Rezension: „The Fourth Monkey – Geboren, um zu töten“ von J.D. Barker (Sam Porter #1)

the fourth monkey geboren um zu töten

Der Four Monkey Killer ist schon sehr lange aktiv und besonders durch sein brutales Vorgehen bekannt: Er entführt Menschen und schickt deren Angehörigen dann liebevoll verpackte Geschenkboxen. Die erste enthält ein Ohr, die zweit ein Auge und die letzte die Zunge des Opfers. Er ist nicht nur ziemlich erbarmungslos, sondern auch sehr clever. So ist die Mordkommission in Chicago schon seit über 5 Jahren hinter ihm her. Als er dann vom Bus überfahren wird, müssen die Ermittler schnell herausfinden, wer er war und wie er vorging. Denn bei seinem Tod hatte er ein weißes Päckchen in der Hand…

Stil, Machart, Meinung

Aus verschiedenen Perspektiven wird die Handlung erzählt. Neben den beiden Ermittlern Porter und Clair gibt es die Perspektive vom Opfer Emory. Die Perspektive des Four Monkey Killers wird nicht durch seine aktuelle Perspektive erzählt, sondern durch sein Tagebuch. Dieses hatte er beim Unfall in der Tasche. Es berichtet aus seiner Kindheit und zeigt schnell und mit teilweise wirklich unschönen Schilderungen, wie aus einem aufgeweckten Jungen ein Psychopath werden kann. Die Wechselspiele der Perspektiven gefallen mir sehr gut.

Die Personen sind ganz gut gemacht, Die Ermittler gefallen mir. Hauptperson Porter wird recht gut dargestellt, aber seine beiden Kollegen bleiben eher etwas blass. Das ist etwas verwunderlich, denn bei diesem Thriller handelt es sich um einen recht dicken Schinken mit über 500 Seiten. Diese Seiten werden, so scheint es mir, größtenteils mit dem Tagebuch des Killers gefüllt. Dieses ist auf jeden Fall ein gutes stilistisches Mittel, um darzustellen wieso der Killer der geworden ist, der er ist. Aber es ist mir einfach zu lang und zu brutal. Ich bin nun wirklich nicht gerade ein Anfänger in Sachen Thriller, muss aber sagen, dass ich teilweise recht angewidert und schockiert war. Meine Frage: Muss das sein?

Grundsätzlich kam ich schwer in die Handlung. Die ersten Seiten waren ein wirklich spannender Einstieg! Ich war ganz begeistert, aber dann kippte meine Stimmung. Die vorherigen Mordfälle wurden kurz gestreift, aber ich hätte gern mehr drüber erfahren. Stattdessen wurde recht langwierig ermittelt, und auch die Perspektive des Opfers war relativ langatmig und nicht so grandios. Und so haderte ich bis zum letzten Viertel wirklich mit der Balance. Ich freute mich immer, wenn dann mal wirklich ermittelt wurde und Rätsel gelöst wurden. Wenn der durch kursive Schrift hervorgehobene Tagebucheintrag wieder an die Reihe kam, habe ich eher genervt die Augen verdreht. Die Auflösung fand ich dann wieder gut, obwohl ich mich wie so oft fragte: Wieso ein Alleingang?

Die Idee um die Morde und den Plot fand ich gut, das war wirklich kreativ.

Was lernen wir daraus?

Ich möchte unter diesem Punkt auf die Regel „Show, dont tell“ eingehen, die der Autor gerade in den Tagebucheinträgen wunderbar beherzigt hat. Diese in vielen Schreibratgebern vorhandene Regel besagt ganz einfach, dass man etwas nicht von der Rolle des Erzählers aus beschreiben-, sondern lieber verbale und nonverbale Handlungen zur Beschreibung verwenden soll. Anstatt hier also einfach zu sagen „der Four Monkey Killer zeigte schon als Kind deutliche Anzeichen eines mordlustigen Irren, bedingt sicherlich durch die Erziehung seiner Psychopathischen Eltern“ beschreibt der Autor mit dem Tagebuch und den dort geschilderten Ereignissen einen Ausschnitt aus der Kindheit des Killers und dann auch das ganz bestimmte Ereignis, welches den Jungen dann wohl den Rest gegeben hat. Gut gemacht, für meinen Geschmack nur leider wieder viel zu langatmig und doch etwas zu heftig.

Fazit

Ich vergebe insgesamt 3 Sterne. 5 Für den Anfang, 2 für den langen Mittelteil und 5 für das Ende. Grundsätzlich hätte man bei dem dicken Wälzer also auch noch ordentlich kürzen können, wenn es nach mir ginge. Geht es aber ja nicht.

Ich mochte den Ermittler, hätte mir aber mehr Farbe für die anderen beiden Ermittler gewünscht. Weniger anschauliche Erklärung im Tagebuchteil und einfach mehr Spannung im Mittelteil hätten der Geschichte ebenfalls gut getan. Trotzdem würde ich dem nächsten Teil dieser Reihe doch noch eine Chance geben und auf Besserung hoffen. Für das Debüt war die Vorstellung aber letztendlich doch ganz ordentlich. Aber Vorsicht: Das ist nichts für schwache Nerven und für die ganz ungeduldigen Leser..

Hier gibt es mehr Details zum Buch auf der Verlagsseite

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Ein Kommentar zu „Rezension: „The Fourth Monkey – Geboren, um zu töten“ von J.D. Barker (Sam Porter #1)

Gib deinen ab

  1. Hallo,

    dank deiner sehr guten Rezension werde ich das Buch erstmal auf meiner Lesen-Liste nach hinten schieben. Ich bin einer dieser ungeduldigen Leser und würde wohl keinen großen Gefallen an dem Mittelteil dann finden. Aber sonst klingt es eigentlich ganz gut. Momentan ist es aber wohl eher nichts für mich. 🙂

    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    Gefällt 1 Person

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