Rezension: Das tote Mädchen vom Strand von Lara Dearman (Jennifer Dorey #1)

Wie der Titel schon erahnen lässt, beginnt der Krimi mit einem toten Mädchen am Strand. Und zwar dem Strand von Guernsey.  Da das Mädchen nicht der folgsamste und problemloseste Teenager war und sonst keine anderen Spuren vorhanden sind, wird der Tod schnell als Selbstmord eingestuft. Die Journalistin Jennifer ist dabei, als die Leiche gefunden wird und hat das Gefühl, dass mehr dahinter steckt. Als sie sich an den Polizeibeamten Michael wendet, findet sie einen Verbündeten. Bald stellt sich heraus, dass auf der Insel schon lange ein echt böser Serienkiller sein Unwesen treibt..

Stil, Machart, Meinung

Dieser Krimi ist ein Guernsey- Krimi. Das steht so auf dem Cover und diese Information trieft auch aus jeder Seite des Buches. Guernsey ist eine britische Insel vor der französischen Küste, zu der die Autorin eine tiefe Bindung zu haben scheint. Es ist also durchaus ein Regionalkrimi, oder wie ich mal überzogen behaupten möchte: Ein Reiseführer. Das Buch  ist ein relativ dicker Wälzer. Und es passiert einfach irgendwie zu wenig. Alles ist sehr lang gezogen, ohne dass es der Handlung so wirklich dienlich ist. Für Leute, die die Insel kennen oder die Insel besuchen möchten, dürfte der starke regionale Bezug grandios sein. Ich denke, in den dort ansässigen Touri-Shops ist es ein Bestseller.

Es ist stellenweise ganz gut gemacht, aber leider geht dieser für mich eher unglückliche Umstand mit einem weiteren, großen Kritikpunkt einher: Der Text auf der Rückseite des Buches erzählt in knappen Sätzen eigentlich schon locker zwei Drittel der Geschichte. Dementsprechend lange habe ich für das Buch gebraucht. Es hatte mich einfach nicht gepackt, denn während die Ermittler noch vollkommen im Dunkeln tappten war mir das meiste ja schon klar. Es ging also um die beiden Hauptpersonen, und deren Perspektiven waren trotz vielen privaten Problemen doch irgendwie nicht sehr packend. Der Mörder kam zwischendurch auch immer mal zu Wort, ohne seine Identität zu enthüllen. Ich war gelangweilt und quälte mich eher so durch. Als dann endlich mal auch die Ermittler das herausgefunden hatten, was ich schon durch 7 Sätze auf der Buchrückseite wusste, wurde es dann doch noch mal kurz spannend. Diese spannende Phase mit Gefahr im Verzug fand ich ganz ansprechend, allerdings war sie im Vergleich zum Vorgeplänkel wirklich sehr kurz. Die Auflösung war ganz ok und man hatte kurz ein paar Verdächtige, aber eine sehr wichtige Frage (eine überraschende, die vorher nicht angekündigt wurde!) die endlich einen neuen Aspekt in die Handlung brachte, blieb dann ungeklärt.

Was lernen wir daraus?

Wenn der Teaser zum Buch den Leser zum Kauf des Buches verführt, ist das ja immer super gemacht. Aber wenn die Geschichte dann ohne Neuigkeiten über 2/3 des Buches langgezogen dahinplätschert, hilft auch der beste Plot bzw. der beste Verkauftstext nicht. Schade!

Fazit

Die Idee war gut, der Plot ist in Ordnung aber die Umsetzung konnte mich in mehreren Punkten nicht überzeugen. Jeder der mal auf Guernsey war oder noch dorthin möchte, sollte zuschlagen –als spannender Reiseführer dürfte sich das Buch gut machen. Wer einen spannenden Krimi erwartet, sollte sich eher umorientieren – oder erst ab dem letzten Drittel anfangen.. Ich bin enttäuscht, denn die Aufmachung war sehr vielversprechend. 2 Sterne, weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass mir meine Zeit gestohlen wurde.

Hier gibts die Details zum Buch auf der Verlagsseite

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2 Kommentare zu „Rezension: Das tote Mädchen vom Strand von Lara Dearman (Jennifer Dorey #1)

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