Rezension: Eis. Kalt. Tot. von Anne Nordby (Marit Iversen #1)

Jesper hat sich gerade nach Kopenhagen versetzen lassen, da steht er auch schon in eisiger Kälte am Hafenbecken und blickt auf den wohl grausamsten Leichenfund seiner Karriere. Als wäre das nicht schon genug, hakt es bei ihm und seiner neuen Vorgesetzen gewaltig. Dann betritt Marit als Sonderermittlerin die Szenerie. Sie ist Super – Recognizerin und soll durch ihr seltenes Talent im Erkennen von Personen bei den Ermittlungen helfen.

Bald führen die Spuren nicht nur zu einem neuen Opfer, sondern auch nach Grönland, zur Mythologie der Inuit, zu politischen Verstrickungen, Umweltskandalen, Wissenschaftlern und einer großen Menge Action.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Auftakt einer neuen Thriller- Reihe von Anne Nordby ist zunächst einmal wunderbar geschrieben. Die Kapitel sind toll und ausgewogen aufgeteilt, die Spannung hält sich kontinuierlich und gipfelt in einem fulminanten Finale. Mit der leichten Schreibe und der guten Balance bei den Kapiteln wird der Thriller schnell zum Pageturner.

Die drei Hauptpersonen sind wunderbar dar- und zusammengestellt,  deren Zusammenarbeit verspricht auch für zukünftige Bände einiges an Unterhaltung. Natürlich kann nicht jede Person so sympathisch sein wie die andere, das wäre ja langweilig. Aber jede Person ist mit einer angenehm leichten Tiefe angelegt und bietet wirklich Potential. Auch viele der Nebenpersonen sind interessant.

Die gute Darstellung bei den Ermittlern und Opfern ist auf Täter-Seite jedoch irgendwie nicht so ganz ausgeprägt, dazu kann ich wegen der Spoilergefahr jedoch leider nichts sagen..

Wichtig zu sagen ist jedoch: Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven, auch Einsteiger fühlen sich hier vielleicht nicht ganz so wohl. Die Leichenfunde sind wirklich ziemlich grausam. Ich persönlich muss es nicht so grausam haben und habe manchmal gedacht „auch das noch?“. Wirklich super fand ich dann jedoch, wie die Mythologie der Inuit und Grönland Bezug zu der Geschichte haben. Für mich auch immer ein Erfolgsgarant ist eine Geschichte aus der Vergangenheit, auf der die Morde in der Gegenwart dann basieren.

Was lernen wir daraus?

Ich habe gelernt, dass dieser Trend mit immer grausameren Morden bzw. Leichenfunden nicht unbedingt etwas für mich ist. Für mich wäre es vollkommen ausreichend, wenn Menschen auf „herkömmliche“ Art und Weise zur Strecke gebracht werden. Ich glaube, ich muss man wieder einen Krimi von Agatha Christie aus dem Regal kramen.  Ein Landhaus, ein Toter (vielleicht danieder gestreckt durch den Klassiker „stumpfer Gegenstand“ oder einer Prise Arsen..), ein paar Verdächtige und die Frage nach dem Motiv und dem Alibi. Mir sind andere Dinge bei einem guten Krimi- oder Thriller einfach wichtiger. Bei diesem Thriller hier war mir das zwar alles etwas zu furchtbar, trotzdem waren Schreibe, Plot und Figuren so gut gemacht, dass ich den Thriller gut fand und die grausamen Dinge über mich ergehen ließ.

Fazit

Ich freue mich jetzt schon auf Band 2 der Thriller-Reihe um die Kopenhagener Mordermittler.  Besonders bei den Hauptpersonen bin ich gespannt, wie sich alles entwickelt und wie sie künftige Fälle meistern. Schreibe, Plot, Spannung und das allgemeine Potential bei diesem Auftakt einer neuen Thriller-Reihe bekommen allesamt 5 Sterne, die bizarren Morde und die dann am Ende für mich nicht so ganz verständlich gemachten Motive führen jedoch zu einer Gesamtwertung von 4 Sternen – mit großer Vorfreude auf den nächsten Band. Eine klare Leseempfehlung für alle Thriller-Fans, die wirklich keine schwachen Nerven haben.

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Hier geht´s zum Gmeiner Verlag für Details zum Buch.

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