Rezension: Die Sandwitwe von Derek Meister (Jansen/Henning #2)

Derek Meister Die Sandwitwe Knut Jansen Helen Henning

In ihrem zweiten Fall haben es Kommissar Knut Jansen und die ehemalige Profilerin Helen Henning erneut mit sehr makaber zugerichteten Mordopfern zu tun. Die Leichen sind mit Sand gefüllt und der Täter scheint eine große Vorliebe für kunstvoll gestaltete Sandburgen zu haben. Bald gibt es Hinweise auf einen schlimmen Vorfall aus der Vergangenheit und der Mörder sucht Kontakt zu Kommissar Knut Jansen. Die Zeit rennt.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist der zweite Teil um das Duo Knut Jansen und Helen Henning. Im ersten Buch – das habe ich hier rezensiert– jagt das ungleiche Ermittlerpaar bereits einen ähnlich skurrilen Mörder. Daher kann ich für die Kenner von Band 1 schon sagen: Wenn dir das erste Buch gefallen hat, dann gefällt dir das hier auch – denn man kann ungefähr das gleiche wieder erwarten. Wer Band 1 noch nicht kennt, der sollte wohl lieber mit Band 1 anfangen. Die Geschichte an sich ist eigenständig lesbar, jedoch nehmen die Ermittler, ihre Dämonen und auch die Beziehung der Beiden zueinander relativ viel Raum ein. Hier mittendrin anzufangen und die Entwicklung bzw. die Vorgeschichte zu verpassen, kann ich nicht wirklich empfehlen. So ist es ja meistens.

Kommen wir zu den Hauptpersonen. Knut Jansen ist ein noch junger und unerfahrener Revierleiter der Polizei Valandsiel, der immer noch im Schatten seines allseits anerkannten Vaters (dem Ex-Revierleiter) steht. Während er einerseits mit Cowboystiefeln und harten und mutigen Auftritten wirklich in Richtung impulsiver Sheriff angelegt ist, macht ihm das Verhältnis zu seinem Dad, welcher immer noch gern mitmischt, zu schaffen. Bei seiner Ermittlungs-Partnerin Helen hingegen wird der Cowboy dann wieder zum kleinen Schuljungen, der sein Mädchen erobern möchte. Ich finde diese Kombination ganz erfrischend. Helen hingegen ist als ehemalige Profilerin sehr erfahren, hat aber ein ganz fieses Trauma mit sich rumzuschleppen: Ihr fehlt nach einem misslungenen Einsatz ein Bein. Trotz dieser Behinderung wirkt sie sehr selbstständig und auch selbstsicher – bis dann ihre Erinnerungen an den Einsatz wiederkommen. Der Täter aus der Vergangenheit scheint es noch immer auf sie abgesehen zu haben, deshalb muss sie vorsichtig sein. Bei den beiden knistert es auch immer mal, es gibt jedoch auch noch Konkurrenz für Knut.

Der Plot ist gut gemacht. Zwischen den kurzen und spannend gehaltenen Absätzen gibt es immer mal wieder eine Rückblende in die Vergangenheit, man merkt schnell dass diese etwas mit den jetzigen Morden zu tun haben muss. Häppchenweise bekommt der Leser durch die Rückblende und den Ermittlungsfortschritten ein klareres Bild, bis sich die Geschichte dann auch sinnig auflöst. Ich mag diese Auslöser in der Vergangenheit(nur in Büchern..), wenn sie so einen guten Überblick für die Motive des Mörders bieten. Die Morde an sich sind nichts für schwache Nerven, Anfänger in diesem Genre sollten sich vielleicht etwas seichter an die Materie heranwagen.

Weiterhin fiel mir das nordische Lokalkolorit angenehm auf. Das kleine fiktive Fischer- und Touristenstädtchen Valandsiel und seine Bewohner bringen den Flair der Nordsee in die Handlung. Nach diesem Buch hat man jedoch von Sand erst einmal die Nase voll –genau wie die Mordopfer.

Was lernen wir daraus?

Man kann auch in einer kleinen, verschlafenen Stadt 2 makabere Mordserien erschaffen. Dafür das vorher nie wirklich viel in Valandsiel passiert ist, treibt dann direkt nach dem ersten großen Mordfall ein weiterer Serienkiller sein Unwesen. Nicht gerade realistisch – vom Autor aber gut gelöst und mit der Komponente eines traumatischen Erlebnisses in der Vergangenheit auch irgendwie anders gemacht als im vorherigen Band – obwohl die Machart die gleiche ist und der Leser das bekommt, was er erwartet.

Interessant fand ich außerdem, wie gut der Autor die Stadt Valandsiel angelegt hat. Ich habe gedacht, das gibt es tatsächlich – und habe erst einmal gegoogelt. Bei meinem eigenen Krimi bin ich auch noch nicht sicher, ob ich ihn wirklich als Regionalkrimi anlege oder doch lieber eine fiktive Stadt habe. Im Moment ist es ein Regionalkrimi, aber hier fand ich das auch nicht schlecht gelöst: Eine fiktive Stadt beschreiben, sich dabei aber an den gemeinsamen Nenner vieler realen Städte halten um das Flair zu erschaffen und auch Eigenheiten mit reinbringen.

Fazit

Ich vergebe 4 Sterne, war gut unterhalten und bin auch recht schnell durchgekommen. Es war spannend, kurzweilig und die Entwicklung der Figuren fand ich auch gut. Band 3 werde ich auch lesen. Ich kann das Buch allen Thriller –Liebhabern empfehlen, es ist jedoch nichts für die schwächsten Nerven..

Hier gibt es die Details zum Buch auf der Verlagsseite.

Hier geht´s zur Website vom Autor Derek Meister.

Hier gehts zu meiner Rezension von Teil 1 der Serie um Knut Jansen und Helen Henning.

Was sagst du zum Buch? Zur Reihe? Zu den Hauptpersonen? Ich bin gespannt..

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