Rezension: Das Böse in euch – Rhena Weiss

Das Böse in euchDie Wiener Kommissarin Michaela Baltzer hat einiges zu tun. Ein neuer Mordfall verlangt von der alleinlebenden LKA-Ermittlerin einiges ab, denn die Leiche einer 16-jährigen wirft deutlich mehr Fragen auf als sie beantwortet. Als DNA-Spuren weiterer vermisster Mädchen an der Leiche gefunden werden, wird der Fall noch dramatischer. Und als wäre das nicht genug, zieht Michaelas Nichte Valerie für ein Jahr lang bei ihr ein, da die Eltern im Ausland sind. Während sich beide an den neuen Alltag gewöhnen müssen, ist auch die Neugier von Valerie in Sachen Mädchenmorde geweckt. Sie will selbst in der Sache ermitteln, und passt leider auch genau ins Beuteschema des Killers..

Stil, Machart, Meinung
Ein klassischer Thriller, schnell umgeblätterte Seiten und einige Überraschungen warten in diesem Buch auf den Leser. Gekonnte Wechsel der Perspektiven zogen mich gekonnt in den Bann der Geschichte. Durch die zwei Seiten hat der Leser einen Wissensvorsprung gegenüber den Ermittlern und erfährt auch viel darüber, wieso der Täter junge Mädchen festhält und was er mit ihnen anstellt. Anschaulich und interessant wird die Täterperspektive beschrieben.
Die Ermittlerin ist eine interessante Persönlichkeit. Sie ist nicht, wie einige andere Hauptpersonen, mit dramatischen Eigenheiten und Macken verziert, sondern als eine recht normale –aber nicht langweilige – Kommissarin dargestellt. Die Besonderheit ist, dass ihre Nichte bei ihr einzieht und sie in der Ersatzmutterrolle so gar keine Erfahrung hat. Als die Nichte dann auch noch unbedingt Polizistin werden will und so gern auf eigene Faust ermitteln möchte, wird es natürlich nicht langweiliger. Man kann sowohl die Nichte als auch die Kommissarin gut verstehen und mag sie.
Ich würde so gern noch mehr schreiben, aber dann würde ich spoilern..

Die Reihe
Dieses Buch ist der Auftakt einer neuen Reihe von Rhena Weiss im Goldmann Verlag. Weitere Bände sind laut Verlagsseite in Arbeit. Siehe Hier!
Die Hauptperson Michaela Baltzer und ihr Ermittler-Team bieten meiner Ansicht nach eine Menge Potential. Verschiedene interessante Persönlichkeiten in und um das Team bieten gute Möglichkeiten für Entwicklungen und Verwicklungen. Außerdem hoffe ich, dass auch die Nichte noch eine Weile bei der Ermittlerin wohnt. Der private Einblick in die chaotische Situation war erfrischend und nicht langweilig, die Ermittlungsambitionen des Teenagers bieten auch weiterhin interessante Möglichkeiten.
Ich würde auf jeden Fall sehr gern den nächsten Band dieser Reihe lesen!

Was lernen wir daraus?
Nicht viel neues, aber doch erneut 2 wichtige Dinge:
Der Wechsel der Perspektiven, in diesem Fall besonders zwischen Ermittler und Täter, machen diese Geschichte gut, spannend und erklären auch die Motive des Täters. Der Wissensvorsprung des Lesers gegenüber den Ermittlern ist geschickt eingesetzt und gibt der Geschichte die richtige Würze.
Und wie schon erwähnt ist die Darstellung der Ermittlerin gut gelungen. Man sollte keinen langweiligen Ermittler haben, der den Lesern nicht im Gedächtnis bleibt. Aber man sollte seiner Hauptperson auch keine zu dramatischen Eigenheiten andichten, die dann am Ende zu unrealistisch und gewollt rüberkommen. Die simple Tatsache, dass die Single- Ermittlerin auf einmal die Verantwortung für einen Teenager trägt und sich Gedanken um Essen und Ausgehzeiten machen muss, ist hier sehr gut gewählt und in sehr guter Balance in die Geschichte eingesponnen.

Fazit

Ich vergebe gute 4 Sterne und würde auch gern das nächste Buch dieser Reihe lesen. Es war spannend, ständig wurden Fragen aufgeworfen und auch beantwortet. Man war schnell in der Geschichte drin, zu keiner Zeit gelangweilt und blätterte immer „noch eine letzte Seite“ um, für die man eigentlich keine Zeit mehr hatte. So soll es sein! Für diesen wirklich gelungenen Einstieg in die Reihe gibt es keine 5 Sterne, weil so ein gewisser Super- Wow- Faktor gefehlt hat. Trotzdem empfehle ich die Lektüre dieses Thrillers. Fans von Thrillern dürften den Kauf nicht bereuen, auch Einsteiger mit normalen Nerven können ihre Thriller- Karriere mit dieser Geschichte beginnen, denn es ist nicht so grausam wie manch anderer Thriller der letzten Jahre – und mit Sicherheit spannend.

Details zum Buch und der Autorin gibt es auf der Verlagsseite, einfach hier klicken!

Thriller – Rezension: Todesurteil von Andreas Gruber

TodesurteilZum einen geht es in „Todesurteil“ von Andreas Gruber um die Perspektive von Sabine Nemez in Wiesbaden an der Akademie des BKA. Ganz neu an der Akademie hat sich für Sabine Nemez ein Traum erfüllt, wie sie zu dieser Ehre kommt weiß sie allerdings auch noch nicht so recht. Als sie dort ankommt, erfährt sie zunächst von ihrem schwerverletzten Exfreund, welcher nach einem Mordversuch auf der Intensivstation um sein Leben kämpft. Im doch etwas gewöhnungsbedürftigen Unterricht des ebenso gewöhnungsbedürftigen Maarten S. Sneijder es um mehrere ungelöste Mordfälle, in denen sie eine Verbindung zu erkennen glaubt.
Die andere Geschichte handelt von einem Mädchen, welches in Wien nach langer Gefangenschaft entkommen konnte und nun sehr verstört ist. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes „Inferno“ tätowiert. Nur zu dem Hund von Staatsanwältin Melanie Dietz fasst sie Vertrauen und die Staatsanwältin setzt sich nun intensiv für das arme Mädchen ein. Sie stellt eigene Ermittlungen in der Sache an, wobei sie (wie auch Sabine Nemez in Wiesbaden) nicht immer im Rahmen des Gesetzes handelt, um zum Ziel zu kommen.
Und wie das Leben bzw. Bücher so spielen, gibt es zwischen den beiden Geschichten dann irgendwann auch eine Verbindung..
Stil, Machart, Meinung 

Ich muss zunächst sagen, dass dieses Buch Band 2 der Reihe um den niederländischen Profiler Sneijder und die junge Polizistin Nemez ist. Band 1 habe ich nicht gelesen, aber das machte auch nichts. Für die Leser und auch die Nicht-Leser des ersten Falls hat Gruber eine perfekte Balance gefunden, die beide Gruppen zufriedenstellen sollte.
Ich mag, wie schon bei „Racheherbst“ (für die Rezension hier klicken!), den Schreibstil von Gruber sehr. Geschichte, Plot, Wendungen, Überraschungen und interessante Charaktere sind in zwar ausführlicher, aber nicht ausschweifender Art und Weise, spannend geschrieben. Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen und muss unbedingt wissen, was als nächstes passieren wird. Das Hin- und Her zwischen den beiden Erzählsträngen ist auch an genau den richtigen Stellen unterbrochen, sodass man immer unbedingt noch ein letztes (oder auch nicht..) Kapitel lesen möchte.
Durch den Teaser zum Buch hatte ich irgendwie ein größeres Gewicht auf die Sache mit den Motiven aus Dantes Inferno erwartet, war aber trotzdem nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil fand ich die Geschehnisse an der BKA- Akademie sehr interessant und die Arbeitsweise der Profiler spannend.
Sowohl Krimi- als auch Thrillerfans werden hier auf ihre Kosten kommen. Es ist  an einigen Stellen schon recht brutal und nichts für ganz schwache Gemüter, manchmal auch rasant. Andererseits muss man auch kombinieren, denken, raten und Verdächtige finden. Eine gute Mischung aus beidem. Wo Thriller drauf steht, ist Thriller und Krimi drin..

Die Reihe

Nur noch kurz für den Überblick: Wie gesagt ist Todesurteil das 2. Buch in der Reihe um Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder. Band 1 heißt Todesfrist, das scheint von einem Märchenkiller zu handeln, welcher die Ermittler innerhalb einer Frist herausfinden lässt, warum da jeweilige Opfer dran glauben muss. Band 3 heißt Todesmärchen.

Teil 2 hier kann wie gesagt auch sehr gut unabhängig von Band 1 und Band 3 gelesen werden, die Handlung ist in sich geschlossen. Natürlich gibt es Rückblicke und Erläuterungen, woher sich die beiden Hauptermittler kennen (nämlich Band 1) und ich bin nach der Lektüre auch gespannt, wie es mit den beiden weiter geht (zunächst in Band 3).

Fazit 

Da ich bei dieser Lektüre keine neuen Erkenntnisse zum Thema „was lernen wir daraus“ erlangt habe, fällt dieser Punkt heute mangels Inhalt aus. Trotzdem gebe ich dem Buch 4,5 Sterne, habe keine erwähnenswerten Kritikpunkte und kann jedem nur empfehlen, dieses Buch zu lesen. Vielleicht sollte man mit dem ersten Band anfangen, aber das muss man nicht unbedingt. Ich überlege, ob ich nun noch das erste Band lese, das dritte Buch werde ich aber sicherlich irgendwann verschlingen. Todesurteil jedenfalls las sich sehr schnell, ich war total in der Geschichte drin und wurde von vielen Wendungen überrascht. Der Plot ist in sich schlüssig und sehr gut.
Das war mein zweites Buch von Andreas Gruber, und ich muss schon sagen: Bald erscheint er auf der Liste meiner Lieblingsautoren. Eventuell schon jetzt..

Hier gibt es Details und Infos zum Buch + Bestellmöglichkeit

 

Rezension: Tod in der Hofburg von Beate Maxian ( Wien – Krimi )

Beate Maxian, Wien - Krimi

Beate Maxian, Wien – Krimi

Der Inhalt
In Wien ist einiges los. Erst sprengt sich eine Frau mit einer Handgranate im Sissi-Museum in die Luft und dann schießt ein Heckenschütze auf die Besucher des weltberühmten Neujahrskonzert der Philharmoniker. Journalistin Sarah Pauli schreibt für den Wiener Boten eigentlich nur eine Kolumne über Aberglauben, ist aber durch ihre Anwesenheit am Tatort wie gefesselt von dem Fall. Gefesselt ist auch die mysteriöse Cellistin, die vor dem Attentat etwas beobachtet zu haben scheint und nun gesucht wird.

Stil, Machart, Besonderheiten und meine Meinung
Das Buch ist ein Regionalkrimi und ich bin sicher, dass die Wiener, Österreicher, Wien-Fans und Touristen großen Gefallen an diesem Buch finden werden. Es beschreibt mit Liebe zum Detail die Wiener Orte, sodass sich schon dagewesene sicherlich wohlig und heimatlich fühlen. Für mich, ich stehe ja nicht so auf Geschwafel, war es etwas zu viel. Grundsätzlich kann ich damit jedoch leben, nur an manchen Stellen ufert die Heimatverbundenheit bzw. die detaillierte Beschreibung etwas zu sehr aus. Aber hier sind die Geschmäcker sicherlich verschieden.

Die Journalistin Sarah Pauli ist ganz gut getroffen und scheint in Band 1-4 dieser Reihe schon einiges erlebt zu haben. Sie ist die Hauptperson im Buch und durch ihre Augen erfahren die Leser alles. Warum sie ermittelt, also quasi die Motivation, wird mir gut klar. Sie war selbst beim Attentat zugegen und ist dem Tod demnach knapp entkommen. Klar, da ist man persönlich betroffen und möchte Licht ins Dunkel bringen. Gut finde ich auch, dass sie ihre Ermittlung aus der Sicht einer Journalistin und auch mit der Priorität auf die nächste Berichterstattung unternimmt, das ist mal was anderes. Manchmal bekommt sie von einem Kommissar einen Wink in die richtige Richtung. Störend ist für mich jedoch, dass ihre Ermittlungserfolge allesamt eher dem altbekannten „Kommissar Zufall“ zugeschrieben werden können und sie das gesamte Buch hindurch zufällig immer gerade da ist, wo sich etwas Wichtiges abspielt. Auch, dass Angehörige und Zeugen ihr relativ bereitwillig alles sofort berichten, kommt mir etwas unrealistisch vor. Klar, die Hauptperson der Reihe soll sympathisch bleiben und zu keiner Zeit miese Tricks zur Beschaffung von Informationen anwenden – aber realistisch ist es nicht so recht.

Toll finde ich die ausbalancierte Sprache, in der für mich (als deutsches Nordlicht) so manche Österreichische Begriffe vorkommen, von denen ich noch nie gehört habe aber die ich trotzdem gut einordnen kann. Das finde ich sehr gelungen.

Die Spannung blieb bei mir leider zumeist auf der Strecke. Klar, man will wissen wer da geschossen hat, was die beiden Fälle miteinander zu tun haben und noch vieles mehr. Der Plot an sich ist eigentlich wirklich gut, aber viele Zufälle und viele Ausschweifungen (Mythologie, Lokales) haben meinen Lesefluss nicht so wie gewünscht entstehen lassen. Der Leser wird gekonnt im Unklaren gelassen und es gibt viele mysteriöse Personen und Verstrickungen, aber so richtig mitraten kann man anhand der Informationen dann auch wieder nicht. Bei mir war es leider nicht so, dass ich das Buch vor lauter Aufregung nicht aus der Hand legen konnte. Es war für mich eher so, dass ich das Buch endlich beenden wollte. Gelangweilt wiederum war ich auch nur auf kurzen Strecken, ich denke also es hat mich einfach nicht so richtig gepackt.

Die extra Kategorie „was lernen wir daraus?“ ist dieses Mal nicht von der Partie, da ich die Besonderheiten schon in diese Richtung beschrieben habe und weiterhin keinen Punkt in diese Richtung festmachen kann. Wir wollen es ja nicht erzwingen..

Zielgruppe
Natürlich sind die lokal am nächsten Stehenden auch die Hauptzielgruppe, würde ich sagen. Für den Österreicher, den Wiener und den Wiener Touristen oder ehemaligen Wiener ist dieses Buch sicherlich ein Muss. Die Handlung spielt teilweise an den Hotspots von Wien und die Autorin beschreibt diese Orte liebevoll. Ansonsten einfach erwachsene Krimileser, vielleicht etwas mehr Frauen als Männer.

Informationen
Die Autorin Beate Maxian ist Österreicherin und scheint eine Menge im Bereich von Film, Medien und Literatur auf die Beine zu stellen. Ihre Wien Krimis sind laut der Autorenbeschreibung im Buch Bestseller in Österreich. Dieser Krimi ist ihr fünfter Krimi und auch Band 5 in der Reihe um die Journalistin Sarah Pauli. Außerdem ist sie Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals. Mehr auf ihrer Homepage: http://www.maxian.at

Fazit
Die Krimireihe um Sarah Pauli ist von der Idee her gut und ich bin sicher, in Wien/Österreich ist sie wirklich ein Renner. Auch, da sie neben den liebevoll beschriebenen realen Örtlichkeiten zusätzlich aktuelle Themen aufgreift. Aber all das hatte ich eher nicht im Sinn, als ich auf der Rückseite des Buches von Doppelmord, Heckenschütze usw. las. Ich hatte mir das wohl etwas anders vorgestellt, hätte damit aber auch noch gut leben können. Wenn Kommissar Zufall nicht die Ermittlungen geleitet hätte..

Ich kann dieses Buch wirklich allen empfehlen, die aus der Gegend kommen, schon einmal da waren oder sonst einen Bezug haben. Für mich war das ganze eher nichts und nicht spannend genug, weil der eigentlich ganz gute Plot irgendwie nicht immer zu richtig zur Geltung kam. Ich werde kein weiteres Buch der Reihe lesen, aber die von mir umschriebene Zielgruppe sollte es unbedingt tun!Von mir gibts 3 Sterne.

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