Rezension: Das Dorf der Toten von Barbara Baraldi (Aurora #1)

Aurora ist eine brilliante Profilerin, die in die italienische Provinz versetzt wurde. Nach einem schlimmen Einsatz hat sie schlimme Verletzungen erlitten und ist schwer traumatisiert – arbeitsfähig ist anders. Bei ihrer Ankunft im Dorf findet sie sich noch vor Dienstbeginn an einem schockierenden Tatort wieder. Eine in ihrem Haus brutal ermordete Frau und ein Satz an der Wand, der im Dorf unangenehme Erinnerungen weckt. Schnell begreift Aurora, dass die örtlichen Ermittler auf einer falschen Fährte sind und sie durch schnelle Arbeit ein Menschenleben retten kann. Leider werden ihr Steine in den Weg gelegt. Aber die temperamentvolle Ermittlerin interessiert sich wenig für ihr Umfeld und dafür umso mehr für den Fortgang der Ermittlungen.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller hatte es mir besonders angetan, da ich bis jetzt selten italienische Thriller gelesen habe und dieser laut Klappentext direkt der „beste italienische Thriller des Jahres“ ist. Das es Band 1 einer Reihe ist, fand ich auch gut – zu oft steige ich ausversehen mitten in einer Reihe ein. Gut, es war definitiv Band 1 und ich erkenne in den Figuren auf jeden Fall Potential für nachfolgende Bände. Nur leider werde ich diese nicht lesen, denn der „beste italienische Thriller des Jahres“ deutet darauf hin, dass die Thriller in Italien generell nicht sehr gut sind oder das Jahr recht mau war.

Klar, der Schreibstil ist ganz gut  -wenn für mich auch etwas zu ausführlich. Die Personen sind auch gut angelegt und der Plot wird zum Ende hin dann auch noch überraschend aufgelöst. Nur leider ist eines der Hauptmerkmale eines guten Thrillers für mich einfach nicht erfüllt: Spannung! Ein Spannungsbogen, der mich das Buch nicht aus der Hand legen lässt, war hier höchstens auf den letzten Seiten zu finden. Diese Geschichte ist vom Plot her gut, aber ich könnte mit dem Rotstift nach meinem Geschmack auf Anhieb die Hälfte der Seiten einsparen, wenn ich dazu berufen wäre. Ich habe das Buch nur ausgelesen, weil ich es zweimal mit in der Badewanne hatte und dort von der Auszeit ohne Baby sehr angetan war und meinen Mann nicht noch rufen wollte, um mir ein anderes Buch zu bringen.

Die Hauptperson selbst ist mir dann doch etwas zu stereotyp, und auch ihre Anpassungsschwierigkeiten und viele andere Elemente habe ich schon so oft gelesen, dass es mir alles so seltsam bekannt vorkam.

Was lernen wir daraus?

Ich lernte mal wieder, dass ich meine Krimis und Thriller lieber kurz, knackig und spannend lese. Wenn es Längen geben soll, dann sollten die irgendetwas bringen. In dieser Geschichte waren mir die Längen auch zu unausgeglichen. Beispielsweise holt die Hauptperson einen Kollegen von zuhause ab, und diese Szene ist unnötig lang beschrieben. Ja, er wohnt noch zuhause und die Eltern scheinen sehr reich zu sein. Nein, es interessiert mich nicht wo an diesem uninteressanten Ort die Figuren vor dem Kamin stehen und welchen Gemütes der Hund ist. Dann am Ende, es ist endlich spannend, liegt eine Person im Bett, wird in ein Kampfgeschehen verwickelt und steht im nächsten Satz plötzlich. Da hätte ein Satz, wie sie aufschreckt und abwehrend aus dem Bett springt, wahre Wunder bewirkt. Das zeigt, dass die Autorin wohl weniger Augenmerk auf die Spannung und mehr auf die unnötigen Beschreibungen legt. Da hat sie wohl das Genre verfehlt.

Fazit

Ich hatte hohe Erwartungen und bin tief gefallen. Nach wie vor frage ich mich, wie ich es bei dem dicken Wälzer bis zum Ende geschafft habe. Ich denke, dass Leser die bis jetzt wenig Erfahrung mit Thrillern haben, dieses Buch dennoch super finden werden. Denn viele Elemente, die ich schon kannte, wären dann ja neu. Und die langwierigen Beschreibungen lindern dann auch die eher grausamen Details, weil sie sich etwas verlaufen. Ich vergebe gerade so 3 Sterne, weil ja doch ein paar gute Sachen zu finden waren – es dauerte nur unglaublich lange, bis man an diese Stellen gelangte. Dieser Thriller wird mir nicht wirklich lange im Gedächtnis bleiben, und ich werde mir den Namen Barbara Baraldi leider auch nur merken, um zukünftig kein Buch dieser Reihe mehr zu lesen. Schade, aber auch solche Erfahrungen muss man machen.

Hier geht`s zur Verlagsseite, für mehr Details.

Ein Kommentar zu „Rezension: Das Dorf der Toten von Barbara Baraldi (Aurora #1)

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