Rezension: Thousand Islands von Tessa Wegert

Kommissarin Shana wollte nach einem traumatischen Ereignis in New York eigentlich zur Ruhe kommen. Deshalb ist sie mit ihrem Verlobten umgezogen, ins kleine Hafenstädchen Alexandria Bay an der Grenze Kanadas , in der Thousand Island Region zu der fast 2000 kleine Inseln gehören. Aber wie das in Kriminalromanen nunmal so ist, ist nichts mit Ruhe (Wäre ja dann kein Kriminalroman..). Nach kurzer Zeit wird sie mit ihrem Kollegen bei schlimmen Wetterverhältnissen auf eine kleine Insel in Privatbesitz gerufen, da einer der Familienmitglieder verschwunden ist und nur sein Blut hinterlassen hat. Auf der Insel, die ziemlich abgeschnitten von der Außenwelt mit 8 Verdächtigen bestückt ist, wartet ein Haufen Arbeit auf die beiden Polizisten. Jeder Verdächtige hat irgendein Geheimnis, ein Motiv oder eine Agenda – und dann passiert ein zweiter Mord. Und natürlich ist das Unwetter so schlimm geworden, dass keiner auf die Insel gelangen- oder sie verlassen kann.

Stil, Machart, Meinung

Ich würde mal sagen, dass hier ist ein klassischer Whodunnit Krimi! Damit die Taktik wie bei einem der alten Klassiker aufgeht, muss ein Kriminalroman der in der heutigen Zeit spielt natürlich geschickter dabei vorgehen, einen Haufen Verdächtiger von der Außenwelt abzuschotten, damit der Leser ins Ratevergnügen einsteigen kann. Dabei hilft ihr eine kleine, abgeriegelte Insel und natürlich die Wetterlage. Und so ist die moderne Handlung ganz klassisch gelungen: Ein Verschwundener, wahrscheinlich tot, und einige Verdächtige. Die Ermittler verhören jeden Verdächtigen und nehmen den Leser so mit ins Geschehen, damit er sich selbst ein Bild machen kann.

Ganz klar war das Ziel, einen alten Whodunnit – Krimi in neuer Zeit spielen zu lassen, und das ist geglückt. Mit einer alten Textilhandel – Dynastie in einem alten Anwesen kommt genau die Athmosphäre auch rüber. Trotzdem haben die Anwesenden Handys und auch sonst merkt man natürlich die Unterschiede.

Der Schreibstil hat mir gefallen, nichts schwafelndes, gute Beschreibungen und einige Irreführungen haben mich bis zum Schluss im Unklaren tappen lassen. Der Plot war gut, die Verdächtigen waren allesamt gut angelegt, man wusste gleich, um wen es ging und die Intensionen erklärten die Handlungen gut. Es war spannend gemacht, ein richtiger Pageturner, und das Finale war dramatisch. Die beiden Ermittler fand ich auch gut, beide haben Potential für eine Reihe und ich würde sehr gerne einen weiteren Krimi von der Autorin und mit den Ermittlern lesen.

Was lernen wir daraus?

Immer wenn ich so einen Whodunnit-Plot auf der Rückseite eines Buches lese, möchte ich das Buch lesen. So oft wurde ich schon enttäuscht. Manchmal klappt es super, manchmal ist es nur ein ganz billiger Kopieversuch. Heute, in einer zunehmend vernetzten Gesellschaft, muss man erst einmal Situationen schaffen, in denen eine „geschlossene Gesellschaft“ entsteht, die dann bei einem Mord eine feste Anzahl Verdächtiger schafft. Ich selbst habe in meinem Krimi das gleiche Problem gehabt, und es mit einer Busfahrt gelöst. Es gibt so viele Möglichkeiten, aber man muss die gewählte Möglichkeit dann auch gut aufbauen und den gesamten Plot natürlich drauf abstimmen. Insgesamt garnicht mal einfach, aber wenn man es gut macht wirklich ein gutes Erlebnis für die Leser..

Fazit

Das klassische Krimi-Setting wurde gut kopiert und mit viel eigenen Ideen zu einem guten Krimi. Es ist nicht der brillianteste Krimi üerhaupt, aber ich war wirklich gut unterhalten und habe (ohne Erfolg) meine eigenen Lösungen erdacht. Die Ermittler und der Schreibstil machen Lust auf mehr und ich empfehle diesen Krimi vor allem den Fans von Whodunnit– Krimiklassikern. 4 Sterne!

Hier geht´s zur Verlagsseite, für Details zum Buch

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