Rezension: Wer nicht das Dunkel kennt – Sabine Klewe

wer-nicht-das-dunkel-kennt-sabine-kleveEin Unfall mit Fahrerflucht und ein verletzter Anwalt. Als Kriminalhauptkommissarin Lydia Louis mit ihrem Partner Chris Salomon im Krankenhaus zur Befragung des Opfers eintrifft, erwartet sie ein Schock. Das Opfer ist ein alter Bekannter aus der Vergangenheit, mit dem etwas schlimmes vorgefallen sein muss. Sie schafft es, sich selbst schnell aus der Angelegenheit rauszuhalten, bis an einem See eine weibliche Leiche gefunden wird. Viel ist von der Leiche nicht mehr zu erkennen, aber ihr letzter Anrufer war tatsächlich der Anwalt, der angefahren im Krankenhaus liegt. Nun kommt Lydia um eine Ermittlung, in der der Anwalt vorkommt, nicht mehr herum. Während mehrere Frauen unauffindbar sind und ein alter Mord an einem Professor irgendwie mit den Ermittlungen verstrickt zu sein scheint, hat die Kommissarin selbst jedoch noch ganz andere Probleme. Es scheint ein Video zu existieren, welches ihre Karriere zerstören könnte. Und jemand aus ihrem Team scheint es auf sie abgesehen zu haben..

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist vergleichsweise dünn, der Plot vergleichsweise umfangreich. Daher ahnt man schon, dass die Autorin nicht lange fackelt und sich nicht mit unnötigen Beschreibungen aufhält. Das finde ich sehr gut, denn damit hab ich es meistens auch nicht so. Man ist schnell in der Geschichte drin und hat zwei miteinander zusammenhängende Fälle mit einer Verbindung in die Vergangenheit. Diese bringen auch einige Personen auf die Bildfläche, die als Opfer, Zeuge oder mutmaßlicher Täter auftreten. Auf der anderen Seite hat man die internen Abläufe im Kommissariat, die nicht nur die Ermittlungen sondern ein paar Probleme innerhalb des Teams thematisieren. Dann gibt es mehrere Perspektiven, wobei die Hauptperson ganz klar Lydia Louis ist.

Die Spannung ist, wohl auch durch die Knappheit, unbedingt gegeben. Es war zu keiner Zeit langweilig und ich war sehr fix mit dem Buch fertig.

Zunächst hatte ich ein paar Probleme, mich bei den vielen Personen immer sofort zurechtzufinden. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich mit Teil 3 ganz uninformiert mitten in die Reihe rein gelesen habe. Hätte ich bei eins angefangen, wären mir die vielen Ermittler ja schon bekannt gewesen. Eine weitere Empfindung von mir ist es, dass etwas viel auf zu wenig Seiten passiert. Wie schon gesagt mag ich einen wenig ausschweifenden Erzählstil, hier wurde jedoch ein sehr umfangreicher Plot recht kurz abgehandelt. Ich möchte jetzt nicht spoilern, aber es gibt nicht nur den Anwalt mit der Verbindung zu dem Mordopfer, sondern auch einen Mordfall in der Vergangenheit und einen Serientäter. Die Frage ist in der Geschichte dann, was davon womit zu tun hat. Das finde ich gut! Aber es gibt viele Ansätze in kurzer Zeit, man hätte viele Dinge noch etwas ausbauen können. Dann gibt’s noch die vielseitigen Probleme der Ermittlerin dazu.

Zunächst war mir die Ermittlerin ja gänzlich unsympathisch. Ihr Partner hingegen war sehr sympathisch. Rückblickend sind die beiden, auch im Zusammenspiel mit den anderen Kollegen, ein sehr gutes Team – auch für eine gesamte Reihe. Die Ermittlerin ist zwar im Auftreten recht unsympathisch, aber trotzdem gut im Job und nicht irgendwie böse, falsch oder ungerecht. Am Ende erschließt sich auch, woher das kommt. Daumen hoch für das gesamte Ermittlerteam, die Autorin hat es gut zusammengestellt!

Die Reihe

Dieses Band hier ist die Nummer 3 in der Thriller- Serie um Lydia Louis und Chris Salomon. Man merkt beim unvoreingenommenen Lesen, dass man schon einiges in den zwei Bänden davor verpasst hat. Trotzdem kommt man auch ohne das Vorwissen aus den Vorgängern problemlos in die Geschichte rein. Trotzdem muss ich ganz klar sagen: Es wäre wohl richtig und wichtig, hier bei Band 1 anzufangen.

Was lernen wir daraus?

Ein umfangreicher Plot mit vielen Perspektiven, Verbindungen und Fragen braucht einfach seinen Platz. In einer Perspektive geht es ordentlich und mit viel Raum in die Tiefe, die anderen Charaktere kratzen nur seicht an der Oberfläche. Der Plot hier ist super durchdacht, mit mehreren Verdächtigen und mehreren Erklärungen für die ursprüngliche Tat. Jedoch bräuchten die meisten Stränge etwas mehr Raum, um sich noch besser zu entfalten.

Andererseits können so manche Schwafler unter den Schreiberlingen sich hier in Punkto „Konzentration aufs Wesentliche“ eine riesige Scheibe abschneiden. Obwohl ich finde, dass mehr Raum für viele Stränge gut wäre, hat die Autorin hier doch eine umfangreiche Geschichte sinnig aufs Papier gebracht, ohne dass ich in Sachen Logik, Lösung und Sinn etwas zu bemängeln hätte.

Fazit

Ich vergebe 3 von 5 Sternen. Der Plot und die Schreibe waren gut, auch das Ermittlerteam ist mit reichlich Konfliktpotential für eine größere Reihe gut zusammengestellt. Der Fall war auch nicht schlecht. Trotzdem war dieser Thriller für mich eher Durchschnitt und ich habe schon besseres gelesen. Ich denke trotzdem, dass ich den nächsten Band bei Gelegenheit austesten werde, um der Reihe eine Chance zu geben. Es war nichts schlechtes an der Sache, nur nicht genügend Grandioses..

Hier gibt es Details zum Buch, der Reihe und der Autorin auf der Verlagsseite.

 

 

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„Wie man den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreibt“; Rezension außer Konkurrenz

wie-man-den-schwedenkrimi-des-jahrhunderts-schreibtIn „wie sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben“  geht es  –Überraschung!-  darum, wie man den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreibt. Ob die Lektüre dabei hilft, den Schwedenkrimi des Jahrhunderts zu schreiben? Da bin ich mir allerdings nicht ganz so sicher. Es geht hier um Klischees, gute Beobachtungen, und eventuell auch ein paar kleine Ansätze, die dann für das Schreiben eines Krimis nicht so verkehrt sind. Es geht aber vor allem um Humor! Denn dieses eher in Comic-Form gestaltete Buch nimmt Schwedenkrimis sehr gekonnt auf die Schippe. Die Comics sind so, wie auch auf dem Cover abgebildet und nehmen in der Regel jeweils eine Seite ein. Es geht um die Frage, die schon der Titel beinhaltet. Es werden durch die Zeichnungen vor allem die Eigenarten der schwedischen Kriminalliteratur lustig und treffend hervorgehoben. Allgemeine Tipps wie „erwähnen sie irgendwann ein richtiges Buch, damit der Leser denkt sie hätten richtige Bücher gelesen“ (im Comic ist es Krieg und Frieden) und ein paar „Schwedenkrimi- Klassiker für die ganz Eiligen“ (Klassiker in drei kleinen Bildern zusammengefasst, sehr gelungen!) lockern den normalen Handlungsstrang um eine kleine, typische Krimihandlung wunderbar auf.

Dieses Buch hier läuft außer Konkurrenz zu den normalen Rezensionen, denn es ist einfach eine wunderbar unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch, die Krimifans und Krimiautoren gleichermaßen sehr amüsieren wird, wenn man sich denn auf diese spezielle  Form einlassen mag. NAtürlich sollte man auch schon ein paar Schwedenkrimis gelesen haben, sonst macht das ganze ja keinen Sinn. Da Weihnachten in naher Zukunft liegt, wollte ich euch Lesern, von denen ja viele Krimi-Fans sind, einen kleinen Tipp geben. Ich habe das Buch sehr fix gelesen, denn es ist ja eher in Bildform. Dabei habe ich einige Male sehr gelacht und durchgehend geschmunzelt. Zwei meiner Besucher haben beim kurzen Durchblättern auch sehr viel Spaß gehabt. Ob ich durch die Lektüre jetzt den nächsten Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreibe?. Wohl eher nicht, denn mein Krimi wird in Deutschland spielen..

Fazit

Der Autor Hendrik Lange scheint durch diese „.. für Eilige“ – Comics groß raus gekommen zu sein, und das im Klappentext erwähnte „Weltliteratur für Eilige“ wird sicher auch bald einen Platz in meinem Bücherregal haben. Es ist ein lustiger Comic über Schwedenkrimis, Satire, gute Beobachtung, treffend gezeichnet, sehr kurzweilig. Der Autor trifft meinen Humor und tatsächlich mit vielen Beobachtungen über Schwedenkrimis auch den Nagel auf den Kopf!

Details zum Buch gibt’s auf der Verlagsseite, einfach hier klicken!

Rezension: Lügengrab – Hendrik Berg (Krumme #2)

lugengrab-hendrik-bergDer Berliner Kommissar Theo Krumme sucht im Urlaub endlich mal Ruhe.  Und deshalb zieht es ihn auf die Hallig Hooge, auf der es ja –vom Wind mal abgesehen- eigentlich unschlagbar ruhig sein soll. Schon auf der Fähre auf die Hallig lernt er Swantje kennen. Die junge Frau stammt von der Hallig, war ihr aber jahrelang fern geblieben. Denn dort ist einen Tag vor der Hochzeit ihr Verlobter spurlos verschwunden. Alle auf der Hallig sind sich sicher, dass der Verlobte kalte Füße bekommen hat. Nur Swantje, die kommt über ihn nicht hinweg und ist sich sicher, dass er einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Als sie den Kommissar mit ihrer Vermutung konfrontiert, werden unter den Bewohnern von Hooge alte Wunden aufgerissen. Und das ist vielleicht auch ganz gut so, denn auf der Hallig lauert das Böse..

Stil, Machart, Meinung.

Zunächst muss ich sagen: Die Atmosphäre, die dieser Krimi rüber bringt, ist sehr gelungen. Eine ruhige Hallig mit ein paar Touristen, Einheimische, Geheimnisse, die einzigartige Landschaft und natürlich Kälte, Wind, Sturm, Sturmflut. All das kommt sehr gut rüber, ist sehr ausgewogen beschrieben und sorgte dafür, dass ich mich beim Lesen mit einer Tasse Tee unter die Decke kuschelte. Für diese Jahreszeit ist es genau das richtige.

Ich muss ehrlich sagen, ich hatte mich mit Halligen noch nie wirklich beschäftigt. Gut, man kennt den Schimmelreiter, dann hört es allerdings schon auf. Ich bin ja sonst immer eher ein vehementer Gegner von zu viel Beschreibung der Landschaft, hier war es aber tatsächlich sehr interessant und hat mir eine ganz neue Perspektive eröffnet. Ich glaube, ich muss auch mal ein paar Tage auf die Hallig. Auf Google Maps habe ich mir die Hallig Hooge sogar mal angeschaut, die Beschreibung des Autors erscheint mir sehr realistisch und so hatte ich ein genaues Bild der Hallig vor Augen.

Und dann haben wir hier endlich mal wieder einen richtig guten Krimi. Man merkt schon an den ersten Szenen, dass sich auf dieser Hallig ein sehr Böser Mann vor der Welt versteckt. Denn es geht sofort auf den ersten Seiten richtig zur Sache. Die drohende Gefahr ist von Anfang an spürbar.  Und manchmal zwischendrin erfährt man auch kurz erschreckendes aus dem Kopf des Täters. Schnell wird klar, dass die sehr nette Swantje das nächste Opfer werden dürfte, und auch der Kommissar ist ihm ein Dorn im Auge. Welchem Inselbewohner kann man vertrauen? Wurde Swantjes Verlobter ermordet? Wer ist der Mörder, der schon ein paar Menschen auf dem Gewissen hat?  So wird sehr viel Spannung aufgebaut, die dann am Ende im dramatischen Finale mündet. Alles ist logisch, die Personen sind gut und liebevoll beschrieben, es macht alles Sinn. Und obwohl ich mit meiner Vermutung schon länger richtig lag, konnte ich am Ende auch überrascht werden. Mehr wird nicht verraten.

Die Reihe

Theo Krumme scheint schon in einem ersten Teil ermittelt zu haben, Lügengrab ist die Fortsetzung. Das wurde mir erst beim Lesen klar, und die Verknüpfung war trotzdem gelungen. Problemlos fand ich in die Geschichte, zwei aus dem ersten Teil bekannte Personen tauchen gelegentlich als Randfiguren auf. Die Balance ist gelungen, Leser von Teil 1 und Quereinsteiger wie ich dürften nichts auszusetzen haben. Ich überlege jetzt, auch Teil 1 „Deichmörder“ zu lesen. Teil 3 werde ich auf jeden Fall lesen, das ist schon klar.

Was lernen wir daraus?

Besonders lehrreich finde ich, wie der Autor den Ort, an dem die Geschichte spielt, auch irgendwie zum Mittelpunkt der Handlung macht. Viele Handlungen und Empfindungen der Geschichte sind unmittelbar mit dem besonderen Ort verknüpft. Diese Geschichte hätte nicht in einer Großstadt spielen können. Dabei hat Hendrik Berg die Stimmung auf einer Hallig sowie die Natur dort auch mir als Unwissende sehr gut und authentisch vermittelt. Und so bleibt diese Geschichte besonders im Gedächtnis, der Leser hat eine interessante Erfahrung gemacht, auch über die Krimihandlung hinaus.

Natürlich muss jetzt nicht jede Geschichte auf einer Hallig spielen, damit ich begeistert bin. Es geht eher darum, einen interessanten Ort oder ein interessantes Milieu geschickt mit der Handlung zu verknüpfen, sodass die Geschichte etwas Besonderes wird. Für viele kann sowas eine neue und besondere Erfahrung sein. Für die „Kenner“ des Ortes oder der Szene könnte es natürlich ein Grund mehr sein, das Buch zu kaufen, zu lesen – und, wenn es gut gemacht ist- auch zu mögen.  So kann ich mir vorstellen, dass die Touristen und Einheimischen auf Hooge und in der Region sicher gern diesen Krimi lesen würden, einfach weil er auf der Hallig spielt.

Fazit

Krimileser kommen hier voll auf ihre Kosten, ich vergebe begeisterte  5 Sterne und werde mir den Namen Hendrik Berg merken. Wir haben einen abgeschiedenen Ort, am Ende sogar von der Außenwelt getrennt, mit mehreren Verdächtigen, mehreren ungeklärten Fragen, einen sympathischen Ermittler und die Spannung fesselt den Leser ab Seite 1. Trotz mehrerer Szenen, die nichts für schwache Nerven sein dürften, plätschert das Geschehen seicht, interessant und in einer für viele sicher unbekannten Landschaft zeitweise nett vor sich hin, während doch immer die Bedrohung über den Hauptpersonen schwebt und es zu keiner Zeit langweilig werden lässt. Am Ende gibt´s auch eine ordentliche Portion Action. Die Handlung wird logisch aufgelöst, die zuvor rätselhaften Szenen machen Sinn. Besonders begeistert bin ich von der neuen Perspektive einer Hallig, ich habe einiges gelernt, ein neues Lebensgefühl kennengelernt und werde mich noch lange an diese Geschichte erinnern.

Wer Krimis mag, wird diesen lieben..

Hier gibt´s die Details zum Buch auf der Verlagsseite!

Rezension: Tod in der Hofburg von Beate Maxian ( Wien – Krimi )

Beate Maxian, Wien - Krimi

Beate Maxian, Wien – Krimi

Der Inhalt
In Wien ist einiges los. Erst sprengt sich eine Frau mit einer Handgranate im Sissi-Museum in die Luft und dann schießt ein Heckenschütze auf die Besucher des weltberühmten Neujahrskonzert der Philharmoniker. Journalistin Sarah Pauli schreibt für den Wiener Boten eigentlich nur eine Kolumne über Aberglauben, ist aber durch ihre Anwesenheit am Tatort wie gefesselt von dem Fall. Gefesselt ist auch die mysteriöse Cellistin, die vor dem Attentat etwas beobachtet zu haben scheint und nun gesucht wird.

Stil, Machart, Besonderheiten und meine Meinung
Das Buch ist ein Regionalkrimi und ich bin sicher, dass die Wiener, Österreicher, Wien-Fans und Touristen großen Gefallen an diesem Buch finden werden. Es beschreibt mit Liebe zum Detail die Wiener Orte, sodass sich schon dagewesene sicherlich wohlig und heimatlich fühlen. Für mich, ich stehe ja nicht so auf Geschwafel, war es etwas zu viel. Grundsätzlich kann ich damit jedoch leben, nur an manchen Stellen ufert die Heimatverbundenheit bzw. die detaillierte Beschreibung etwas zu sehr aus. Aber hier sind die Geschmäcker sicherlich verschieden.

Die Journalistin Sarah Pauli ist ganz gut getroffen und scheint in Band 1-4 dieser Reihe schon einiges erlebt zu haben. Sie ist die Hauptperson im Buch und durch ihre Augen erfahren die Leser alles. Warum sie ermittelt, also quasi die Motivation, wird mir gut klar. Sie war selbst beim Attentat zugegen und ist dem Tod demnach knapp entkommen. Klar, da ist man persönlich betroffen und möchte Licht ins Dunkel bringen. Gut finde ich auch, dass sie ihre Ermittlung aus der Sicht einer Journalistin und auch mit der Priorität auf die nächste Berichterstattung unternimmt, das ist mal was anderes. Manchmal bekommt sie von einem Kommissar einen Wink in die richtige Richtung. Störend ist für mich jedoch, dass ihre Ermittlungserfolge allesamt eher dem altbekannten „Kommissar Zufall“ zugeschrieben werden können und sie das gesamte Buch hindurch zufällig immer gerade da ist, wo sich etwas Wichtiges abspielt. Auch, dass Angehörige und Zeugen ihr relativ bereitwillig alles sofort berichten, kommt mir etwas unrealistisch vor. Klar, die Hauptperson der Reihe soll sympathisch bleiben und zu keiner Zeit miese Tricks zur Beschaffung von Informationen anwenden – aber realistisch ist es nicht so recht.

Toll finde ich die ausbalancierte Sprache, in der für mich (als deutsches Nordlicht) so manche Österreichische Begriffe vorkommen, von denen ich noch nie gehört habe aber die ich trotzdem gut einordnen kann. Das finde ich sehr gelungen.

Die Spannung blieb bei mir leider zumeist auf der Strecke. Klar, man will wissen wer da geschossen hat, was die beiden Fälle miteinander zu tun haben und noch vieles mehr. Der Plot an sich ist eigentlich wirklich gut, aber viele Zufälle und viele Ausschweifungen (Mythologie, Lokales) haben meinen Lesefluss nicht so wie gewünscht entstehen lassen. Der Leser wird gekonnt im Unklaren gelassen und es gibt viele mysteriöse Personen und Verstrickungen, aber so richtig mitraten kann man anhand der Informationen dann auch wieder nicht. Bei mir war es leider nicht so, dass ich das Buch vor lauter Aufregung nicht aus der Hand legen konnte. Es war für mich eher so, dass ich das Buch endlich beenden wollte. Gelangweilt wiederum war ich auch nur auf kurzen Strecken, ich denke also es hat mich einfach nicht so richtig gepackt.

Die extra Kategorie „was lernen wir daraus?“ ist dieses Mal nicht von der Partie, da ich die Besonderheiten schon in diese Richtung beschrieben habe und weiterhin keinen Punkt in diese Richtung festmachen kann. Wir wollen es ja nicht erzwingen..

Zielgruppe
Natürlich sind die lokal am nächsten Stehenden auch die Hauptzielgruppe, würde ich sagen. Für den Österreicher, den Wiener und den Wiener Touristen oder ehemaligen Wiener ist dieses Buch sicherlich ein Muss. Die Handlung spielt teilweise an den Hotspots von Wien und die Autorin beschreibt diese Orte liebevoll. Ansonsten einfach erwachsene Krimileser, vielleicht etwas mehr Frauen als Männer.

Informationen
Die Autorin Beate Maxian ist Österreicherin und scheint eine Menge im Bereich von Film, Medien und Literatur auf die Beine zu stellen. Ihre Wien Krimis sind laut der Autorenbeschreibung im Buch Bestseller in Österreich. Dieser Krimi ist ihr fünfter Krimi und auch Band 5 in der Reihe um die Journalistin Sarah Pauli. Außerdem ist sie Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals. Mehr auf ihrer Homepage: http://www.maxian.at

Fazit
Die Krimireihe um Sarah Pauli ist von der Idee her gut und ich bin sicher, in Wien/Österreich ist sie wirklich ein Renner. Auch, da sie neben den liebevoll beschriebenen realen Örtlichkeiten zusätzlich aktuelle Themen aufgreift. Aber all das hatte ich eher nicht im Sinn, als ich auf der Rückseite des Buches von Doppelmord, Heckenschütze usw. las. Ich hatte mir das wohl etwas anders vorgestellt, hätte damit aber auch noch gut leben können. Wenn Kommissar Zufall nicht die Ermittlungen geleitet hätte..

Ich kann dieses Buch wirklich allen empfehlen, die aus der Gegend kommen, schon einmal da waren oder sonst einen Bezug haben. Für mich war das ganze eher nichts und nicht spannend genug, weil der eigentlich ganz gute Plot irgendwie nicht immer zu richtig zur Geltung kam. Ich werde kein weiteres Buch der Reihe lesen, aber die von mir umschriebene Zielgruppe sollte es unbedingt tun!Von mir gibts 3 Sterne.

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