Blutbuche von Ule Hansen (Emma Carow #2)

Blutbuche Ule HansenEmma Carow hat schon in Band 1 der Reihe unter ihrem sehr präsenten Vergewaltiger gelitten. Nun stellt sie sich ihm in einer Talkshow entgegen und bekommt viel mediale Aufmerksamkeit  -gute und schlechte. Mit dieser Aufmerksamkeit bekommt sie auch einen außergewöhnlichen Auftrag: Sie soll Briefe von Opfern analysieren, die der Täter zur Veröffentlichung an die Polizei geschickt hat. Zunächst stellt sich die Frage, ob das überhaupt ernst gemeint ist oder nur ein Scherz. Und dann wird ein Kopf gefunden. Emma Carow wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht weit über ihren Auftrag hinaus ermitteln würde – und das auch noch in den Wirren der polizeilichen Zuständigkeit.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Berlin –Thriller ist der zweite Band in der Reihe um Emma Carow. Ich habe schon Band 1 gelesen und war etwas zwiespältig. Gerade habe ich noch einmal meine Rezension von Teil 1 gelesen und muss sagen: Fast alles trifft genau so auf Band 2 zu.

Daher empfehle ich den Neueinsteigern dieser Serie, auch bei meiner Rezension zu Teil 1 anzufangen. Generell habe ich einige Rezensionen zu Band 2 gelesen, um herauszufinden ob man diesen Teil auch ohne den ersten Band lesen kann. Anscheinend scheint der Einstieg kein Problem zu sein!

Nun zu diesem Band: Die Schreibe des Autorenduos gefällt mir, es ist ohne viel Geschnörkel mit gelegentlich aufblitzendem Humor –und doch hätte man einige Stellen großzügiger kürzen können.

Es ist trotzdem spannend und ich war ziemlich schnell in der Handlung und musste dringend die Seiten umblättern. Die Hauptperson Emma Carow, aus deren Perspektive erneut die gesamte Handlung konsequent erzählt wird, ist zwar noch so problematisch wie in Band 1, aber schon etwas teamfähiger. Die Profile der Kollegen werden weiter geschärft, was ich als Entwicklung super finde. Viel Berliner Lokalkolorit kommt zur Geltung, die Autoren haben verschiedene Erkenntnisse zum Charakter der Stadt und der darin lebenden Leute. Die Herangehensweise von Fallanalysten wird sehr interessant beschrieben.

Erneut dachte ich an einigen Stellen „echt jetzt?“ und „warum tust du das?“. Das scheint die Ermittlerin und die Berichterstattung aus ihrer Perspektive irgendwie interessant zu machen. Dem Leser werden mehrere Verdächtige präsentiert und ein Ereignis aus der Vergangenheit hat mit der aktuellen Mordserie zu tun. Das ist ganz nach meinem Geschmack und hier eingebettet in ein etwas unüblichen Thriller, der aus der Masse heraus sticht.

Nachdem ich zwei Teile der Reihe gelesen habe, möchte ich erwähnen das die Autoren recht unübliche und Interessante Einblicke liefern. Die Fälle lösen sich immer gut und logisch auf, wobei die Handlungen der Heldin nur mäßig logisch anmuten. Der Showdown ist bei beiden Büchern nicht so ganz mein Fall, aber danach macht das Ende dann doch Lust auf mehr.

Was lernen wir daraus?

Bei dieser Reihe fällt mir besonders auf, wie die Autoren die Eigenheiten der Hauptperson, die einen riesigen Platz in beiden Büchern einnimmt, beibehalten und fast schon in den Mittelpunkt stellen. Die Fälle gleichen sich überhaupt nicht und sind beide recht brutal, individuell, interessant und in ein recht ähnliches Setting eingebettet. Die Fallanalyse bekommt viel Raum, und das ist sehr interessant und spricht für viel Hintergrundwissen. So setzt man sich von der Masse ab und behält bei einer Reihe seinen Stil bei, um sich mit dem neuen Fall trotzdem neu zu erfinden.

Fazit

Ich vergebe 4 Sterne und werde auch den nächsten Teil der Serie lesen. Die Längen und die unüberlegten Handlungen der sonst so wohlüberlegten Analystin sind auf der Negativseite verbucht, während die Individualität der Story und der Hauptperson sowie das Rätsel um mehrere Verdächtige und kritischer Lokalkolorit positiv auffallen. Ich bin tatsächlich gespannt, wie es mit dem Team weiter geht.

Auf der Verlagsseite gibts Details zum Buch. HIER klicken 😉

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