Rezension: Der Tote in der Kapelle von Elizabeth Edmondson (Hawksworth #1)

Der Tote in der Kapelle Elizabeth Edmondson

England, 1953. Geheimagent Hugo Hawksworth plagt sich mit einer Kriegsverletzung herum und ist nicht gut zu Fuß. Von weltweiten Abenteuern und seinem Wohnsitz im geschäftigen London wird er ins kleine Dorf Selchester versetzt um dort einen Schreibtischjob in einem Archiv anzutreten. Dafür zieht er mit seiner kleinen Schwester Georgia ins alterwürdige Selchester Castle. Ganz so langweilig und beschaulich wie gedacht ist es dann aber doch nicht: Der Earl of Selchester und Burgbesitzer war vor 7 Jahren in einer schlimmen Winternacht verschwunden und wird direkt nach Hugos Ankunft in der Schlosskapelle unter den Fliesen entdeckt – tot und verscharrt. Während die Polizei den Mord mit möglichst wenig Presserummel einem Toten anhängen will, ermittelt Hugo mit der Nichte des Earls und seiner Schwester. Denn der Mörder könnte auch unter den Lebenden weilen..

Stil, Machart, Meinung

Das Versprechen „Die perfekte Mischung aus Downtown Abbey und Agatha Christie“ auf der Buchrückseite hatte mich angesprochen – und ich muss sagen: die Beschreibung passt perfekt! Wie bei Agatha Christie gibt es ein Verbrechen auf einer von der Außenwelt abgeschnittenen Burg sowie mehrere Verdächtige, einem verschlossenen Raum und einem Jackpot in Sachen Erbschaft. Der Downtown Abbey – Touch kommt durch eine Menge Dorfklatsch, detailreiche Beschreibungen der Burgbewohner und der damaligen Zeit, humorvolle Dialoge und viele Szenen in den Räumlichkeiten des Personals.

Dem ist eigentlich schon nicht mehr viel hinzuzufügen, denn die Beschreibung ist absolut passend. Ein guter Plot, ein guter Schreibstil, liebenswerte Charaktere und eine schlüssige Auflösung (die ich zwar schon länger ahnte, trotzdem nicht schlecht fand) machen nach dem ersten Fall von Hugo Hawksworth Lust auf mehr. Leider habe ich gerade herausgefunden, dass die Autorin Elizabeth Edmondson mittlerweile verstorben ist. Ein zweiter Teil wird wohl am 18. Februar 2019 erscheinen – und ich denke mal, das war es dann auch schon mit dieser vielversprechenden Cosy Crime – Reihe.

Was lernen wir daraus?

Ich musste bei dieser gelungenen Mischung aus Agatha Christie und Downtown Abbey an die vielen derzeit kursierenden Mischungen von beliebtem Essen denken, wie zum Beispiel Cronuts. Cronuts sind eine Mischung aus Croissants und Donuts; beide super und ganz eigen,aber doch aus der gleichen geschmacklichen Ecke. Die hippen New Yorker Shops haben diesen Trend aufgegriffen und können sich vor Kunden kaum retten. So ist es auch hier; Fans von Agatha Christie und Downtown Abbey werden beide bedient. Die Whodunnit Fans bekommen ein Rätsel um einen Mörder ähnlichem Zeitrahmen (Im Buch kauft jemand das gerade erschienene Buch „Das Rätsel der Goldmine“ von Agatha Christie) und die Downtown Abbey Fans werden in die gleiche Zeit zurückversetzt und kommen durch die liebevoll gestalteten zeitgemäßen Details und dem detaillierten Blick hinter die Kulissen eines großen Herrenhauses sowie ähnlichen Humor genau so auf ihre Kosten. Mir gefällt beides, Agatha Christie jedoch etwas mehr. Vielleicht muss man also als Autor einen neuen Cronut finden. Wie das geht? Das weiß ich noch nicht, aber ich werde mich mal auf die Suche machen. Man braucht wohl 2 sehr beliebte Storys oder Genres mit einem gemeinsamen Nenner -vielleicht nicht gerade den kleinsten Nenner sondern einen etwas größeren. Hier ist das mit der zeitlichen Einordnung und einem großen Herrenhaus gelöst. Wenn man mal drüber nachdenkt: Es gibt auch schon eine Menge anderer Kombinationen. Ich denke trotzdem weiter.

Fazit

Ich gebe 4 Sterne und werde gern auch den nächsten und wohl letzten Teil dieser Reihe lesen. Agatha Christie meets Downtown Abbey – eine gute Mischung, gut umgesetzt und gut geschrieben.

Mehr Details zum Buch und der Autorin gibt’s hier!

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