Rezension: Versiegelt – Alex Kava (Creed #2)

alex-kave-versiegelt-ryder-creed-maggie-odellRyder Creed, Hundeführer, bekommt einen neuen Auftrag. Er soll nach einem großen Erdrutsch mit seinem Spürhund  Menschen finden – tot oder lebendig. Und auch FBI- Agentin Maggie O`Dell wird in dieses Katastrophengebiet geschickt, ohne genau zu wissen was dort ihre tatsächliche Aufgabe ist. Als dann die erste Leiche geborgen wird, wird beiden Ermittlern klar, dass hier noch etwas anderes hinter dem Einsatz stecken muss. Denn das Erdrutsche ihre Opfer mit einem Kopfschuss erledigen, ist eine ganz neue Erfahrung. Schnell stellt sich außerdem die Frage, was in der verschütteten, streng geheimen Forschungseinrichtung der Regierung vor sich ging und ob Gefahr durch die zerstörten Labore droht..

Stil, Machart, Meinung

Der zweite Teil der Serie setzt zeitlich recht schnell nach den Geschehnissen aus Band 1 an. Die Personen aus Band 1 finden sich schnell auch in Band 2 wieder, nach der Lesepause sind die schnellen Erinnerungen hilfreich, um sich gut einzufinden. Man braucht Teil 1 nicht vorher zu lesen, sollte es aber nach Möglichkeit tun.

Alex Kava schreibt wie immer fluffig und – zu meiner großen Freude – ohne sich in großem Geschwafel zu verlieren. Ich mag ihre schnelle Schreibweise und die kurzen Kapitel sowie die Perspektivenwechsel.

Thriller steht drauf, Thriller ist drin. Laut Wikipedia schreibt Frau Kava psychologische Suspense – Romane. Das klingt auch passend. Wir haben typisches Thrillermaterial inklusive politischem Skandal, hochbegabten Hunden und der nebenbei erwähnten Gefühlswelt einer emotional etwas kaputten FBI- Agentin, die auf den ebenfalls etwas kaputten, heißen Hundeführer steht. Während die Geschichte vielleicht ein bisschen interessanter für die männlichen Leser sein könnte, ist die emotionale Entwicklung wohl doch mehr etwas für die weiblichen Leser. Die Mischung macht’s.

Die Länge der Geschichte und die Entwicklung des ganzen haben mich ein wenig verwirrt. Während das Buch sofort mitten in der Panik vor dem drohenden Erdrutsch beginnt, bekommt der Leser mit wie die beiden Ermittler zu ihrem Auftrag kommen. In einem Nebenstrang sitzt eine Senatorin, ebenfalls aus dem vorherigen Band bekannt, in einem Ausschuss zu einem benachbarten Thema mit Bezug zum aktuellen Fall. Vor Ort gibt es dann ein paar Leichen, die beim Erdrutsch wohl schon tot waren. Auf einmal gibt’s dann schon „den Showdown“ , man kennt zwar die Bösewichte, aber die Geschichte ist ganz offensichtlich noch nicht vorbei.

Und da kommen wir zu einem Thema, dass mir schon bei der Besprechung von „Wintergäste von Sybil Volks“ einiges an Kritik einbrachte. Ein Buch endet, aber die Geschichte nicht. Kann man machen, ist für den Leser allerdings recht unbefriedigend. In Reihen um Ermittler tauchen ja immer mal wieder alte Bekannte (Bösewichte) auf, und das kann auch sehr gut sein. Dann gibt es Reihen, zum Beispiel die „Post Mortem – Reihe“, bei der weiß man vorher, dass die Handlung in Buch 2 ihr Ende finden wird. Ich fand die Balance hier etwas merkwürdig, das Buch las sich schnell weg – und man hätte die weiteren Geschehnisse gern mit in diesen Band packen können. Ich werde mir den nächsten Band wohl zulegen, weil ich die Autorin schon aus einigen Büchern kenne und noch nie komplett enttäuscht wurde. Trotzdem mag ich es einfach, wenn mit dem Ende des Buches auch ein Fall abgeschlossen ist und ich nicht auf diese Art zum Kauf des nächsten Bandes genötigt werde.

Die Reihe

Dieses Buch ist der zweite Teil der Reihe um Maggie O´Dell und Ryder Creed. Natürlich macht es Sinn, mit Teil 1 anzufangen. Hier gibt’s meine Rezension:  Todesflehen – Alex Kava  #1

Maggie O`Dell kennt man vielleicht noch aus der Vorgängerserie der Autorin, in der die FBI Agentin die Hauptrolle spielt. Von 2002 – 2014 erschien diese Serie in insgesamt 11 Büchern. Ich habe diese Serie gern gelesen, allerdings irgendwo bei Band 7 oder 8 das ganze aus den Augen verloren. Ryder Creed hilft ihr dort im letzten Band anscheinend auch schon bei einem Fall, zwischen den beiden knistert es immer so hin und her, diese Zusammenarbeit hat eine Menge Potential und scheint deshalb nun auch in der neuen Serie um die beiden fortgesetzt werden.

Was lernen wir daraus?

Es gibt da diesen Spruch, ich habe das auch schon mal erwähnt und kam da glaube ich auch nicht auf die vollständige Redewendung. Wichtig am Ende jedenfalls: „…das Ende eines Buches verkauft das nächste Buch“.  Ich werde mir beispielsweise nie wieder ein Buch von Sybil Volks kaufen, weil das Ende von „Wintergäste“ das schlimmste Ende in meiner Leselaufbahn war.  Hier ist es nicht ganz so dramatisch, ein Teil des Falles ist abgeschlossen und man weiß, worum es im nächsten Teil höchstwahrscheinlich gehen wird (vielleicht aber auch im Teil 4 oder 7, man weiß es ja nie). Ich finde trotzdem, man sollte seinen Leser das irgendwie vorher wissen lassen. Bei den Hunger Games wusste ich auch, dass der Kinobesuch von Teil 1 wohl zwei weitere Kinobesuche nach sich zieht;  das letzte Buch der Serie wurde sogar in zwei Kinofilme unterteilt. Das machte mir allerdings nichts, weil ich diese Filme echt gut gemacht und interessant fand (obwohl die Handlung  parallel zum Fortschritt der Geschichte in meinen Augen qualitativ abnahm).

Also ich finde, entweder man hat eine in sich geschlossene Handlung, einen geschlossen Fall und ein gutes Ende – oder man sagt gleich, wie viele Bücher die Reihe umfassen wird. Dabei meine ich, Krimi- und Thrillerleser, nicht die gesamte Reihe oder die Entwicklung der Charaktere, sondern den Fall des jeweiligen Buches. Ich mag ansonsten sehr gern gute Krimi- und Thrillerreihen, in denen sich die Ermittler weiterentwickeln, mal alte Bekannte auftauchen und beispielsweise das gerettete Opfer aus Band 1 in Band 2 eine andere Rolle spielt oder der Gastermittler aus Band 3 im vierten Band dann tatsächlich zum Team stößt.. Solche Dinge finde ich gut, wenn sie auch dem Quereinsteiger zur Einführung der Figur sinnig erklärt werden können.

Aber, wie so oft – oder in der Literatur eigentlich immer: Die Geschmäcker sind einfach verschieden..

Fazit

Ich mag den schnellen und spannenden Schreibstil der Autorin Alex Kava, bei dem trotzdem interessante Details auftauchen. Das Thema der Story war nicht so hundertprozentig meins, aber trotzdem interessant. Das besondere an der Reihe sind die Hunde, mit denen Ryder Creed arbeitet. Das finde ich auch im zweiten Band sehr interessant gemacht, ich habe einiges gelernt. Die Beziehung der beiden Ermittler zueinander hat definitiv noch immer Potential. Wer an der Reihe interessiert ist, kann mit diesem Band anfangen – sollte es aber nach Möglichkeit mit dem ersten Band auch zuerst versuchen.  Den dritten Band werde ich auch lesen, dieser hier bekommt 3 von 5 Sternen. Denn das Thema und die Balance der Geschichte mit dem abrupten Ende machen diesen zweiten Band in meinen Augen etwas schlechter als den ersten. Trotzdem las ich das Buch schnell durch, war nie gelangweilt und wollte die ganze Zeit wissen, wie es denn weitergeht.

Hier gehts zur Verlagsseite, für die Details zum Buch!

Rezension: Das Kind im Wald von Sarah Graves

Von der Bostoner Mordkommission ins kleine, hinterwäldlerische Bearkill (was ein Name!) als Vermittlungsbeamtin. Ddas-kind-im-wald-sarah-gravesas ist das Gegenteil einer Beförderung. Und doch macht Polizistin Lizzy es aus eigenem Antrieb, denn sie hat einen wichtigen Tipp bekommen: Ihre Nichte, die nach der Ermordung ihrer Schwester vor wenigen Jahren spurlos verschwand, soll dort gesehen worden sein. Aber auch ihr Boss hat sie nicht ohne Hintergedanken eingestellt, er ist an einem Fall dran, bei dem er die Hilfe einer erfahrenen Ermittlerin braucht. Denn mehrere pensionierte Polizeibeamte haben in der Gegend in einer zu kurzen Zeitspanne angeblich Selbstmord begangen. Das kann kein Zufall sein..

Während Lizzy sich also an das ganz neue Leben in einem kleinen Dorf gewöhnen muss, hat sie alle Hände voll zu tun. Und gleich zwei Männer werben noch dazu um ihre Gunst.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Kriminalroman bietet gute Grundvoraussetzungen, mir zu Gefallen: ein abgelegener Ort, eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, eine clevere und toughe Ermittlerin mit Herz und gleich zwei ungeklärte Umstände: ein verschwundenes Kind und potentielle Serienmorde an pensionierten Polizisten.

Die Schreibweise ist sehr gut, flüssig, spannend und auch in den eher unspektakulären Szenen nicht langweilend. Humor blitzt oft durch und die Hauptperson Lizzy Snow gefällt mir sehr. Auch die Wechsel der Perspektiven sind gelungen, ebenso die Entwicklung und die Klärung, wie es denn alles zusammenhängt, gefallen mir.

Das Buch beginnt mit einer spannenden Szene und führt den Leser dann eher gemächlich an die Sache ran. Nach der längeren Phase der Vorstellung und dem Ankommen der Hauptperson folgt dann plötzlich Action und eine Menge auf einmal. Und gerade da liegt mein Problem: die Ansätze sind alle gut, aber ich glaube es ist zu viel. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber in einem vergleichsweise dünnen Buch findet sich die Suche nach einem Kind bei der ich gern mehr von der Vorgeschichte erfahren hätte. Dann gibt’s diese toten alten Cops, von denen man schon mehr erfährt, bei der die Ermittlung allerdings viel mehr Raum hätte finden können. Nebenbei wird anderen Dingen, welche dann nicht unbedingt so viel Bedeutung haben, viel Platz  gegeben. Und die Frage, ob man den einzelnen, sympathisch rüberkommenden Dorfbewohnern wirklich trauen kann, fand ich sehr interessant und etwas kurz. Ich denke, die Autorin hat sich auf zu wenig Raum viel zu viel Handlung vorgenommen und dabei die Balance nicht nach meinem Geschmack eingerichtet.

Was lernen wir daraus?

Ich weiß nicht, wie oft ich es schon aus einem Buch gelernt habe, aber hier wird es wieder unglaublich deutlich: Die Balance muss stimmen! Wie schon vorab geschrieben, muss man den wichtigen Dingen einfach mehr Raum geben als den nicht ganz so wichtigen. Wir haben zum Beispiel eine Szene, in der Lizzy Snow ein Schwein sucht und findet. Die ist ganz lustig, aber den Platz hätte man dann auch für den Mord an ihrer Schwester und das Verschwinden der Nichte abgeben können – denn das treibt die Ermittlerin ja nun in die Einöde und immer mehr auch in große Gefahr. Es gibt zu viele Perspektiven und Handlungsstränge. Ich finde es immer gut, wenn es davon viel gibt – aber es muss gut miteinander verwoben sein und die Balance muss stimmen. Vielleicht ist der Hauptstrang dann auch noch eine ganz andere Perspektive eines Jungen aus dem Dorf.. ich war mir zwischenzeitlich nicht sicher. Verwoben sind die Erzählstränge gut, nur die Balance stimmt hinten und vorne nicht – jedenfalls für mich. Auch hier ist es ja wieder einmal sehr subjektiv und schwer.

Fazit

Das Buch habe ich sehr schnell gelesen, aber ich liege auch krank im Bett und das Buch ist jetzt nicht gerade ein Wälzer. Es las sich trotzdem gut weg und hatte am Ende auch eine Menge Action zu bieten, hätte an einigen Stellen aber definitiv in die Tiefe gehen müssen. Ich vergebe „nur“ 3 Sterne, da ich im Vergleich vieler anderer Bücher denen ich 4 oder 5 Sterne verliehen habe noch sehr viel mehr Luft nach oben habe. Trotzdem sehe ich eine Menge Potential für die Reihe um Lizzy Snow, wenn die Autorin sich denn besser aufs Wesentliche konzentrieren kann. Auch wenn die Note eher mittelmäßig ist und ich oft nach 3 Sternen den Autor von meiner Leseliste streiche: Ich werde mit Sicherheit den zweiten Teil lesen, denn die Ermittlerin und die anderen vorgestellten Charaktere sowie das Mysterium um ihre Nichte sind sehr vielversprechend. Ein Kriminalroman mit guten VOrraussetzungen auch für Folgebände und vielen offenen Fragen, und auch sehr vielen Thriller- Elementen und Action.

Hier gibt es die Details
zum Buch auf der Verlagsseite!

Rezension: Scherbenkind von Britt Reißmann

scherbenkind-britta-reismannDer anonyme Anruf eines Kindes geht beim Polizeipräsidium in Stuttgart ein. Der Fall geht an Hauptkommissarin Verena Sander, die durch einen ähnlichen Anruf eine Verbindung zu einem alten Mordfall herstellen kann. Bald ist ein unbekannter Toter aus einer Kleingartensiedlung identifiziert, Spuren führen zu einer regional bekannten Rockband. Das Kind ist zwar immer noch nicht gefunden, aber der Fall wird zunehmend mysteriös. Nebenbei verliebt sich die Kommissarin in einen der Musiker und stößt auf das merkwürdige Verhalten von Sina – ihre Stimme passt zwar nicht zu den Anrufen, aber sie wohnt dort wo der Anruf abgesetzt wurde und bringt die Kommissarin bald auf eine Idee..

Stil, Machart, Meinung

Bei diesem Buch fiel mir die Zusammenfassung etwas schwer, denn die Entwicklungen der Geschichte hätte ich nach der Inhaltsangabe auf dem Buchrücken nicht erwartet. Ehrlich gesagt, hätte ich das Buch dann wahrscheinlich auch nicht gelesen, aber man muss ja auch neue Dinge entdecken. So habe ich versucht, hier auch ein wenig die Richtung anzugeben in die es führt, und trotzdem nicht zu viel verraten.

Die Themen dieses Krimis sind vielfältig. Neben der detailliert geschilderten Arbeitsweise in einem Polizeipräsidium, lustigen Situationen und Dialogen geht es dann doch vor allem um einen schwierigen Fall für Psychologen und die Heavy Metal oder Death Metal Szene (bin da wenig bewandert) und satanische Entgleisungen. Der Arbeitsalltag von Kommissaren und besonders die humorvollen Szenen und Dialoge muss ich hier besonders loben, denn einige Krimis heutzutage wollen unglaublich düster oder literarisch anspruchsvoll sein, sodass das Lesen manchmal auch deprimiert. Hier finde ich die Mischung gelungen. Das psychologische Thema, ich kann hier schlecht mehr verraten, ist auch sehr interessant – meiner Meinung nach nimmt es allerdings zu viel Raum ein. Das Thema mit Band, Groupies und Satanismus ist auch nicht so recht meins, eröffnet jedoch einige Möglichkeiten.

Genau meinen Nerv trifft die Autorin wiederum mit mehreren Verdächtigen und Nachforschungen in der Vergangenheit. Das Ende ist auch gut aufgelöst, kommt für mich im Vergleich zu dem eher ausführlichen Anfang und Mittelteil dann doch etwas zu kurz.

Wir haben hier also einen Kriminalroman, bei dem der Fokus auf der Ermittlungsarbeit und einem interessanten psychologischen Fall liegt.

Die Reihe

Erstaunlich wenige Informationen habe ich über die Reihe um Verena Sander gefunden. So war mir beim Aussuchen des Buches nicht klar, dass es sich um Teil 2 einer Serie handelt. Das machte aber auch nichts, ich kam gut rein und konnte mir die Personen schnell merken. Es gibt viele interessante Andeutungen zum letzten Buch und die sympathischen Kollegen sowie der herrlich blöde Staatsanwalt sind gute Figuren für eine Reihe. Man kann dieses Buch also durchaus so lesen, wer vorne anfangen sollte der muss mit dem Titel „Blutopfer“ beginnen.

Was lernen wir daraus?

-Die Autorin arbeitet bei der Polizei. Das ist ein Vorteil, den sie nicht groß raushängen lässt. Sie geht nicht angeberisch in die Details, aber man merkt genau, dass sie weiß wovon sie schreibt. Das finde ich sehr gelungen, denn man bekommt einen realistischeren Einblick in die Polizeiarbeit. Wenn man schreibt, dann also bestenfalls über ein Gebiet, in dem man sich auskennt. Oder mit hervorragender Recherchearbeit. Dass muss aber natürlich auch nicht sein, wenn man es durch andere Dinge wieder wettmachen kann oder die Realität gerade nicht abbilden möchte.

-Humor. Ich bin ein lustiger und humorvoller Mensch und ich liebe Krimis und Thriller. Manchmal passt das ja augenscheinlich eher weniger zusammen, aber wenn man beides miteinander verbinden kann ist es umso besser. Ermittler müssen nicht auf jeder Seite todernst rumlaufen, denn für sie ist es ja auch Alltag. Die Krimis von Agatha Christie zum Beispiel sind für mich die besten Krimis, und auch dort gibt es viel Humor, ohne das dem Verbrechen und dem Rätseln etwas genommen wird – ganz im Gegenteil. Ich mag die Kombination, wenn sie gut gelungen ist.

Fazit

Dem Krimi „Scherbenkind“ gebe ich 3 Sterne. Es ist eine solide und interessante Story mit einem Verbrechen, welches gut aufgelöst wird. Am Anfang war ich sehr begeistert, der Mittelteil war mir dann allerdings zu lang und ausführlich, sodass mir die Lust zum Lesen irgendwie etwas abhanden gekommen ist. Der Schluss kam etwas kurz. Im allgemeinen driftete die Geschichte in zwei Themenbereiche ab, die nicht so ganz nach meinem Geschmack waren und mir auch nicht angekündigt wurden (gut, wie auch, ohne zu viel zu verraten…). Für einige wird es genau das Richtige sein, für mich war es solide und macht nicht unbedingt Lust auf mehr. Aber viel zu meckern habe ich auch nicht, manchmal fehlt einfach der gewisse Funke.

Hier gibt’s die Details zum Buch und zur Autorin

Rezension: Tiefe Stiche von Simone van der Vlugt

Tiefe Stiche van der Vlugt.jpgIn der niederländischen Stadt Alkmaar werden mehrere Menschen hinterrücks niedergestochen. Die Opfer haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam, die Polizei hat keine brauchbare Spur und die Bevölkerung wird unruhig. Ermittlerin Lois Elzinga steht mit ihrem Team vor einem großen Rätsel. Als sie selbst ins Fadenkreuz des Täters gerät, wird es ernst.
Stil, Machart, Meinung
Dieser „Thriller“ ist für mich irgendwie kein richtiger Thriller. Klar, wir haben einen Messerstecher, der definitiv gefasst werden muss bevor er ein weiteres Opfer erwischt. Aber die Perspektive konzentriert sich doch sehr auf die Ermittlerin und ihr Privatleben, sodass dieses für mich typische Thriller-Gefühl nicht aufkommt. Damit meine ich, dass man aufgeregt die Seiten umblättert und auch ein wenig mit dem Kampf gegen die Zeit mitfiebert. Es ist also ein eher seichter Thriller, vielleicht ein Cosy Thriller, falls es das als Genre irgendwie gibt.
Ein besonders gelungenes Stilmittel ist für mich die Perspektive des jeweiligen Opfers, kurz bevor es attackiert wird. So bekommt jedes Opfer seine 2 Seiten Ruhm und wir können kurz in die alltäglichen Gedanken eintauchen, bevor der Täter zuschlägt. Auch die Perspektive des Täters wird gelegentlich erwähnt, sodass der Leser nach und nach begreift warum er das tut –aber trotzdem nicht alles weiß. So ist das Opfer nicht nur Opfer sondern dem Leser näher. Und der Täter ist zwar immer noch Täter, aber auch ein Opfer (von was, verrate ich natürlich nicht).
Das Privatleben der Ermittlerin steht für mich etwas zu sehr im Fokus, und es ist leider nicht so richtig aufregend und konnte mich nicht dauerhaft fesseln. Am Schluss versteht man dann schon, warum das Privatleben von Kommissarin Elzinga so wichtig war, aber trotzdem nimmt es dem Fall irgendwie die Spannung und ich hätte lieber andere Perspektiven intensiver verfolgt als diese.
Der Plot ist solide und am Ende macht alles Sinn. Viele von der Autorin geplanten „Überraschungen“ waren für mich jetzt eher wenig überraschend, die Zusammenhänge werden beim dramatischen Ende jedoch gut und sinnig ausgelöst.
Was lernen wir daraus?
Ich habe (erneut) gelernt, dass die Perspektive der Opfer vor dem Tod ein gutes Stilmittel ist, um den Ermordeten doch etwas mehr Charakter zu verleihen als nur durch die Darstellung der Leiche. Auch die Täterperspektive mag ich immer sehr gern, wenn sie gut gemacht ist. Man muss etwas verraten, aber nicht zu viel. Genau so muss man auch mit dem Leser spielen, indem man Informationen langsam durchsickern lässt – und den Wissensvorsprung vor den Ermittlern in guter Balance hält. Das muss natürlich nicht sein, der Ermittler kann auch mehr wissen als der Leser (ich sage nur: Hercule Poirot!). Egal wie, Hauptsache es ist gut gemacht und die Perspektiven sind in einer spannenden Balance.

Zielgruppe
So richtig hartgesottene Thriller-Leser werden hier vielleicht etwas gelangweilt sein, deshalb eignet sich dieses Buch wohl eher als Einstieg. Für die eingefleischten Krimi-Fans könnte der Rate-Effekt in Bezug auf den Täter und die Geschehnisse vielleicht etwas zu kurz kommen. Deshalb fällt es mir hier etwas schwer, eine genaue Zielgruppe zu benennen. Vorher müsste man sicher auch noch genau die Genres Krimi und Thriller voneinander trennen und definieren – und allein da scheiden sich ja schon die Geister und die Grenzen verwischen sehr oft. Ich mag diese sich verwischenden Grenzen und lese sehr gerne Geschichten mit allen Elementen, wenn es gut gemacht ist. Vielleicht ist es auch einfach eine Geschichte um eine niederländische Ermittlerin, die die Leser einfach mal in eine niederländische Stadt entführen – denn das war mein erstes Buch, welches in den Niederlanden spielt.
Fazit
Dieser Cosy-Thriller-Krimi-Roman ist nichts für die eingefleischten Thrillerfans, die auch gern mal brutale Schilderungen von Tötungen lesen möchten oder die wie wahnsinnig im Bann des Buches eine Seite nach der anderen umblättern wollen, obwohl sie eigentlich schon längst schlafen sollten. Es ist eher etwas gemütlicher und durch den großen Raum für die private Perspektive der eher gewöhnlichen Ermittlerin auch nicht so ganz spannend. Trotzdem ist der Plot gut gemacht und das gesamte Werk solide. Ich vergebe drei Sterne und werde diese Autorin/Ermittlerin wohl eher nicht weiter verfolgen –dazu bin ich zu wenig überzeugt und dafür gibt es auch zu viele Autoren, die mich sehr überzeugt haben und nun einen Stein im Brett meiner Leseliste haben. Enttäuscht bin ich aber auch nicht, es war vollkommen ok, gut geschrieben und mit gutem Ende.

Details zum Buch gibts hier:

Verlagsseite zu Tiefe Stiche

Rezension: Todesflehen von Alex Kava

Todesflehen.jpg

Alex Kava – Todesflehen

Ryder Creed hat mit seiner Partnerin Hannah ein Unternehmen, in dem er Hunde für verschiedene Einsätze ausbildet und diese mit ihnen dann auch ausführt. Als er mit seiner Drogenhündin Grace am Flughafen im Einsatz ist, kommt ein Mädchen auf ihn zu und bittet eindringlich um Hilfe. Als die Hündin dann auch noch anschlägt und das Mädchen vor einem Zusammenbruch steht, wird langsam klar: Das Mädchen, Amanda, wird von einer kriminellen Organisation zum Drogenschmuggel gezwungen und hat eine unglaubliche Menge von Drogen in ihrem Körper – einzeln verpackt in Kondomen, die sie vorher schlucken musste. Ryder beschließt, das Mädchen unbemerkt aus dem Flughafen zu schaffen und bringt damit unter anderem sich selbst in Gefahr.
Maggie O´Dell, eine alte Bekannte von Ryder, ermittelt zur gleichen Zeit in einem merkwürdigen und brutalen Fall von Mord. In einem Fluss schwimmt eine Leiche mit einem verräterischen Tattoo, außerdem ist der gesamte Rücken mit Ameisenbissen überseht. Ameisen, die in der Gegend überhaupt nicht vorkommen.. und so führt eine Spur die FBI Agentin Maggie an einen anderen Ort, an dem sie dann auch einen Hundeführer mit einem Leichenspürhund benötigt. Wer das ist, dürfte klar sein..

Die Reihe
Als alter Fan von Alex Kava hatte ich schon lange nichts mehr von ihr gelesen. Die Reihe um FBI Profilerin Maggie O´Dell (und Toni Hill) umfasst, ich habe gerade nachgeschaut, 11 Bände. Davon habe ich locker über die Hälfte gelesen, irgendwann aber zugegebenermaßen den Faden verloren. Warum weiß ich nicht. Als dann eine neue Reihe von Alex Kava startete, war ich Feuer und Flamme. Denn dieses Buch hier ist Band 1 um Ryder Creed, so steht es dabei. Als ich dann etwas von Maggie O`Dell las, war ich etwas verwirrt und dachte, es ist doch eine weitere Fortsetzung. Nein, ist es nicht. Eine neue Reihe mit alter Ermittlerin ist es, sie scheint Ryder von nun an zur Seite zu stehen. Wer bei dieser Reihe mit diesem Buch neu anfangen will, braucht jedenfalls keinerlei Vorwissen. Wer das Vorwissen hat, wird auch sehr gut mit der knappen Beschreibung der Vergangenheit zurechtkommen. Hier kann also wirklich jeder einsteigen. Die Handlung ist in sich abgeschlossen.
Die Reihe bietet auf jeden Fall eine Menge Potential, die Hauptpersonen können beide in eine Menge spannender Fälle geraten und zwischen ihnen knistert es auch recht laut.

Stil, Machart, Meinung
Der Leser wird zunächst mit zwei Perspektiven beglückt. Es startet mit Ryder im Einsatz mit dem Hund und gleichzeitig auch mit Maggie, die am Fluss eine Leiche und damit auch einen neuen Fall an Land zieht. Bald treffen die beiden aufeinander, die Perspektiven bleiben aber trotzdem bestehen. Ich mag es immer, wenn zwei Perspektiven/Personen/Ermittler sich abwechseln und dann irgendwann auch aufeinandertreffen. Natürlich nur, wenn es gut gemacht ist. Das ist hier der Fall, es geht hin und her und man möchte „noch eben ein Kapitel lesen“ – und das dann mehrmals.
Der Plot, die Charaktere und natürlich auch die Spannung sind sehr gut umgesetzt, der Leser ist gleich in der Geschichte drin. Die Schreibe von Alex Kava ist wie immer flüssig, fluffig und gut. Die Seiten blättern sich fast von selbst um. Alles löst sich schlüssig auf und es gibt auch viele Überraschungen. So mag ich es.
Eine besondere Erwähnung sollte die Kunst finden, mir ein für mich nicht wirklich interessantes Thema interessant zu machen. Meine Lieblingsbücher, Krimis und Thriller, sollten möglichst nicht unbedingt einen zu großen Bezug zur organisierten Kriminalität haben. Ich lese am liebsten über Mord, und ich möchte möglichst auch selbst mitdenken. Wer war der Killer? Ist er wirklich schuld? Hier geht es um Menschen- und Drogenschmuggel. Trotzdem geht es auch um Mord und man muss rätseln, was los ist. Super gemacht, und dann lese ich auch über diese Themen gern.
Was lernen wir daraus?
-zunächst einmal finde ich den Aspekt sehr interessant, eine alte und sehr erfolgreiche Reihe um eine Ermittlerin zu beenden, sie aber gleichzeitig in einer neuen Reihe einfach mit einem anderen Ermittler zusammenzuführen. Aus alt mach neu. Der allgemein um sich greifende Trend der Nachhaltigkeit scheint auch Alex Kava erreicht zu haben, und ich finde es gut gemacht. Sie setzt damit auf eine Erfolgsgarantie, gönnt sich und den Lesern aber gleichzeitig frischen Wind und eröffnet neue Möglichkeiten. Ich habe die Bücher um Maggie sehr gern gelesen, irgendwann aber aus unerklärlichen Gründen den Faden verloren. So bin ich wieder drin. Für mich ist dieser Tipp jetzt noch nicht sehr relevant, da mein erstes Buch ja noch nicht einmal veröffentlicht ist. Frischen Wind brauche ich noch nicht, aber für die alten Hasen im Business ist es sicherlich ein interessanter Aspekt.
-Ich habe von diesem Buch gelernt, was Hunde alles so können und für welche Aufgaben man sie wie trainieren kann. Das fand ich sehr interessant, obwohl ich eigentlich ein Katzenmensch bin. Mein Fazit daraus ist, das ich als Leser sehr gern in einem Buch auch so ein mir ganz neues Themengebiet kennenlerne. Schon im Thriller Endgültig (für die Rezension hier klicken!) war ich vollkommen fasziniert davon, neben all der Spannung die Perspektive einer blinden Ermittlerin kennenzulernen. So ein eher unbekanntes Thema in einer spannenden Story finde ich interessant und auch lehrreich. In meinem Krimi lernt man nebenbei etwas über die Geschehnisse hinter den Kulissen einer Basketball – Profimannschaft. Ich hoffe dieser Einblick ist genau so interessant.
Zielgruppe
Thrillerfans natürlich! Krimileser sicherlich auch. Jeder kann einsteigen, man braucht keinerlei Vorwissen. Die Leser der Maggie O´Dell –Reihe müssen unbedingt hier weiterlesen. Wer an Drogen – und Menschenschmuggel interessiert ist, wird hier seine helle Freude haben. Und, ich meine es ganz ernst, Hundemenschen werden begeistert sein!
Fazit
Eine neue Reihe mit einer alten Bekannten, bei der jeder problemlos beginnen kann. Ein rasanter Thriller mit gut entwickelten Charakteren, einem schlüssigen Plot und sehr viel Spannung und Überraschung. Ich gebe 4 Sterne, für die Höchstwertung fehlt nicht mehr viel. Ich werde den zweiten Band der Serie auf jeden Fall auch lesen.

Hier gibt es die Info´s zum Buch auf der Verlagsseite