Rezension: Ethan Cross – Ich bin die Nacht

Ethan Cross Ich bin die NachtDieser Thriller beginnt mit einer grausamen Szene, in der Francis Ackermann junior, einer er gefährlichsten Serienkiller überhaupt, eines seiner heißgeliebten Spiele mit zwei Polizisten spielt. Wie bei all seinen Spielchen geht es um Leben und Tod –wobei der Tod wohl eher im Vordergrund steht.. So muss sich bei diesem Spiel zunächst ein Officer entscheiden, ob er seinem Partner versucht zu helfen und einen qualvollen Tod zu riskieren oder wegzulaufen. Der gewissenhafte Partner nimmt Option 1 und findet sich bald in einem viel schlimmeren Spiel wieder, indem er gefesselt seiner Frau und seiner Tochter gegenübersitzt und entscheiden „darf“, welche Person seiner dreiköpfigen Familie überlebt, indem er die anderen Beiden erschießt..
Und dann ist da noch Markus, der ehemalige Polizist mit einem dunklen Geheimnis. Er macht zufällig an einem Tatort Bekanntschaft mit Francis Ackermann junior und findet sich auf einmal in einem eigenen Spiel um Leben und Tod mit einem ganz anderen Feind wieder. Er ha alle Hände voll zu tun und ist auf der Flucht. Wem kann er trauen? Und wieso beschließt Ackermann ausgerechnet, dass Markus sein perfektes Gegenstück ist? Und was ist eigentlich mit dem Sheriff los?

Stil, Machart, Meinung
Zunächst mal die ganz klare Ansage: Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven – und Gemüter. Grausame Szenen gibt es hier einige, eine ganze Menge Gewalt und auch seelische Grausamkeit kommt auf den Leser zu. Dennoch ist dieses Buch sehr gut geschrieben, die Szenen sind interessant und die Brutalität ist nicht so platt und unnütz wie in manch anderen Büchern und Filmen, die nach dem Motto „Hauptsache eine Menge Blutvergießen“ vorgehen zu scheinen.
Besonders interessant finde ich die teilweise schon philosophischen Fragen, die sich Killer Ackermann beim Ausüben seines „Berufs“ so stellt. Er hat recht philosophische und auch intelligente Ansätze auf Lager, die er auch oft seinen Opfern mitteilt. Genau so faszinierend sind die Szenen mit den oben schon angerissenen Spielchen, denn hier muss sich der unfreiwillige Spielgefährte dramatisch zwischen Menschenleben entscheiden – das Eigene inbegriffen.
Die verschiedenen Perspektiven sind hervorragend aufeinander abgestimmt und haben auch die richtige Länge. Einerseits der Killer mit den Spielchen, dann der ehemalige Polizist Markus mit den Dämonen der Vergangenheit und seinem aktuellen Problem, dann gibt’s da noch den Sheriff, der irgendwie Dreck am Stecken hat und dessen Tochter..
Ich habe angefangen, dieses Buch zu lesen. Und dann war ich auch schon fertig. Mit wahrscheinlich teilweise offenem Mund saß ich in der Sonne und blätterte fix die Seiten um. Es war spannend, sehr gut geschrieben, mit gutem Plot und einem sehr überraschenden Ende. Und der zweite Teil liegt schon ganz oben auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher).

Die Reihe
Dieses Buch, in Deutschland 2013 erschienen, ist Teil 1 der Reihe von Ethan Cross, indem Francis Ackermann junior und sein Gegenspieler Markus anscheinend die Hauptfiguren werden. Die Bücher haben allesamt ein sehr interessantes Design, wie mein Foto oben zeigt sind die Cover fast nur in einer Farbe gehalten und auch die Seitenränder sind in dem Design. Das erste Buch „Ich bin die Nacht“ ist schwarz, „ich bin die Angst“ ist rot und der dritte Teil „ich bin der Schmerz „ ist in weiß gehalten. Das ist mal ein tolles, einfaches Design mit hohem Wiedererkennungswert –und die Reihe wird im Regal echt schick aussehen. Der Autor legt außerdem ein schnelles Tempo vor, denn Band 2 und 3 gibt es ja auch schon. Ob es danach weitergeht? Keine Ahnung! Denn ich möchte mir die Reihe nicht verderben, indem ich jetzt für euch auf Wikipedia recherchiere und da dann wahrscheinlich Spoiler vor die Augen bekomme. Hier müsst ihr genauso unwissend bleiben wie ich – mir aber vertrauen und das erste Buch schon einmal lesen!

Zielgruppe
Leute, die gern Thriller und Krimis lesen. Idealerweise vielleicht lieber keine Einsteiger, sondern Leser die in dem Genre schon etwas belesen sind und die von mir erwähnte Grausamkeit ertragen können. Für schwache Nerven ist diese Geschichte nichts. Wer sonst nur Konsalik, Rosamunde Pilcher oder Nora Roberts liest (nichts für ungut!), der sollte vielleicht doch eher die Finger davon lassen und einen seichteren Einstieg in Sachen Krimi und Thriller wählen..

Was lernen wir daraus?

Ein Bösewicht in einem Krimi muss nicht nur böse und brutal sein. Natürlich sollte er schon etwas Böses an sich haben, sonst wäre er als Bösewicht wohl nicht geeignet. Er kann jedoch zur Abwechslung auch mal philosophische Fragen stellen und schlaue Dinge sagen. Er kann sogar Gefühle und Schwäche zeigen. Das ist in diesem Thriller sehr gelungen, und ich denke gerade dadurch ist diese Thriller – Reihe in aller Munde und so erfolgreich.

Fazit
Ich habe nichts auszusetzen, denn es stimmt alles. Der Thriller ist sehr spannend, gut und flüssig geschrieben und mit einem guten Plot. Es passiert eine Menge, und das in kurzer Zeit (denn man liest sehr schnell weiter, weil es so spannend ist). Der Serienkiller Ackermann ist ein sehr interessanter Bösewicht, denn er zeigt auch Schwächen. Es gab einen Punkt, an dem dachte ich „nun wird es aber ein bisschen viel“ – aber das Ende erklärt diesen Gedanken, und dadurch bringe ich ihn nicht als Negativpunkt an. Bleibt abschließend die Frage: 4 oder 5 Sterne? Ich vergebe knappe 5 Sterne, denn mir fällt einfach kein Makel ein, für den ich einen Punkt abziehen könnte. Diese 5 Sterne gehen mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung einher, die (nur) für die oben genannte Zielgruppe uneingeschränkt gilt. Einige Szenen in diesem Buch werden einem lange und lebhaft im Gedächtnis bleiben und Band 2 steht schon in meinem Regal.

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2 Gedanken zu “Rezension: Ethan Cross – Ich bin die Nacht

  1. Pingback: Rezension: Der Todeszauberer -Vincent Kliesch | Die Tipperin schreibt,liest und freut sich.

  2. Pingback: [Rezension] Ich bin die Nacht | Fluchtpunkt Lesen

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