Rezension: Böses Kind von Martin Krist (Frei #1)

Martin Krist Böses KindDie Berliner Ermittler Frei und Albers haben alle Hände voll zu tun. Während zunächst der Mord an der Ehefrau eines bekannten Fernsehpastors in einem ominösen Hotel im Mittelpunkt steht, verschiebt sich die Aufmerksamkeit der Ermittler bald auf einen grausigen Fund in einer leer stehenden Stadtbibliothek. Dort hängt an einem Tag ein brutal ermordeter Hund, am nächsten Tag ein ähnlich zugerichteter Mensch. Neben der Leiche wird der Rucksack der verschwundenen Jaqueline gefunden, von deren Lebensbedingungen aus der Perspektive der mit 3 Kindern und ohne Mann überforderten Mutter Suse berichtet wird.

Wo ist Jaqueline? Wer ist die Leiche? Wer ist die Frau, die in einem Keller gefangen gehalten wird? Was hat die Mutter der Vermissten zu verbergen und wo ist eigentlich der Vater? Fragen über Fragen..

Stil, Machart, Meinung

Der Thriller von Martin Krist ist rasant, spannend und überraschend. Durch die verschiedenen Perspektiven der Ermittler, der überforderten Mutter Suse und einer gefangenen Person sowie schnelle Perspektivenwechsel mit raffinierten Cliffhangern flogen die Seiten nur so dahin. Immer wenn der Leser selbst eine Idee hat, überrascht der Autor mit einer Wendung. Man kann sich bis zum Schluss nicht sicher sein und muss jederzeit auf Überraschungen gefasst sein.

Dieser Thriller ist nicht nur rasant und brutal, sondern weitaus vielschichtiger. Einerseits finde ich erwähnenswert, dass dieser Berlin – Thriller nicht die Sehenswürdigkeiten in den Vordergrund stellt.  Der Fokus liegt eher auf den trostlosen Plattenbauten und beschreibt aus der Perspektive der überforderten Mutter, die jeden Cent ihres Haushaltsgeldes 3 mal umdreht, auch eine realistische Situation abseits des glamourösen Berlins. Die Beschreibungen sind stellenweise sehr detailliert, aber nicht langweilig sondern mit einem guten Blick auf den Alltag gemacht. Personen und Situationen sind nicht ausschweifend sondern treffend und interessant beschrieben. Auch wenn es eine ganz andere Richtung der Spannungsliteratur ist, erinnerte mich der Stil ein wenig an Agatha Christie. Ermittler Charlie flucht übrigens fast so wie Hercule Poirot.. 🙂

Dieses Buch ist der Auftakt der Reihe um die Ermittler Frei und Albers. Frei ist sehr auf Ordnung und Sauberkeit bedacht, es ist schon recht zwanghaft. Erfrischend ist, dass er ein intaktes Familienleben hat und dieses nicht durch den Job in Mitleidenschaft gezogen wird. Seine Kollegin Albers ist gerade Mutter geworden, deshalb permanent müde aber durch ihre eher intuitive und emotionale Art eine gute Ergänzung bzw. ein guter Gegensatz zu Frei. Dann gibt es noch den „Streber“ Charlie, ein neuer Ermittler im Team der gern auch mal über sein Ziel hinaus schießt aber viel Einsatz zeigt. Mit diesen Figuren und ein paar anderen Nebenfiguren hat dieser Auftakt schon eine gute Basis für weitere Bücher geschaffen. Die Haupthandlung ist, obwohl ein paar Fragen offen bleiben, in sich abgeschlossen. Gleichzeitig bleiben zwei Fälle ungelöst und die Spannung bis zum nächsten Buch der Reihe bleibt.

Was lernen wir daraus?

Ich mochte besonders den Wechsel der unterschiedlichen Perspektiven und die kleinen Cliffhanger, welche die Geschichte so rasant machten. Hier ist auch bei der Länge der einzelnen Abschnitte und der Balance ein gutes Beispiel entstanden, wie man keine Langeweile aufkommen lässt und dem Leser mal einen Wissensvorsprung gibt und dann wieder mit einer Wendung überrascht. Da werde ich mir möglichst eine Scheibe abschneiden..

Interessant finde ich auch die Idee von „3 Fällen in Einem“. Es gibt Anfangs 2 Fälle, von denen wird nur einer abgeschlossen. Dann kommt noch ein dritter Fall aus der Vergangenheit hinzu, der sich wohl über die gesamte Reihe strecken wird. Manchmal kann man so die Leser ja auch verärgern, aber ich bin nicht verärgert und möchte auch Band 2 lesen.

Fazit

Ich vergebe sehr gute 4 Sterne, bin positiv überrascht und werde auch den zweiten Teil dieser Serie lesen. Einerseits rasanter Thriller, andererseits interessante Beschreibungen des Alltags und ein guter Plot mit vielen Überraschungen, bei dem am Ende allerdings ein paar Antworten fehlten. Vielleicht werden die ja noch beantwortet, oder der Leser muss sich den Rest halt selbst denken. Die Morde sind schon etwas brutal, für schwache Nerven ist dieser Thriller nix. Es war mein erstes Buch von Martin Krist – aber bestimmt nicht das Letzte.

Hier geht´s für weitergehende Infos zur Homepage von Martin Krist

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