Rezension: Blinde Rache von Leo Born (Billinsky #1)

Blinde Rache Leo BornMara Billinsky, die Krähe, hat es nicht leicht und macht es nicht leicht. Endlich wieder in ihrer Heimatstadt Frankfurt, soll sie die Mordkommission verstärken. Von Anfang an hat der Chef es auf sie abgesehen und die Kollegen schneiden sie – ihr Ruf eilt ihr nämlich voraus, oder eher hinterher. Beim Team außen vor, bekommt sie den Fall einer Einbruchserie zugeteilt. Als dann mehrere eher unliebsame Zeitgenossen der Frankfurter Unterwelt zu Tode gefoltert werden und die Mordkommission sich die Zähne an den Fällen ausbeißt, gelangen die Fälle auf Maras Schreibtisch. Mit ihren unkonventionellen Methoden, sie sind recht direkt, schlägt Mara eine andere Richtung ein und entwickelt bald eine eigene Theorie.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller entführt den Leser in ein eher düster gezeichnetes Frankfurt, in dem eine ebenso düstere Ermittlerin auf eigene Faust gleich die gesamte kriminelle Szene aufzuschrecken scheint. Zunächst wurde ich mit „der Krähe“ nicht so wirklich warm – sie macht es einem auch schwer. Dann verstand ich langsam den Hintergrund und die Handlung hatte mich nach längerer Zeit auch in ihren Bann gezogen.  Das hat jedoch etwas gedauert. Eventuell lag es auch daran, dass die Szenen der Drogenkriminalität und der Prostitution nicht gerade zu meinen Favoriten im Genre zählen.

Bald hatte man dann aber doch eine Mordserie, eine Ahnung was da los war und war gespannt, wie die eigenwillige Ermittlerin sich auf eigene Faust durchschlägt. Die Auslösung hat mich dann am Ende nicht mehr überrascht, ich hatte schon länger eine Ahnung. Der Plot war trotzdem gut konstruiert und machte Sinn, auch wenn die Handlungen einiger Personen in manchen Situationen für mich überhaupt keinen Sinn machten.

Dieses Buch ist der Auftakt einer Serie um Mara Billinsky. Die Hauptperson, ihre verschiedenen Gegner und ihre wenigen Verbündeten machen Lust auf mehr und ich sehe Potential für eine gute Serie.

Was lernen wir daraus?

Was mich bei dieser Geschichte, und das nicht zum ersten Mal, umtreibt: Wie dringend muss der Fall für mich eigentlich aufgeklärt werden, wenn so unsympathische Zeitgenossen um die Ecke gebracht werden? Das ist so ein bisschen wie bei Dexter, wo man den Serienkiller ziemlich sympathisch findet. Der bringt nämlich die Bösen um die Ecke. Ich weiß natürlich, dass man jeden Mord aufklären muss und so weiter und so fort. Aber ehrlich gesagt: Es war mir hier angesichts der Opfer nicht so dringlich mit der Aufklärung. Vielleicht hat das meinen Enthusiasmus für eine schnelle Aufklärung etwas gebremst? Was ich an der Sache jedoch mag, ist die Graustufe, die dadurch in die Sache gebracht wird. Es muss ja nicht immer alles schwarz und weiß sein, der Leser darf ruhig zum denken angeregt werden. Vor Ewigkeiten hatte ich dazu mal einen Artikel geschrieben, ich verlinke ihn genau hier: Der Dexter- Effekt

Fazit

Ich mag den Thriller – Auftakt von Leo Born, obwohl ich nicht so recht in die Geschichte rein kam und es nicht wirklich mein Milieu/ Thema war. Die Entwicklung der Figuren, der Plot und der Ausblick auf den nächsten Band der Reihe machen mich dann doch neugierig, ich werde auf jeden Fall weiter lesen. Mal schauen, wo die Reise hin führt. Vorerst gibt es also erwartungsvolle 3,5 Sterne, denn 3 sind mir zu wenig und 4 zu viel. Den Autor werde ich mir merken.

 

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