzy es aus eigenem Antrieb, denn sie hat einen wichtigen Tipp bekommen: Ihre Nichte, die nach der Ermordung ihrer Schwester vor wenigen Jahren spurlos verschwand, soll dort gesehen worden sein. Aber auch ihr Boss hat sie nicht ohne Hintergedanken eingestellt, er ist an einem Fall dran, bei dem er die Hilfe einer erfahrenen Ermittlerin braucht. Denn mehrere pensionierte Polizeibeamte haben in der Gegend in einer zu kurzen Zeitspanne angeblich Selbstmord begangen. Das kann kein Zufall sein..

Während Lizzy sich also an das ganz neue Leben in einem kleinen Dorf gewöhnen muss, hat sie alle Hände voll zu tun. Und gleich zwei Männer werben noch dazu um ihre Gunst.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Kriminalroman bietet gute Grundvoraussetzungen, mir zu Gefallen: ein abgelegener Ort, eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, eine clevere und toughe Ermittlerin mit Herz und gleich zwei ungeklärte Umstände: ein verschwundenes Kind und potentielle Serienmorde an pensionierten Polizisten.

Die Schreibweise ist sehr gut, flüssig, spannend und auch in den eher unspektakulären Szenen nicht langweilend. Humor blitzt oft durch und die Hauptperson Lizzy Snow gefällt mir sehr. Auch die Wechsel der Perspektiven sind gelungen, ebenso die Entwicklung und die Klärung, wie es denn alles zusammenhängt, gefallen mir.

Das Buch beginnt mit einer spannenden Szene und führt den Leser dann eher gemächlich an die Sache ran. Nach der längeren Phase der Vorstellung und dem Ankommen der Hauptperson folgt dann plötzlich Action und eine Menge auf einmal. Und gerade da liegt mein Problem: die Ansätze sind alle gut, aber ich glaube es ist zu viel. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber in einem vergleichsweise dünnen Buch findet sich die Suche nach einem Kind bei der ich gern mehr von der Vorgeschichte erfahren hätte. Dann gibt’s diese toten alten Cops, von denen man schon mehr erfährt, bei der die Ermittlung allerdings viel mehr Raum hätte finden können. Nebenbei wird anderen Dingen, welche dann nicht unbedingt so viel Bedeutung haben, viel Platz  gegeben. Und die Frage, ob man den einzelnen, sympathisch rüberkommenden Dorfbewohnern wirklich trauen kann, fand ich sehr interessant und etwas kurz. Ich denke, die Autorin hat sich auf zu wenig Raum viel zu viel Handlung vorgenommen und dabei die Balance nicht nach meinem Geschmack eingerichtet.

Was lernen wir daraus?

Ich weiß nicht, wie oft ich es schon aus einem Buch gelernt habe, aber hier wird es wieder unglaublich deutlich: Die Balance muss stimmen! Wie schon vorab geschrieben, muss man den wichtigen Dingen einfach mehr Raum geben als den nicht ganz so wichtigen. Wir haben zum Beispiel eine Szene, in der Lizzy Snow ein Schwein sucht und findet. Die ist ganz lustig, aber den Platz hätte man dann auch für den Mord an ihrer Schwester und das Verschwinden der Nichte abgeben können – denn das treibt die Ermittlerin ja nun in die Einöde und immer mehr auch in große Gefahr. Es gibt zu viele Perspektiven und Handlungsstränge. Ich finde es immer gut, wenn es davon viel gibt – aber es muss gut miteinander verwoben sein und die Balance muss stimmen. Vielleicht ist der Hauptstrang dann auch noch eine ganz andere Perspektive eines Jungen aus dem Dorf.. ich war mir zwischenzeitlich nicht sicher. Verwoben sind die Erzählstränge gut, nur die Balance stimmt hinten und vorne nicht – jedenfalls für mich. Auch hier ist es ja wieder einmal sehr subjektiv und schwer.

Fazit

Das Buch habe ich sehr schnell gelesen, aber ich liege auch krank im Bett und das Buch ist jetzt nicht gerade ein Wälzer. Es las sich trotzdem gut weg und hatte am Ende auch eine Menge Action zu bieten, hätte an einigen Stellen aber definitiv in die Tiefe gehen müssen. Ich vergebe „nur“ 3 Sterne, da ich im Vergleich vieler anderer Bücher denen ich 4 oder 5 Sterne verliehen habe noch sehr viel mehr Luft nach oben habe. Trotzdem sehe ich eine Menge Potential für die Reihe um Lizzy Snow, wenn die Autorin sich denn besser aufs Wesentliche konzentrieren kann. Auch wenn die Note eher mittelmäßig ist und ich oft nach 3 Sternen den Autor von meiner Leseliste streiche: Ich werde mit Sicherheit den zweiten Teil lesen, denn die Ermittlerin und die anderen vorgestellten Charaktere sowie das Mysterium um ihre Nichte sind sehr vielversprechend. Ein Kriminalroman mit guten VOrraussetzungen auch für Folgebände und vielen offenen Fragen, und auch sehr vielen Thriller- Elementen und Action.

Hier gibt es die Details
zum Buch auf der Verlagsseite!

Rezension: Todesmärchen von Andreas Gruber

todesmarchenIm dritten gemeinsamen Fall ermitteln Sabine Nemez und ihr Mentor Maarten S. Sneijder nun als Team. Und da kommt es gleich ganz Dicke: Zunächst geht es nach Bern, denn dort wurde eine alte Bekannte von Sneijder brutal ermordet und den Ermittlern kunstvoll und bizarr präsentiert. Und das war nicht der einzige Mord in dieser Serie, bald können sich die beiden Profiler vor Arbeit nicht mehr retten.
Zur gleichen Zeit folgt der Leser der jungen Psychologin Hannah, die in einem Gefängnis für abnorme Rechtsbrecher auf ein tödliches Geheimnis stößt. Auch ihre Vorgängerin scheint hinter das Geheimnis gekommen zu sein, denn sie konnte die von der Außenwelt abgeschiedene Insel nur im Leichensack verlassen. Was geht in dem Gefängnis vor? Und was ist eigentlich mit dem hochintelligenten „Patienten“ Piet van Loon los? Maarten S. Sneijder brachte ihn einst hinter Gittern, und schon bald gibt es eine Verbindung des Falles van Loon und der aktuellen Serie..

Stil, Machart, Meinung
Andreas Gruber hat sich bei mir im letzten Jahr tatsächlich ganz nach oben auf die Liste meiner Lieblingsautoren geschrieben. Ganz platt gesagt: Er hat es einfach drauf! Der Schreibstil ist fluffig und spannend gleichzeitig. Die Balance für Szenenwechsel, Beschreibungen und Spannung ist hervorragend und ich hatte noch nie den Wunsch, einen Thriller von ihm zur Seite zu legen. Auch der Wechsel zwischen Szenen aus der Vergangenheit und Gegenwart sowie der Ortswechsel ist immer gut gemacht und nicht verwirrend. Klar, die Thriller sind definitiv nichts für schwache Nerven und es gibt einige Bilder im Kopf, die man sich so eigentlich nie vorstellen wollte. Auch der Plot und die Auflösung sind super gelungen.
Eine besondere Erwähnung müssen die beiden Hauptpersonen dieser Reihe finden: Sabine Nemez, talentierte, mutige Anfängerin und wohl eine der wenigen Menschen, die ihren sehr speziellen Ausbilder halbwegs ertragen kann. Besagter Ausbilder Sneijder, nun sogar ihr Partner, ist eine sehr interessante Person. Von den meisten verhasst, oft unhöflich und direkt, sieht man ihn durch die Augen seines „Eichkätzchens“ Sabine Nemez doch als guten und genialen Menschen. Diese Kombination ist sehr gelungen!
Wie man liest bin ich voller Lob für diesen Thriller, ich habe nur ein klitzekleines Manko: Die Verbindung der Morde untereinander wird für den Leser viel zu schnell klar, da Titel und Cover ja plakativ mit dem Zaunpfahl winken.. Ich finde beides gelungen und vielleicht war das ja auch so gedacht, aber irgendwie habe ich in keine andere Richtung mehr gedacht, weil es ja von Anfang an irgendwie klar war.

Die Reihe
Dieses Buch ist das dritte Buch der Reihe um Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Ich habe den ersten Teil versäumt und war problemlos bei Band 2 „Todesurteil“ eingestiegen. Der erste Band heißt übrigens Todesfrist, ein gewisses Schema ist also zu erkennen. Wer noch nichts aus dieser Reihe gelesen hat und nach meiner Lobhudelei ganz heiß auf das Buch ist, der sollte unbedingt am Anfang beginnen und in der Reihenfolge Todesfrist, Todesurteil, Todesmärchen vorgehen. Man kann natürlich auch bei dem dritten Teil anfangen, versäumt aber einige Entwicklungen in den Beziehungen zueinander. Den zweiten Band konnte ich wie gesagt problemlos auch ohne das Vorwissen des ersten Bandes lesen. Beim dritten Band war ich trotzdem froh, das zweite vorher gelesen zu haben.

Fazit
Heute fällt mir nichts Neues ein, was ich aus der Lektüre des Buches gelernt habe. Wer lernen will, wie ein richtig guter Thriller geht, der kommt um die Lektüre dieser Reihe jedoch nicht herum. Ich gebe, mal wieder, begeisterte 5 Sterne. Mir fällt beim besten Willen kein Grund ein, warum ich einen Stern abziehen sollte und ich werde auch den vierten Band mit Begeisterung erwarten.

Hier gibts die Details zu Buch und Autor auf der Verlagsseite!

Eine weitere Rezension zur Reihe Pulaski/Meyers gibts hier

Rezension: Der Todeszauberer -Vincent Kliesch

todeszauberer-klieschDer Todeszauberer verblüfft seine Opfer schon sehr lange mit einem Zaubertrick, der –wie der Name Todeszauberer es vermuten lässt- tödliche Folgen hat. Bereits 17 Frauen hat er brutal verzaubert, die Gemeinsamkeit der Morde ist ein Schlag gegen die Schläfe. Doch dann macht der Killer einen Fehler: Er schlägt in Berlin zu und gerät an den Ermittler Julius Kern und seinen Erzfeind Tassilo Michaelis, ein Massenmörder den Kern nicht hinter Gittern bringen konnte und der ihm danach auch mal das Leben gerettet hat.. Und dann ist da noch die Ermittlerin aus München, die eine Gefahr auf privater Ebene darstellt.

Stil, Machart, Meinung
Dieses Buch ist mein drittes Buch von Vincent Kliesch und das zweite in der Serie um Julius Kern und seinem Widersacher Tassilo Michaelis. Es gibt stilistisch wenig Überraschungen im Vergleich zu den Vorgängern: Rasantes Tempo, flüssiger Schreibstil, gut balanciertes Berliner Lokalkolorit, gruselige Bilder im Kopf, langsam heranwachsende Zusammenhänge und ein furioses Finale. Meine Rezension zu dem ersten Band gibts hier:

Die Reinheit des Todes (Kern #1)
Trotzdem muss ich sagen, dass mich diese Geschichte irgendwie nicht ganz so begeistert hat wie die beiden anderen Bücher von Kliesch. Woran es liegt, weiß ich nicht. Ich kann nur vermuten, dass es etwas zu viel des Guten war, vielleicht auch ein paar Zufälle zu viel.
Jeder Thriller-Liebhaber dürfte mit diesem Buch trotzdem etwas anfangen können und ich kann mir nicht vorstellen, dass es da jemandem gibt dem es so gar nicht gefallen wird. Besonders gut ist, wie auch schon im Band davor, der Widersacher Tassilo. Seine Hilfe wird benötigt, er möchte einen Deal rausschlagen, was hat er vor? Ist er Hilfe oder Gefahr? Oder Beides? Ich mag diese dunkle Seite, mit der sich die Ermittler rumschlagen müssen, und bin gespannt wie das weitergeht. Genau deshalb werde ich auch das nächste Buch dieser Reihe lesen.

Was lernen wir daraus?
Wenn man so eine gute Konstellation wie Ermittler Kern und den Bösewicht Tassilo hat, dann ist das anscheinend schon die halbe Miete. Wie schon im ersten Band angesprochen, ist das eine Besonderheit die dem Leser lange im Gedächtnis bleibt und Lust auf mehr macht. Tassilo hat eine wirklich unglaublich schlimme Tat begangen, und das sehr brutal an mehreren Menschen gleichzeitig. Kern hat ihn überführt, aber nicht hinter Gittern bringen können. Seitdem macht Tassilo sogar noch eine Menge Geld mit seiner zweifelhaften Berühmtheit. Irgendwie ist er sehr interessiert an Kern, und hilft ihm in jedem Band – wenn teilweise auch eigennützig – bei der Ergreifung eines Serienmörders. Das ist einfach eine gute Ausgangslage und die merkwürdige Beziehung zwischen den beiden ist merkwürdig und gibt einiges her. Das braucht ja jetzt nicht jeder genauso machen, dann ist es schnell ein alter Hut. Bei Ethan Cross hat das Prinzip aber ja auch ähnlich geklappt.

Vielleicht findet man ja etwas ähnlich Merkwürdiges mit viel Potential.
Lokalkolorit ist nicht nur in den extra ausgewiesenen Regionalkrimis zu finden, sondern bereichert mit der richtigen Balance auch jeden anderen Krimi oder Thriller. Hier ist die Sache gut gelöst: Niemand stört sich an zu detaillierten regionalen Beschreibungen. Aber für Leute, die schon einmal in Berlin waren, gibt es manchmal so Aha-Momente wie „ach, da war ich schon!“ oder „typisch Berlin“. Dann bringt der Autor in diesem Band auch noch eine Münchenerin in die Szenerie, das frischt auf. Wer lesen will, wie man das Regionale gekonnt einbringt, der kann diesen Thriller zu Studienzwecken und Unterhaltung gleichzeitig lesen.

Fazit
Ein guter Thriller, der so fluffig und gut geschrieben ist, das man schnell durch ist und nie Langeweile aufkommt. Die Entwicklung des Entwicklers Kern und seinem Widersacher Tassilo und deren Beziehung zueinander sowie die Auswirkungen auf andere Beziehungen ist schon seit Band 1 super gemacht, und da muss man dann diesen zweiten Band auch lesen. Im Moment spielen viele gute Thriller in Berlin, und auch dieser hier greift die lokalen Gegebenheiten gut auf. Man kann also eigentlich nicht viel falsch machen, auch wenn mich die Story dieses Bandes+ die Aufklärung irgendwie nicht so 100% überzeugt haben. Trotzdem gibt´s knappe 4 Sterne und die Empfehlung, unbedingt mit Band 1 anzufangen!
Hier gibt´s die Details zum Buch auf der Verlagsseite!

Hier gibt’s weitere gute Berlin – Thriller mit Leseempfehlung:

Der Augenblick des Todes – Vincent Kliesch

Endgültig – Andreas Pflüger

Bullet Schach – Ben Bauhaus (#1) und Killerverse von Ben Bauhaus (#2)

 

Rezension: Papierjunge von Kristina Ohlsson (Bergman #5)

Papierjunge Kristina OhlssonIn einer jüdischen Gemeinde in Stockholm passieren an einem Tag zwei unfassbare Verbrechen: Zuerst wird eine Erzieherin vor den Augen von Kindern und Eltern erschossen, wenige Stunden später verschwinden zwei Jungen auf dem Weg zum Tennistraining. Fredrika Bergmann und Alex Recht werden mit der Aufklärung der Verbrechen beauftragt, zeitgleich ist der neue Sicherheitschef der Gemeinde und ehemalige Kollege, Peder Rydh, hilfreich bei den Ermittlungen. Bald stoßen die Ermittler auf die israelische Legende des Papierjungen, der sich in der Dunkelheit Kinder holt. Als die beiden Jungen tot aufgefunden werden, sieht es so aus als sei der Papierjunge zum Leben erwacht.
Stil, Machart, Meinung
Dieser Thriller hier ist ein echter Thriller. Man bekommt genau das, was man erwartet. Dabei sind die Thrillerelemente gut verstrickt mit einer tiefgründigen Geschichte und den Perspektiven vieler Beteiligter. Ermittler, Opfer, Täter und viele in die Sache Verwickelte bekommen Raum für ihre Perspektive. Der Schreibstil ist nach meinem Empfinden genau richtig, nicht schnörkelig mit unnützen Informationen aber trotzdem tiefgründig und informativ, ohne zu langweilen. Die besonderen Perspektiven zeigen, wie ein Ereignis viele Menschen beeinflussen kann und macht dem Leser auch das Motiv des Papierjungen verständlich.
Es kommt von Anfang an Spannung auf und ich mochte das Buch zu keiner Zeit aus der Hand legen. Dazu tragen einerseits die Kapitel bei, die eine perfekte Länge (nicht zu lang) haben und mit fiesen Cliffhangern sowie düsteren Andeutungen enden. Andererseits spielt die Autorin unglaublich gekonnt mit dem Leser, indem sie die perfekte Balance zwischen den Informationen gefunden hat, die sie den Lesern häppchenweise hinwirft.
Eine für mich ganz neue Taktik der Autorin wirkt für mich unglaublich gut: Bereits zu Beginn des Buches kommt ein Teil vom Schluss. Im zweiten Kapitel, „Schluss. Fragment 1“ erfährt der Leser von einer Frau, die gleich ihre Familie tot zuhause auffinden wird. Immer mal wieder wird dem Leser zwischendurch ein Fragment des Schlusses schon vorher serviert, und von diesem kleinen Kapitel gingen eine Menge Emotionen aus – zumindest war es bei mir so. Man bekommt in den anderen Kapiteln Hinweise und hat bald zwei Frauen im Sinn, von denen es wohl eine schwer treffen wird. Wer von beiden, das weiß man dann erst am Schluss.. dem richtigen Schluss dieses Mal. Und allein dieser Teil der Geschichte hat mich so unglaublich gefesselt und mit den kleinen Hinweisen zwischendurch auch wirklich beschäftigt. Eine neue, tolle Idee. Gekonnt umgesetzt.
Gefallen hat mir auch der Bezug zu Israel, das war eine für mich recht neue Welt und sehr interessant. Denn als drei Menschen einer jüdischen Gemeinde in Stockholm an einem Tag sterben, stellt sich die Frage ob es ein Hate Crime (Verbrechen aus Fremdenhass) oder etwas Persönliches war.
Die Reihe
Wie so oft in letzter Zeit ließ ich mich bei der Wahl des Buches von den „äußeren Faktoren“ (Cover, Teaser) leiten und musste dieses Buch einfach lesen. Als ich dann feststellte, dass dieser Band der 5. Band der Reihe um Fredrika Bergmann ist, war ich nicht abgeschreckt. Das Buch ist natürlich am besten, wenn man es auch wirklich nach den Vorgängern liest – da besteht kein Zweifel. Bei Reihen geht es ja immer auch um die Entwicklung der Charaktere, und bei so verschiedenen, vielschichtigen Ermittlerin ist Vorwissen sicher interessant. Trotzdem kann man dieses Buch problemlos auch ohne jegliches Vorwissen lesen. Gewisse Ereignisse aus der Vergangenheit werden angedeutet, und es klingt definitiv sehr interessant. Ich überlege, die anderen Teile nun auch zu lesen.
Was lernen wir daraus?
Ich habe diese neue, unglaublich gute Idee kennengelernt, die ich schon oben angesprochen habe. In Ansätzen war mir das schon über den Weg gelaufen, manchmal ist es einfach sehr gut für die Geschichte, wenn der Leser schon ganz am Anfang einen kleinen Vorgeschmack auf den Schluss bekommt. Ich erinnere mich da beispielsweise an „Totenhaus“, dort erfährt man gleich am Anfang das die Hauptperson irgendwann im Laufe der Geschichte mal irgendwo eingesperrt wird und zu verdursten droht. Hier ist das allerdings noch viel beser umgesetzt. Man nehme eines der grausamsten Szenarios, das man sich so vorstellen kann und lasse eine glückliche Frau auf dem Weg nach Hause sein, wo sie in genau das Szenario geraten wird. Und man gebe dem rätselnden Leser zwei Frauen, die diese Frau sein können. Dann werfe man über das (dicke) Buch hin immer mal wieder ein paar Hinweise in die Szenen herein.. schon hat man den Leser gefesselt. Natürlich ist das nicht so einfach, denn die beiden Frauen und das Schicksal der Familie wurden hier sehr gut in die Handlung eingebunden. Dieser Kniff hat mich als Leserin wirklich gekriegt und als Schreibende sehr beeindruckt. Es lässt sich allerdings nicht mal eben so in Geschichten einbinden, da muss schon alles passen.
Fazit
Ich vergebe, man ahnte es wohl schon, 5 Sterne. Ein fluffiger Schreibstil, ein zu jeder Zeit spannender Thriller mit Elementen eines Romans. Stockholm, Israel, Gegenwart, Vergangenheit, viele Betroffene Familien, viele Ermittler mit unterschiedlichen Hintergründen, viele Wendungen, ein gut zusammengesponnener Plot, Überraschungen und Kniffe. Ich bin begeistert, werde mir den Namen Kristina Ohlsson weit oben auf meiner To-Read-List notieren und empfehle sie sehr gern weiter!

PS: Hier gibt´s die Infos zum Buch auf der Verlagsseite, inklusive Informationen zu der Reihe (und Reihenfolge) und weiteren interessanten Sachen.

Rezension: Die Schattenbucht von Eric Berg (2016)

Schattenbucht Eric BergEine Frau springt ohne ersichtlichen Grund vom Balkon ihres Hauses. Der Selbstmordversuch misslingt und so kommt Psychologin Ina Bartholdy ins Spiel. Sie ist die behandelnde Ärztin der Bäckereiinhaberin und kann sich das Verhalten ihrer Patientin nicht erklären. Als sie die entlassene Frau zu Hause besucht, kommt ihr das Verhalten des Ehemannes stutzig. Sie beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Diese werden durch ihre Tochter erschwert, die sich nach Jahren beim Exmann auf einmal bei der Mutter einquartiert und die Schule abbrechen will.
Ziemlich schnell wird klar, dass dramatische Vorfälle 14 Monate vor dem Selbstmordversuch nicht nur die Bäckerin sondern auch viele andere Leute in eine sehr heikle Situation gebracht haben. Denn es hatte sich eine Gruppe Menschen zusammengeschlossen, um etwas Kriminelles durchzuziehen..

Stil, Machart, Meinung
Wie man schon an meiner Inhaltsangabe erkennen kann, haben wir hier zwei Zeitebenen. Einmal die Gegenwart ab dem Selbstmordversuch der Bäckersfrau, ab der dem Leser aus Sicht von Psychologin Ina Bartholdy die Ereignisse geschildert werden. Dann gibt es abwechselnd die Zeitebene „vor 14 Monaten“, die dem Leser nicht nur einen Wissensvorsprung gibt sondern auch viele Dinge schon erklärt.
Trotz der zwei Ebenen und dem Wissensvorsprung fragt man sich dann trotzdem immer noch so einiges, denn viele Fragen bleiben bis zum Schluss unbeantwortet. Die Mischung finde ich gelungen, es wird nicht neugierig und man gewinnt immer wieder neue Erkenntnisse und Zusammenhänge werden klar. Geschickte Cliffhanger am Ende und ein immer unheilvolleres Geschehen sorgen dafür, dass man das Buch schnell – und ohne Langeweile- gelesen hat.
Die Fragen, die sich aus dem Teaser auf der Buchrückseite ergeben, werden übrigens recht schnell geklärt. Deshalb kann ich hier mit weiterem Inhalt nicht spoilern, es würde einfach zu viel verraten..
Die Erzählweise ist erfrischend fluffig und locker, einige Gedankengänge und Dialoge sind humorvoll und die Mischung finde ich insgesamt sehr gelungen. Es gibt auch sehr schöne Sätze die ganz allgemeine Beobachtungen sehr schön umschreiben und das Potential zu erfolgreichen Zitaten haben, die im Zeitalter des Internets ja auf vielen Plattformen gern geteilt werden. Beispielsweise mein Favorit:

„Für den Bäcker war Literatur etwas Ähnliches wie ein Opossum: zwar wusste er, dass es existierte, aber er hatte weder je eines zu Gesicht bekommen noch die geringste Ahnung, wozu es überhaupt gut war“(S. 42)

Eine weitere Besonderheit ist, dass in diesem Buch irgendwie so ganz herrlich normale Charaktere in der genau richtigen Intensität gezeichnet wurden. Kein grandioser Gegenspieler gegen einen hochintelligenten oder höchstmerkwürdigen Kommissar, sondern einfach eine Geschichte mit vielen Menschen die blöde Fehler begehen, Probleme haben und überhaupt die Erkenntnis: Man sollte kriminelle Ideen wohl eher nicht in einer größeren Gruppe umsetzen, denn da kann an jeder Ecke etwas schiefgehen. Der Autor wirft hier auch einige moralische Fragen auf, ich habe an mehreren Stellen gedacht: „Was hätte ich da jetzt gemacht?“.

Fazit
Nachdem mir kein neuer Punkt zum Thema „was lernen wir daraus?“ einfällt und ich mich auch nicht wiederholen möchte, geht’s gleich zum Fazit. Ich vergebe gute 4 von 5 Sternen und werde mit Sicherheit ein weiteres Buch von Eric Berg lesen, der mich besonders mit der Schreibweise und dem Plot überzeugt hat. Die Schattenbucht ist das dritte Buch von Eric Berg, es scheint sich nicht um eine Reihe zu handeln und kann ohne Vorkenntnisse als ganze Geschichte gelesen werden. Ich empfehle es vor allem Fans von Kriminalromanen und Psychothrillern, kann es auf Grund der moralischen Fragestellungen und der vielen liebevoll gestalteten Charaktere aber auch einem Großteil von Romanlesern empfehlen, wenn das Thema denn Interesse weckt.

Details zum Buch gibt es hier!

Rezension: Zeit zum Sterben von Mark Billingham (Tom Thorne #13)

Mark Billingham Zeit zum SterbenMark Billingham, Tom Thorne.. ich hatte diese Namen wohl schon einmal gehört, aber noch nie etwas von Mark Billingham und über Tom Thorne gelesen. Mal wieder versuchte ich mich spontan an einem Quereinstieg an diese schon sehr etablierte Reihe, die laut Wikipedia mit „Zeit zum Sterben“ in die 13. Runde geht und mehrfach ausgezeichnet und von BBC verfilmt wurde.

Der Inhalt
Tom Thorne und seine Freundin Helen sind eigentlich gerade im Urlaub, als Helen in den Nachrichten über 2 vermisste Mädchen in einem kleinen englischen Dorf ihre Jugendfreundin als die Frau des mutmaßlichen Täters erkennt. Thorne hat wenig Lust, fährt aber mit. Helen steht sofort ihrer Jugendfreundin bei, die nach der dramatischen Festnahme ihres Mannes mit ihren zwei Kindern aus erster Ehe von der Polizei in einem Haus vor dem großen öffentlichen Interesse geschützt wird. Während seine Freundin sich um ihre alte Schulfreundin kümmert, muss Thorne die Zeit totschlagen und sucht den Mörder auf eigene Faust. Dabei kommt er der örtlichen Polizei in die Quere, die von seiner Hilfe nicht so begeistert ist. Als dann eine Leiche gefunden wird, sinkt die Hoffnung auf das Überleben des zweiten vermissten Mädchens – und die Zeit rennt..

Stil, Machart, Meinung
Zunächst einmal: Dieses Buch ist mit seinen 556 Seiten ein echter Schinken. Die Handlung an sich könnte man mit Sicherheit auch wesentlich kürzer erzählen, einiges ist etwas langatmig und es fließen viele Erzählstänge, Perspektiven und auch gesellschaftskritische Passagen mit ein. Der Erzählstil ist definitiv ausschmückend, aber nicht nervig oder überdramatisiert. Es passt im Gesamtbild alles gut zusammen, aber man muss sich auf dieses weit gesponnene Netz mit all ihren Perspektiven einlassen können. Ich hatte am Anfang etwas Probleme mit dem Einstieg und hätte auf einige Dinge verzichten können, fand den Plot am Ende jedoch sehr unterhaltsam, interessant und die Geschehnisse dann auch fesselnd.
Was das jetzt ein Thriller? Jein. Für mich ist ein Thriller zwar wie genau hier unter anderem auch eine Jagd nach einem Täter im Wettlauf gegen die Zeit, aber diese Geschichte hier kann auch ganz gut als Kriminalroman durchgehen. Ich als Agatha Christie- Fan freute mich besonders über das kleine Dorf, in dem die Geschichte spielt. Denn man hat hier eine kleine Gemeinschaft an Menschen, die einander kennen, gern tratschen und natürlich auch jeder ihre eigenen kleinen Probleme haben. Schnell wird klar, dass – sollte der Mann von Helens Freundin nicht der Täter sein- eine andere Person aus dem Umfeld des Dorfes für die Entführungen und den Mord verantwortlich sein muss. Whodunnit steht auf der Tagesordnung des Lesers, es geht also auch locker als Krimi durch. Noch dazu schimmert eine Menge Gesellschaftskritik durch die Zeilen und die intensive Beschäftigung mit vielen Charakteren verleiht dem ganzen auch etwas von einem Roman..
Der Autor hat sich Zeit gelassen, seine Figuren und den Plot wirken zu lassen. Er beschreibt viele Kleinigkeiten, von denen Einige wichtig sind und eine nur der intensiveren Beschreibung dienen. Besonders gelungen finde ich die verschiedenen Perspektiven, aus deren Sicht der Leser die Handlung aus mehreren wichtigen Blickwinkeln erfährt. Es gibt natürlich hauptsächlich Tom Thorne und Freundin Helen, aber auch das Opfer, den Täter und beispielsweise die zwei Stiefkinder des Verdächtigen als Perspektive. Billingham hat das gut gelöst und ausgewogen berichtet, der Leser tappt bis zum Ende im Dunkeln und kann sich selbst doch einiges zusammenreimen und hat am Ende sicherlich einige Verdächtige Dorfbewohner genauer im Visier..

Die Reihe
Wie schon berichtet ist „Zeit zum Sterben“ Teil 13 der weltweit etablierten Reihe. Natürlich empfiehlt es sich bei Reihen immer, am Anfang zu beginnen und so die Entwicklung der Personen etc. zu verfolgen. Trotzdem hat es mich hier nicht gestört, diese Geschichte unabhängig von der Reihe zu lesen. Man erfährt schon, dass es in der Vergangenheit ein schlimmes Ereignis auf einer Insel gegeben haben muss, ist als Quereinsteiger allerdings nicht voll informiert und wird so wohl zu den vorherigen Bänden gelockt. Trotzdem ist es für die eigentliche Geschichte unerheblich, ob man die Vergangenheit der Ermittler kennt. Einzig und allein die Person Helen wirkt hier relativ launisch und unsympathisch und ist sicherlich im Gesamtzusammenhang der Reihe netter als gedacht..

Was lernen wir daraus?
Man kann ein Buch sehr ausschmückend und detailliert schreiben, ohne Leser bis zum Ende hin zu verlieren. Dafür braucht man natürlich einen interessanten Fall mit vielen offenen Fragen und interessanten Personen, eine gute Schreibe und eventuell auch eine treue Fangemeinde. Trotzdem muss man sich als Autor auch überlegen, ob all die vielen Details zur Beschreibung von Personen und Geschehen auch wirklich notwendig sind. Ich lese ja lieber kurz und knackig, und so schreibe ich auch. Agatha Christie beispielsweise kommt bei ihren Verbrechen bei dem gleichen aufwendigen Plot und vielen Verdächtigen auf 1/5 der Seiten – und ich kann mir als Leser bei ihr jederzeit alles hervorragend vorstellen, weil sie einfach sehr treffend und anschaulich beschreiben konnte.
Perspektiven. Wie schon so oft aus der Lektüre gelernt, können verschiedene Perspektiven in der Erzählung bei der richtigen Anwendung unheimlich gut wirken. Dabei muss der Autor genau wissen, womit er den Leser fesselt und auf welchem Wissensstand er ihn gelangen lässt. Hier ist es gut gelungen.

Fazit

Ich gebe dem Buch noch knappe 4 Sterne. Für einen Thriller, der mir ja auf dem Cover versprochen wird, fand ich es zu langsam und zu vielschichtig erzählt. Als Krimiliebhaber war ich mit dem Dorf und verschiedenen Verdächtigen gut bedient, hätte es jedoch etwas wenig ausführlicher noch besser gefunden. Gelungen fand ich das zusätzliche Element der Kritik an einigen Facetten der menschlichen Natur (ich sage nur: Sensationsgeilheit..). Man ist gut unterhalten, wenn man sich auf die vielen Personen einlässt und sich auch eigene Gedanken macht, und am Ende hat man dann auch noch ein paar Muskeln mehr um die Handgelenke, weil man das schwere Buch dann doch ganz schön lange gehalten hat. Wer allerdings nur auf Action, Blutrünstiges und Leichenberge steht, der ist hier wohl an der falschen Stelle.

Informationen über den Autor und Details zum Buch gibt’s auf der Verlagsseite, einfach auf diesen Link klicken.

Rezension: Die Falle von Melanie Raabe

Die Falle Melanie RaabeZu schreiben, dass die Bestsellerautorin Linda Conrads zurückgezogen lebt, wäre untertrieben. Denn seit vor 11 Jahren ihre Schwester ermordet wurde, hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Linda schreibt Liebesromane und hat sich ihr Leben in ihrem netten Gefängnis mit ihrem Hund und einer Haushaltshilfe so nett wie möglich eingerichtet. Bis sie dann eines Tages im Fernsehen den Mann sieht, der ihre Schwester ermordet hat. Denn in der Tatnacht hatte sie den Mörder direkt nach dem Mord in der Wohnung der Schwester überrascht und das Gesicht natürlich nie vergessen.
Nach dem großen Schock macht sie sich nun daran, eine gut durchdachte und für sie sichere Falle zu stellen. Und der Köder ist sie selbst. Denn sie beschließt, ein Buch über den Mord zu schreiben, damit sie den Täter überführen kann. Ob alles genau so klappt wie geplant, ob der Mann wirklich der Mörder ist, ob ihre Erinnerung an die Tatnacht sie in die Irre führt und ob sie vielleicht doch ihr Haus verlassen muss, dass verrät das Buch und wird hier selbstverständlich nicht gespoilert!

Stil, Machart, Meinung
Melanie Raabe schreibt zwar fluffig, lässt aber auch viele Details einfließen. Regelmäßige Leser meines Blogs wissen sicherlich, dass ich kein großer Fan von Gelaber und gewollt kunstvollen und literarisch anspruchsvollem Schreibstil bin (man siehe nur eine der letzten Rezensionen: Friedrich Ani – der namenlose Tag). Dieser Schreibstil hier ist zwar ausführlich, stört mich aber nicht. Denn auch die Sätze, die nicht zwingend die Handlung vorantreiben, haben das gewisse Etwas. Ich mag die Schreibweise, denn sie ist frisch, schön und interessant.
Neben der Schreibweise ist für diese Geschichte wichtig, wie die Autorin auch den Leser in die Falle lockt und so Fragen aufwirft, die nach und nach beantwortet werden. Es ist nicht so, dass man jetzt vor Spannung umkommt oder dass die Welt untergeht, wenn der Killer nicht schnellstmöglich gefasst wird. Aber mit der intensiven Perspektive der Hauptdarstellerin wird der Plan zur Überführung des Mörders natürlich wichtig, und es wird psychologisch auch wirklich interessant und spannend.
Erwähnenswert ist auch, dass es in diesem Buch ein „Buch im Buch“ gibt. Denn die Hauptperson ist ja Autorin und versucht, den Killer mit ihrem neusten Buch in die Falle zu locken. Dafür schreibt sie „mal eben“ ein Buch und schildert darin den Mord, beschreibt ihre Schwester und man erfährt auch, wie sie selbst versuchte zu ermitteln und dann in ihrem Haus endete und nie mehr rauskam. Das Buch im Buch ist nicht komplett im Buch, sondern nur wichtige Ausschnitte.
Mir stellt sich die Frage, in welches Genre man diese Geschichte einordnen kann. Merkwürdigerweise steht auf dem Cover der gebundenen Ausgabe (s. hier) Roman, auf meiner Taschenbuchausgabe (s. Foto oben) jedoch Thriller. Was davon eher zutrifft, vermag ich nicht zu sagen. Für einen Roman geht es zu sehr in Richtung Krimi und Thriller. Ein Krimi hat für mich vor allem das Hauptthema „wer ist denn nun der Täter?“ und ein Thriller eher „wir jagen den Täter und es ist ein Wettlauf mit der Zeit“. Da mir die Unterscheidung sehr oft schwer fällt, einfach weil sie für mich auch sehr oft verwischt, möchte ich mich hier nicht festlegen. Es ist zunächst einmal ein Roman, indem eine Autorin ein Buch schreibt und ihre Erinnerung verarbeitet, von der sie sich auch nicht so 100%ig sicher ist. Dann wird es aber auch etwas Krimi und etwas Thriller, denn die Frage nach dem Mörder steht ebenso im Vordergrund wie das Katz- und Maus- Spiel. Wenn Thriller auf dem Buch steht, würde ich allerdings sagen, dass „Psychothriller“ es doch eher trifft. Mir ist es im Endeffekt egal, denn ich mag die Geschichte und ihre vielschichtigen Komponenten – auch ohne einen exakten Stempel aufdrücken zu können (und zu wollen).

Was lernen wir daraus? 
Man braucht nicht viel Action und eine Verfolgungsjagd nach der anderen – ein guter Thriller kann, wenn man es drauf hat, auch mit einem guten Plot und einer Hauptperson und ihrem Gegenspieler super auskommen. Es sind nicht mal viele Schauplätze nötig, in dieser Geschichte reicht eine Autorin aus, die ihr Haus nicht verlässt. Hier geht es um einen Mord in der Vergangenheit, den Auswirkungen dieses Mordes und einen perfiden Plan zur Ergreifung des Mörders.
Dieses Buch hat wieder einmal eines gezeigt: Wenn eine Person etwas wahrnimmt, dann ist das manchmal trotzdem ganz anders. Die subjektive Wahrnehmung der einen Person muss nicht der Realität entsprechen. Wenn ein Autor aus der Perspektive einer Person den Leser allerdings dazu bekommt, dieser Wahrnehmung zu glauben, dann kann der Leser hervorragend aufs Glatteis geführt werden..

Fazit 
Dieser Thriller kommt mit einem minimalistischen Setting aus und lässt besonders der Hauptperson und der Falle für den Mörder ihrer Schwester sehr viel Raum. Die Schreibe ist etwas ausschweifend aber sehr schön, es gibt Überraschungen, Wendungen und ich wollte zu jeder Zeit wissen, was denn da nun los ist. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternen und kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

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Rezension: Die Reinheit des Todes – Vincent Kliesch (Kern #1)

Die reinheit des Todes Vincent KlieschDer Putzteufel geht um! Leider nicht in meiner Wohnung, aber wenn man die mörderischen Nebenwirkungen der von ihm geschaffenen Reinheit bedenkt, dann ist das wohl auch ganz gut so. Denn der Kerl fängt erst an zu putzen, wenn er sein Opfer in der eigenen Wohnung getötet und nach eigenem Geschmack eingekleidet hat. Dann scheint er wirklich die ganze Nacht zu putzen. Und genau deshalb tappen die Ermittler schon länger im Dunkeln, es gibt einfach keinerlei verwertbare Spuren. Kommissar Kern wird ins Team gerufen, um frischen Wind in die Ermittlung zu bringen. Er hat allerdings auch einen kleinen Knacks von seiner letzten großen Ermittlung davon getragen, in der er einen fünffachen Mörder zwar aufspüren konnte – eine Verurteilung aber nicht gelang. Nun muss er zu alter Form zurückfinden und den Putzteufel finden. Nebenbei muss er sich dann auch noch seinem Gegenspieler stellen..

Stil, Machart, Meinung
Dieser Thriller steigt nicht bei Mord Nummer 1 ein, sondern gleich beim Dritten. Sofort befindet sich der Leser ohne weitere Umschweife am Tatort und erfährt geschickt alles, was er über den aktuellen Stand der Ermittlung wissen muss. Sofort erlebt man das Geschehen aus der Perspektive von Kommissar Kern, der Hauptperson.
Aber da gibt es noch andere Perspektiven, so wird man beispielsweise sehr früh aus der Perspektive des Mörders darüber informiert, was hinter den Taten steckt. Zunächst tappt man in äußerster Dunkelheit, nach und nach wird diese durch kleine Häppchen mit Informationen erhellt. Die Perspektive der Mutter des Mörders erklärt zusätzlich, dass der Täter ein Täter ist, weil er vorher Opfer war. Das finde ich sehr gelungen. Die Perspektiven vom guten und bösen Kerl sind bekannt und bewährt, aber diese weitere Ebene finde ich sehr gelungen!
Eine weitere Verwicklung, die noch mehr Würze in die Sache bringt, ist die Vergangenheit des Kommissars, die wieder ganz aktuell wird. Denn sein ehemaliger Widersacher, der 5fach-Mörder Tassilo, plant eine Buchveröffentlichung und möchte Kontakt mit Kommissar Kern aufnehmen. Der hat immer noch dran zu knabbern, dass der Mörder nicht hinter Gittern sitzt und hat deshalb schon seine Frau und seine Tochter verloren (sie sind ausgezogen). Nun muss er sich den vielen Presseanfragen stellen..
Ansonsten ist dieser Thriller sehr fluffig geschrieben. Der Plot ist sehr gut, die Personen sind allesamt sehr gut und lebhaft dargestellt und der Wettlauf gegen die Zeit schraubt die Spannung in die Höhe. Ich war fix durch und auch das Ende hat mich nicht enttäuscht.

Die Reihe
Dieses Buch ist das Thriller-Debüt von Vincent Kliesch aus dem Jahre 2010. Mittlerweile sind schon zwei weitere Bände der nun abgeschlossenen Trilogie erschienen, und zwar 2011 „Der Todeszauberer“ und 2012 „Der Prophet des Todes“. Damit ist die Reihe, in der es um Kommissar Kern und seinen Gegenspieler Tassilo geht, dann abgeschlossen.
Ich hatte übrigens zuvor schon den zweiten Band der nächsten Reihe um Severin Boesherz gelesen (hier die Rezension dazu!) und war begeistert, obwohl ich später eingestiegen war. Der Autor trifft meinen Geschmack und dieses Buch hier ist nicht das Ende meiner Lesebeziehung zu Vincent Kliesch..

Was lernen wir daraus?
Ich bin ein Fan von der Perspektive des bösen Buben, denn so erfährt man einiges über die Beweggründe und ist den Ermittlern gefühlt irgendwie einen Schritt voraus. Der Autor muss allerdings vorsichtig sein: Diese Perspektive darf nicht zu viel verraten! Vincent Kliesch hat sich hier entschieden, den Killer namentlich sofort zu nennen. Bei Krimis, in denen der Leser mit dem Ermittler den Killer aus einem abgegrenzten Personenkreis erraten muss oder bei Geschichten, in denen der Mörder gleichzeitig irgendwie bekannt ist, muss man das natürlich ganz vorsichtig machen: interessante Informationen geben, ohne die Identität zu verraten. In diesem Thriller hier finde ich besonders gelungen, dass die Perspektive der Mutter manchmal erwähnt wird. Denn dadurch sieht der Leser den Täter als Opfer, und es erschließt sich einiges.
Eine weitere Lektion erteilt dieser Thriller in Sachen „Gegenspieler“. Natürlich hat ein Ermittler in einem Thriller meist den Mörder als Gegenspieler, hier hat der Kommissar direkt mal zwei. Und das geht auch sehr gut, denn der eine Killer ist aus dem vergangenen Fall und der andere ist neu. Hier möchte ich nicht zu viel Spoilern, aber ich muss sagen: Ich bin gespannt, wie es mit dem Gegenspieler über die gesamte dreiteilige Reihe weitergeht, denn dieser ist sehr gekonnt in die Geschichte eingewoben und, sagen wir es mal so, nicht nur unsympathisch. Diese Graustufe ist gut ausbalanciert und bietet großes Potential.

Fazit
Ich gebe 4 Sterne und empfehle das Buch uneingeschränkt weiter. 5 Sterne hätten noch irgendwie einen ganz kleinen Tick mehr gebraucht, damit ich in absolute Begeisterung verfalle. Ein toller Thriller, super geschrieben, spannend, lebendige Figuren, gut gestalteter Plot und als Debütroman wirklich absolut vielversprechend. Kleine Anekdote am Rand: Nach dem ersten Viertel war ich tatsächlich inspiriert und habe erst einmal Küche und Badezimmer geschrubbt. Ein guter Nebeneffekt..!

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