Rezension: Das Buch der Spiegel von E.O. Chirovici

e o chirovici das buch der spiegel.jpgEin Literaturagent bekommt ein interessantes Manuskript. Der Autor ist sympathisch und der im Manuskript beschriebene Mordfall ist tatsächlich passiert. Vor 25 Jahren wurde Professor Joseph Wieder ermordet und der Fall ist nach wie vor ungeklärt. Der Agent erwartet, dass der Autor in dem Buch den wahren Täter enthüllen wird.

Als er sein Interesse an dem Manuskript bekundet, kommt jedoch keine Antwort. Der Autor ist nämlich tot. Und um zu erfahren, was damals wirklich geschah, heuert er einen Ermittler an. Dieser trifft bald auf die anderen Beteiligten aus der Erzählung des Verstorbenen: Laura, die eine etwas undurchsichtige Beziehung zu dem Professor hatte und die Mitbewohnerin des Autors war. Lauras Freundin, die damals ihr Alibi war. Den Handwerker mit dunkler Vergangenheit. Und noch einige Zeitzeugen mehr.

Und so hat jeder der damals Beteiligten anscheinend seine eigene Wahrheit von den Ereignissen rund um den Professor, Beziehungen und natürlich dem Mord. Wer war es?

Stil, Machart, Meinung

Dieser Kriminalroman ist ganz im Stil des Whodunnit – Krimis angelegt. Es gibt mehrere Verdächtige und jeder scheint eine andere Wahrnehmung der Wahrheit zu haben oder zumindest zu erzählen. Zunächst wird der Leser mit dem Manuskript konfrontiert, dessen Ende der Literaturagent dann im Laufe der Buches zu finden versucht. Es gibt also ein Buch im Buch.

Nachdem das Manuskript endet, beginnt die Detektivarbeit. Der Fall wird wieder aufgearbeitet und der Leser kann sich selbst überlegen, welche Wahrheit denn nun die richtige ist.

Der Plot ist in sich stimmig und die Auflösung ist auch gut gemacht. Die Figuren sind liebevoll angelegt und man kommt nie durcheinander.

Was lernen wir daraus?

Ich finde den Aspekt sehr interessant, das jeder Beteiligte eine andere Wahrheit von Ereignissen im Kopf hat oder erzählt. So ist es ja auch. Auch im wahren Leben muss man herausfinden, welche Version stimmt. Es gibt ja meistens 2- oder mehr Seiten einer Geschichte. Diese Überlegung bietet sehr viele Möglichkeiten für verschiedene Geschichten. Ich habe vor Ewigkeiten mal ein Buch gelesen, in dem man nach der Hälfte das Buch umdrehen konnte und dann die gleichen Geschehnisse noch einmal aus der Perspektive der anderen Person lesen konnte. Das war nur ein Roman und es ging eher um die Missverständnisse zwischen Mann und Frau  – aber die Idee ist gut.. Ich werde das mal sacken lassen.

Fazit

Ich vergebe 4 Sterne und werde mir diesen Autor merken. Die Idee ist sehr gut, die Umsetzung auch. Es war spannend, obwohl der Mordfall ja schon lange her und die Sache damit nicht sehr akut war. Ich habe die Auflösung so nicht kommen sehen.

Wer die Idee vom Buch im Buch in Kombination mit dem Whodunnit – Konzept interessant findet, dem lege ich nicht nur dieses Buch ans Herz.  „Die Morde von Pye Hall“ haben mit einem ähnlichen Konzept 5 Sterne abgeräumt.

Hier auf der Verlagsseite gibt´s die Details zum Buch.

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3 Kommentare zu „Rezension: Das Buch der Spiegel von E.O. Chirovici

Gib deinen ab

  1. Hallo Rike,
    Das Buch klingt wirklich interessant und in gewisser Weise anders als viele andere Thriller/Krimis.
    Paar meiner Freunde sind bei der Polizei tätig und auch sie sagen immer wieder, dass Zeugenaussagen sich oft sehr stark unterscheiden und es manchmal besser wäre, diese erst gar nicht zu berücksichtigen und sich einfach nur auf Beweise und Fakten zu stützen. Phantomzeichnungen? Vergiss es.
    Ich schätze dieses Buch ist nicht nur etwas für mich, sondern auch für so manchen meiner Freunde 😉. Es kommt definitiv auf meine WL und Geschenke-Liste.

    Vielen Dank für die tolle Rezension!
    Liebe Grüße aus Wien,
    Conny

    Gefällt 1 Person

    1. Dad glaube ich sofort! War mal im Bus, als der Busfahrer angegriffen wurde. Die Beschreibungen haben alles mögliche abgedeckt.. Er war klein, gross, dick, dünn, alt, jung, blond, grau – und braunhaarig gleichzeitig 😀 ich war als Zeuge ganz gut zu gebrauchen, immerhin…. 😉

      Gefällt 1 Person

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