Rezension: Das Buch der Schurken von Martin Thomas Pesl

Das Buch der Schurken

Das Buch der Schurken hält mit dem Inhalt genau das, was der Titel verspricht: In dem Buch sind Schurken aufgeführt! Genauer gesagt: Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur. Dafür hat der Autor seine persönliche, subjektive Meinung genommen und die Schurken in teilweise recht amüsante Kategorien eingeteilt. Ich zeig sie euch nachfolgend, in Klammern gebe ich euch einen Schurken als Beispiel:

Die Gierigen (John Silver)

Die Rachsüchtigen (Moby Dick)

Die Despoten (Die Herzkönigin)

Die Berserker ((Hagen von Tronje)

Die Egoschweine (Dorian Gray)

Die Erziehungsberechtigten (Fräulein Rottenmeier)

Die fatalen Frauen (Circe)

Die Psychopathen (Jean-Baptiste Grenouille)

Die Ungreifbaren (Die Windmühlen – Don Quijote)

Die verrückten Wissenschaftler (Frankenstein(s Monster))

Die Über – und Unterirdischen (Graf Dracula)

Die Könige des Verbrechens (Prof. James Moriarty)

 

Stil, Machart, Meinung

Klar, dieses Buch ist mal was anderes. Es ist kein Krimi oder Thriller, es ist eher eine kreative Auflistung mit einer ordentlichen Prise Humor und einer Menge Diskussionsstoff. Bereits die Einleitung ist amüsant, der Autor erklärt wie die Liste zustande kam. Jeder Schurke ist dann auf 2 Seiten des Buches mit den Details zum Buch (Autor, Titel, Erscheinungsjahr der Originalfassung), einer Zeichnung des Schurken und einem meist längeren Zitat, welches den Schurken beschreibt oder vom Schurken selbst stammt. Dann folgt ein Text darüber, warum der Schurke es in die Liste geschafft hat und was der so getrieben hat. Am Ende gibt es noch einen Steckbrief, der meist recht lustig noch ein paar Details auflistet.

Ich finde die Herangehensweise sowie die Umsetzung echt gut und war schon bei der Einleitung sehr amüsiert. Mein Problem war jedoch, dass ich recht viele der Schurken gar nicht so wirklich kannte. Bei denen, die ich kannte, fand ich das Buch wirklich klasse. Aber klar, wenn man die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur vorstellt und die Liste ganz subjektiv vom Autor ausgesucht wird, dann kennt vor allem der Autor sie alle. Ich bin eventuell etwas jung für dieses Buch – wobei ich eigentlich dachte das ich auch schon eine Menge Klassiker gelesen habe..

Die knackige Auflistung der Schurken, 2 Seiten für jeden von Ihnen, hatte zur Folge dass dieses Buch nach dem ersten Reinschnuppern im Badezimmerregal lag und bei dem einen oder anderen Toilettengang schnell zur Hand war, um kurz mal was lustiges zu lesen. Wo das nun jeder liest sei damit nicht vorgeschrieben, ich wollte nur sagen das man es zur kurzweiligen Unterhaltung immer mal wieder aus dem Regal ziehen kann und es wohl weniger in einem Stück verschlingen wird.

Was lernen wir daraus?

Ich habe gelernt, dass ich noch großen Nachholbedarf in Sachen Klassiker der Weltliteratur habe, aber ich habe auch gelernt das man nun mal nicht alles lesen kann. Manche Klassiker sind mir auch schlicht zu klassisch und mächtig – das klingt eher nach Deutschunterricht als nach Freizeitunterhaltung.

Ich finde die Idee einer Liste mit seinen persönlichen Schurken jedoch ganz interessant, wenn ich jetzt mal die von mir gelesenen Krimis und Thriller überdenke, fallen da ja schon einige ganz üble Schurken auf.. da müsste man mal anfangen. Und für gelegentliche Inspiration in Sachen eigene Schurken kann dieses Buch sicher auch sehr gut herhalten.

Fazit

Dieses Buch läuft ja schon irgendwie außer Konkurrenz; ich gebe 4 Sterne. Die Liste ist liebevoll angelegt, ich habe Schurken kennengelernt und Schurken gekannt – und einige Schurken auch einfach mangels Interesse überblättert (da fühle ich mich nicht schuldig, das sind ja auch immer noch Schurken..). Besonders gefallen hat mir der Humor des Autors, und damit spart er nicht. Ich habe beim Lesen oft geschmunzelt und war gut unterhalten. 2 Klassiker habe ich mir auch noch auf die Leseliste gesetzt, für irgendwann mal.

Leser aller Genres der Belletristik mit einem Interesse an Schurken dürften auf ihre Kosten kommen, besonders wenn sie mit dem Autor in Sachen Humor auf der gleichen Stufe stehen. Ich finde den Humor ganz hervorragend, aber auch das ist ja Geschmackssache. Besonders belesene Menschen in Sachen Klassiker dürften hier ihre helle Freude haben, für die jungen Leser wäre eventuell ein einzelner Schurke für den Deutschunterricht ganz interessant. Ich fand es gut, habe immer mal reingeschaut aber auch nicht alles genau gelesen. Aber das Buch steht ja jetzt im Bücherregal und ist da  nicht festgewachsen.

Passenderweise die Frage in der Hoffnung auf interessante Kommentare:

Was ist dein Super- Schurke in der Literatur der letzten Zeit? Wodurch zeichnet er sich aus? 

Hier geht es zu den Buch – Details auf der Seite vom Verlag!

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Ein Kommentar zu „Rezension: Das Buch der Schurken von Martin Thomas Pesl

Gib deinen ab

  1. Die Schurk*innen, die du als Beispiele aufgeführt hast, sind wohl die bedeutendsten Bösewichte. Mephistopheles ist auch so einer. Aber einen „Liebling“, den habe ich nicht.
    Das Buch wird mir die Auswahl vermutlich auch nicht wesentlich erleichtern, wobei ich spekuliere, dass es sich dabei um viele alte Bekannte handelt, aber auch etliche irgendwo aus der Bedeutungslosigkeit ausgegraben wurden, um die Zahl 100 zu erreichen.

    Gefällt mir

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