Rezension: Eine Prise Marrakesch von Thea C. Grefe

Charlotte und Klara reisen jeweils alleine nach Marrakesch. Die eine möchte vor der Scheidung den Kopf frei kriegen und die andere hat die Reise bei einem Kochwettbewerb gewonnen. Beide freunden sich an, da sie nebeneinander im Hotel von Karim wohnen. Der hat gesundheitliche Probleme und eigentlich keine Zeit für das alte, heruntergekommene Hotel seiner Familie. Aber seine Mutter würde das Hotel gern wiederbelebt sehen. Auch die beiden Deutschen Gäste sind an dem Hotel interessiert, und so machen sie sich auf, um sich den alten Schuppen mal anzusehen. Dort leben 2 alte Bedienstete des Hotels mit einem blonden kleinen Jungen. Wird das Hotel in neuem Glanz erstrahlen?

Stil, Machart, Meinung.

Dieser Roman hat mich mit Cover und Klappentext gleich total begeistert. Und ich muss leider sagen, dass diese Begeisterung beim Lesen nie wieder so hoch war, denn die Geschichte blieb hinter den durch den Text geschürten Erwartungen zurück. Und dabei ist das Potential doch so groß. Mehrere verschiedene Leute erwecken ein heruntergekommenes Hotel wieder zum Vorschein, entdecken dabei ein Geheimnis und die Liebe. Klingt gut!

Tja, in der Realität braucht die Geschichte ewig, bis sie in Schwung kommt. Aus mehreren Perspektiven (die beiden Deutschen Urlauberinnen, der Hotelbesitzer, ein Geschichtenerzähler auf dem Markt und die Hotelbewohner) wird die Geschichte erzählt. Dabei wird deutlich, dass die Autorin sich in Marrakesch auskennt und einem diesen Ort näher bringen möchte. Das hat auch geklappt und war das beste an der Geschichte – besonders die Rezepte und Beschreibungen des Essens haben mir gefallen. Die Perspektive des Geschichtenerzählers hat mich gelangweilt, und diese Kapitel tauchten leider sehr häufig auf. Die eigentliche Geschichte mit der Aufbereitung des Hotels finden auf den letzten 50 Seiten ganz nach meinem Geschmack statt, aber bis dahin hätte ich das Buch schon mehrmals fast abgebrochen.

Der Schreibstil ist gut, besonders die besonderen Beschreibungen der regionalen Besonderheiten sind gelungen. Nur der Plot kommt zu langsam in Fahrt, die eigentlich in Aussicht gestellte Handlung kommt zu kurz und die Spannung strebt gegen Null (gut, dass ist hier jetzt auch ein Roman, aber trotzdem..). Das Ende kam mir dann doch zu abrupt, hätte man in den ersten 2 Dritteln ordentlich ausgemistet, hätte das Ende mit dem interessanten Teil dann viel größer werden können. Und Humor sucht man auch vergebens.

Was lernen wir daraus?

Nicht das erste Mal hat mich der Text auf der Rückseite des Buches begeistert und dazu geführt, dass ich es las. Und nicht das erste Mal wurden meine Erwartungen dann enttäuscht. Gerade wollte ich schreiben, dass falsche Versprechungen zu meiner Enttäuschung führten, aber dann ahbe ich den Text nochmal gelesen und muss sagen: Er verspricht genau das, was im Buch auch passiert. Nur leider so langweilig und unausgewogen, dass es zum größten Teil überhaupt nicht mein Fall war.

Fazit

Ich vergebe 2 Sterne, da ich mich während des Lesens oft ärgerte, dass ich dieses und kein anderes Buch lese. Auch wenn schöne Elemente dabei waren, wurden meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllt. Das ist schade, denn es gab so viel ungenutztes Potential. Die Beschreibungen von Land, Leuten und vor allem dem Essen mit den Rezepten ist sehr gelungen. Der Perspektivenwechsel ist nicht schlecht gemacht und die letzten Seiten mochte ich auch, jedoch endete das Ganze nach dem langen Vorgeplänkel dann doch sehr abrupt.

Für viele ist dieses Buch bestimmt auch einzigartig. Leser werden in ferne Welten entführt und erleben eine Botschaft in Sachen „Selbstverwirklichung“. Ich würde mal sagen, dass eher ältere Damen mit einem Hang zu fremden Ländern von dem Inhalt angesprochen werden könnten. Für mich war es eher so Rosemunde Pilcher – Style (ohne das ich mich auf diesem Gebiet auskenne..). Für mich war es leider nichts, aber Geschmäcker sind ja (zum Glück!) verschieden..

Hier gibt’s die Details zum Buch auf der Verlagsseite.

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