Rezension: R.I.P von Yrsa Sigurdardóttir (Huldar/Freya #3)

In Island schlägt mal wieder da Böse zu. Der Täter überfällt ein Mädchen nach ihrer Schicht im Kino und lässt ihre gesamte Snapchat – Freundesliste an der brutalen Gewalttat teilhaben. Bevor er sie mitnimmt, muss sie sich immer wieder entschuldigen – für was genau, scheint das Opfer auch nicht zu wissen. Das Ermittlerteam um Huldar, welcher nach Vorkommnissen im vorherigen Band mit seinem Kollegen arg im Abseits steht, kann durch die verschickten Snaps und ein Überwachungsvideo im Kino die Tat ziemlich genau mit verfolgen. Wo das Mädchen hingebracht wird, ob es noch lebt, wofür es sich entschuldigt und wo der Täter herkam – all das steht anfangs noch in den Sternen. Auch Kinderpsychologin Freya wird, sehr zur Freude Huldars, wieder in die Ermittlungen mit einbezogen und entdeckt ein entscheidendes Motiv.

Stil, Machart, Meinung.

Diese Geschichte ist die Nr. 3 in der Reihe um Huldar und Freya. Ich habe auch die beiden anderen Bände DNA und SOG gelesen und rezensiert und muss sagen: Ich hab mich schon riesig auf den dritten Teil gefreut! Denn die Thriller der Reihe zeichnen sich zunächst einmal durch einen sehr lockeren Schreibstil aus, der –nach meinem Geschmack – genau die richtige Balance zwischen flott und detailreich trifft. Locker flockig flogen die spannenden Kapitel nur so dahin und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Längen zur Vertiefung des Themas und der Gefühlswelten fühlten sich nicht lang an und am Ende wartete eine schlüssige Auflösung. Ein besonderes Lob geht an die humoristischen Sätze, Bemerkungen und Situationen, die von er Autorin gekonnt in die spannende und oft düstere Geschichte eingebaut werden. Noch dazu mag ich die Ermittler und ihre Beziehung zueinander („es ist kompliziert“) sowie die von der Autorin jeweils aufgegriffenen Themen.

Auch in diesem Band ist das Thema wieder brandaktuell. Es geht um Mobbing ( leider irgendwie immer aktuell) und genauer um die moderne Variante: das Cybermobbing. Hier hat die Autorin umfassend recherchiert und nimmt den Leser mit auf einen Ausflug zum Thema  – ohne belehrend zu wirken und mit einem umfassenden Einblick in die Gefühlswelt von Opfer und Täter. Auch das Medium des Täters, Snapchat, ist aktuell und gerade bei der Jugend äußerst beliebt. Am Puls der Zeit ist die Geschichte auf der einen Seite; die andere Seite blickt –wie eigentlich immer bei der Autorin- auf die Wurzel allen Übels in der Vergangenheit.

Man kann diesen dritten Teil sicherlich bedenkenlos ohne Vorwissen lesen. Falls die von mir oben genannten Punkte deinen Geschmack treffen, dann solltest du jedoch von vorne anfangen. Denn diese Thriller sind etwas Besonderes und werden dir wahrscheinlich so gut gefallen, dass du dich ärgerst wenn du mit Teil 3 anfängst. Die Beziehung der Hauptpersonen zueinander, die Hauptpersonen sowie die Machtverhältnisse im Polizeirevier sind mit interessanten Entwicklungen versehen.

Dass relativ offene Ende in Bezug auf die Hauptpersonen schürt meine Vorfreude auf Band 4, der Fall an sich ist aber abgeschlossen.

Was lernen wir (in diesem Fall: ich) daraus?

Ich habe daraus gelernt, dass bei manchen Autoren und Reihen einfach eine Art „Gewinngarantie“ für mich drin ist. Nach eher mittelmäßiger Lektüre in der Zeit davor war ich mir schon vor dem Lesen sicher, dass ich das Buch feiern werde. Und richtig! Da gibt es auch noch ein paar andere Autoren, bei denen so viel nicht schief gehen kann. In Sachen Thriller fallen mir auf Anhieb Andreas Gruber, Andreas Pflüger und  Kristina Ohlsson ein, von denen – wie auch von Yrsa Sigurdardóttir – werde ich zukünftig alles lesen, was mir in die Finger kommt.

Fazit

Wie immer in dieser Reihe komme ich um 5 Sterne einfach nicht herum. Das möchte ich auch überhaupt nicht. Ein spannender, gut geschriebener Thriller. Die Seiten fliegen nur so dahin und es geht nicht nur um einen „gewöhnlichen“ Psychopathen, die Geschichte hat das gewisse Extra. Ich freue mich auf Band 4 und kann diese Reihe nur jedem ans Herz legen, der die von mir oben aufgeführten Punkte an einem Thriller schätzt. Der Fall ist jedoch nichts für schwache Nerven!

Meine Rezensionen zu DNA und SOG -für alle, die jetzt in die Reihe einsteigen wollen.

Buch-Details auf der Verlagsseite findet ihr hier.

3 Kommentare zu „Rezension: R.I.P von Yrsa Sigurdardóttir (Huldar/Freya #3)

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  1. Hallo Rike,
    ich kann dir nur zustimmen, dieser Teil ist wieder rundum gelungen und ich habe auch so meine Autoren/innen die man einfach ohne den Klappentext zu kennen lesen kann. Und Yrsa Siguradardóttir gehört definitiv dazu. Du bringst es einfach auf den Punkt. 🙂
    Habe dich mal frech bei meiner Rezension verlinkt.
    Liebe Grüße
    Diana

    Gefällt 1 Person

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