Rezension: Der Tattoosammler

Marni ist Tätowiererin und entdeckt im Rahmen einer Tattoo-Messe in Brighton eine Leiche. Der Titel des Buches deutet ja schon an, was der Leiche fehlen könnte. Als ein zweiter Mord darauf hindeutet, dass die Morde etwas mit der Tattooszene zu tun haben, bittet Detective Sullivan Marni um Hilfe. Diese ist nicht begeistert, da sie der Polizei erfahrungsgemäß eher kritisch gegenüber steht, möchte „ihre Leute“ aber auch schützen. Der Detective steht unter riesigem Druck, da diese Morde seine ersten nach der Beförderung sind und weder Vorgesetzte noch Untergebene an ihn glauben. Und so ermittelt das ungleiche Paar, welches sich auch als Paar ganz gut machen würde..

Stil, Machart, Meinung.

Dieser typische Thriller ist nichts für schwache Nerven. Die Morde sind definitiv „harte Kost“, denn wie schon angedeutet muss ja eine größere Fläche Fleisch vom Körper – und das ist nicht schön.

Der Leser erlebt die Handlung durch mehrere Perspektiven. Detective Sullivan, sein Stellvertreter, Tätowiererin Marni und der Mörder selbst berichten aus ihrer Sicht. Durch die Perspektive des Killers hat der Leser einen Wissensvorsprung. Trotzdem wird auch der Leser mehrmals in die Irre geführt, bis das blutige Finale der Spannung ein Ende setzt.

Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und ausgewogen. Die Perspektivenwechsel und Kapitel steigern die Spannung und die Personen werden sehr gut dargestellt. Einzig einige Ermittlungserfolge waren mir etwas zu einfach und die Auflösung hatte ich leider schon vorher geahnt. Trotzdem hat mich dieses Buch wirklich sehr gefesselt und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Was lernen wir daraus?

Mich hat die Motivation des Serienkillers in diesem Buch doch sehr an einen Film erinnert, den ich vor Ewigkeiten einmal geschaut habe. Es handelt sich um „Tattoo“ aus dem Jahre 2002. Keine Ahnung, ob die Idee geklaut ist oder nicht –und es machte mir auch wirklich überhaupt nichts, da diese Geschichte eine ganz eigene war. Das gibt mir zu denken: Vielleicht muss man für die neueste Geschichte einfach eine alte Geschichte ganz neu auflegen? Diese Idee ist natürlich nicht sehr bahnbrechend. Wenn ich allein schon überlege wie viele Bücher, Filme und Serien auf Alfred Hitchcocks „Fenster zum Hof“ basieren. Wenn die gute Idee übernommen- aber mit ganz eigenem Leben gefüllt wird, dann kann das wirklich gut werden. Trotzdem glaube ich, dass dann die Erwartungen manchmal höher sind bzw. man sich deutlich abheben muss, damit es dann doch kein alter Hut bleibt. Ich habe jetzt also einen Denkanstoß..

Fazit

Ich vergebe 4 Sterne. Das Buch hat mich einfach gefesselt, ich konnte es wirklich schwer aus der Hand legen. Die Handlung ist in mehreren Szenen doch sehr blutig, aber irgendwie auch wieder interessant gemacht. Die Idee war mir nicht neu –und auch die Jagd nach dem Mörder war nicht komplett bahnbrechend sondern eher schon mal gelesen. Aber trotzdem ist die Geschichte so gut gemacht und die Figuren sind sehr interessant, dass es mich nicht störte. „Never change a winning team“ heißt es doch im Sport – und manchmal wohl auch in der Literatur. Ich bin gespannt, ob ich von den Ermittlern in einem nächsten Band noch etwas lese, und würde mich freuen wenn es so wäre.

Hier gehts zur Verlagsseite für weitere Details zum Buch.

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