Rezension: Nordseedunkel von Christian Kuhn (Velten #2)

Kriminalhauptkommissar Tobias Velten braucht einfach mal eine Auszeit. Und die hat er sich auch genommen, nachdem er auf Juist einen hochdramatischen Auftrag beendet (und überlebt) hat. Nun lebt er eine Insel weiter, auf Norderney, und erfreut sich an der Ruhe und der Natur – bis er einen sehr lukrativen Auftrag bekommt. Die Tochter einer reichen Unternehmerfamilie wurde entführt, und die Eltern sollen keine Polizei einschalten. Daher engagieren sie Velten (der ja streng genommen eigentlich auch zur Polizei gehört), um ihre Tochter lebend vor der Lösegeldübergabe zu finden.

Dabei ermittelt er zusammen mit der Assistentin seiner Auftraggeberin und stößt nicht nur auf Feinde der Familie – sondern auch auf merkwürdige Vorgänge innerhalb der Familie. Die Tochter scheint auf Schritt und Tritt überwacht worden zu sein, und bald weiß er nicht mehr wem er trauen kann..

Stil, Machart, Meinung

Zunächst muss ich sagen, dass Band 1 dieser Küstenkrimis „Nordseedämmerung“ mich wirklich positiv überrascht hat. Auch Ermittler Velten bot großes Potential und so zögerte ich nicht, Band 2 „Nordseedunkel“ in die Hand zu nehmen. Man sollte bei dieser Reihe chronologisch vorgehen, um zu verstehen warum der Kommissar die oben beschriebene Auszeit überhaupt braucht. Dringend notwendig ist das jedoch nicht, da die Fälle in sich abgeschlossen sind und daher auch Quereinsteiger problemlos folgen können.

Dieser Kriminalroman hier spielt jedenfalls auf Norderney und die Atmosphäre ist gut getroffen, soweit ich das als „Norderneyfremder“ beurteilen kann. Es war eine gute Idee vom Autor, für Band 2 jetzt auch eine Insel weiter zu springen und eine neue Umgebung vorzustellen.

Die Schreibe des Autors gefällt mir gut, die Hauptperson Velten finde ich auch sehr geeignet für dieses Setting. Sogar die anderen wichtigen Personen finde ich wirklich interessant. Was mich bei diesem Buch hier jedoch so enttäuscht hat, waren der Plot und die fehlende Spannung. Ich kann nicht genauer sagen, was mich stört – sonst würde ich leider spoilern. Auf jeden Fall ist die Entführung und die Ermittlung nicht so packend, wie ich es mir erhofft hatte. Es passiert nicht wirklich viel und die „Aha-Momente“ waren rar gesät. Das hatte ich so nicht erwartet, nachdem mich Band 1 der Reihe wirklich gepackt hatte. Mein Verdacht hat sich am Ende bestätigt, während die interessantere Frage leider unbeantwortet blieb (keine Angst, ich spoilere nicht!). Während auf dem Weg zum Finale tatsächlich manchmal zu wenig Spannung herrscht, wird das Finale mit den wichtigsten Erkenntnissen für meinen Geschmack dann etwas zu schnell abgearbeitet.

Was lernen wir daraus?

Wie schon gesagt finde ich die Idee gut, Band 1 auf Juist und Band 2 auf Norderney spielen zu lassen. Ich frage mich, wo Band 3 spielen wird? Ich habe selbst ähnliche Ideen für meinen eigenen Krimi (wobei ich da erstmal Band 1 veröffentlichen muss). Auch bei vielen Thrillern von Andreas Gruber finde ich die wechselnden Schauplätze sehr erfrischend. Man merkt auch, dass die Autoren selbst vor Ort recherchiert haben und die Atmosphäre einfangen konnten.  Natürlich zeichnen sich viele Buchreihen auch dadurch aus, das sie an nur einem Ort spielen. Ich finde es trotzdem schön, wenn ein Autor seine Hauptperson zum Ermitteln an andere Orte schickt. Ganz egal ob wie hier bei den Nordsee-Krimis von einer Insel zur Nächsten oder bei Gruber von einer Metropole zur Anderen.

Fazit

Band 1 war so vielversprechend, Band 2 war nix für mich. Ich schwanke zwischen 2- und 3 Sternen und bin schon etwas enttäuscht. Sagen wir mal 2,5 Sterne. Einen dritten Band würde ich trotzdem gern lesen –  in der Hoffnung,  dass mir der Plot dann wieder so richtig zusagt. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Leute dieses Buch auch sehr gut fanden. Es ist vielleicht einfach Geschmackssache. Besonders Fans der Insel Norderney werden ihren Spaß haben.

Hier gibt´s die Details zu Buch auf der Verlagsseite.

Hier geht´s zu meiner Rezension von Band 1 „Nordseedämmerung“.

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