Rezension: Killerverse von Ben Bauhaus

KillerverseKillerverse ist der zweite Band um den etwas anderen Berliner Ermittler Johannes „Johnny“ Thiebeck. Band 1 hatte ich gelesen und für gut befunden, da durfte Band 2 nicht fehlen. Denn die Schreibe von Ben Bauhaus, ich sagte es schon in der ersten Rezension und sage es jetzt nochmal: die ist super! Wer zunächst mit Band 1 anfangen möchte, kann direkt hier klicken und kommt zu meiner Bullet Schach –Rezension.

Nun erst mal zum Inhalt von Killerverse:
Nachdem Thiebeck Band 1 ja recht ramponiert überstanden hat, sitzt eingangs plötzlich eine neue Mitarbeiterin seines alten Teams im LKA in seiner Küche und bittet ihn um Hilfe. Denn ein Bekannter ihrer Schwester wurde ermordet und die Schwester verhält sich seitdem merkwürdig. Und so gerät Thiebeck in die nicht ganz offizielle Suche nach einem Serienkiller, der seine Opfer gern Mund und Nase mit Klebstoff zuklebt und dabei zuschaut, wie sie elendig ersticken. Bald stellt sich heraus, dass der Grund für die Morde seinen Ursprung in Irland haben muss. Eine Berliner Reisegruppe begab sich vor Jahren nach Irland und alle kamen verändert zurück. Und nun hinterlässt der Killer bei jedem Opfer, alles Mitglieder der Reisegruppe, eine Zeile eines irischen Kinderreims und eine tödliche Menge Kleber. Einer nach dem anderen muss dran glauben, Thiebeck ermittelt natürlich auf eigene Faust und es wird spannend.

Stil, Machart, Meinung
Wie schon in Band 1 „Bullet Schach“ mag ich die Schreibe von Ben Bauhaus sehr. Er schreibt fluffig, gut zu lesen, manchmal lustig und gut beobachtet. Die Geschichte spielt aus Sicht vom recht eigenen Ermittler Johnny Thiebeck, er ist der Ich-Erzähler. Und das ist auch gut so, denn seine Gedanken machen Spaß. Er ist direkt, das Gegenteil von Bürokratisch, brutal wenn es sein muss aber doch einfach ein Pfundskerl, denn man liebhaben muss.
Diese Geschichte ist eine Mischung aus Krimi und Thriller, es gibt außerdem eine Nebenhandlung. Grundsätzlich konzentriert sich der Kern auf die Reisegruppe, von der einer nach dem anderen das Zeitliche segnen muss. Die Nebenhandlung handelt davon, dass einer von Thiebecks Kumpels aus dem Box-Gym (dort spielte die Handlung im ersten Band) Probleme mit Geldeintreibern hat. Auf diese Nebenhandlung kann ich, ehrlich gesagt, verzichten. Klar, sie verspricht Action und zeigt dem Leser genau, was der Thiebeck so für einer ist. Aber sie nimmt der Hauptgeschichte Raum und unterbricht sie. Wenn auch in der Hauptgeschichte Spannung aufkommt und man am liebsten gar nicht mehr aufhören möchte, so kam zumindest mir immer die andere Handlung in den Weg. Das muss nicht jedem so gehen und die Nebenhandlung ist auch nicht schlecht –sie ist halt nur nicht meins und ich habe sie aufgrund des Klappentextes auch nicht erwartet (und gewollt..).
Die eigentliche Geschichte könnte bei der Beschreibung der einzelnen Gruppenmitglieder der Reisegruppe, immerhin sind viele von ihnen Opfer und einer wahrscheinlich auch der Killer, genau die Seitenanzahl zusätzlich vertragen, die die Nebenhandlung für sich beansprucht. Thriller, steht auf dem Cover. Das ist soweit auch richtig, immerhin jagen Polizei und Thiebeck auf unterschiedlichen Wegen einen Serienkiller, und das auch auf internationalem Gebiet. Durch die Reisegruppe und der ewigen Fragen „wer von ihnen ist der Killer?“ „Was ist in Irland passiert?“ und „wer stirbt als nächstes?“ bekommt es allerdings einen Touch von Krimi. Für mich als Agatha Christie- Fan ist das ganz hervorragend und ich begrüße diese Verbindung sehr. Denn so gibts das gute alte Whodunnit in modern. Ich hätte mir allerdings mehr Raum für die Personen, die Verbindung untereinander, mögliche Motive etc. gewünscht. Durch die eher oberflächliche Beschreibung musste ich an manchen Stellen überlegen, wer diese Person denn überhaupt war. Und ich hatte nicht genug Input, um selbst zu erraten wer der Killer sein könnte.
Am Ende löst sich die Geschichte jedoch gut auf, es ist wirklich spannend und man wird mehrmals in die Irre geführt.

Die Reihe um Thiebeck
Killerverse ist Band zwei, der erste Band heißt Bullet Schach. Man kann beide Bücher problemlos ohne das jeweils andere Buch lesen – aber man sollte es nicht tun. Klar, in Band 1 ist die Geschichte um den schachspielenden Killer abgeschlossen. Aber man möchte doch trotzdem wissen, wie es mit Thiebeck weitergeht. Er muss viel durchmachen in Band 1, denn der Killer hat es da auf ihn abgesehen und spielt virtuell gegen ihn Schach – für jede verlorene Spielfigur muss ein Bekannter Thiebecks dran glauben und am Ende auch fast er selbst. In diesem zweiten Band macht sich das Vorwissen gut, aber es ist nicht zwingend notwendig. Sehr ausgewogen schafft es Ben Bauhaus, die Neulinge mit dem nötigen Wissen aus band 1 zu versorgen, ohne das es für die alten Hasen langweilig wird. Die Entwicklung von Thiebeck jedoch ist es wert, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Die guten Storys und der tolle Schreibstil machen es sowieso unbedingt notwendig, beide Bände zu lesen..
Band 3 ist auch in Arbeit, im Sommer kommt mit „Puppenruhe“ der 3. Band um den Berliner Ermittler Thiebeck raus. Hier muss ich allerdings mal kurz Kritik üben: die beiden ersten Bücher haben ein in meinen Augen unglaublich gelungenes Cover, Puppenruhe hat auf einmal ein anderes Design. Das finde ich doof, wie sieht denn das im Regal aus? Also da hätte man dem Corporate Design wirklich treu bleiben können, allein schön für den Wiedererkennungswert.. Hier könnt ihr die Cover im Vergleich sehen und die Bücher bei Gefallen auch direkt bestellen..

Was lernen wir daraus?
-die richtige Schreibe macht eine Menge aus. Manche stehen vielleicht auf kunstvolle und komplizierte Wörter und verschachtelte Sätze die langwierig studiert werden müssen – ich jedoch nicht. Kurz, knackig und so, dass man sie einfach so weg lesen kann und sie trotzdem gut sind. So manches Mal musste ich wegen lustiger und kreativer Beschreibungen oder Gedankengängen schmunzeln, der Lesefluss und die Spannung wurden nicht durch komplizierte oder unnötige Dinge gestört.
-Nebenhandlungen können gut sein, aber auch stören. Ich weiß leider nicht genau, warum mir die Nebenhandlung hier nicht gefallen hat. Grundsätzlich stehe ich einfach nicht so auf diese Themen und brauche auch keine Action, man sollte also bei einer Nebenhandlung genau gucken ob die Zielgruppe der Haupthandlung auch die Nebenhandlung mögen würde. Und man sollte genau nachdenken, ob die Nebenhandlung es wert ist, die Haupthandlung zu stören. Dazu muss sie wirklich sehr gut oder speziell sein. Ich möchte für dieses Buch ja nicht zu viel verraten, aber als Fazit zu diesem Thema würde ich mal sagen: Wenn eine Nebenhandlung vorkommt, dann muss sie der absolute Hammer sein.

-Wie auch bei meinem Krimi (mehr dazu hier) steht der Autor vor der großen Herausforderung, eine rcht große Gruppe an Verdächtigen/Opfern (die Reisegruppe halt) so vorzustellen, dass der Leser sich an die einzelnen Gruppenmitglieder erinnert und direkt weiß, wer gemeint ist. Hier ist die Gruppe recht groß und die Perpektive des Ich-Erzählers schränkt es auch irgendwie ein. Optimalerweise sollte man also mit einer kleineren Gruppe arbeiten oder mehrere Morde an den Anfang stellen, damit am Schluss dann noch wenige Verdächtige verbleiben. Wenn dem nicht so sein soll, und so ist es ja auch bei mir, dann muss man sich eventuell sehr gute Beschreibungen und ungewöhnliche Anekdoten oder Besonderheiten ausdenken, die dann sofort mit der PErson verknüpft werden. Ich habe dann beispielsweise einmal den jungen Wilden Kerl, dann den der nie redet, den anderen der alles abschleppt was bei drei nicht auf dem Baum ist usw. Ob mir das geglückt ist, werde ich nach weiterem Feedback meiner Testleser und dann eventuell (endlich mal) auch echter Leser (!) wissen..

Fazit
Wie schon im Fazit meiner Rezension zu Band 1 geschrieben: Ben Bauhaus, den Namen muss man sich merken. Und das habe ich gemacht. Band 2 ist auf jeden Fall etwas für alle, die schon Band 1 mochten. Thriller- und Krimi-Fans werden ihren Spaß haben. Wie gesagt, die Nebenhandlung war nicht meins und ich wäre ohne sie glücklicher gewesen. Dadurch wurden die Spannung und der Lesefluss bei mir irgendwie gestört, aber sie ist immerhin sehr actionreich und hat eigentlich auch eine spannende Story. Besonders gut finde ich, dass wir hier einen modernen deutschen Thriller haben. Hacker und Soziale Netzwerke, ein hippes Berlin und ein Thiebeck der alten Schule sind eine tolle Mischung, auch der Exkurs in Richtung Irland war gelungen. Von mir gibt´s 4 Sterne und eine Leseempfehlung. Ich würde auf jeden Fall mit Band 1 anfangen, aber es ist nicht zwingend notwendig. Hier geht´s noch einmal zu meiner Rezension von Bullet Schach, falls ihr das Buch noch nicht kennt.

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Anführungszeichen, Guillemets, Chevrons.. wo sind die Zeichen in Word?

Guillemets [gijˈmɛ] (Singular Guillemet) sind laut Wikipedia spezielle Anführungszeichen, die durch je zwei spitze Klammern dargestellt werden.

In den romanischen Sprachen sind das die normalen Anführungszeichen, im Buchdruck wird auch in Deutschland mit diesen Zeichen und nicht mit unseren altbekannten „Gänsefüßchen“ gearbeitet.

Das ist doch endlich mal eine einfache Sache! Anstatt „Anfühungszeichen“ macht man also einfach ein »Guillemet«. Ich konnte die auf meiner Tastatur aber nirgends finden…

Vor dem Schreiben hatte ich mich dahingehend schlau gemacht. Ich wusste nun also das Diese Guillemets – ich als alte Lateinerin müsste vor dieser klangvollen Aussprache wohl ein bisschen was trinken- klingen schön, sehen schon aus und machen ansonsten genau das, was unsere guten alten Anführungszeichen auch machen:

Sie markieren den Anfang und das Ende der wörtlichen Rede. Im Buchdruck nimmt man dafür diese Dinger.

Soweit, so gut. Jetzt gibt’s aber noch ein paar Unterscheidungen!

Mache ich die Gänsefüßchen nun also «so rum» oder doch »so rum« ?
– Bei den romanischen Sprachen (z.B. Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch und Rumänisch) gehören die Guillemets «nach aussen».
– Im Deutschen »nach innen zeigend«
– Im Französischen « gibt’s sogar noch Raum zwischen den Zeichen ».

Die nach innen zeigenden Guillemets nennt man übrigens „Chevrons“.

So, und jetzt die Preisfrage: Wie bekomme ich diese hübschen, anmutigen Zeichen in mein Word Dokument?

Ich habe es gerade noch einmal neu eingerichtet, da ich den Computer gewechselt habe. In meiner jetzigen Word Version (2003) ging das sehr fix:

Oben in der Taskleiste auf EINFÜGEN, dann auf SYMBOL.

Dort unter SYMBOLE findet man dann viele verschiedene Symbole, nach etwas suchen auch die Guillemets in beide Richtungen.

Guillemets

Da kann man dann mit Klick auf TASTENKOMBINATION im Feld NEUE TASTEKOMBINATION die Zeichen auf eine beliebige Tastenkombination legen. Bei mir liegen die » auf STRG + Q und die « auf STRG + W. Das liegt mir beim schreiben sozusagen leicht auf dem Finger. Jedes Mal, wenn man dann diese Tastenkombination drückt, erscheint das gewünschte Zeichen!

Hat dir das geholfen? Welches Zeichen findest du besser, hübscher, eleganter, passender?

Die Tipperin

PS: Die Infos im ersten Teil sind gekürzt aus diesem Wikipedia-Artikel hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Guillemets

Mein Aushilfsgehirn: Das geheime Buch fürs Buch!

Ich wusste also worüber ich schreiben wollte, hatte Zettel für schnelle Einfälle an der Tür kleben und fing an zu schreiben.. Ende gut, Alles gut? –Nein!
Denn es gibt so viele Situationen, in denen man in seinem eigenen Buch zurückblättern muss. Denn man kann sich nicht alles merken. Ich zumindest konnte das nicht, vor allem durch die vielen Unterbrechungen die im Denk- und Schreibprozess auf mich zukamen. Denn mein „richtiger“ Job verschlingt eine Menge Zeit und kann mich auch dann brauchen, wenn ich gerade eine tolle Idee habe.

Mein Aushilfsgehirn - Das Schreibjournal

An welchem Tag fand der erste Mord noch einmal statt? Wie hieß der eine Ermittler noch mal? Wie lange ist es her, dass..? Wer saß in dem Bus, in dem der Mord passierte, genau neben dem Opfer?

Solche Fragen kamen bei mir ziemlich oft auf, denn ich will es ja gut machen. Ich möchte eine gute Geschichte konstruieren, bei der man mitraten kann. Ich muss also Hinweise verstreuen. Oder auch falsche Hinweise an den Leser bringen, damit er auf eine falsche Fährte gerät. Und grundsätzlich ist es hilfreich, wenn man weiß, welche Handlung an welchem Wochentag stattfindet. Oder was an dem ereignisreichen Tag WANN passiert. Nicht das man über den ersten Absatz „11.23 Uhr“ schreibt und dann über den nächsten Absatz „11.26 Uhr“ tippt obwohl im Absatz davor eine dreistündige Autofahrt stattfand.
Ich bin davon überzeugt, dass Leser solche kleinen Logikfehler merken. Denn ich merke es als Leser sehr wohl. Außerdem muss man sich ja irgendwie merken, wie seine nur kurz auftretenden Nebenfiguren heißen. Falls die dann doch ein zweites Mal vorkommen muss man ansonsten das Dokument nach genau der einen Stelle durchsuchen, in der die Person vor ein paar Wochen bereits erwähnt wurde..

Meine Lösung:
Mein Schreibjournal, mein Begleitbuch, mein Tagebuch fürs Buch, mein Aushilfsgehirn.. es gibt viele mögliche Namen. Bis jetzt hatte ich für das Buch noch keinen Namen gesucht, es war einfach da. Es ist ein einfaches Blanko Notiz-Buch mit niedlichen Cupcakes drauf. Ich hatte es noch da und fing ohne groß nachzudenken, einer plötzlichen Eingebung folgend, einfach damit an.

Die erste Seite zeigt alle Mitglieder meines fiktiven Basketball-Teams, die in dem Bus waren als der erste Mord geschah. Einer von denen muss es ja schließlich sein. Wie im letzten Artikel erwähnt, hatten sie alle Namen. Dann habe ich eine Sitzverteilung aufgemalt. So konnte ich beschreiben, wie sich das im Bus abspielte und anschliessend in den Verhören auch nochmal drauf zurückkommen, ohne einen logischen Fehler zu machen.
Da ich mir dann immer nicht merken konnte, an welchem Tag das von mir beschriebene Ereignis gerade spielt, gibt’s in meinem Aushilfsgehirn handschriftlich hingeschmiert ab Kapitel 1 fortlaufend einfach immer die Überschrift mit dem Datum und Wochentag. Darunter dann je nach Zeitpunkt des Geschehens eine Uhrzeit. Und wenn an einem Tag nur eine Sache passiert, dann steht sie da. So kurz wie möglich.

Ein Beispiel:
25.10.
16.25 Uhr: Der Selbstmord von Connor White
19.40 Uhr: Besuch von der besten Freundin Marie Fuchs

Das ist die Zusammenfassung des Tages, und man kann später jederzeit etwas streichen, ändern oder hinzufügen. Ich lasse dafür genug Platz. Dieses Schema ist quasi für jeden neuen Abschnitt des Buches, jeden Tag, fortlaufend in meinem Buch zu finden. Und es spart wirklich eine Menge Arbeit, kann ich rückblickend schon einmal sagen, bevor mein Buch überhaupt fertig ist!

An manchen Seiten dazwischen, denn es wird ja niemand dieses Buch jemals zu sehen bekommen, gibt’s auch ganz andere Dinge zu sehen:

Auf einer Seite plane ich die Zimmerbelegung in einem Hotel beim Auswärtsspiel, denn es müssen ja 10 Spieler auf Doppelzimmer so aufgeteilt werden, dass später der richtige Kerl über den Verdächtigen etwas interessantes aussagen kann.. oder ähnliches. Also habe ich da einfach Pärchen gebildet und es direkt aufgeschrieben. Damit ich mich später beim Verhör auch richtig dran erinnere wer mit wem ein Zimmer geteilt hat.

Auf einer anderen Seite sehe ich eine merkwürdige Zeichnung – ich hoffe mal ich habe währenddessen angestrengt nachgedacht, denn der künstlerische Wert der Zeichnung an sich strebt gegen 0,0.
Irgendwann zwischen den vielen Geschehnissen fasse ich nochmal mit allen Verdächtigen auf der Liste zusammen, wer ein Alibi hat. Nur für meine persönliche Übersicht und zum Überlegen, wer als nächstes umgebracht werden soll.

Mittendrin ein blaues Post-it mit Fragen, die mir beim Schreiben aufgefallen sind. Ich beschrieb gerade einen Mordschauplatz, als mir auffiel das ich manche Gegebenheiten vor Ort dringend Nachts überprüfen muss. Auf Wikipedia oder grundsätzlich im Internet konnte ich es nicht finden, aber es war gerade hellerleuchteter Tag. Also habe ich die Fragen aufgeschrieben und bin ein paar Tage später mal Nachts an der Cuxhavener Kugelbake herumspaziert (natürlich nicht allein, im realen Leben bin ich ein Schisser..) und habe meine Fragen mit eigenen Augen beantwortet.

Dann auf einer anderen Seite gibt’s Stichworte zu meiner Recherche im Bereich „Fußschellen“. Mögliche Synonyme wie „Fußfesseln“ oder „Fussmanschetten“(je nach Art der Fessel) sind ebenso aufgelistet wie ein paar Fakten sowie ein paar weitere Sätze und sogar eine kleine Zeichnung.
Im Nachhinein ist die Erkenntnis, dass man jede Figur die im Buch vorkommt auch in diesem Buch oder auf einer Liste erwähnen sollte. Den vollen Namen und ein kurzes Stichwort. Aber Hauptsache der Name! Damit habe ich erst in der Mitte des Buches angefangen, und es hätte mir wohl wirklich Zeit gespart.

Dieses Buch hat mir sehr geholfen und tut es immer dann, wenn ich schreibe. Besonders wichtig ist für mich, dass ich meine Abläufe und Ideen kompakt gesammelt habe. Denn ich bin zum Beispiel oft für eine Buch verreist, um meinen Freund (Fernbeziehung) zu besuchen. Dort hatte ich dann alles dabei und konnte weiterarbeiten.

»Ja, warum speichert sie sich das alles nicht auf dem PC???«, fragt sich jetzt sicherlich fast jeder Leser. Ganz einfach: weil ich auf dem PC schreibe, und dann von Dokument zu Dokument gehen muss. Und weil ich sehen will, was ich durchgestrichen habe. Ich möchte Post-Ist mit Fragen reinkleben, lose Zettel reinlegen können und vieles mehr. Und weil ich einfach mal eben blättern will. Ich will das in der Hand haben (Kinder mit nem Willen kriegen auf die Brillen, ich weiß- aber ich habe keine Brille ;-)). Man kann das aber sicherlich auch per PC machen. Ich würde es trotzdem ausdrucken und kompakt vor mir liegen haben, wenn ich schreibe. Aber das ist nur eine persönliche Vorliebe. Vielleicht ist das auch eine Idee für euch – Vielleicht auch nicht. Jeder schreibt anders. Aber vielleicht kann ich einem Nachwuchsautor, der jetzt gerade anfängt, ja einfach Zeit sparen. Viele Details die ihr im Laufe eures Buches erfindet, werden eventuell noch einmal wichtig.
An alle die das hier lesen und selbst schreiben: Wie habt ihr das gemacht? Geht es euch ähnlich oder merkt ihr euch die Details ganz anders? Guckt ihr jedes Mal im Dokument nach? Suchfunktion? Ich bin gespannt!

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Ein Buch schreiben – Charaktere erschaffen, Personen erfinden, Inspiration.

Heute, hier und jetzt geht es um Personen. Wer ein Buch schreiben möchte, sollte natürlich schon halbwegs wissen, worum es denn bei der Story gehen wird. Von der Themenfindung handelte ja schon mein letzter Artikel. Eine Geschichte lebt für mich von den Charakteren, ihrem Zusammenspiel und ihren Verhaltensweisen. Das Verhalten der einzelnen Personen, sei es Haupt- und Nebenperson, sollte Sinn machen. Sie sollten zur Story passen und die Story vorantreiben. Der Leser sollte eine Beziehung aufbauen können. In meinem Fall, ich schreibe einen Krimi, brauchte ich mehrere Verdächtige die nach und nach entweder sterben oder ein Alibi aufweisen- oder von der Liste der Verdächtigen gestrichen werden können.

Charaktere erschaffen

Verschiedene Bücher, verschiedene Anforderungen?

Natürlich gibt es verschiedene Anforderungen und Schwierigkeiten, die sich aus der geplanten Story ergeben. Schreibt jemand eine Biographie, braucht er nicht großartig Personen erfinden. Er hat die Geschichten erlebt, die Charaktere gab es wirklich. Natürlich muss in diesem Fall auch in der Würze der Kürze der Charakter einer Person gut skizziert werden, wenn es für die Erzählung der Geschichte wichtig ist.
Schreibt jemand eine Liebesgeschichte, geht es natürlich in erster Linie um das Liebespaar. Dieses Paar sollte natürlich genau beschrieben werden und die Charaktere sollten mit der Story zusammen das Buch ausmachen. Auch Nebenfiguren können natürlich wichtig sein.
Krimis. Kommen wir nun zu der Kategorie, in die mein Buch fallen wird. Ich wollte einen Krimi im Sinne von Agatha Christie erschaffen. Diese sammelt bekanntermaßen mehrere Verdächtige in einem relativ abgegrenzten Raum und lässt einen nach dem anderen unfreiwillig das Zeitliche segnen. Hier braucht man natürlich recht viele Charaktere die alle so ihre Eigenarten haben. An diesem Beispiel werde ich ein paar Punkte aufzeigen, die ich sehr wichtig finde.

Viele Personen, wenig Gedächtnis.

Ich finde es in vielen Büchern sehr schwierig, die anfangs vorgestellten Personen alle im Gedächtnis präsent zu haben. Bei Frau Christie läuft das aber sehr gut. Denn für sie scheint es ein leichtes zu sein, viele Personen vorzustellen ohne den Leser zu überfordern. Sie versieht meist jede Person mit einem unverwechselbaren Detail und stellt jeden knapp vor, wenn es für die Geschichte erforderlich ist.
Wohnt ihr Detektiv beispielsweise einer vornehmen Abendgesellschaft bei, werden mehrere Personen direkt beim Betreten des Raumes beschrieben. Sei es der schrullige Herr mit dem Kneifer, die überragend aussehende Frau mit den ungebändigten Locken im knallroten Abendkleid oder die hysterische Hausherrin, welche direkt mehrere Butler wild durch die Gegend scheucht. Manche werden nur kurz anhand der Sitzordnung vorgestellt, andere machen direkt auf sich aufmerksam. Im weiteren Verlauf der Geschichte kann man sich die zehnköpfige Abendgesellschaft dann mehr und mehr vorstellen, die Personen einordnen und Charakterzüge ausmachen.
In meinem speziellen Fall musste ich direkt ein gesamtes Basketballteam beschreiben. Hier bin ich immer noch nicht vollkommen zufrieden, denn ich bin immer noch der Meinung mein Leser wird irgendwie überfordert sein von so vielen Leuten. Aber wie das Leben so spielt, kann ein Basketballteam nun einmal nicht aus nur drei Leuten bestehen und ich muss weiter an diesem Punkt feilen.

Charaktere finden

Jeder Autor, der behauptet alle Personen in seinem Buch seien komplett frei erfunden, der lügt meiner Ansicht nach. Natürlich schreibt das Leben gute Geschichten. Man trifft Personen, man erkennt Charakterzüge und man ordnet sie sich selbst in ein bestimmtes Schema ein. Man lernt verschiedene Eigenschaften an Leuten kennen, die man verwenden kann. Ich selbst habe für meine fiktive Mannschaft voller Verdächtiger (und auch Leichen, später..) aus meinem gedanklichen Fundus geschöpft. Natürlich sind mir in meinen Jahren in meinem Job ganz unglaubliche Charaktere über den Weg gelaufen. Ich weiß ungefähr, was einen „typischen“ Basketballspieler ausmacht. Und von dieser Vorstellung gibt es natürlich so ungewöhnliche Abweichungen, dass es interessant wird. Ich habe mich an meine Charaktere deshalb so herangewagt:
Ich habe mich an bestimmte Personen erinnert, einfach nur auf Grund ihrer auffälligsten Eigenschaften. Der eine Spieler redet gern davon wie reich und wichtig er ist, ist es aber eigentlich nicht. Der andere sieht wahnsinnig gefährlich aus mit seinen 2,10m und Schultern von der Breite eines Frauenparkplatzes, liest aber einfach gern ein Buch in seinem Lieblingssessel am Fenster..
Zunächst habe ich also ein paar Charaktere zusammengestellt und dann auch wieder ein bisschen aussortiert. Dann kann man natürlich auch mehrere Personen zusammenfassen, die Charaktereigenschaften besser auf die Story zuschneiden usw.
Für mich war es wichtig, dass es unterschiedliche Charaktere gibt, die aber nicht alle etwas Besonderes oder dramatisches an sich haben. Denn das ist nicht die Realität. Es gibt spezielle Personen, die bleiben einem lange und ausgiebig im Gedächtnis. Es gibt andere Personen, graue Mäuse sozusagen, da fragt man sich schon ein Jahr später: „wie hieß der noch?“

Namen sind nicht Schall und Rauch.

Natürlich brauchen die handelnden Personen auch Namen. Dieser Punkt war schwieriger als gedacht. Mein Plan war ursprünglich, die Liste durchzugehen und einfach Namen auf die Kurzbeschreibungen zu packen. Aber irgendwie saß ich da wie der berühmte Ox vorm Berg. Einen Afroamerikaner aus schwierigen Verhältnissen findet man selten mit Namen wie beispielsweise William oder Scott. Eine Person russischer Abstammung heißt eher Igor als Heinz Peter. Eine junge Frau wird wohl eher den Namen Lara tragen als beispielsweise den Namen Waltraud. Es sollte also einigermaßen passen.
Meine Vorgehensweise war recht einfach: Google. Einfach mal ein paar Suchbegriffe wie Männernamen oder Frauennamen eingeben und durch die Gegend klicken. Oder in speziellen Fällen dann halt so etwas wie „häufige Namen in Russland“ oder ähnliches. Ich habe tatsächlich jedes Mal genau gewusst: Der Name ist es!! Denn man hat eine Vorstellung von seinem Charakter erschaffen, und dann sieht man einen Namen und es passt einfach. Hier ist aber viel Subjektivität dabei, denn jeder verbindet mit Namen besondere Personen. Wenn meine liebenswerte Hauptperson nun beispielsweise den gleichen Namen hätte wie die kleine B**ch aus der Grundschule die gerne ihre Mitschüler verprügelt und in Mülltonnen gesteckt hat, dann würde ich mich sicherlich nicht so wohl beim Schreiben fühlen. Andererseits könnte ich wohl schlecht rechtfertigen, wenn ich den Namen meines Freundes im realen Leben im Buch für die Person des Massenmörders missbrauchen würde.. das könnte unangenehme Folgen auf die Beziehung haben.

Der Chantalisator

Es gibt ja auch sicherlich eigene Erfahrungen, die man mit Namen verbindet. Oder den die Gesellschaft mit einem Namen verbindet. Chantal und Kevin zum Beispiel scheinen heutzutage vermehrt als.. wie drücke ich mich nun diplomatisch aus?.. Unterschichtsnamen bekannt zu sein. Falls ihr nun solch dramatische Namen erfinden wollt, empfehle ich übrigens den „Chantalisator“ für eure Arbeit. (http://www.chantalisator.de) Dieser macht beispielsweise aus dem Namen Marie Fuchs (das ist eine der Personen aus meinem Buch) den exzentrischen Namen „Maribel- Unity Fuchs“ und zeigt direkt den dramatischen Geschmack der fiktiven Mutter. Ich habe den Chantalisator nicht benutzt, fand die Kreativität der exzentrischen Namen aber nicht schlecht. Falls ihr mal einen furchtbar übertriebenen Namen braucht, ist das Ding nicht schlecht.

Der flippige Chart

Anfangs sollte man auf jeden Fall seine Ideen logisch zusammenfassen. Ich habe also erst einmal eine Liste mit den Personen geschrieben, um die passenden Namen zu finden. Hier habe ich tatsächlich als anfängliche Figur den Namen der realen Inspiration aufgeschrieben, um schnell etwas griffiges vor Augen zu haben. Dann bekamen die Namen langsam „Charakter“. Charakter ist in diesem Fall einfach alles, was mir mal so einfiel. Es fängt an bei besonderen Eigenschaften, Aussehen, Vergangenheit, mögliche Aussagen oder auch Situationen aus dem realen Leben die man bei der Person unterbringen könnte. So steht bei einer Person einfach nur „wie die 3 Affen“ oder bei einer anderen Person ein Herz und der Name des möglichen Liebhabers. Bei der nächsten Person steht eine Aussage, die die Person im Buch mal machen soll (habe ich bis heute noch nicht angewendet, aber wenns nicht passt dann muss es ja auch nicht..). Dieser Prozess ging nicht von heute auf morgen, sondern tatsächlich im Vorbeigehen. Denn ich habe meine Zettel mit den Personen und viel Platz drunter an die Tür zum Arbeitszimmer gehängt. Wann immer ich eine Idee hatte drehte ich mich entweder mit dem Schreibtischstuhl zur Tür oder ich schrieb im Vorbeigehen etwas an die Zettel. Hierfür hing tatsächlich ein Kuli immer griffbereit an der Tür. Funktionalität stand für mich eindeutig vor Schönheit, denn hübsch ist mein Gebilde keinesfalls. Aber man kann sich austoben, streichen und Ideen spontan notieren, ohne einen PC anzumachen oder ein Notizbuch aufzublättern. Ein Notizbuch habe ich für mein Buch auch, aber dazu im nächsten Artikel!

Der Charakterbogen

Eine weitere interessante Idee, die ich auf http://www.schriftsteller-werden.de/charakterentwicklung gefunden habe, ist der Charakterbogen. Für mich war es mit dieser Methode schon zu spät, für meine Hauptpersonen habe ich den Test allerdings mal gemacht.
Der Charakterbogen ist wie ein Fragebogen, den Jacqueline Vellguth entwickelt hat. Ganze drei Seiten bringen einen dazu, seine Person nach dem ausfüllen besser zu kennen. Es geht von den Themen „Der erste Eindruck“, „Auftreten“, „Motivation“ über detaillierte Körpermaße und Fähigkeiten bis hin zu Familienmitgliedern und mündet in einem kleinen Lebenslauf.
Hätte ich diese Idee mal vor dem schreiben gehabt..! Denn sie ist wirklich gut. Man kann im Laufe des Schreibens ändern, hinzufügen und auch einfach einmal nachschauen. Weiß ich nach 91.000 Wörtern noch, wie ich die Mutter der Hauptperson in Kapitel 1 beiläufig genannt habe? Die Chancen stehen schlecht.. Wenn man solche Sachen direkt in den Charakterbogen einträgt und für jede Person einen Bogen in einer Mappe sammelt, kann man allerdings sehr fix nachschauen.
Den Charakterbogen kann man dann auch noch individuell erweitern. Bei meiner Basketballmannschaft wäre das dann zum Beispiel die Position in der Mannschaft und auf dem Spielfeld. Mein Charakterbogen hätte sicherlich überall Ideen und kleine Bildchen am Rand. Schaue auf jeden Fall mal auf der Seite, dort ist es sehr interessant!

Motivation, Ziele, Konflikte, Veränderung.

Wichtig ist für mich, die Charaktere für und durch die Story glaubwürdig zu machen. Hierbei sollte jede Person in der Szene eine Motivation für die Handlung haben. Ein Gespräch von zwei Personen kann langweilig sein, wenn man sie einfach sprechen lässt. Man muss dabei beachten, wie das Gespräch in die Story passt und wie die Story dadurch weiterkommt. Dafür sind die Motivationen der einzelnen Personen, welche nicht immer durchsichtig sein müssen, wichtig. Dadurch entstehen hoffentlich auch Konflikte.
Ein Beispiel: In einer Szene in meinem Buch wollen die Personen A und B unbedingt in die Wohnung von Person C. Person A muss unbedingt darein, denn A will die für ihn wichtigste Person auf der ganzen Welt retten. Person B hilft ihm dabei, ist also auch sehr stark dran interessiert einen Fortschritt zu erzielen, aber nicht so stark wie Person A. Person C beherbergt in seiner Wohnung zwei ungewöhnliche Hobbys, die Person A und B auf keinen Fall sehen sollen. Das interessiert besonders Person A herzlich wenig, Person B ist schon ein wenig interessiert an den privaten Abgründen. Person C macht sich dadurch allerdings zunächst einmal sehr verdächtig, dass er den Zutritt zu seiner Wohnung verweigert, verweigert den Zutritt ja aber nur auf Grund von Lapalien im Vergleich zur eigentlichen Gefahrensituation..
Das sind die Hintergründe der Szene grob dargestellt, und dadurch entsteht ein Konflikt und auch Spannung für den Leser. Der Leser denkt natürlich auch das Person C etwas zu verbergen hat. Person C hat natürlich tatsächlich etwas zu verbergen, aber besonders Person A ist das völlig egal, weil es im Vergleich zum akuten Problem einfach unwichtig ist. Wenn man diese kleinen Hintergründe nicht aufzeigt, die man natürlich vorher schon entwickelt hat und in der Szene dann nochmal direkt ausspielt, dann kann eine Szene sehr langweilig sein:
Person A und B wollen in die Wohnung von C. C will sie nicht reinlassen.
Na super. Bei dieser Beschreibung der Situation werfen sich entweder sehr viele Fragen auf oder der Leser überliest das ganze eher ungerührt.

Veränderung.

Charaktere geraten in Situationen. Im wahren Leben passiert das meist aus einem plausiblen Grund, im Buch muss man diesen Grund erst einmal erschaffen. Ich möchte das meine Hauptperson, eine nette junge Frau, in einen Krimi verwickelt wird. Das passiert im realen Leben nicht vielen Leuten. Gut, da ist sie nun mittendrin, Menschen sterben auf einmal.
Ich sage nicht, dass sich im Laufe eines Buches, besonders in einem Krimi, jeder irgendwie verändern sollte. Aber Personen geraten in neue, gefährliche Situationen. Und das meistert jeder, genau wie im realen Leben, anders. Das Beispiel der netten Frau in meiner Geschichte:
Nie zuvor war sie in einer so gefährlichen Situation, jeder um sie herum ist potentiell ein Killer. Wie verändert sie sich dadurch? Ist sie immer noch nett zu allen Verdächtigen? Igelt sie sich komplett ein? Rennt sie weg? Rennt sie dem Killer hinterher? Wächst sie über sich hinaus?
Es wäre gähnend langweilig und wenig tiefgründig, wenn die unglaubliche nette junge Frau einfach in der Extremsituation noch genauso naiv und nett ist wie davor. Man sollte schon ein bisschen Angst haben und die Mitmenschen genauer unter die Lupe nehmen..

Fazit

Ich weiß nicht, ob ich euch jetzt nur Dinge erzählt habe die ihr eh schon wusstet. Natürlich weiß man das alles irgendwie schon, man hat ja selbst schon unzählige Bücher gelesen bevor man selbst eines schreibt (in den meisten Fällen). Mir ist nur wichtig euch zu sagen, dass eure Personen schon ein wenig durchdacht werden sollen. Wie genau ihr das macht, also welche Methode ihr anwendet und wie ihr das umsetzt, ist natürlich euer Problem. Ich hasse es jedenfalls, Bücher zu lesen in denen die (Haupt-)Personen austauschbar sind und keinerlei Charakter haben. Davon gibt es überraschend viele. Meine bevorzugte Vorgehensweise ist eindeutig die vorherige Planung der Charaktere (z.B. mit Flipchart, Charakterbogen etc.) im Zusammenspiel mit Flexibilität. Wenn man am Ende des Buches noch eine Person einbauen oder verändern möchte, damit die Geschichte schlüssiger ist… WARUM DENN NICHT? Schreibt man ein Buch, ist man der Schöpfer einer Geschichte. Damit geht sehr viel Freiheit, gleichzeitig allerdings genau so viel Verpflichtung dem Leser gegenüber einher.

Im nächsten Artikel geht es darum, wie man mit einem Schreib-Notizbuch viel Arbeit spart. Ich verbleibe bis dahin fröhlich und mit einem Zitat:
;“ />Zitat Wolf Schneider Schreiben

Aller Anfang ist schwer! Das Buch mit Köpfchen starten. Teil 1 – Themenfindung

Moin liebe Leser!

Im Folgenden Artikel geht es darum, einfach mal mit dem Schreiben eines Buches anzufangen. Einfach drauf los schreiben oder eher alles genauestens Planen? Handwerkszeug recherchieren oder einfach mal schauen? Ich erzähle euch, wie es bei mir war. Und daraus ergeben sich gleichzeitig Warnungen und Tipps..
Im ersten Teil heute geht es um die Themenfindung. Dieses gilt weniger für Sachbücher, lässt sich hier aber definitiv auch anwenden. Falls du, lieber Leser, dein Themafür den Roman schon genau im Kopf hast aber noch nicht mit der Umsetzung anfangen konntest: Warte auf meinen nächsten Artikel – in der Zwischenzeit kann dieser Artikel hier aber auch nicht schaden..

Wie hofft hört man Sätze wie „Ich möchte irgendwann ein Buch schreiben!“ oder „Da sollte man wirklich mal ein Buch drüber schreiben!“.

Ich glaube, dass wirklich viele Menschen ein gutes Buch schreiben könnten. Viele haben Unglaubliches erlebt. Andere haben vielleicht nichts Großartiges erlebt, sind aber sehr kreativ. Wieder andere haben erhebliches Wissen auf einem Fachgebiet. Manche haben vielleicht einfach eine gute Idee.
Wie schon im Titel angesprochen, ist aller Anfang schwer. Besonders wenn man noch nie ein Buch geschrieben hat, sitzt man dann hochmotiviert und gleichzeitig auch hochüberfordert am Schreibtisch. Sicherlich ist das genaue Vorgehen immer eine Frage des Typs. Wer in seinem gesamten Leben alle Dinge penibel ordnet und plant, wird sich nicht spontan an den Schreibtisch setzen und ohne Planung einen Bestseller schreiben. Wer andererseits kreativ und intuitiv sein Leben so meistert wie es gerade kommt und seine Ideen fortwährend ändert und optimiert, wird eventuell Schwierigkeiten mit einem exakt ausgearbeiteten Plan haben.

Bei mir war es so:
Ich wollte wirklich schon sehr lange ein Buch schreiben. Ein Krimi sollte es sein, dass war klar. Ich liebe Krimis, ich habe meine Bachelor-Arbeit im Bereich Kriminologie geschrieben und einfach schon immer Interesse für diese Art Bücher, Filme und Geschichten. Oft habe ich drüber nachgedacht, wie ich meine Art von Krimi verwirklichen kann. Mir war schnell klar, dass ich mich selbst nicht einfach ins kalte Wasser stürzen kann. Ich habe einen harten Job, dachte aber monatelang sehr oft über ein mögliches Buch nach. Irgendwann bei einer groben Internet-Recherche stieß ich auf folgende Weisheit:

Schreiben sie ihr erstes Buch in einem Bereich, in dem sie sich sehr gut auskennen.

Dahinter stand zusammengefasst die Logik, dass man beim ersten Buch an der Recherche sparen sollte. Denn die anderen Dinge (z.B. Dialoge, Form, Aufbau..) nehmen ein Gehirn schon ziemlich in Anspruch, vor Allem wenn man sie das erste Mal macht.

Das war mal ein guter Denkanstoß. Was sind also meine Fachgebiete? – Mein Job als Teammanagerin eines Basketballclubs war da natürlich etwas Besonderes. In diesem Job habe ich viel mit Basketball, Amerikanern, verschiedensten Charakteren und der öffentlichen Aufmerksamkeit für die Mannschaft in der Umgebung zu tun. Als ich in diese Richtung dachte, eröffnete sich mir direkt eine Idee:
Den gewünschten Krimi zum Mitraten im Stil von Agatha Christie und Co. Verlegte ich gedanklich in die mir bekannte Welt: eine Basketballmannschaft! Nach jahrelanger Beschäftigung in diesem Feld hatte ich nicht nur das Wissen, wie so ein Basketball-Team funktioniert. Ich hatte auch viele Spieler erlebt. So habe ich eine gute Vorstellung davon, wie die einzelnen Charaktere die Mannschaft beeinflussen, wie die Umgebung reagieren kann und generell einfach wie der Alltag als Spieler/Trainer/Betreuer in der Basketball-Welt aussieht. Das Thema war gefunden: Eine Basketballmannschaft, einer davon stirbt, einer der Menschen die zum Tatzeitpunkt im abgeschlossenem Raum des Mordes waren (in meinem Fall ein Bus) muss der Täter sein.
Natürlich war bis jetzt doch noch einiges an Recherche zu unternehmen. Es hätte allerdings wahrscheinlich wesentlich länger gedauert, wenn ich mir dieses Thema hier ausgesucht hätte:

10 Experten auf dem Gebiet der Leishmaniose (Tropenkrankheit) begeben sich auf eine Erkundungstour nach Peru. Im Dschungel schlagen sie ihr Lager auf. Jede Nacht rafft es einen der Forscher dahin. Hat eine neue Tropenkrankheit zugeschlagen, oder gar einer der Wissenschaftler selbst?

Probleme: Ich habe keine Ahnung von Tropenkrankheiten. Ich war noch nie in Peru, kenne niemanden aus Peru und habe auch sonst keinerlei Verbindung zu diesem Land. Ich war noch nie im Dschungel. Meine Erfahrung in punkto Zelten gipfelte bis jetzt in einem dreitägigen Zeltlager in der 4. Klasse. Die Chancen, dass ich das obengenannte Szenario glaubwürdig beschreiben kann, streben gegen Null. Um an den Punkt zu kommen diese Glaubwürdigkeit aufs Papier legen zu können, muss ich sehr viel Zeit vielen tiefgründigen Recherchen verbringen.

Wie soll man sich bei solch dramatischen Anforderungen an die Recherche und das Eintauchen in eine komplett fremde Welt noch angemessen mit korrekten, flüssigen Dialogen oder einem bestimmten Stil befassen? Da wird man doch wahnsinnig. An solche Herausforderungen sollte man sich meiner Meinung nach erst heranwagen, wenn man bereits ein paar Bücher veröffentlicht hat.

Mögliche Herangehensweisen, wenn man ein Buch schreiben möchte:

Du hast etwas Unglaubliches erlebt? – Schreibe es auf. Falls du an Bord eines sinkenden Schiffes warst und überlebt hast, dann ist das der Hammer. Die Geschichte ist sicherlich nichts Neues, aber es ist deine Geschichte. Und sie hat potential. Ich empfehle trotzdem, vorher mal in ähnliche Werke reinzuschnuppern und dann einen eigenen Weg zu wählen. Falls man nicht selbst so etwas erlebt hat, kann einem ja ein anderes Buch oder ein anderer Film inspiriert haben. Um bei unserem Beispiel des sinkenden Schiffes zu bleiben, könnte das überlebende Pärchen der Titanic ja zur Abwechslung mal die Tür teilen, auf der Kate überlebt. Die Tür sieht für zwei Personen wirklich groß genug aus, aber nein im Original stirbt Leonardo lieber im Wasser als sich zu seiner Geliebten auf die Tür zu wuchten. Wie könnte es nach der Story weitergehen?

Du bist ein Experte deines Faches? – Schreibe es auf. Stecke vorher genau ab, was du wie aussagen möchtest. Gliedere dein Werk, aber schweife nicht zu sehr ab. Biete etwas ganz neues. Oder fasse den Zeitgeist des Themas treffend zusammen. Hier ist die Überlegung ähnlich der Themenfindung für eine Abschlussarbeit etc. – mit dem großen Unterschied: Bei der Abschlussarbeit sind die Prüfer gezwungen, dein Werk zu lesen und zu bewerten. Im Haifischbecken des Buchmarktes ist niemand gezwungen, ganz im Gegenteil: du willst, das Menschen für dein Buch Geld ausgeben.

Du bist kreativ? – Finde etwas Gutes, arbeite dran, Schreibe es auf. Lass dich inspirieren und die Geschichte zu dir kommen. Bevor du drauflos schreibst, wäre eine ungefähre Vorstellung der gesamten Geschichte nicht schlecht- je nachdem in welchem Genre du schreibst.

Du hast eine gute Idee? – Schreibe sie auf! Wie vom Blitz getroffen, kommt dir nach 30 Minuten auf dem Stepper ein Geistesblitz, als die 150kg schwere Frau im gelben Jogginganzug sich an der Langhantel versucht? Oder als dein Chef die sexy Sekretärin feuert, weil sie ihn sexuell belästigt hat? Vielleicht siehst du auch einfach aus dem Fenster und siehst, wie ein Eichhörnchen eine Nuss ausgräbt. Was, wenn das arme Tier die Orientierung verloren hat und eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg ausbuddelt? Falls dich ein genialer Einfall überkommt, rate ich zu Folgendem: Aufschreiben, nicht vergessen, gucken ob es das schon gibt und überlegen was sich aus der Story machen lässt.

So ist es bei mir: Mein Krimi soll nicht einfach 0815 sein, man soll wirklich mitraten und am Ende überrascht und unterhalten sein. Meine Idee mit dem Basketball- Team war etwas zum drauf-aufbauen. Also überlegte ich mir einen guten Grundstein mit den Personen, Mordarten usw.

Die Story ist schon einmal ein guter Anfang, aber noch lange nicht alles. Denn ich muss ja schon einen Plan für die Story haben, bevor ich anfange zu schreiben. Den Plan hatte ich, wie habe ich also angefangen meine Story umzusezen?

Dazu erfahrt ihr im nächsten Artikel mehr!

Ich schreibe ein Buch – Tipptease – Start des Blogs

Tipptease, was soll der Scheiß? Abgeleitet von Striptease, laut Duden definiert als: (in Nachtlokalen, Varietés) Vorführung von erotisch stimulierenden Tänzen, kleinen Szenen o. Ä., bei denen sich die Akteure nach und nach entkleiden. STRIP im Sinne von ausziehen und entblöden, TEASE im Sinne von reizen und necken. Gut, tease kann übersetzt auch belästigen meinen oder gar als „Plagegeist“ übersetzt werden. Das ist natürlich nicht gewollt, aber dann im Falle eines Nichtgefallens meines Blogs dann sogar wieder gekonnt..

„Juhu, das Weib reißt sich gleich in ihrem Blog die Kleider vom Leib!“, denkt jetzt vielleicht so manch männliches Wesen.

Das bin ich: Die Tipperin

Keine Angst, ich möchte in meinem Blog nicht die Hüllen fallen lassen -zumindest nicht die Bekleidung. Vielmehr möchte ich euch mitnehmen an meinen Schreibtisch, denn dort versuche ich momentan meinen Traum zu verwirklichen: Ich möchte ein Buch schreiben. Ein Krimi, genauer gesagt. Diese Einstellung, „mal eben so“ ein Buch zu schreiben, hatte ich eigentlich nie. Dass es so mühselig, endlos und hart werden würde, hatte ich dann aber bei der simplen Idee auch wieder nicht vermutet.

Mein Blog bietet zukünftig mehrere Möglichkeiten für die hoffentlich zahlreichen Leser:

-Motivation. Ich bin nicht Einstein, Oscar Wilde oder Agatha Christie. Trotzdem bin ich schon gut dabei, mit dem Buch. Und das, obwohl ich in letzter Zeit wenig Zeit zum Schreiben finden konnte.

-Tipps. Alle anfänglichen Probleme, die mich Nerven, Zeit und Korrektur kosteten, kann ich euch hoffentlich ersparen. Getreu dem Motto mi casa es su casa(Mein Haus ist dein Haus) arbeite ich nicht, meine Stolperfallen sind nicht deine Stolperfallen..

-Dabeisein. Denn das ist manchmal schließlich sogar Alles. Ihr bekommt mit, wie ich ein Buch schreibe. Dabei ist bestimmt nicht immer alles eitel Sonnenschein. Ich hoffe ihr bekommt dann auch irgendwann mit, wie ich mein Buch veröffentliche, aber soweit sind wir jetzt leider noch nicht.

-Hilfe leisten. Vielleicht sind manche Leser ja schon viel weiter als ich, und können mir aus einer misslichen Lage helfen. Ich freue mich immer über Kommentare, die Bekanntschaft mit Gleichgesinnten und Vernetzung.

Mein Buch

Mein Krimi spielt an einem Küstenstädchen im Norden Deutschlands. Eine komplette Basketballmannschaft sieht sich auf einmal mit einem Mord konfrontiert. Der Mörder kann nur einer des inneren Kreises um die Mannschaft sein, Spieler, Trainer und Betreuer trauen aneinander nicht mehr über den Weg. Die kleine Stadt steht Kopf, aber the show must ja bekanntlich go on..
Agatha Christie ist mein Vorbild, aber sie ist leider schon tot. Es kommt nix Neues von ihr und meine Generation hat auf Grund der alten Geschichten (ihre Bücher erschienen ca. 1920-1975, werden aber immer noch produziert) noch nie von ihr gehört oder aber kein Interesse an dem verstaubten Stoff. Gut, man tut sich natürlich schwer wenn Frauen noch verschämt ein Stofftaschentuch fallen lassen um einen Mann an die Angel zu bekommen. Viele wissen sicherlich nicht einmal, das es einmal Stofftaschentücher gab..
Zurück zum Thema. Mein Buch wird also ein Krimi. Wie Agatha Christie versuche ich, mich auf die Liste der Verdächtigen zu konzentrieren. Ein Mord geschieht in einem Szenario, nur eine bestimmte Anzahl Personen kann der Täter sein. Durch Gespräche, Nachdenken und Charakterisierung wird dem Täter auf die Schliche gekommen – nicht durch die modernen Ermittlungsmethoden im Labor (CSI lässt grüßen). Diese Dinge faszinieren mich beim lesen oder anschauen eines Krimis vielmehr als die Spurensuche im Labor.
Natürlich gibt es eine junge, dynamische Hauptperson. Natürlich gibt es auch eine Person, die es ihr angetan hat. Natürlich gibt es Hinweise und Fehlschläge. Natürlich muss der Leser mitraten, während die Zeit tickt und die Gefahr steigt. Tick Tack, Tick Tack, Tick Tack..
Ihr müsst nicht zwangsläufig Krimis, Basketball oder meine Herangehensweise mögen um meinen Blog zu mögen. Viele Artikel werden die Themen Schreiben, Handwerkszeug und Motivation haben. Falls ihr etwas lesen wollt, welches durch die Attribute stocksteif, langweilig und nüchtern besticht, dann kann ich meinen Blog nicht wirklich empfehlen..