Thriller-Rezension: Totenhaus von Bernhard Aichner -Unheilvoll und anders

Dieses Buch hier, das hat es in sich. Und das in vielen Punkten, meine Meinung ist mir selbst noch immer nicht ganz klar – vielleicht weiß ich nach meiner Rezension auch selbst mehr.

Ich fange erst einmal mit einer knappen Inhaltsangabe an:

Totenhaus - Bernhard AichnerBlum, eine Bestatterin mit fragwürdiger Kindheit, einem toten Mann und zwei kleinen Mädchen, traut ihren Augen kaum. Im Urlaub schlägt sie eine Zeitschrift auf und sieht sich selbst, aufgeschnitten und gruselig inszeniert als pinke Leiche auf einem Zebra. So einen Anblick erlebt man nicht alle Tage, sie ist schockiert und auch neugierig. Sie reist zu der Leichenausstellung, ähnlich den Körperwelten nur wesentlich abstrakter, und ist sich sicher: die tote Frau auf dem Zebra, das ist ihre Schwester. Auf den Spuren ihrer Schwester lernt sie interessante, nette und mysteriöse Menschen in einem leerstehenden Hotel (so wie bei Shining..) kennen. Parallel dazu werden bei einer Exhumierung auf einem Friedhof in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Natürlich wirft das Fragen auf und die Bestatterin wird zur Fahndung ausgeschrieben. Diese Bestatterin ist Blum, und nun ist sie auch noch auf der Flucht – und als wären das nicht schon genug Probleme, war das noch lange nicht alles..

Die Aufmachung, der Stil

Dieses Buch, ein Thriller, ist anders. Der Autor hat einen innovativen, einfach anderen Schreibstil. Er schreibt teilweise sehr knapp und aufs Wesentliche beschränkt, andererseits konzentriert er sich dann doch sehr auf Zwischentöne, Beobachtungen und auch philosophische Fragen. Diese Mischung finde ich super, denn gleichzeitig treibt er die Story voran und es liest sich flüssig. Aichner erzählt aus der Perspektive der Hauptperson, Blum, heraus.

Mit dem Anfang haut er außerdem direkt mal einen raus und den Leser vom Hocker. Hier verrät er nach der Kapitelüberschrift „3 Wochen später“ schon einmal, was passieren wird. Und damit macht er es sehr spannend, man will schon wissen wie die Person in die Situation kommt. Dadurch bekommt die ganze Story einen sehr düsteren, unheilvollen Unterton. Dieser treibt den Leser an und hält ihn bei der Stange, bis die Situation dann eintritt und es ab da noch rasanter zur Sache geht.

Die wörtliche Rede ist so schnörkellos wie das Cover. Es gibt keine Anführungszeichen. Es gibt nur Bindestriche, und diese kündigen an das nun die andere Person spricht. Es gibt Ausrufezeichen und Fragezeichen, Kommas und Punkte. Es gibt kein „er sagte“ oder „sie fragte“, es gibt nur das Gespräch, ganz nüchtern. Ich finde das sehr interessant. Unterhaltungen kommen in dieser Form immer mal wieder vor, aber auch nicht so oft. In einigen Abschnitten umgeht der Autor diese direkten Gespräche auch, indem er aus der Perspektive der Hauptperson berichtet, wer was sagt. Man weiß durch den Abschnitt davor immer, wer mit wem spricht. Ich habe erst gedacht, die Hauptperson ist mir wegen der schnörkellosen wörtlichen Rede so unsympathisch. Ich bin nun aber sicher, dass das nicht der Grund ist. In den meisten „er sagte“ und „sie sagte“ Unterhaltungen machen diese zusätzlichen Informationen die Charaktere ja auch nicht sympathischer. Wenn man die Unterhaltungen in dem Buch nun noch mit „sagte sie lächelnd“ oder „sagte die scherzend“ bestückt hätte, dann wäre mir Blum sicherlich sympathischer – aber ich bin sicher, so ist die Person nicht und das würde sie nicht tun.
Hier ein Beispiel der wörtlichen Rede in diesem Thriller:
Totenhaus-Doalog

Die Logik
..kommt mir in dieser Story mehr als einmal abhanden. Fragen wie „warum macht er das für sie?“, „warum klappt das jetzt so einfach?“ oder „was soll denn das?“ kamen mir mehrmals. Ich finde da manche Sachen etwas unlogisch. Die Motive der Hauptperson sind logisch, aber trotzdem bleibt auch hier die Frage „hätte man das jetzt nicht etwas galanter lösen können?“
Dadurch, dass mir bei manchen Personen und Entscheidungen die Logik etwas abhanden kommt, kann ich wohl auch mit der Geschichte und Entwicklung nicht so ganz klarkommen. Das hier näher auszuführen, wäre nur durch Spoilern möglich. Deshalb lasse ich es, denn vielleicht möchtest du das Buch ja selbst noch lesen.

Band 1
..vielleicht kommt mir die Logik des Öfteren abhanden, weil ich Band 1 nicht gelesen habe? Eventuell würde man Blum besser kennen, ihre Vergangenheit und ihre Motive? Ich bin mir nicht sicher, denn eigentlich ist diese Geschichte an sich abgeschlossen und lässt keine Fragen (außer den nach der Logik, manchmal) offen. Im Laufe der Geschichte klären sich Fragen, und ich finde es ganz angenehm das der Leser etwas ahnt und doch im Dunkeln tappt, um dann immer mehr Informationen zugeteilt zu bekommen. Ich tippe also, das mir die Hauptperson vielleicht etwas sympathischer wäre, hätte ich Band 1 gelesen. Andererseits sind mir ihre Motive und auch ihre Traumata schnell bewusst geworden, das gedankliche Problem des Anfreundens hatte ich gar nicht so direkt mit den Taten, sondern mit der Art und Weise. Hier will ich nicht vorgreifen, aber ich möchte anmerken das Band 2 eventuell besser ist, wenn man Band 2 gelesen hat. Das werde ich jetzt nicht mehr herausfinden, denn Band 1 möchte ich nicht unbedingt noch lesen.

Der philosophische, rote Faden

In diesem Buch blitzt anhand von verschiedenen Personen, besonders Tätern und Opfern, immer wieder die Frage der Vergleichbarkeit von Taten und Schuld auf. Ich finde das sehr interessant. Hier möchte ich dem Buch nicht spoilerhaft vorgreifen, also bleibe ich sehr allgemein: Ist ein Mörder weniger schuldig, wenn er böse Menschen umbringt? Ist ein Mensch schlechter, wenn er unschuldige Tiere umbringt oder wenn er Mörder umbringt? Ist ein Mensch schlechter, wenn er Tote nach deren Willen skurril präpariert und dann mit dieser merkwürdigen Art der Kunst Geld verdient? Ich finde die Vergleiche in diesem Buch sehr interessant. Die Hauptperson setzt sich mit diesen Fragen gezwungenermaßen auseinander, und das finde ich wirklich sehr gut gemacht.

Wer sollte dieses Buch lesen?

Auf jeden Fall nur Erwachsene. Frauen und Männer gleichermaßen. Leser, die in punkto Stilmittel nicht total festgefahren und festgelegt sind. Menschen, die sich für diese Schuldfrage interessieren. Und Menschen, die eine Story nicht an jeder Stelle auf Logik hin hinterfragen sondern lieber einfach alles hinnehmen.

Hier der Link zum Buch bei Amazon mit genaueren Angaben, bitte aufs Buch klicken:

Was lernt man daraus?
Ich habe die Besonderheiten ja schon genannt. In einer Leserunde habe ich mitbekommen, wieviele Leser von den Dialogen nicht angetan waren. Wer also Mut zur Veränderung hat, hat es als Autor mit diesem Stilmittel nicht so leicht. Alles andere habe ich ja schon erwähnt, ich würde nicht so viele Lücken in punkto Logik lassen und noch dazu eine größere Verbindung zwischen Leser und Hauptperson entstehen lassen. Dabei muss sie kein langweiliger Gutmensch sein, sondern kann ruhig auch Leichen im Keller haben (hier im wahrsten Sinne des Wortes). Aber für mich war es zu viel unfreundlichkeit auf der einen- und zu viel Gejammere auf der anderen Seite. Hier hätte eine andere Mischung mich sicherlich mehr angesprochen. Trotzdem finde ich es gut, mal vom altbewährten Schema abzuweichen. Mal was anderes probieren, einen ganz eigenen Stil entwickelt und eine eigene Schreibe entwickeln. Das ist doch was.

Mein Fazit

Wer die gesamte Rezension gelesen hat, der wird es schon gemerkt haben: Ich selbst weiß auch nicht so recht, was ich für einen Gesamteindruck habe. Einige Sachen finde ich wirklich gut. Dazu gehören die innovative Schreibweise, die Darstellung von Gesprächen, den Anfang und besonders die Frage nach dem Vergleich der Schuld. Die Story selbst jedoch, die hat bei mir so manche Fragen aufgeworfen und war an einigen Stellen etwas unbefriedigend. Dass man sich als Leser permanent fragt „kann sie dem Kerl jetzt trauen?“ ist ganz nett gemacht. Die Hauptperson ist mir jedoch nicht so ganz sympathisch. Unsympathisch ist sie mir manchmal, aber ihre Beweggründe verstehe ich tatsächlich. Die Story ist an manchen Stellen etwas abgeflacht, lebt aber auch an diesen Stellen von dieser permanenten unheilvollen Stimmung der Geschichte. Es ist kein klassischer Pageturner, ich habe es nicht in einem Stück durchgelesen sondern vergleichsweise lange und mit vielen Unterbrechungen gelesen. Gestern Abend habe ich dann lieber Lost geguckt, als endlich das Ende zu lesen. Es lebt eher von der unterschwelligen, unheilvollen Spannung und man will schon noch wissen wie diese Story endet – aber in meinem Fall musste das nicht unbedingt sofort sein..

Und nun, Hand aufs Leserherz: Würde ich Teil 3 lesen? Ehrlich gesagt, ich glaube nicht. Vielleicht würde ich noch einmal eine Chance geben wegen der etwas anderen Elemente im Stil des Autors, aber irgendwie sehe ich das nicht kommen. Es wäre wohl alles leichter, wenn man die Hauptperson ins Herz geschlossen hätte, aber ehrlich gesagt wäre sie in einer Heilanstalt besser aufgehoben als in Band 3 in Freiheit..

Da dieses Buch die Geister ja sehr zu scheiden scheint, bin ich auf Kommentare und Feedback sehr gespannt! Ich vergebe jedenfalls unsichere 3 Sterne. Manchen Lesern wird es sicherlich sehr gefallen, andere werden es in die Ecke werfen..

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Rezension: Der tote am Gletscher von Lenz Koppelstätter – Ein Regionalkrimi mit Ötzi

Der Inhalt:
In dem Südtirol-Krimi auf dem KiWi-Verlag ermittelt Commissario Grauner mit seinem Kollegen Saltapepe. So recht viel war in letzter Zeit nicht los, aber dann wird im Scharlstal kurz vor Weihnachten plötzlich eine Leiche entdeckt. Skipisten Toni muss bei der Entdeckung fast selbst dran glauben und rennt schreiend ins Dorf. Ganz in der Nähe würde vor einiger Zeit auch die berühmte Steinzeitmumie Ötzi entdeckt. Und der Zusammenhang zwischen den beiden Leichen scheint noch etwas größer zu sein, denn der Tote wurde mit einem Pfeil getötet, der einer von Ötzis Pfeilen gewesen sein könnte. Auch die Lebensweise des Toten wirft Rätsel auf, denn der „Sattler Peppi“ hatte es sich in einer wenig wohnlichen Höhle im Wald als Einsiedler bequem gemacht und hinterließ ein paar merkwürdige Hinweise und eine faszinierende Ex-Frau..

Der Stil, die Aufmachung

Dieser Krimi ist ein Regionalkrimi. Ich finde Regionalkrimis immer toll, wenn die richtige Mischung zwischen Lokalkolorit und Handlung gefunden wird. In dieser Geschichte nimmt das Wort Regional im Begriff Regionalkrimi allerdings einen so großen Raum ein, dass man für die erste Hälfte des Krimis auch „Reiseführer für Südtirol mit einem Hauch bizarren Ötzi-Krimis“ als Bezeichnung etablieren könnte. Einige regionale Schilderungen sind echt interessant, andere nerven mich und nehmen zu viel Raum ein. Bei mehreren Büchern, die ich zuvor rezensiert habe, war die Mischung zwischen Regionalkrimi und spannendem Krimi beispielsweise perfekt: Mainleid, Herzsammler, Beisha -Getötet, Bullet Schach.

Dieser Regionalkrimi ist auch ein Ötzi-Krimi. Ich denke, jeder der sich für den Ötzi-Fund interessiert, muss dieses Buch lesen. Da führt eigentlich gar kein Weg dran vorbei. Es geht in diesem Buch um Ötzi, und zwar nicht mal kurz nebenher. Teilweise spielt die Handlung im Museum, in dem Ötzi liegt. Die aktuelle Leiche auf dem Gletscher hat auch etwas mit der vorherigen Leiche (Ötzi) zu tun. Ich hatte da bis jetzt eher wenig Interesse, aber mal ein bisschen was gehört. Als Ötzi gefunden wurde, war ich ja schließlich noch ein Kind. Daher finde ich es ganz gut, nun mal etwas Wissen zu diesem Thema erworben zu haben.

Der Regional-Ötzi-Krimi ist mit zwei Hauptsträngen interessant kombiniert: Auf der einen Seite gibt’s eine Menge Dorfklatsch und die kleinen zwischenmenschlichen Probleme in der Dorfgemeinschaft. Auf der anderen Seite geht es mit dem Ötzi-Fund und dadurch mit Archäologie und internationalem Kunsthandel dann geschichtlich und international zu. Das finde ich gut gemacht.
Der Krimi ist schon irgendwie klassisch, man lernt eine Menge Personen kennen und muss diese schon irgendwie einordnen. So ein richtiges Miträtseln wie in den klassischen Agatha Christie Krimis oder meiner Neuentdeckung vom letzten Blogeintrag, Mainleid von Anja Mäderer, kommt irgendwie nicht auf, dafür ist das Feld zu weit und die Informationen zu lückenhaft.

Die Geschichte selbst nimmt für mich viel zu langsam Fahrt auf, wohl gerade durch die massigen Nebeninformationen zu regionalen Gegebenheiten. Ich hatte zwischenzeitlich keine große Lust weiterzulesen und habe erst einmal ein anderes Buch begonnen. Das einzige, was den gutmütigen Leser bei der Stange hält, ist der skurrile Mord auf dem Gletscher. Wieso liegt nahe der Ötzi-Fundstelle ein komischer Kauz, der ein Einsiedlerleben im Wald führte, mit einer uralten Pfeilspitze im Nacken im Schnee? Und die Frage, ob es noch besser wird, interessierte mich natürlich auch.

Ein guter Ansatz bei der Geschichte sind die beiden Ermittler Grauner und Saltapepe. Sie sind wirklich so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Der einheimische Kommissar betreibt neben seinem eher eintönigen Job (wenn nicht gerade eine Leiche am Glescher auftaucht) einen Bauenhof und ist mit seinem Landleben sehr zufrieden. Saltapepe hingegen wurde aus Neapel strafversetzt und hat Probleme mit der Sprache, der Langeweile und will eigentlich viel lieber Mafiosi hinter Schloss und Riegel bringen. Die Gegensätze ziehen sich durch die Geschichte, der eine isst um Punkt 12 Uhr Mittag, der andere niemals vor 13 Uhr. Der eine will Knödel mit Haxn, der andere Saltimbocca. Diese Gegensätze sind lustig und bei der Ermittlung auch interessant. Jeder hat Vor- und Nachteile.

Die Nebenfiguren sind auch gut gemacht. Vom Skipisten- Toni bis hin zum unsympathischen Bürgermeister sind die Charaktere alle irgendwie klischeehaft und doch originell dargestellt, ich denke jeder kennt zu den Charakteren in der Geschichte auch jemanden aus seinem Umfeld, der so ähnlich ist.

Was lernen wir daraus?

-Regionalkrimis. Sie sind was tolles, denn wenn eine spannende Geschichte in einem stimmigen Flair spielt, dann macht das Lesen einfach Spaß. Ich lerne auch gern andere Umgebungen, Städte und Länder kennen und bin interessiert an den Eigenarten. Wenn es allerdings zu überladen rüberkommt und der Geschichte nicht dienlich ist, dann schreckt es mich ab. Wenn man in seine Geschichte in einer bestimmten, genau definierten und real existierenden Umgebung schreibt, dann sollte man die richtige Mischung finden und das Ganze auch durchziehen. Wenn in München alle Menschen „Moin“ zur Begrüßung sagen, dann stimmt da was nicht. Letzteres hat dieses Buch erfüllt, es scheint stimmig – aber es ist einfach zu viel. In diesem Sinne: die Mischung machts!

-Ermittlerduos sind schon lange im Trend und werden es wohl noch lange sein. Dieser Krimi hier ist ein gutes Beispiel für eine explosive, aber erfolgreiche Kombination zweier Ermittler. Da steckt Potential drin! So etwas muss man finden, und diese zwei unterschiedlichen Charaktere sollten auch beide auf ihrer Art zur Lösung des Falles beitragen, finde ich.

Fazit

Ich bin mir unsicher, ob ich einen weiteren Fall der beiden Ermittler Grauner/Saltapepe lesen würde. Wahrscheinlich eher nicht. Die Ermittler selbst fand ich toll, der Mordfall war auch nicht schlecht. Aber der bis zur Hälfte des Buches andauernde, sehr schleppende Anfang machte es mir wirklich schwer. An Ende nahm die Geschichte dann Fahrt auf, aber so ein richtiges Lesevergnügen mit nervenzerreißender Spannung, das ist dann doch noch etwas anderes. Für Leser aus dieser Region und solchen, die an Ötzi interessiert sind, ist dieses Buch wahrscheinlich ein 5Sterne Geheimtipp. Ich jedoch vergebe 3 von 5 Sternen für diese Ötzi-Mordgeschichte.

Liebster Blog Award

Die liebe NANA – FKB hat mich zum Liebsten Blog Award nominiert, danke dafür! Was das war, wusste ich vorher nicht. Aber da kann man sich ja informieren, und es klingt ganz spaßig. Die Regeln findet ihr auf Nana´s Blog: Hier klicken!
Hier sind nun meine Antworten auf die Fragen von Nana, ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen:

Was machst du in deiner Freizeit am liebsten (abgesehen von lesen)?

Ich schreibe auch sehr gern, vor allem meinen ersten Krimi „An Teufels Küste“ oder auch gern mal Kurzgeschichten und natürlich Rezensionen auf diesem Blog. Ich spiele und schaue ausserdem gern Basketball, verbringe Zeit mit Freunden, schaue TV-Serien, bin gern in der Natur.. und vieles mehr.

Warum bloggst du gerne?

Ich bin noch nicht so lange dabei, aber es macht einfach Spaß. Zuerst wollte ich nur übers Schreiben schreiben, aber da waren gar nicht so viele interessante Themen und ich musste immer so unter Zwang überlegen, damit endlich mal ein neuer Beitrag kommt. Dann habe ich ein so schlechtes Buch gelesen, dass ich darüber geschrieben habe. Denn auch aus einem schlechten Buch kann man ja ein gutes Beispiel machen und so etwas draus lernen..
Nun schreibe ich gern Rezensionen, denn wenn man so eine Rezension schreibt dann wird einem auch in Bezug auf das gerade gelesene Buch noch einmal einiges klar – und auch beim Lesen fällt einem mehr auf. Dieser Blickwinkel hilft mir unheimlich beim Schreiben der eigenen Geschichten. Es macht mir außerdem Freude, guten Autoren auch gutes Feedback zu geben. Durch die Rezensionen bekommt man auch immer neue Kontakte zu Gleichgesinnten, und das macht natürlich sehr viel Spaß.

Sommer oder Winter? Und warum?

Schwierige Frage! Eigentlich würd ich ja sofort „Sommer“ rufen. Sonne, Strand, Flipflops, Eis, Sommernächte im Garten, Lesen in der Sonne und einfach gute Laune. Aber irgendwie haben so Wintertage doch auch was Schönes, auf der Couch eingekuschelt mit einer Tasse Tee..

Warst du oder wirst du im Sommer noch wegfahren? Wenn ja, wohin?

Bei mir ist das im Moment so eine Sache. Ich habe keine Ahnung wohin es meinen Verlobten wann verschlagen wird, beruflich. Das kann überall sein, und vorher wollen wir noch „schnell mal eben“ heiraten. Daher ist an Urlaub gerade nicht zu denken, aber vielleicht wohne ich dafür in ein paar Wochen auch schon ganz woanders – das ist ja definitiv auch unter wegfahren zu verstehen. Sicher ist nur, dass ich in den Hafen der Ehe fahren werde. Und das relativ spontan, demnächst.

Was ist dein Lieblingsfilm? Warum gefällt er dir so gut?

Ich finde immer mal wieder einen Film gut und bin da sehr begeisterungsfähig, aber meine „Evergreens“ sind Die fabelhafte Welt der Amelie, Pappa ante Portas (Loriot) und Save the last dance. Diese Filme könnte ich immer wieder anschauen. Im Moment haben es mir allerdings viele Serien angetan, da wird man dann ja auch leicht süchtig..

Hast du einen Lieblingsschauspieler/eine Lieblingsschauspielerin?

Nein. Da fällt mir Niemand ein. Natürlich findet man ein paar Kerle ganz gutaussehend, findet einige Charaktere aus Serien sympathisch oder denkt manchmal „wow, was für eine Leistung“. Aber ich interessiere mich grundsätzlich eher nicht für den ganzen Tratsch und Klatsch um die Schauspieler, und ich denke das würde man bei einem Lieblingsschauspieler wohl tun?!

Hast du ein bestimmtes Ritual vor dem Schlafengehen?

Viel Zeit für ein Ritual bleibt da nicht. Wenn ich müde bin und das Bett berühre, gibt es nur ein sehr geringes Zeitfenster für Rituale. Wenn ich nicht müde bin schaue ich fern oder lese.

Was machst du als erstes, nachdem du aufwachst?

In den meisten Fällen werde ich aufgeweckt, die Katze hat die Nase da deutlich vorne und ist schon vor dem Wecker aktiv. Entweder fluche ich also, da die Katze mich so früh anmauzt oder streichle die Katze, die so unglaublich begeistert ist weil ich endlich wach bin. Dann wird der Fernseher angeschaltet, meistens Frühstücksfernsehen, und das iPad in die Hand genommen. Emails checken usw., wenn Zeit ist vielleicht auch noch etwas spielen (so anspruchsvolle Dinge wie Candy Crush etc… zum wachwerden). Dann gibt’s meist Schokolade, darauf habe ich morgens immer als erstes Hunger. Ja, ich weiß…

Was ist deine Lieblingssüßigkeit?

Hach, da gibt es so viele Leckereien.. im Moment sind die Milka Choco Break´s bei mir ganz hoch im Kurs, die mit Leinsamen und Hafer. Ein Traum! Gern esse ich allerdings auch Kinder Schokobons, Pickups, sämtliche Kekse und Kuchen.. ach einfach alles. Da Süßigkeiten mein einziges Laster sind, schlage ich da auch immer gern zu. Dafür rauche ich nicht und trinke nur selten Alkohol..

Sammelst du etwas?

Kalorien (s. vorherige Frage), Bücher, Nagellacke (unfreiwillig, es gibt immer so schöne Farben, da nehme ich oft mal eine mit und habe mittlerweile eine große Sammlung) und wie jede Frau wohl auch Taschen und Schuhe. Ideen sammle ich auch, für alles Mögliche.

Wie bist du auf deinen Blog-Namen gekommen?

Ich war vorher auf blog.de, aber das wird Ende des Jahres geschlossen. Dort war ich als Benutzer „Tipperin“ und der Blog hieß „Tiptease“. Denn mein Tippen sollte ja zum Schreiben animieren und natürlich auch auf meinen Krimi neugierig machen. Hier auf WordPress war Tipperin schon vergeben, da habe ich dann halt einen passenden Artikel dazu getippt. Der Blogname „Die Tipperin schreibt, liest und freut sich“ kam dann so spontan direkt nach dem Umzug – da ist noch Luft nach oben, aber etwas ganz kreatives fiel mir noch nicht ein. Tippen an sich, das mache ich ja auf jeden Fall auf meinem Blog.. so heiße ich auch bei Twitter.

So, und jetzt meine Fragen. Einige sind vielleicht nicht neu, andere hingegen etwas merkwürdig. Aber du musst ja jetzt mit deinen Antworten etwas Tolles draus zaubern, und ich glaube das wird gut!

1. Taschenbuch oder Hardcover? Warum
2. Welcher Songtitel beschreibt dein Leben gerade ganz gut?
3. Das schlechteste Buch, was du jemals gelesen hast?
4. Liest du auch ein schlechtes Buch bis zum Ende?
5. Wie stehst du zu Ebooks?
6. Was ist dein Lieblingsgenre?
7. Wenn du ein Fernsehsender wärst… Welcher wärst du? Warum?
8. Wo liegt für dich der Unterschied zwischen Krimi und Thriller? Was ist besser?
9. Was ist dein Lieblingssport? Betreibst du den Sport auch oder schaust du nur?
10. Welche TV-Serie hat dich bis jetzt am meisten gefesselt?
11. Was an deinem Leben würdest du ändern, wenn du es mal eben so und ohne Konsequenzen tun könntest?

Die von mir nominierten und gleichzeitig sehr lesenswerten Blogs sind:
The Private Readers
Angis Bücherkiste
Buchstütze
Evanesca Feuerblut
Wortwichtel
Baronesslesen

Viel Spaß beim beantworten wünsche ich euch, lustige und interessante Kommentare auf meine Fragen und Antworten wünsche ich mir 🙂

Rezension: Beisha – Getötet von Matthias Matting. Mal etwas ganz anderes!

Wir springen direkt zum Inhalt:

ein schönes Cover -leider etwas dunkel.

ein schönes Cover -leider etwas dunkel.

Als Dao in Shanghai ankommt, ist sie sehr beunruhigt. Ihre beste Freundin Tranh hat nicht wie immer und vereinbart eine SMS geschrieben. Etwas stimmt nicht. Sie fährt zur Wohnung und findet dort ein Siegel der Polizei an der Wohnungstür, denn Tranh ist tot. Sie ist einem bestialischen Killer zum Opfer gefallen. Tranh war Prostituierte, als die Polizei an den Tatort kam war der Exfreund noch da und wurde sofort festgenommen. Da sich bei der Polizei sonst niemand für den Tod ihrer Freundin zu interessieren scheint, erkundigt Dao sich auf eigene Faust nach ihrer Freundin und besucht auch den Exfreund Jörg im Gefängnis.

Doch dann wird eine weitere Prostituierte umgebracht, während der mutmaßliche Täter im Gefängnis sitzt. Dao versucht nun, den Killer zu finden. Dabei hat sie als Prostituierte ganz andere Methoden als die Polizei. Bald hat sie eine heiße Spur. Vielleicht etwas zu heiß, es wird brandgefährlich.

Der Stil, die Aufmachung

Dieser Krimi vom deutschen Autor Matthias Matting ist mal etwas ganz anderes. Die Geschichte spielt in Shanghai, es geht direkt in der ersten Szene zur Sache. Daher gleich zu Beginn: Dieses Buch ist nichts für zarte Nerven. Recht detaillierte Beschreibungen der Morde, und die sind nicht unblutig, sind genau so erschreckend wie auch stellenweise die Gedanken des Täters. Man erfährt außerdem Details aus der Vergangenheit der beiden Freundinnen, die wirklich erschreckend sind. Dadurch erklärt sich auch, wie eng die beiden Mädchen befreundet sind und was sie durchlitten haben.
Am Anfang waren es mir etwas viele detaillierte Gedanken und dafür zu wenig Spannung – was an mir liegen dürfte, denn die Gedanken betrafen den brutalen Mord an Tranh. Ich stehe auf knackig kurze Beschreibungen und so, aber ich kann dem Buch jetzt auch nicht vorwerfen das diese Knackigkeit fehlt.

Sehr gut gefallen hat mir, das dieser Krimi in einer ganz anderen, mir komplett unbekannten Welt spielt. Ich war noch nie in Shanghai und habe weder dort noch hier etwas mit dem Prostituierten-Milieu zu tun. Man erfährt einiges aus diesen anderen Welten, beispielsweise über die Arbeit als Prostituierte oder auch die Unterschiede, die in Shanghai zwischen den verschiedenen Einwohnern gemacht werden. Die Herangehensweise zur Lösung des Mordfalles ist hier eine ganz andere, denn wir haben nicht wie so oft Polizeibeamte als Ermittler. Die beste Freundin des Mordopfers löst hier den Fall, für den sich die Behörden sonst eher wenig interessieren –wahrscheinlich weil das Opfer „nur“ eine Prostituierte war. Und natürlich löst sie den Fall nicht durch die Ermittlungsmethoden, die der Polizei zur Verfügung stehen – hat aber auch andererseits nicht die Beschränkungen durch das Gesetz, die damit einhergehen.

Das Buch setzt sich ferner dadurch ab, das an manchen Stellen Illustrationen zu sehen sind. Diese nehmen dann ungefähr 1/3 der jeweiligen Seite ein und zeigen Szenen, die man gerade gelesen hat als kunstvolles Bild. Sie sind schwarz-weiss, und ich dachte mir immer: müssen die in Farbe toll aussehen! Auf der Website zum Buch habe ich die Illustrationen dann in Farbe gesehen, und ich hatte recht.

Ein kleines Manko, welches mich nicht sonderlich stört aber doch an manchen Stellen aufgefallen ist, sind ein paar kleine Flüchtigkeitsfehler. Vielleicht sind es auch Formatierungsfehler, denn das Buch wurde im Selbstverlag über Create Space veröffentlicht. An einer Stelle wurde beispielsweise aus „mir“ ein „mit“. Mich selbst stört es nicht groß, denn man weiß an jeder Stelle was gemeint ist und es kommt auch nicht oft vor. Eine Sache habe ich hier mal abfotografiert, die weist ja eher auf einen Formatierungsfehler hin:
Textstelle mit Fehler

Ansonsten möchte ich anmerken, dass das Buch sehr über Create Space sehr gut gelungen ist, mir gefällt besonders die Schriftart und auch die chinesischen Zeichen zu Beginn der Kapitel, hinter den Text gelegt. Es ist einfach mal eine ganz andere Gestaltung und es gefällt mir. Das Bild auf dem Cover finde ich auch super, allerdings etwas dunkel geraten.

Zielgruppe

Der Krimi kann sich definitiv auch Thriller nennen (die Unterscheidung ist da ja immer so fließend). Es ist kein Klassischer „Whodunnit“ Krimi, weist aber auch davon einige Züge auf. Ich denke, wer auf Krimis und Thriller mit „etwas mehr Blut“ steht, ist hier gut beraten. Ein bisschen Rätseln und überraschende Wendungen sind auch dabei. Wer mal einen Einblick in die Welt von Prostituierten werfen möchte und nebenbei gern Krimis liest, kommt hier auch voll auf seine Kosten. Das Buch ist laut Homepage (http://www.beisha-getoetet.de) ab 18 Jahren, und das würde ich so auch unterschreiben. Für alle die es schon gelesen haben. Komischerweise am meisten geschüttelt hat es mich am Ende, Stichwort: Korkenzieher. Die Website zum Buch kann ich auch empfehlen, sie vermittelt schnell einen Überblick und es gibt auch einen Trailer.

Wo gibt’s das Buch in welcher Form?

Das Buch ist bei Amazon als Ebook für 3,99€ erhältlich und in gedruckter Form für 9,99€ als Taschenbuch. Das Taschenbuch ist 184 Seiten lang und in der vergleichsweise dünnen Form ein perfekter Begleiter für unterwegs. Ich habe es auf einer langen Zugfahrt in einem (durch dreimaliges Umsteigen unterbrochenem) Schwung durchgelesen. Hier der Link zu Amazon, bitte aufs Bild klicken:

Fazit

Das Buch ist vergleichsweise schnell gelesen und spannend. Es entführt den Leser in gleich zwei andere Welten (Shanghai und die Welt der Prostituierten) und weist neben brutalen Szenen und Spannung auch Elemente eines Klassischen Krimis auf. Die Mischung ist gut gewählt, ich habe das Lesen genossen. Wie schon gesagt: Es ist mal was anderes, aber das mit vielen bewährten Elementen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch an alle über 18, die in die von mir kurz umrissene Zielgruppe einigermaßen passen.

PS: die Kategorie „was habe ich daraus gelernt“ bleibt heute aus, denn da fällt mir nichts weiter ein. Man muss es ja auch nicht erzwingen..

Rezension: Mainleid von Anja Mäderer – Mord in Würzburg

Mainleid Würzburg Krimi

Mainleid Würzburg Krimi

Ich muss es ehrlich sagen: Das Buch hätte mich in einer Buchhandlung oder beim Onlinekauf niemals angesprochen. Das Foto auf dem Cover ist zwar schön und vermittelt eine interessante Atmosphäre und auch der Titel ist toll, aber es hätte mein Interesse niemals soweit erweckt, dass ich es mir näher angesehen hatte. Durch eine Lovelybooks- Leserunde bin ich dann doch auf das Buch aufmerksam geworden und sehr froh, diese Geschichte nicht verpasst zu haben.

Der Inhalt

Im Würzburger Ringpark wird die Studentin Connie tot auf einer Parkbank gefunden. Sie wurde mit einer Flasche eines teuren und seltenen Würzburger Weins erschlagen und dann kunstvoll an der Bank drapiert.
Die Kommissare Nadja und Peter wollen vor ihrem Dienstantritt im neuen Revier in Würzburg erst einmal auf Wohnungssuche gehen, müssen nun aber sofort zum Tatort und den Fall übernehmen. Dort treffen sie auf einen sehr amüsanten Pathologen und den direkten Vorgesetzten, der Nadja direkt die Leitung der Ermittlung überträgt. Auch der Rest des Teams macht gleich einen netten Eindruck.
Der Fall jedenfalls, ist keiner der leichten Fälle. Es gibt viele Verdächtige, zum Beispiel den Freund der Toten oder die beiden Mitbewohnerinnen. Dann ist da noch der Spanisch-Stammtisch von Connie, und auch da ist jeder verdächtig. Oder war es ein Unbekannter, der wahllos sein Unwesen treibt?

Der Stil, die Aufmachung

Ich kannte die Autorin bis zu diesem Buch nicht, aber ich werde mir diesen Namen merken! Denn Anja Mäderer hat einen Schreibstil, der mir wirklich sehr gut gefällt. Es liest sich flüssig und spannend, die Beschreibungen und Dialoge sind genau nach meinem Geschmack (nicht zu lang oder zu kurz sondern genau richtig). Besonders positiv aufgefallen ist mir der Humor, der unterschwellig in den Sätzen aber auch ganz offensichtlich in den Dialogen zu finden ist. Ein paar Beispiele:

„Nadja schüttelte den Kopf. »Ich kann es nicht glauben. Wer erschlägt denn eine Studentin im Park mit einem Luxusartikel?«
Peter murmelte zustimmend: »Was für eine Vergeudung!«, ließ dabei aber offen, ob er den Wein oder das Mädchen meinte.“

„Er sah aus wie James Dean in seinen besten Zeiten, die ja nicht gerade lange angedauert hatten.“

„Ich war in Gerbrunn, weil ich bei einer Kommilitonin zum Essen eingeladen war. Später bekundete sie dann nicht nur Appetit auf die Steaks, sondern auch auf mich.“

Die Story an sich hat bei mir gepunktet, weil sie mich an meine Lieblingsautorin Agatha Christie erinnert. Wir haben einen Mord, mehrere Verdächtige und die Autorin führt den Leser mit Hinweisen und Bemerkungen immer mal wieder in die Irre. Man kann gedanklich eigene Ermittlungen anstellen, sich also überlegen wer der Täter sein könnte. Ich bin kein Fan von Kriminalfällen, die überwiegend durch Laboranalysen gelöst werden. Mir geht es eher um die „kleinen grauen Zellen“, wie Hercule Poirot sagen würde. Hier bekommt man durch Verhöre und andere Ermittlungsarbeiten einen immer genaueren Eindruck der Verdächtigen und auch des Opfers, man ist immer mehr in der Geschichte drin und macht sich seine eigenen Gedanken.
Die Spannung ist direkt von der ersten Seite an gegeben und es wird nie langweilig, ich hatte zwar wenig Zeit habe aber immer sofort nach der Arbeit angefangen zu lesen.

Das Ermittler-Team ist sehr interessant dargestellt, die privaten Geschichten der Ermittler nehmen einen Platz in der Geschichte ein, den ich als „genau richtig“ empfinde. Bei der Kommissarin gibt es anscheinend ein dramatisches Geschehnis welches zur Versetzung geführt hat. Von diesem erfährt man immer mal wieder häppchenweise ein bisschen, ganz am Schluss wird es dann aufgelöst. Kollege Peter, die zweite Hauptperson seitens der Ermittler in diesem Buch, hat auch ein paar Probleme in seinem Privatleben. Der Gerichtsmediziner ist auch wirklich eine tolle Figur, er entspricht sogar nicht der stereotypen Vorstellung dieses Berufszweiges. Die anderen Ermittler sind alle sehr unterschiedlich und das gesamte Team bietet einfach viel Potential für einen nächsten Fall, den ich auch auf jeden Fall lesen würde.

Der Krimi ist ein Regionalkrimi, er spielt in Würzburg und das merkt man auch. Ich als Nordlicht habe es auf zwei kurze, berufsbedingte Besuche und mehrere Reisen im Zug durch Würzburg gebracht, war also wenig informiert – hatte eine Ahnung von der Atmosphäre. Genau diese Atmosphäre kommt gut rüber, es gibt außerdem einen Vorgesetzten mit heftigstem Dialekt (da musste ich mich konzentrieren, es störte aber nicht. Kommt auch nur 2mal vor) und man merkt mit Straßen- und Ortsteilangaben usw. immer wieder, dass der Fall in Würzburg spielt. Das finden Würzburger oder Franken sicherlich noch interessanter als Ich (Nordlicht), aber ich fand es auch gut und passend.

Das Buch

Seiten: 256, normaler Leseumfang
Erschienen: Emons Verlag (16. Juli 2015)
Preis: 9,90€ in Deutschland
Link zum Buch auf Amazon: (auf´s Bild klicken)


Was habe ich daraus gelernt?

-Ich habe gelernt, dass eine gute Handlung bei einem Krimi ausreicht um Leser zu begeistern. Der Trend zu immer mehr Blut, Folter und Brutalität muss nicht sein. Natürlich bin ich dem auch nicht abgeneigt, aber so ganz klassisch „ein Mord, viele Verdächtige, Rätseln“ ist auch super.
-Humor! Ich als Leser liebe es, wenn ein Autor in einfache Beschreibungen oder Dialoge humoristische Elemente hereinbringt, die meinen Humor ansprechen. Das passt hier bei diesem Buch wie die Faust aufs Auge. In meinem eigenen Krimi versuche ich es auch, und ich hoffe es gelingt. Diese beschwingte Art, ein schlimmes Verbrechen und die Lösung dessen zu schildern, gefällt mir sehr.
-Aussen hui, innen Pfui. Das trifft hier nicht zu, denn das Cover ist schön. Aber das Cover ist nicht so vielversprechend, dass man unbedingt auf diesen tollen Inhalt kommen könnte. Man sollte wohl als Leser nicht nur nach dem Cover gehen (schwierig, bei der großen Auswahl und Reizüberflutung!) und als Autor ein Cover wählen, durch das die genau richtige Zielgruppe auch sofort angesprochen wird (schwierig, bei den vielen Büchern!). Dieser Punkt ist zwar eine Lehre, aber diese dann umzusetzen dürfte schwierig werden.

Fazit

Ich gebe dem Buch ganze 5 von 5 Sternen! Das ist die Premiere auf meinem Blog und bei meinen Rezensionen, aber ich stehe voll dahinter. Warum? Weil es einfach genau das Richtige für mich ist. Eine gute, schlüssige Story die den Leser auch mal in die Irre führt, ganz im Stil von Agatha Christie. Der Humor im Schreibstil und die damit einhergehende Lockerheit in Verbindung mit einem traurigen und auch spannenden Mordfall sind genau das, was ich so gern lese. Die Aufmachung fällt nicht sonderlich ins Auge, aber der Inhalt ist ein absoluter Geheimtipp – finde ich. Für alle, die diese Art des Krimis gern lesen spreche ich hier eine absolut dringliche Leseempfehlung aus. Besonders auch, nachdem ich zuvor zwei sehr brutale Krimis/Thriller in den Händen hielt, ist das eine sehr willkommene Abwechslung. Wie schon in der Rezension zu Stefan Ahnhems „Herzsammler“ und Cody McFadyens „Die Blutlinie“ erwähnt, werden die Krimis anscheinend immer brutaler. Das ist nicht schlecht, aber wenn die Story einwandfrei ist dann geht es auch ohne fortwährendes und teilweise unnötiges Blutvergießen.