Rezension: Der Alphabetmörder von Lars Schütz (Grall / Wyler #1)

36944735_10160850825080724_3932912633962823680_nJan Grall und seine Kollegin Rabea sind Fallanalytiker und werden in den Westerwald zu einem bizarren Fall gerufen: Leichen mit auf den Rücken tätowierten Buchstaben werden aufgefunden, der Täter geht dabei nach der Reihenfolge des Alphabets vor. Wer A sagt, muss ja bekanntlich auch B sagen.  Als der Täter dem Ermittler Jan Grall dann mitteilt, dass er das Z ist, dann macht es 2 Dinge klar: Der Täter ist ziemlich ambitioniert, denn das Alphabet bietet einige Buchstaben für potentielle Opfer. Und es scheint irgendwie etwas persönliches zu sein..

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven. Trotz eines recht hohen Body Counts ist ein sinniger Plot vorhanden, der den Leser ein wenig miträtseln lässt. Mehrere Perspektiven und kurze Kapitel halten die Spannung jederzeit aufrecht und das Buch lässt schnell und ohne Längen lesen. Der Schreibstil ist zu meiner Freude nicht zu ausschmückend und doch auch teilweise mit einem guten Humor garniert.

Mit Jan Grall und Rabea Wyler hat Autor Lars Schütz ein sehr interessantes Team kreiert, welches definitiv Potential bietet und Lust auf weitere Bücher dieser Reihe macht. Ich möchte nicht zu viel verraten, finde die unterschiedliche Mischung der beiden Charaktere und ihrer Stärken und Schwächen auf jeden Fall wirklich gelungen.

Auch die Nebenfiguren und ihre Beweggründe sind gut dargestellt – und das, ohne seitenlang dramatisch zu schwafeln. In der Kürze liegt die Würze.

Was lernen wir daraus?

Das erste Buch einer Reihe muss dem Leser die Reihe schmackhaft machen. Das ist nicht immer leicht, und mir ist aufgefallen wie unterschiedlich die Autoren dieses Problem lösen: Der Autor hier hat die Balance gut getroffen. Die Hauptpersonen werden kurz und mitten im Geschehen vorgestellt, wobei immer mehr Hintergrundwissen über die Ermittler im Laufe der Geschichte herauskommt. Er hat den ersten spannenden Fall für seine Ermittler direkt so gestaltet, dass einer der Ermittler auch zur Zielscheibe des Killers wird – dadurch wird, ich möchte nicht spoilern, viel Persönliches über den Ermittler bekannt. Trotzdem weiß man nicht zu viel und wird sicher in den nächsten Bänden noch mehr Einblicke gestattet bekommen. Andere Autoren stellen ihre Hauptpersonen zunächst lang und breit vor, wodurch bei einigen Reihen – Auftakten der Plot zu kurz kommt und der Leser schnell gelangweilt ist. Wieder andere nehmen sich sehr wenig Zeit, die Personen vorzustellen oder haben zu viele wichtige Personen auf den ersten Seiten untergebracht ohne sie gut vorzustellen. So habe ich als Leser immer Probleme, mir alle Beteiligten zu merken und später einzuordnen. Ich habe hier also erneut den Denkanstoß bekommen, die Hauptpersonen angemessen im ersten Buch vorzustellen – und dass, ohne den Plot und die Spannung leiden zu lassen (im Genre der Spannungsliteratur natürlich).

Fazit

Ich vergebe 4,5 Sterne. Ermittler, Plot, Schreibstil und Spannung sind genau nach meinem Geschmack und ich werde den zweiten Teil der Reihe sehr gern lesen. Für 5 Sterne fehlte das letzte Fünkchen, ich glaube das Ende hätte meiner Ansicht bis zum spannenden Showdown noch etwas länger sein können. Jedenfalls kann ich Thriller- und Krimilesern dieses Buch wärmstens empfehlen. Wie gesagt, es ist nichts für schwache Nerven. Noch dazu dürften Kenner oder Bewohner des Westerwaldes auf ihre Kosten kommen, der Thriller ist sozusagen ein Regionalthriller –aber ohne zu langweilen oder zu sehr Reiseführer zu sein.

 

 

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