Rezension: Vergoogelt von Julia K. Stein -mal was Lustiges, zur Abwechslung.

Ein schönes Cover!

Ein schönes Cover!

Manchmal muss auch der hartgesottenste Krimileser etwas anderes lesen. In meinem Fall war es Vergoogelt von Julia K. Stein. Mich hat vor allem das witzige Cover angesprochen und die lustige Story am Puls der Zeit war auch super.

Die Story

In dem Buch geht es um Lena, eine Bloggerin. Sie hat sich mit ihrem Blog und ihren Online-Aktivitäten tatsächlich eine Existenz aufgebaut. Zum Leidwesen ihres Freundes Björn ist sie allerdings sehr oft online und kann nicht einmal beim romantischen Wochenende im teuren Hotel ihre Finger vom Blog, Twitter und ihren Emails lassen. Als das Wochenende geschafft ist, steht dann auch noch der Besuch bei den reichen Eltern des Freundes in Hamburg an, die durch ein Missverständnis nicht den besten ersten Eindruck von ihr gewonnen haben. Auch die folgenden Eindrücke machen es nicht besser. Nebenbei muss Lena unbedingt Geld auftreiben, denn ihr Exfreund hat sie um ihr Gespartes gebracht und sie möchte unbedingt ein soziales Projekt finanzieren.

Die Themen

Es geht ganz klar vorrangig um das Online- Leben. Was machen Blogger so? Es gibt anscheinend sehr abstruse Formen des Online- Lebens; zum Beispiel wohnt die Hauptperson gern ganz entspannt auch mal einem Online-Kaffeetrinken bei, wo der eine dem anderen ein virtuelles Stück Kuchen zum probieren herüberschickt. Wie baut man einen Blog auf? Wie kauft man Twitterfollower, und bringt das eigentlich was? Besonders auch die Frage, wie man online Geld verdient, wird sehr amüsant beantwortet und sollte wohl nicht zu ernst genommen werden. Die meisten Ideen sind da eher nicht so hilfreich. Es geht auch darum, wie schnell sich ein Shitstorm über einem zusammenbrauen kann. Aber auch die positiven Aspekte, wie zum Beispiel der Zusammenhalt unter Bloggern, wird ins Spiel gebracht.

Die Aufmachung, der Stil

Dieses Buch ist einfach sehr lustig und gut geschrieben! Die Protagonistin stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste, vor allem da sie immer etwas voreingenommen gegenüber so manchen Dingen oder Leuten ist und natürlich sofort sehr viel in Details hineininterpretiert. Sie lässt wenig Fettnäpfchen aus, und sehr zu meiner Freude wurde ich als Leser darüber durch ihre Gedanken dann auch ganz hervorragend informiert. Ich habe an mehreren Stellen wirklich gelacht.

Das Buch beginnt mit einem Test, wie schlimm es um einen selbst in Sachen Online-Sucht denn so steht. Nach einer kurzen Einführung versteht man, dass das Buch quasi aus Blogeinträgen der Hauptperson besteht. Sie schreibt in ihrem privaten, geheimen Blog über alles und aus tiefstem Herzen. So ist der Leser in der Story und liest durch die einzelnen Blogeinträge über das Leben von Lena. Ich finde diese Form der Erzählung anders und sehr gut gelungen.

Die Autorin kann wirklich gut Szenen im Kopf des Lesers verankern. Die einzelnen Situationen, vor allem die Pannen der Hauptperson, bleiben einfach im Gedächtnis und kommen sehr authentisch rüber. Durch diese sehr persönliche Erzählperspektive der Protagonistin in Form von Blogeinträgen ist man mitten drin und kann trotzdem auch oft kritisch auf ihre Gedanken blicken, da sie gern sehr offensichtlich falsch schlussfolgert..

Und so lustig es alles ist, so steckt doch viel Wahres drin. Einiges ist einfach aus dem Leben gegriffen und man kann sich mit vielen Gedankengängen einfach auch identifizieren. Anderes ist sehr informativ, zum Beispiel übers Bloggen und Marketing. Die Botschaft des Buches, da möchte ich natürlich nicht vorgreifen, ist am Ende auch sehr schön.

Was lernen wir daraus?

-Fürs Schreiben wurde mir noch einmal deutlich, wie man Szenen im Kopf des Lesers gut darstellt. Kleine Details, lustige Pannen und so weiter sorgen dafür, dass der Leser noch länger an diese Szenen denkt oder mal wieder lächelnd zurückblickt – wenn sie gut gemacht sind.

-Grundsätzlich hat mir dieses Buch fürs Schreiben die Perspektive des Ich-Erzählers wieder schmackhaft gemacht. Ich war eigentlich nicht immer so ein großer Freund davon, hier wurde diese Perspektive aber wirklich wundervoll genutzt. Durch Gedankengänge, die müssen ja auch nicht immer Sinn machen, wird es nochmal sehr anschaulich. So lässt man den Leser den Protagonisten besser ins Herz schließen.

-Ich möchte diese bei Punkt 1 dieses Absatzes angesprochenen lustigen Szenen auch unbedingt in meine Krimis reinbringen. Mein erstes Buch ist ja schon fast fertig und hat tatsächlich, so hoffe ich zumindest, solche Szenen mit drin. Es muss ja nicht immer alles so unglaublich düster sein, auch in einem Krimi.

Fazit

Dieses Buch kann ich wirklich empfehlen, ich vergebe 4 von 5 Sternen. Natürlich werden Frauen wohl eher Gefallen an der Story finden als Männer, aber auch für die ist dieses Buch durchaus lesbar. Bloggerinnen, Twittervögelchen und auch alle anderen Frauen am Puls der Zeit sind sicherlich die Hauptzielgruppe und denen dürfte das Ganze auch am besten gefallen. Einen weiteren Roman dieser Reihe oder dieser Autorin werde ich sicherlich lesen, denn ich hatte einfach eine gute Zeit, habe viel gelacht und fühlte mich wirklich super unterhalten.

Ihr könnt euch das Buch auf Amazon anschauen, indem ihr einfach auf das Bild klickt:

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Ein Gedanke zu “Rezension: Vergoogelt von Julia K. Stein -mal was Lustiges, zur Abwechslung.

  1. Pingback: Sooo tolle Resonanz für Vergoogelt! Danke! | Julia K. Stein

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