Zeit finden. Für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Zeit, Stress und das auf der Strecke bleiben..

Heute melde ich mich nach längerer Zeit, in denen ich es nicht zu einem Blogeintrag geschafft habe. Ich hatte einfach überhaupt keinen Kopf für mein Hobby, welches ich zum Beruf machen möchte. Kurz zu meiner Situation, bevor dann für euch etwas Hilfreiches folgt:

Die Basketball Saison steht ins Haus. Ich bin Teammanagerin, Büroleitung und Presseabteilung in der zweiten Bundesliga. Genau, ich bin drei Leute gleichzeitig (2 Kollegen haben uns verlassen, und ich habe gratis diese Jobs zu meinem eh schon stressigen Job dazubekommen). Zeit ein wichtiges Gut. Aber irgendwie wollen alle was von der Zeit abhaben, die ich nicht habe. Ich sehne mich nach einem einfachen Job, mit unanspruchsvoller Aufgabe und geregeltem Feierabend.
Kennt ihr das? Der Job ist stressig, man hat nie Feierabend.

Der Feierabend sieht bei mir so aus, dass er
a)sehr willkürlich und gern spät eintritt
b) da dann der Haushalt auf mich wartet
c) trotzdem noch sehr viele Emails vom Chef warten und Fans sowie Spieler ihre Probleme auf Facebook vortragen.
d)ich am Ende dann im Bett liege und drüber nachdenke was ich noch alles vergessen habe.

Als Ratschlag, wenn ich im Moment mal etwas nörgelig werde, kommt dann als Antwort „du musst dir nur die Zeit nehmen, wenn es dir wichtig ist!“
-Ach, so ist das! Na danke für den Tipp. Es gab in den letzten Wochen unglaubliche Situationen, in denen ich mir nach dem ganzen Stress noch den Stress gemacht habe, mit meiner Cousine insgesamt circa das halbe Buch zu überarbeiten (davon wird übrigens der nächste Artikel handeln, denn das ist sehr spannend und ereignisreich mit interessanten Erkenntnissen!).

Kleines Beispiel, Mein Wochenende vor 2 Wochen: Freitagmorgen kommt ein neuer Spieler an, also früh zum Flughafen. Von der Vorbereitung seiner Ankunft mal abgesehen, sah dann dieser Tag so aus: Den abholen -er hat sehr viele Fragen- und ins Büro schaffen. Dort mache ich nebenbei noch den Rest der Öffnungszeit und verkaufe Tickets, während ich die wichtigsten Dokumente mit dem Spieler ausfülle. Danach den Spieler zum Essen bringen, ihm die Wohnung zeigen, seine Dollars in Euros umtauschen und die Dokumente danach am heimischen Schreibtisch fertig machen. Um 20.30 dann in die Halle, gucken ob der Spieler schon mitspielt und dabei mit dem Boss alles beobachten. Um 21.00 dann den völlig Jetlag-geplagten Spieler mit den umgetauschten Euros zum ersten Mal durch einen Deutschen Supermarkt führen. Hier müssen wir auf Grund der nicht vorhandenen Deutsch-Kenntnisse ganz von vorne anfangen. Dann den Kerl nach Hause bringen und noch letzte Fragen beantworten. Ich bin um 23.00 Uhr zuhause.
Am nächsten Tag geht es früh weiter, denn wir haben ein Testspiel. Mein Frühstück sollte der letzte ruhige Moment sein, die Ereignisse überschlugen sich seitdem mit sehr vielen wichtigen und unwichtigen „kannst du mal eben schnell“ und „warte mal eben“- Geschehnissen. Ich hatte nicht eine ruhige Minute, habe auch noch mal eben ein Spiel gescoutet (da gibt man alles, was auf dem Feld passiert, in einen Computer ein, damit hinterher eine umfassende Statistik vorliegt) und nebenbei noch mehrere Notfälle in den Plan eingebunden, die allesamt mit dem neuen Spieler zu tun hatten. Meine Verabredung, nach dem Spiel mit meiner Cousine das Buch zu überarbeiten, hatte ich nicht vergessen. Um ca. 22.00 Uhr machten wir uns an die Arbeit. Um 23.00 Uhr war ich schon vollkommen auf Red Bull, denn ich wollte den seltenen Termin der so hilfreich für das Weiterkommen ist, ja nicht sausen lassen. Um 24.00 Uhr konnte ich dann die einzelnen Wörter auf dem Bildschirm nicht mehr erkennen und musste meine persönliche, beste Freundin- Lektorin wieder rausschmeißen. Sonntag dann ein Spiel mit allen anschauen und danach direkt zum Familiengeburtstag. Grundsätzlich alles nettere Freizeitbeschäftigungen, aber trotzdem nicht wirklich erholsam.Tja.. und dann war Montag und ich hätte mich eigentlich vom Wochenende erholen müssen. Aber nein, es war ja Montag. Und da war nix mit ausruhen.

So, jetzt die Frage: Wo soll ich da etwas Streichen? An diesen Tagen konnte ich nicht streichen, im Gegenteil: das war das schon die gestrichene Version.

Zeit nehmen

Prioritäten setzen, Zeitmanagement, Hilfreiche Ideen

Ich versuche also eigentlich, möglichst zu streichen. Prioritäten zu setzen. Dabei wirke ich nicht immer sehr nett, aber ich muss es tun um mich bei dem ganzen Stress nicht zu vergessen. Ich lerne immer mehr, NEIN zu sagen. Manchmal ist es schwierig, aber manchmal ist es auch toll. Das Problem ist nur, an den richtigen Stellen nein zu sagen.
Ich würde gern zu vielen Sachen nein sagen, weil sie mir keinen Spaß machen und auch nichts bringen. Das klappt an einigen Stellen super, auch wenn man dann nicht immer nett wirkt – die meisten Leute verstehen, dass ich im Stress bin.

Dann gibt es Sachen, die sind sehr grenzwertig. Oma zum Beispiel. Sie liebt es, einzukaufen. Und das in einem Geschäft circa 3 Stunden, in denen sie jedes Produkt im Regal auch einmal angefasst und studiert hat. Ich liebe es auch einzukaufen, aber schnell! Wenn Oma mich nun also todtraurig anschaut, und fragt ob ich sie endlich mal wieder zum Einkaufen fahre, ist es schwer NEIN zu sagen. Sämtliche Begrenzungen wie „in einer Stunde habe ich aber einen Termin“, ziehen bei Oma übrigens nicht. Das versteht sie nicht. Denn sie versteht flexible Arbeitszeiten nicht. Wenn ich mitten am Tag mit ihr einkaufen gehe, habe ich in ihren Augen an diesem Tag frei, und damit basta! In den Augen der anderen leider nicht..

Fahre ich Oma also einkaufen? –Ja, na klar. Sie ist Oma, und sie kommt sonst nicht raus. Sie freut sich auch immer so.. Ich versuche jedes Mal, ihr klarzumachen dass sie sich beeilen soll. Das wird meistens nichts, deshalb ende ich dann mit dem Smartphone in einer Wartezone und bearbeite meine Emails oder führe nebenbei ein paar Telefongespräche. Man sollte nicht an allen Aspekten sparen, um mehr Zeit zu haben. Oma ist es wert. Trotzdem tue ich das im Moment seltener als sonst.
Aber andere, lose Bekannte, die immer mal wegen einem Gefallen anrufen.. die müssen das dann ausbaden. Arbeitskollegen, die dann noch mal diese „kannst du für mich mal eben“-Anrufe an mich richten, müssen definitiv auch einstecken. Nein, kann ich nicht!

Trotz all dem Stress und den privaten Verpflichtungen, braucht jeder Mensch Ruhephasen. Sonst dreht man sicherlich irgendwie durch! Ich spiele, wann immer ich momentan ein bisschen Zeit habe, zur Entspannung total stumpfsinnige Spiele. Ja, ich oute mich: Farm Heroes, Candy Crush, Magic Puzzle, Quizduell (das ist sogar sehr lehrreich) stehen ganz oben auf meiner Liste.
Warum? Weil sie anspruchslos sind. Ich mache sie an, wann immer ich will. Spiele sie, solange ich will. Und denke entweder wenig nach oder habe beim Denken Spaß. Aber am Wichtigsten: Ich kann abschalten. Ich habe Spaß.
Gern auch der Spruch „ Du bist so im Stress, aber für so einen Scheiß hast du Zeit“ in allen möglichen Kombinationen. Ja, so ist es. Zwischendurch muss man mal runterkommen, und womit sei jedem selbst überlassen.

Zum Schreiben bin ich in den letzten Wochen allerdings nicht gekommen. Zunächst hatte ich deswegen jeden Tag Gewissensbisse und war sauer auf mich und alle, die mir eine Aufgabe dazu gaben. Aber dann habe ich es akzeptiert und mir einen Termin gesetzt, an dem ich wieder anfangen werde. Komme was wolle. Dann sollte der Saisonbeginn-Stress zumindest etwas weniger geworden sein.

Tipps und Tricks

Es gibt tolle Ideen in Sachen Zeitmanagement. Ich habe schon Seminare besucht, die tolle Ansätze hatten. Zum Beispiel einen Wochenplan zu entwerfen, der gewisse Prozentzahlen des Tages für „Alleinzeit“ und „Freizeit“ einrechnet. Für Menschen, die solche Pläne dann auch einhalten können, kann ich dieses Konzept nur empfehlen! Für mich ist das leider nix, da mein Tag zu großem Anteil aus unplanbaren Dingen und spontanen Problemen besteht.
Auch eine tolle Idee ist die Fragestellung „Wo siehst du dich in einem Jahr (einem Monat, 2 Jahren.. wie auch immer)?“ Die finde ich schon eher geeignet, denn sie ist motivierend. Man macht sich selbst Vorgaben, man malt sich Dinge aus und man sieht Details die man sich gern für die Zukunft wünscht. Andererseits ist es auch enttäuschend, wenn man dann die Vorgaben nicht schafft, und dafür überhaupt nichts kann.
NEIN sagen – für mich das beste Zeitmanagement. Man macht so viele Dinge, die man gar nicht muss. Aber es wird einem eingeredet. Das fängt damit an, dass die Nachbarn anfangen zu tuscheln, wenn man nicht jeden Freitag den Rasen mäht – mir doch egal, wenn die dafür Zeit haben, sollen sie gern tuscheln. Meine Wohnung sah auch schon mal aufgeräumter aus, aber im Moment ist sie nicht 100%ig einwandfrei aufgeräumt. Ich mache das Nötige, Hauptsache sauber, ich finde alles und habe sauberes Geschirr und Kleidung. Der Mann im Haus muss nun auch vermehrt einspringen, ich mache ihm an den stressigsten Tagen Abends sicherlich kein Essen mehr. Außer es geht schnell und ich habe auch Hunger, versteht sich (denn seine Kochkünste sind nicht überzeugend).

Weniger Zeit mit Medien verschwenden

Nein, ich scolle nicht mehrmals am Tag durch meinen Facebook- Newsfeed. Trotzdem ist Facebook den ganzen Tag an, denn darüber kommuniziere ich mit Spielern und Fans. Außerdem betreibe ich die Facebook-Seite und muss dort posten, Nachrichten beantworten usw.
Fernsehen. Nur weil nichts besseres läuft, gucke ich schon mal Garnichts! Ich habe nichts gegen Fernsehen, aber ich habe etwas gegen Zeitverschwendung. Ich finde, man soll sich unterhalten lassen. Aber man soll nichts gucken, nur weil nichts Besseres läuft. Oder keinen Scheiß gucken (Dschungel Camp, Telenovelas etc!). Das liegt allerdings auch im Auge des Betrachters. Macht es dich glücklich, dann mach es  Ich habe mir jetzt angewöhnt, lieber wirklich gute Sachen zu gucken. Zum Beispiel schalte ich dann abends nach dem stressigen Tag mit einer Folge Dexter ab. Keine Werbung, keine Zeitverschwendung, und das wichtigste: Man kann auf Stop drücken wann man will, und Amazon Prime speichert den Moment fürs nächste Mal.. Viel effektiver, daher in weniger Zeit was Tolles ohne Werbung genossen.

Die Perfektion aufgeben.

Nein, ich koche nicht jeden Tag frisch. Ich würde es gern, mein Freund hätte es gern, es wäre ein Traum. Ich koche, wenn ich etwas Zeit habe, sehr viel und sehr gut. So haben wir da länger was von. Das Bügeln habe ich auch schon aufgegeben – ich bügle mit meinem Körper, leicht knickerige Teile bearbeite ich vor dem Anziehen eben mit einem kleinen Dampfbügler, wenn es sein muss. Und mein Bett mache ich auch nicht – macht ja kein Sinn, am Abend liegt man doch wieder drin (wenn alles gut geht).


Trotzdem:
Nett bleiben, die Liebsten nicht vergessen, sich auch mal Zeit nehmen! Prioritäten setzen, die freien Minuten geniessen und 100% bei der Sache sein, wenn man arbeitet (egal ob im Job oder halt beim Schreiben eines Buches.. oder bei was auch immer).

Fazit: Jeder, der einen Job mit festen Arbeitszeiten und geregelter Freizeit hat, wird von mir sehr beneidet! Wie siehts bei euch aus? Habt ihr noch mehr Tipps und Tricks zum Thema Zeit nehmen?

gestresst aber glücklich,
Eure Tipperin

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Der verflixte erste Satz..

Anfangen zu schreiben, das ist nicht so einfach wie gedacht. Man weiß ungefähr, welche Story man zu Papier bringen möchte. Man kennt wahrscheinlich auch schon die Anfangsszene. Aber dann den allerersten Satz tatsächlich zu tippen, ist noch einmal ganz was anderes..

Bedeutungsschwanger sollte der erste Satz sein. Witzig, skurril, bezeichnend. Der Leser soll möglichst direkt mit diesem Satz als Fan gewonnen werden. Aber wie geht das?!
Mein erster Satz, für den ich sehr lange brauchte, an den kann ich mich nicht einmal mehr erinnern. Denn ich habe mittlerweile schon so viel geändert und umgestellt in meinem Buch. Ich glaube, der erste Satz den man schreibt, wenn man mit einem neuen Buch anfängt, der ist niemals der erste Satz im Buch – wenn es dann wirklich druckfertig ist.
Meine erste Szene ist nicht einmal mehr meine erste Szene, jetzt wo ich drüber nachdenke.

Wichtig ist der erste Satz aber auf jeden Fall, finde ich. Es gibt Bücher, in denen ist der erste Satz sterbenslangweilig. Komischerweise gibt es eine Menge Bücher, in denen im ersten Satz zunächst ausschweifend ein Zustand der Natur beschrieben wird. Da wird es für mich immer eher schwierig, überhaupt über diesen Satz hinauszukommen.
Eine über 10 Zeilen reichende Beschreibung der untergehenden Abendsonne führt bei mir zu dem gleichen Phänomen wie im ersten Satz beschrieben: Meine Motivation, das Buch weiterzulesen, geht genau so unter wie die Abendsonne in ebendiesen Zeilen. Nur schneller und weniger dramatisch.

Ich als Leser:
Natürlich lese ich viel und gerne. Ich denke, so ist das wohl bei den meisten Autoren (Möchtegern- Autoren wie mich eingeschlossen. Wenn ich in der Buchhandlung, auf dem Flohmarkt oder heutzutage sogar auf Amazon im Buch stöbere, dann entscheidet oftmals der erste Satz über alles. Nicht alles, aber über alles in Bezug auf mich und das Buch. Finde ich den ersten Satz gut, lese ich den zweiten. Und den dritten… und bin eventuell schon mittendrin im Geschehen. Wenn mich das dann begeistert, dann möchte ich wissen wie es weitergeht. Die erste Seite ist dann auch so etwas wie eine Bewerbung des Buches an den Leser. Man erfährt, ob man den Schreibstiel mag.
Wie schon gesagt: ich lege Bücher weg, die sich mit ausschweifenden Beschreibungen langweiliger Tatsachen beschäftigen. Das halte ich vielleicht auf der ersten Seite mit Mühe aus, über das Buch hinweg wird das aber nichts mit mir und dem Buch. Jeder hat schon einmal einen Sonnenuntergang gesehen. Wenn da schlicht und einfach die Rede von einem Sonnenuntergang ist, wird jeder sich einen Sonnenuntergang vorstellen. Wenn da jede winzige Farbgebung und überhaupt die gesamte Szenerie beschrieben wird, ohne Sinn für den weiteren Verlauf des Buches zu machen – dann geht die Sonne spätestens ab Satz Nummer 3 ohne mich unter.

Ich mag knackige Sätze! Lustige Sätze! Verwirrende Sätze!

Ilsebill salzte nach.Damit gewann Günther Grass 2007 den Wettberweb über den schönsten ersten Satz..

ilsebill salzte nach

Mehr dazu unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_sch%C3%B6nste_erste_Satz

Ilsebill salzte nach! Welche lustiger Name, wie bei der Fischer und seine Frau. Was salzt sie nach? Warum? Ist sie mitten im Kochvorgang? Ich finde es witzig und skurril und möchte schon irgendwie wissen, was die gute Ilsebill warum nachsalzt..
Erste Sätze müssen allerdings nicht immer so prägnant und skurril sein, finde ich. Eine gute, knackige Beschreibung des ersten Schauplatzes, die einen direkt an den Ort des Geschehens katapultiert, tut es für mich auch.

Ich habe mal spontan ein paar meiner Bücher in der ersten Reihe des Regals( es quillt über, akuter Platzmangel!) durchgeschaut.

Hier 5 wahllose Beispiele:

-Samuel Beckett; Warten auf Godot: Landstraße. Ein Baum. Abend.

Das finde ich gut, obwohl es nur die Beschreibung des ersten Aktes ist.

-Val Mcdermid; Echo einer Winternacht: Er war im Morgengrauen immer gern auf dem Friedhof gewesen.

Freak! Was ist das denn für einer? Was macht er da? Ich würde auf jeden Fall weiterlesen!


-Agatha Christie, Die Schattenhand:
Als ich den Gips endlich los war und die Ärzte mich nach allen Regeln der Kunst zurechtgebogen hatten und ich unter gutem Zureden der Schwestern zaghaft begann, meine Gliedmaßen wieder zu gebrauchen, und die Babysprache, mit der sie mich traktierten, mir gründlich zum Hals heraushing, verordnete Marcus Kent mir eine Dosis Landleben.

Hier hätte ich meinem großen Vorbild schon irgendwie einen knackigeren Satz zugetraut, dachte ich im ersten Moment. Im zweiten Moment viel mir auf, das in dem ersten Satz schon eine Menge Informationen auf den neuen Leser zukommen. Ich –Erzähler, hatte längere Krankheit, hat keine Lust mehr auf Krankenschwestern, Markus Kent (wird der noch wichtig??) schickt den Patienten aufs Land. Man hat also die Vorgeschichte, den Grund für den Aufenthalt auf dem Land und schon 2 Personen kennengelernt. Der Satz ist mir zu lang, aber irgendwie hat das doch tatsächlich was..

-Silvia Roth; Blut von deinem Blute: Ich war neunzehn, als mein Vater mit eingeschlagenem Schädel auf dem Küchenboden gefunden wurde.

Jawohl, wenn das nicht mal ein anschaulicher, blutiger erster Satz ist.. mehr muss man dazu wohl nicht sagen.

-Elizabeth Becka; Verletzt: Der Geruch von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln hing noch in der Luft, obwohl der Umzug und die Kirmes längst vorbei und die Besucher nach Hause gegangen waren.
Dieser Satz ist nicht spektakulär, aber die Gerüche versetzten mich direkt an einen bestimmten Ort – und auf der Kirmes möchte man doch immer gern sein. Auch wenn sie hier im Buch schon längst vorbei ist..

Ich als (Möchtegern-) Autor:
Wie zur Hölle bekomme ich diesen ersten Satz hin? Mein erster Satz hat sich schon mehrmals komplett gewandelt und der momentane Favorit wurde auch schon des Öfteren geändert. Dieser Druck auf dem ersten Satz.

Im Moment ist das hier mein erster Satz:

Lara stopfte sich ungehemmt 449 Kalorien und 22,8 Gramm Fett in den Mund, ohne sich für diese Zahlen zu interessieren.
Und, wie gefällt er euch? 100%ig überzeugt bin ich noch nicht, aber ich hoffe der Satz wirft zumindest Fragen auf. Was isst sie? Ist sie fett?

->Änderungswünsche, Anregungen und bessere Ideen bitte auf jeden Fall an mich! Da wäre ich sehr dankbar!
Im nächsten Artikel geht’s um wörtliche Rede. Da sollte man sich nämlich auch informiert haben, bevor man anfängt zu schreiben..

Mein Fazit: Lasst euch vom ersten Satz nicht unter Druck setzen, er wird noch oft geändert. Einfach losschreiben, darum kann man sich später kümmern. Irgendwann kommt einem schon eine gute Idee! Für mich sollte er knackig, witzig und/oder skurill sein oder einfach Fragen aufwerfen. Bei gähnend langweiligen Beschreibungen von unwichtigen Sachverhalten lege ich das Buch allerdings zurück!

Eure Tipperin!

Ein Buch schreiben – Charaktere erschaffen, Personen erfinden, Inspiration.

Heute, hier und jetzt geht es um Personen. Wer ein Buch schreiben möchte, sollte natürlich schon halbwegs wissen, worum es denn bei der Story gehen wird. Von der Themenfindung handelte ja schon mein letzter Artikel. Eine Geschichte lebt für mich von den Charakteren, ihrem Zusammenspiel und ihren Verhaltensweisen. Das Verhalten der einzelnen Personen, sei es Haupt- und Nebenperson, sollte Sinn machen. Sie sollten zur Story passen und die Story vorantreiben. Der Leser sollte eine Beziehung aufbauen können. In meinem Fall, ich schreibe einen Krimi, brauchte ich mehrere Verdächtige die nach und nach entweder sterben oder ein Alibi aufweisen- oder von der Liste der Verdächtigen gestrichen werden können.

Charaktere erschaffen

Verschiedene Bücher, verschiedene Anforderungen?

Natürlich gibt es verschiedene Anforderungen und Schwierigkeiten, die sich aus der geplanten Story ergeben. Schreibt jemand eine Biographie, braucht er nicht großartig Personen erfinden. Er hat die Geschichten erlebt, die Charaktere gab es wirklich. Natürlich muss in diesem Fall auch in der Würze der Kürze der Charakter einer Person gut skizziert werden, wenn es für die Erzählung der Geschichte wichtig ist.
Schreibt jemand eine Liebesgeschichte, geht es natürlich in erster Linie um das Liebespaar. Dieses Paar sollte natürlich genau beschrieben werden und die Charaktere sollten mit der Story zusammen das Buch ausmachen. Auch Nebenfiguren können natürlich wichtig sein.
Krimis. Kommen wir nun zu der Kategorie, in die mein Buch fallen wird. Ich wollte einen Krimi im Sinne von Agatha Christie erschaffen. Diese sammelt bekanntermaßen mehrere Verdächtige in einem relativ abgegrenzten Raum und lässt einen nach dem anderen unfreiwillig das Zeitliche segnen. Hier braucht man natürlich recht viele Charaktere die alle so ihre Eigenarten haben. An diesem Beispiel werde ich ein paar Punkte aufzeigen, die ich sehr wichtig finde.

Viele Personen, wenig Gedächtnis.

Ich finde es in vielen Büchern sehr schwierig, die anfangs vorgestellten Personen alle im Gedächtnis präsent zu haben. Bei Frau Christie läuft das aber sehr gut. Denn für sie scheint es ein leichtes zu sein, viele Personen vorzustellen ohne den Leser zu überfordern. Sie versieht meist jede Person mit einem unverwechselbaren Detail und stellt jeden knapp vor, wenn es für die Geschichte erforderlich ist.
Wohnt ihr Detektiv beispielsweise einer vornehmen Abendgesellschaft bei, werden mehrere Personen direkt beim Betreten des Raumes beschrieben. Sei es der schrullige Herr mit dem Kneifer, die überragend aussehende Frau mit den ungebändigten Locken im knallroten Abendkleid oder die hysterische Hausherrin, welche direkt mehrere Butler wild durch die Gegend scheucht. Manche werden nur kurz anhand der Sitzordnung vorgestellt, andere machen direkt auf sich aufmerksam. Im weiteren Verlauf der Geschichte kann man sich die zehnköpfige Abendgesellschaft dann mehr und mehr vorstellen, die Personen einordnen und Charakterzüge ausmachen.
In meinem speziellen Fall musste ich direkt ein gesamtes Basketballteam beschreiben. Hier bin ich immer noch nicht vollkommen zufrieden, denn ich bin immer noch der Meinung mein Leser wird irgendwie überfordert sein von so vielen Leuten. Aber wie das Leben so spielt, kann ein Basketballteam nun einmal nicht aus nur drei Leuten bestehen und ich muss weiter an diesem Punkt feilen.

Charaktere finden

Jeder Autor, der behauptet alle Personen in seinem Buch seien komplett frei erfunden, der lügt meiner Ansicht nach. Natürlich schreibt das Leben gute Geschichten. Man trifft Personen, man erkennt Charakterzüge und man ordnet sie sich selbst in ein bestimmtes Schema ein. Man lernt verschiedene Eigenschaften an Leuten kennen, die man verwenden kann. Ich selbst habe für meine fiktive Mannschaft voller Verdächtiger (und auch Leichen, später..) aus meinem gedanklichen Fundus geschöpft. Natürlich sind mir in meinen Jahren in meinem Job ganz unglaubliche Charaktere über den Weg gelaufen. Ich weiß ungefähr, was einen „typischen“ Basketballspieler ausmacht. Und von dieser Vorstellung gibt es natürlich so ungewöhnliche Abweichungen, dass es interessant wird. Ich habe mich an meine Charaktere deshalb so herangewagt:
Ich habe mich an bestimmte Personen erinnert, einfach nur auf Grund ihrer auffälligsten Eigenschaften. Der eine Spieler redet gern davon wie reich und wichtig er ist, ist es aber eigentlich nicht. Der andere sieht wahnsinnig gefährlich aus mit seinen 2,10m und Schultern von der Breite eines Frauenparkplatzes, liest aber einfach gern ein Buch in seinem Lieblingssessel am Fenster..
Zunächst habe ich also ein paar Charaktere zusammengestellt und dann auch wieder ein bisschen aussortiert. Dann kann man natürlich auch mehrere Personen zusammenfassen, die Charaktereigenschaften besser auf die Story zuschneiden usw.
Für mich war es wichtig, dass es unterschiedliche Charaktere gibt, die aber nicht alle etwas Besonderes oder dramatisches an sich haben. Denn das ist nicht die Realität. Es gibt spezielle Personen, die bleiben einem lange und ausgiebig im Gedächtnis. Es gibt andere Personen, graue Mäuse sozusagen, da fragt man sich schon ein Jahr später: „wie hieß der noch?“

Namen sind nicht Schall und Rauch.

Natürlich brauchen die handelnden Personen auch Namen. Dieser Punkt war schwieriger als gedacht. Mein Plan war ursprünglich, die Liste durchzugehen und einfach Namen auf die Kurzbeschreibungen zu packen. Aber irgendwie saß ich da wie der berühmte Ox vorm Berg. Einen Afroamerikaner aus schwierigen Verhältnissen findet man selten mit Namen wie beispielsweise William oder Scott. Eine Person russischer Abstammung heißt eher Igor als Heinz Peter. Eine junge Frau wird wohl eher den Namen Lara tragen als beispielsweise den Namen Waltraud. Es sollte also einigermaßen passen.
Meine Vorgehensweise war recht einfach: Google. Einfach mal ein paar Suchbegriffe wie Männernamen oder Frauennamen eingeben und durch die Gegend klicken. Oder in speziellen Fällen dann halt so etwas wie „häufige Namen in Russland“ oder ähnliches. Ich habe tatsächlich jedes Mal genau gewusst: Der Name ist es!! Denn man hat eine Vorstellung von seinem Charakter erschaffen, und dann sieht man einen Namen und es passt einfach. Hier ist aber viel Subjektivität dabei, denn jeder verbindet mit Namen besondere Personen. Wenn meine liebenswerte Hauptperson nun beispielsweise den gleichen Namen hätte wie die kleine B**ch aus der Grundschule die gerne ihre Mitschüler verprügelt und in Mülltonnen gesteckt hat, dann würde ich mich sicherlich nicht so wohl beim Schreiben fühlen. Andererseits könnte ich wohl schlecht rechtfertigen, wenn ich den Namen meines Freundes im realen Leben im Buch für die Person des Massenmörders missbrauchen würde.. das könnte unangenehme Folgen auf die Beziehung haben.

Der Chantalisator

Es gibt ja auch sicherlich eigene Erfahrungen, die man mit Namen verbindet. Oder den die Gesellschaft mit einem Namen verbindet. Chantal und Kevin zum Beispiel scheinen heutzutage vermehrt als.. wie drücke ich mich nun diplomatisch aus?.. Unterschichtsnamen bekannt zu sein. Falls ihr nun solch dramatische Namen erfinden wollt, empfehle ich übrigens den „Chantalisator“ für eure Arbeit. (http://www.chantalisator.de) Dieser macht beispielsweise aus dem Namen Marie Fuchs (das ist eine der Personen aus meinem Buch) den exzentrischen Namen „Maribel- Unity Fuchs“ und zeigt direkt den dramatischen Geschmack der fiktiven Mutter. Ich habe den Chantalisator nicht benutzt, fand die Kreativität der exzentrischen Namen aber nicht schlecht. Falls ihr mal einen furchtbar übertriebenen Namen braucht, ist das Ding nicht schlecht.

Der flippige Chart

Anfangs sollte man auf jeden Fall seine Ideen logisch zusammenfassen. Ich habe also erst einmal eine Liste mit den Personen geschrieben, um die passenden Namen zu finden. Hier habe ich tatsächlich als anfängliche Figur den Namen der realen Inspiration aufgeschrieben, um schnell etwas griffiges vor Augen zu haben. Dann bekamen die Namen langsam „Charakter“. Charakter ist in diesem Fall einfach alles, was mir mal so einfiel. Es fängt an bei besonderen Eigenschaften, Aussehen, Vergangenheit, mögliche Aussagen oder auch Situationen aus dem realen Leben die man bei der Person unterbringen könnte. So steht bei einer Person einfach nur „wie die 3 Affen“ oder bei einer anderen Person ein Herz und der Name des möglichen Liebhabers. Bei der nächsten Person steht eine Aussage, die die Person im Buch mal machen soll (habe ich bis heute noch nicht angewendet, aber wenns nicht passt dann muss es ja auch nicht..). Dieser Prozess ging nicht von heute auf morgen, sondern tatsächlich im Vorbeigehen. Denn ich habe meine Zettel mit den Personen und viel Platz drunter an die Tür zum Arbeitszimmer gehängt. Wann immer ich eine Idee hatte drehte ich mich entweder mit dem Schreibtischstuhl zur Tür oder ich schrieb im Vorbeigehen etwas an die Zettel. Hierfür hing tatsächlich ein Kuli immer griffbereit an der Tür. Funktionalität stand für mich eindeutig vor Schönheit, denn hübsch ist mein Gebilde keinesfalls. Aber man kann sich austoben, streichen und Ideen spontan notieren, ohne einen PC anzumachen oder ein Notizbuch aufzublättern. Ein Notizbuch habe ich für mein Buch auch, aber dazu im nächsten Artikel!

Der Charakterbogen

Eine weitere interessante Idee, die ich auf http://www.schriftsteller-werden.de/charakterentwicklung gefunden habe, ist der Charakterbogen. Für mich war es mit dieser Methode schon zu spät, für meine Hauptpersonen habe ich den Test allerdings mal gemacht.
Der Charakterbogen ist wie ein Fragebogen, den Jacqueline Vellguth entwickelt hat. Ganze drei Seiten bringen einen dazu, seine Person nach dem ausfüllen besser zu kennen. Es geht von den Themen „Der erste Eindruck“, „Auftreten“, „Motivation“ über detaillierte Körpermaße und Fähigkeiten bis hin zu Familienmitgliedern und mündet in einem kleinen Lebenslauf.
Hätte ich diese Idee mal vor dem schreiben gehabt..! Denn sie ist wirklich gut. Man kann im Laufe des Schreibens ändern, hinzufügen und auch einfach einmal nachschauen. Weiß ich nach 91.000 Wörtern noch, wie ich die Mutter der Hauptperson in Kapitel 1 beiläufig genannt habe? Die Chancen stehen schlecht.. Wenn man solche Sachen direkt in den Charakterbogen einträgt und für jede Person einen Bogen in einer Mappe sammelt, kann man allerdings sehr fix nachschauen.
Den Charakterbogen kann man dann auch noch individuell erweitern. Bei meiner Basketballmannschaft wäre das dann zum Beispiel die Position in der Mannschaft und auf dem Spielfeld. Mein Charakterbogen hätte sicherlich überall Ideen und kleine Bildchen am Rand. Schaue auf jeden Fall mal auf der Seite, dort ist es sehr interessant!

Motivation, Ziele, Konflikte, Veränderung.

Wichtig ist für mich, die Charaktere für und durch die Story glaubwürdig zu machen. Hierbei sollte jede Person in der Szene eine Motivation für die Handlung haben. Ein Gespräch von zwei Personen kann langweilig sein, wenn man sie einfach sprechen lässt. Man muss dabei beachten, wie das Gespräch in die Story passt und wie die Story dadurch weiterkommt. Dafür sind die Motivationen der einzelnen Personen, welche nicht immer durchsichtig sein müssen, wichtig. Dadurch entstehen hoffentlich auch Konflikte.
Ein Beispiel: In einer Szene in meinem Buch wollen die Personen A und B unbedingt in die Wohnung von Person C. Person A muss unbedingt darein, denn A will die für ihn wichtigste Person auf der ganzen Welt retten. Person B hilft ihm dabei, ist also auch sehr stark dran interessiert einen Fortschritt zu erzielen, aber nicht so stark wie Person A. Person C beherbergt in seiner Wohnung zwei ungewöhnliche Hobbys, die Person A und B auf keinen Fall sehen sollen. Das interessiert besonders Person A herzlich wenig, Person B ist schon ein wenig interessiert an den privaten Abgründen. Person C macht sich dadurch allerdings zunächst einmal sehr verdächtig, dass er den Zutritt zu seiner Wohnung verweigert, verweigert den Zutritt ja aber nur auf Grund von Lapalien im Vergleich zur eigentlichen Gefahrensituation..
Das sind die Hintergründe der Szene grob dargestellt, und dadurch entsteht ein Konflikt und auch Spannung für den Leser. Der Leser denkt natürlich auch das Person C etwas zu verbergen hat. Person C hat natürlich tatsächlich etwas zu verbergen, aber besonders Person A ist das völlig egal, weil es im Vergleich zum akuten Problem einfach unwichtig ist. Wenn man diese kleinen Hintergründe nicht aufzeigt, die man natürlich vorher schon entwickelt hat und in der Szene dann nochmal direkt ausspielt, dann kann eine Szene sehr langweilig sein:
Person A und B wollen in die Wohnung von C. C will sie nicht reinlassen.
Na super. Bei dieser Beschreibung der Situation werfen sich entweder sehr viele Fragen auf oder der Leser überliest das ganze eher ungerührt.

Veränderung.

Charaktere geraten in Situationen. Im wahren Leben passiert das meist aus einem plausiblen Grund, im Buch muss man diesen Grund erst einmal erschaffen. Ich möchte das meine Hauptperson, eine nette junge Frau, in einen Krimi verwickelt wird. Das passiert im realen Leben nicht vielen Leuten. Gut, da ist sie nun mittendrin, Menschen sterben auf einmal.
Ich sage nicht, dass sich im Laufe eines Buches, besonders in einem Krimi, jeder irgendwie verändern sollte. Aber Personen geraten in neue, gefährliche Situationen. Und das meistert jeder, genau wie im realen Leben, anders. Das Beispiel der netten Frau in meiner Geschichte:
Nie zuvor war sie in einer so gefährlichen Situation, jeder um sie herum ist potentiell ein Killer. Wie verändert sie sich dadurch? Ist sie immer noch nett zu allen Verdächtigen? Igelt sie sich komplett ein? Rennt sie weg? Rennt sie dem Killer hinterher? Wächst sie über sich hinaus?
Es wäre gähnend langweilig und wenig tiefgründig, wenn die unglaubliche nette junge Frau einfach in der Extremsituation noch genauso naiv und nett ist wie davor. Man sollte schon ein bisschen Angst haben und die Mitmenschen genauer unter die Lupe nehmen..

Fazit

Ich weiß nicht, ob ich euch jetzt nur Dinge erzählt habe die ihr eh schon wusstet. Natürlich weiß man das alles irgendwie schon, man hat ja selbst schon unzählige Bücher gelesen bevor man selbst eines schreibt (in den meisten Fällen). Mir ist nur wichtig euch zu sagen, dass eure Personen schon ein wenig durchdacht werden sollen. Wie genau ihr das macht, also welche Methode ihr anwendet und wie ihr das umsetzt, ist natürlich euer Problem. Ich hasse es jedenfalls, Bücher zu lesen in denen die (Haupt-)Personen austauschbar sind und keinerlei Charakter haben. Davon gibt es überraschend viele. Meine bevorzugte Vorgehensweise ist eindeutig die vorherige Planung der Charaktere (z.B. mit Flipchart, Charakterbogen etc.) im Zusammenspiel mit Flexibilität. Wenn man am Ende des Buches noch eine Person einbauen oder verändern möchte, damit die Geschichte schlüssiger ist… WARUM DENN NICHT? Schreibt man ein Buch, ist man der Schöpfer einer Geschichte. Damit geht sehr viel Freiheit, gleichzeitig allerdings genau so viel Verpflichtung dem Leser gegenüber einher.

Im nächsten Artikel geht es darum, wie man mit einem Schreib-Notizbuch viel Arbeit spart. Ich verbleibe bis dahin fröhlich und mit einem Zitat:
;“ />Zitat Wolf Schneider Schreiben

Aller Anfang ist schwer! Das Buch mit Köpfchen starten. Teil 1 – Themenfindung

Moin liebe Leser!

Im Folgenden Artikel geht es darum, einfach mal mit dem Schreiben eines Buches anzufangen. Einfach drauf los schreiben oder eher alles genauestens Planen? Handwerkszeug recherchieren oder einfach mal schauen? Ich erzähle euch, wie es bei mir war. Und daraus ergeben sich gleichzeitig Warnungen und Tipps..
Im ersten Teil heute geht es um die Themenfindung. Dieses gilt weniger für Sachbücher, lässt sich hier aber definitiv auch anwenden. Falls du, lieber Leser, dein Themafür den Roman schon genau im Kopf hast aber noch nicht mit der Umsetzung anfangen konntest: Warte auf meinen nächsten Artikel – in der Zwischenzeit kann dieser Artikel hier aber auch nicht schaden..

Wie hofft hört man Sätze wie „Ich möchte irgendwann ein Buch schreiben!“ oder „Da sollte man wirklich mal ein Buch drüber schreiben!“.

Ich glaube, dass wirklich viele Menschen ein gutes Buch schreiben könnten. Viele haben Unglaubliches erlebt. Andere haben vielleicht nichts Großartiges erlebt, sind aber sehr kreativ. Wieder andere haben erhebliches Wissen auf einem Fachgebiet. Manche haben vielleicht einfach eine gute Idee.
Wie schon im Titel angesprochen, ist aller Anfang schwer. Besonders wenn man noch nie ein Buch geschrieben hat, sitzt man dann hochmotiviert und gleichzeitig auch hochüberfordert am Schreibtisch. Sicherlich ist das genaue Vorgehen immer eine Frage des Typs. Wer in seinem gesamten Leben alle Dinge penibel ordnet und plant, wird sich nicht spontan an den Schreibtisch setzen und ohne Planung einen Bestseller schreiben. Wer andererseits kreativ und intuitiv sein Leben so meistert wie es gerade kommt und seine Ideen fortwährend ändert und optimiert, wird eventuell Schwierigkeiten mit einem exakt ausgearbeiteten Plan haben.

Bei mir war es so:
Ich wollte wirklich schon sehr lange ein Buch schreiben. Ein Krimi sollte es sein, dass war klar. Ich liebe Krimis, ich habe meine Bachelor-Arbeit im Bereich Kriminologie geschrieben und einfach schon immer Interesse für diese Art Bücher, Filme und Geschichten. Oft habe ich drüber nachgedacht, wie ich meine Art von Krimi verwirklichen kann. Mir war schnell klar, dass ich mich selbst nicht einfach ins kalte Wasser stürzen kann. Ich habe einen harten Job, dachte aber monatelang sehr oft über ein mögliches Buch nach. Irgendwann bei einer groben Internet-Recherche stieß ich auf folgende Weisheit:

Schreiben sie ihr erstes Buch in einem Bereich, in dem sie sich sehr gut auskennen.

Dahinter stand zusammengefasst die Logik, dass man beim ersten Buch an der Recherche sparen sollte. Denn die anderen Dinge (z.B. Dialoge, Form, Aufbau..) nehmen ein Gehirn schon ziemlich in Anspruch, vor Allem wenn man sie das erste Mal macht.

Das war mal ein guter Denkanstoß. Was sind also meine Fachgebiete? – Mein Job als Teammanagerin eines Basketballclubs war da natürlich etwas Besonderes. In diesem Job habe ich viel mit Basketball, Amerikanern, verschiedensten Charakteren und der öffentlichen Aufmerksamkeit für die Mannschaft in der Umgebung zu tun. Als ich in diese Richtung dachte, eröffnete sich mir direkt eine Idee:
Den gewünschten Krimi zum Mitraten im Stil von Agatha Christie und Co. Verlegte ich gedanklich in die mir bekannte Welt: eine Basketballmannschaft! Nach jahrelanger Beschäftigung in diesem Feld hatte ich nicht nur das Wissen, wie so ein Basketball-Team funktioniert. Ich hatte auch viele Spieler erlebt. So habe ich eine gute Vorstellung davon, wie die einzelnen Charaktere die Mannschaft beeinflussen, wie die Umgebung reagieren kann und generell einfach wie der Alltag als Spieler/Trainer/Betreuer in der Basketball-Welt aussieht. Das Thema war gefunden: Eine Basketballmannschaft, einer davon stirbt, einer der Menschen die zum Tatzeitpunkt im abgeschlossenem Raum des Mordes waren (in meinem Fall ein Bus) muss der Täter sein.
Natürlich war bis jetzt doch noch einiges an Recherche zu unternehmen. Es hätte allerdings wahrscheinlich wesentlich länger gedauert, wenn ich mir dieses Thema hier ausgesucht hätte:

10 Experten auf dem Gebiet der Leishmaniose (Tropenkrankheit) begeben sich auf eine Erkundungstour nach Peru. Im Dschungel schlagen sie ihr Lager auf. Jede Nacht rafft es einen der Forscher dahin. Hat eine neue Tropenkrankheit zugeschlagen, oder gar einer der Wissenschaftler selbst?

Probleme: Ich habe keine Ahnung von Tropenkrankheiten. Ich war noch nie in Peru, kenne niemanden aus Peru und habe auch sonst keinerlei Verbindung zu diesem Land. Ich war noch nie im Dschungel. Meine Erfahrung in punkto Zelten gipfelte bis jetzt in einem dreitägigen Zeltlager in der 4. Klasse. Die Chancen, dass ich das obengenannte Szenario glaubwürdig beschreiben kann, streben gegen Null. Um an den Punkt zu kommen diese Glaubwürdigkeit aufs Papier legen zu können, muss ich sehr viel Zeit vielen tiefgründigen Recherchen verbringen.

Wie soll man sich bei solch dramatischen Anforderungen an die Recherche und das Eintauchen in eine komplett fremde Welt noch angemessen mit korrekten, flüssigen Dialogen oder einem bestimmten Stil befassen? Da wird man doch wahnsinnig. An solche Herausforderungen sollte man sich meiner Meinung nach erst heranwagen, wenn man bereits ein paar Bücher veröffentlicht hat.

Mögliche Herangehensweisen, wenn man ein Buch schreiben möchte:

Du hast etwas Unglaubliches erlebt? – Schreibe es auf. Falls du an Bord eines sinkenden Schiffes warst und überlebt hast, dann ist das der Hammer. Die Geschichte ist sicherlich nichts Neues, aber es ist deine Geschichte. Und sie hat potential. Ich empfehle trotzdem, vorher mal in ähnliche Werke reinzuschnuppern und dann einen eigenen Weg zu wählen. Falls man nicht selbst so etwas erlebt hat, kann einem ja ein anderes Buch oder ein anderer Film inspiriert haben. Um bei unserem Beispiel des sinkenden Schiffes zu bleiben, könnte das überlebende Pärchen der Titanic ja zur Abwechslung mal die Tür teilen, auf der Kate überlebt. Die Tür sieht für zwei Personen wirklich groß genug aus, aber nein im Original stirbt Leonardo lieber im Wasser als sich zu seiner Geliebten auf die Tür zu wuchten. Wie könnte es nach der Story weitergehen?

Du bist ein Experte deines Faches? – Schreibe es auf. Stecke vorher genau ab, was du wie aussagen möchtest. Gliedere dein Werk, aber schweife nicht zu sehr ab. Biete etwas ganz neues. Oder fasse den Zeitgeist des Themas treffend zusammen. Hier ist die Überlegung ähnlich der Themenfindung für eine Abschlussarbeit etc. – mit dem großen Unterschied: Bei der Abschlussarbeit sind die Prüfer gezwungen, dein Werk zu lesen und zu bewerten. Im Haifischbecken des Buchmarktes ist niemand gezwungen, ganz im Gegenteil: du willst, das Menschen für dein Buch Geld ausgeben.

Du bist kreativ? – Finde etwas Gutes, arbeite dran, Schreibe es auf. Lass dich inspirieren und die Geschichte zu dir kommen. Bevor du drauflos schreibst, wäre eine ungefähre Vorstellung der gesamten Geschichte nicht schlecht- je nachdem in welchem Genre du schreibst.

Du hast eine gute Idee? – Schreibe sie auf! Wie vom Blitz getroffen, kommt dir nach 30 Minuten auf dem Stepper ein Geistesblitz, als die 150kg schwere Frau im gelben Jogginganzug sich an der Langhantel versucht? Oder als dein Chef die sexy Sekretärin feuert, weil sie ihn sexuell belästigt hat? Vielleicht siehst du auch einfach aus dem Fenster und siehst, wie ein Eichhörnchen eine Nuss ausgräbt. Was, wenn das arme Tier die Orientierung verloren hat und eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg ausbuddelt? Falls dich ein genialer Einfall überkommt, rate ich zu Folgendem: Aufschreiben, nicht vergessen, gucken ob es das schon gibt und überlegen was sich aus der Story machen lässt.

So ist es bei mir: Mein Krimi soll nicht einfach 0815 sein, man soll wirklich mitraten und am Ende überrascht und unterhalten sein. Meine Idee mit dem Basketball- Team war etwas zum drauf-aufbauen. Also überlegte ich mir einen guten Grundstein mit den Personen, Mordarten usw.

Die Story ist schon einmal ein guter Anfang, aber noch lange nicht alles. Denn ich muss ja schon einen Plan für die Story haben, bevor ich anfange zu schreiben. Den Plan hatte ich, wie habe ich also angefangen meine Story umzusezen?

Dazu erfahrt ihr im nächsten Artikel mehr!

Ich schreibe ein Buch – Tipptease – Start des Blogs

Tipptease, was soll der Scheiß? Abgeleitet von Striptease, laut Duden definiert als: (in Nachtlokalen, Varietés) Vorführung von erotisch stimulierenden Tänzen, kleinen Szenen o. Ä., bei denen sich die Akteure nach und nach entkleiden. STRIP im Sinne von ausziehen und entblöden, TEASE im Sinne von reizen und necken. Gut, tease kann übersetzt auch belästigen meinen oder gar als „Plagegeist“ übersetzt werden. Das ist natürlich nicht gewollt, aber dann im Falle eines Nichtgefallens meines Blogs dann sogar wieder gekonnt..

„Juhu, das Weib reißt sich gleich in ihrem Blog die Kleider vom Leib!“, denkt jetzt vielleicht so manch männliches Wesen.

Das bin ich: Die Tipperin

Keine Angst, ich möchte in meinem Blog nicht die Hüllen fallen lassen -zumindest nicht die Bekleidung. Vielmehr möchte ich euch mitnehmen an meinen Schreibtisch, denn dort versuche ich momentan meinen Traum zu verwirklichen: Ich möchte ein Buch schreiben. Ein Krimi, genauer gesagt. Diese Einstellung, „mal eben so“ ein Buch zu schreiben, hatte ich eigentlich nie. Dass es so mühselig, endlos und hart werden würde, hatte ich dann aber bei der simplen Idee auch wieder nicht vermutet.

Mein Blog bietet zukünftig mehrere Möglichkeiten für die hoffentlich zahlreichen Leser:

-Motivation. Ich bin nicht Einstein, Oscar Wilde oder Agatha Christie. Trotzdem bin ich schon gut dabei, mit dem Buch. Und das, obwohl ich in letzter Zeit wenig Zeit zum Schreiben finden konnte.

-Tipps. Alle anfänglichen Probleme, die mich Nerven, Zeit und Korrektur kosteten, kann ich euch hoffentlich ersparen. Getreu dem Motto mi casa es su casa(Mein Haus ist dein Haus) arbeite ich nicht, meine Stolperfallen sind nicht deine Stolperfallen..

-Dabeisein. Denn das ist manchmal schließlich sogar Alles. Ihr bekommt mit, wie ich ein Buch schreibe. Dabei ist bestimmt nicht immer alles eitel Sonnenschein. Ich hoffe ihr bekommt dann auch irgendwann mit, wie ich mein Buch veröffentliche, aber soweit sind wir jetzt leider noch nicht.

-Hilfe leisten. Vielleicht sind manche Leser ja schon viel weiter als ich, und können mir aus einer misslichen Lage helfen. Ich freue mich immer über Kommentare, die Bekanntschaft mit Gleichgesinnten und Vernetzung.

Mein Buch

Mein Krimi spielt an einem Küstenstädchen im Norden Deutschlands. Eine komplette Basketballmannschaft sieht sich auf einmal mit einem Mord konfrontiert. Der Mörder kann nur einer des inneren Kreises um die Mannschaft sein, Spieler, Trainer und Betreuer trauen aneinander nicht mehr über den Weg. Die kleine Stadt steht Kopf, aber the show must ja bekanntlich go on..
Agatha Christie ist mein Vorbild, aber sie ist leider schon tot. Es kommt nix Neues von ihr und meine Generation hat auf Grund der alten Geschichten (ihre Bücher erschienen ca. 1920-1975, werden aber immer noch produziert) noch nie von ihr gehört oder aber kein Interesse an dem verstaubten Stoff. Gut, man tut sich natürlich schwer wenn Frauen noch verschämt ein Stofftaschentuch fallen lassen um einen Mann an die Angel zu bekommen. Viele wissen sicherlich nicht einmal, das es einmal Stofftaschentücher gab..
Zurück zum Thema. Mein Buch wird also ein Krimi. Wie Agatha Christie versuche ich, mich auf die Liste der Verdächtigen zu konzentrieren. Ein Mord geschieht in einem Szenario, nur eine bestimmte Anzahl Personen kann der Täter sein. Durch Gespräche, Nachdenken und Charakterisierung wird dem Täter auf die Schliche gekommen – nicht durch die modernen Ermittlungsmethoden im Labor (CSI lässt grüßen). Diese Dinge faszinieren mich beim lesen oder anschauen eines Krimis vielmehr als die Spurensuche im Labor.
Natürlich gibt es eine junge, dynamische Hauptperson. Natürlich gibt es auch eine Person, die es ihr angetan hat. Natürlich gibt es Hinweise und Fehlschläge. Natürlich muss der Leser mitraten, während die Zeit tickt und die Gefahr steigt. Tick Tack, Tick Tack, Tick Tack..
Ihr müsst nicht zwangsläufig Krimis, Basketball oder meine Herangehensweise mögen um meinen Blog zu mögen. Viele Artikel werden die Themen Schreiben, Handwerkszeug und Motivation haben. Falls ihr etwas lesen wollt, welches durch die Attribute stocksteif, langweilig und nüchtern besticht, dann kann ich meinen Blog nicht wirklich empfehlen..