Rezension: Westwall von Benedikt Gollhardt

Julia ist Polizeischülerin – und dass, obwohl sie mit ihrem Vater in einer Kommune groß geworden ist, die von der Polizei nicht wirklich etwas hält. Eines Abends lernt sie Nick kennen. Die beiden verstehen sich gut, doch irgendetwas stimmt an der ganzen Sache nicht; beispielsweise das riesige Hakenkreuz auf seinem Rücken und die Tatsache, dass er Julia einen falschen Namen gesagt hat.Und dann passieren mehrere schlimme Dinge in Julias Umgebung und mit Menschen, die sie mag. Es scheint irgendwie alles mit Julia zusammen zu hängen, aber sie hat keine Ahnung was überhaupt los ist. Und so muss sie sich entscheiden, wem sie traut und was sie tut. Der Westwall spielt eine große Rolle in der Geschichte.

Stil, Machart, Meinung

Zunächst muss ich einmal sagen, dass der Westwall, Namensgeber des Buches und wichtiger Schauplatz, mir nicht so vertraut war. Klar, man hat das mal gehört, die Worte Verteidigungslinie, Hitler und Krieg fallen mir ein. Ein paar Bilder hatte ich im Kopf, aber sonst eher keine Ahnung. Das hat sich jetzt geändert, denn dieses Buch baut den Westwall nicht nur als Schauplatz passend und informativ ein – im Anschluss gibt es sogar noch ein schnelles Briefing vom Autor.

Der Westwall ist nicht nur Schauplatz, einige Protagonisten tragen Westwallringe und überhaupt findet man eine Menge „rechtes Gedankengut“ in der Geschichte. Natürlich so, dass es nicht gefeiert sondern verurteilt wird! Es hat definitiv eine politische Dimension, rechte Gruppierungen und der Verfassungsschutz spielen eine Rolle. Mehr möchte ich nicht verraten.

Trotz der eben genannten Dimension geht es in dem Thriller um die Menschen und ihre Beziehungen zueinander. Besonders erwähnen möchte ich, dass ich die Graustufen sehr mag. Mehrere Leute spielen ein doppeltes Spiel. Man kann sie einerseits verstehen, andererseits aber auch wieder nicht. Das finde ich sehr gelungen.

Nun zu den wichtigsten Elementen eines Thrillers: Spannung und Plot. Zunächst kam ich nicht recht in die Geschichte rein, aber irgendwann hatte sie mich dann doch gepackt. Man hätte zwar schon etwas kürzen können, aber im Nachhinein bin ich froh, diesen Thriller gelesen zu haben. Der Plot ist gut aufgebaut, die Ziele und Verbindungen der Personen werden langsam enthüllt und fügen sich zum Ende hin gut zusammen. Die Spannung steigt kontinuierlich, zwischendurch gibt’s kleine Längen. Das Finale ist gut gemacht und bietet definitiv auch die Chance eines zweiten Teils.

Was lernen wir daraus?

Ich finde es immer gut, wenn ich mitten in der Unterhaltung und Spannung auch etwas lerne. Dieses Buch hier lässt mich definitiv mit neuem Wissen zurück und weist auf eine Menge Recherche-Arbeit des Autors hin.

Noch dazu liebe ich ja Graustufen bei den Personen, die fallen in diesem Buch besonders auf. Es gibt mehrere Bösewichte, bei denen man manche Handlungen jedoch irgendwie versteht. Dann gibt es aber auch sehr nette Charaktere, die eine dunkle Seite verstecken. So möchte ich auch schreiben.

Weiter finde ich es wichtig, gerade in der heutigen Zeit die Probleme von Rechts zu thematisieren. Das muss nicht immer langweilig vorgekaut werden, sondern kann durchaus in einem spannenden Thriller behandelt werden. Hier wurde man nicht belehrt, wusste aber jederzeit um richtig und falsch..

Fazit

Ich kam zwar schwer rein, mein Interesse stieg jedoch proportional zur Seitenzahl. Es war Spannend, die Figuren waren schlau angelegt- und der Plot gut gemacht. Nach und nach dröselten sich die Verbindungen und Motive auf, das Finale war dramatisch. Manchmal war bei mir kurz die Luft raus und es war ein wenig zu langatmig, aber ich bin wirklich froh, diesen Thriller gelesen zu haben. ich wollte eigentlich 3 Sterne geben, aber am Ende waren es dann doch noch knappe 4 Sterne. Weil es mal was anderes ist, und auch informativ. Einen zweiten Teil würde ich auch gern lesen. Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven, aber auch nicht unsagbar blutig. Wer politisches und interessante Charaktere in seinem Thriller mag, der muss hier zuschlagen..

Hier gibts die Details zum Buch auf der Verlagsseite.

2 Kommentare zu „Rezension: Westwall von Benedikt Gollhardt

Gib deinen ab

  1. Mir gings mit dem Westwall ähnlich, ich hab davon noch nie gehört, fands aber in der Nachbetrachtung sehr interessant und hab mir während des lesens öfter den Wikipedia angesehen. Das Buch selbst fand ich nicht so prickelnd. Ja, die Charaktere – allen voran die Protagonistin – waren interessant, aber Pageturner ist „Westwall“ definitiv nicht. Dennoch fand ich die politische Komponente sehr interessant (ich hab ja selbst mal Politikwissenschaft studiert).

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