Rezension: Küstenfluch von Hendrik Berg (Krumme #3)

Hendrik Berg Lügengrab KrimiKommissar Krumme hat seinen Job bei der Kripo in Berlin aufgegeben und arbeitet nun in Nordfriesland. Neu an seiner Seite ist auch die junge Kollegin Pat, welche gerade erst die Polizeischule absolviert hat. Als ein Orkan ein Schiffswrack im Wattenmeer sichtbar macht, ereignen sich einige mysteriöse Unfälle. Für Krumme beginnt die Ermittlung bei Familie Jessen, denn der Sohn von Bauer Jessen landete unter mysteriösen Umständen auf den Dornen einer Egge. Krumme glaubt an Mord, erfährt allerdings nur wenig Hilfe von der Familie. Und dann ist da noch der kleine Jan, der ein recht übersinnliches Kind ist und einen Schattenmann gesehen hat..

Die Reihe um Krumme

Dieser Kriminalroman ist der 3. Band in der Reihe um Kommissar Theo Krumme. Die Geschichte hier steht für sich, es kommen jedoch Personen und Erinnerungen an die Bände 1 und 2 vor. Das macht aber nichts, neue Leser und alte Leser werden uneingeschränkt auf ihre Kosten kommen.

Ich habe dem 2. Band „Lügengrab“ 5 Sterne gegeben, und das mache ich nicht sonderlich oft. Daher war meine Freude über Band 3 genauso hoch wie die Erwartungen an den neuen Fall.

Stil, Machart, Meinung

Zunächst muss ich sagen, dass die Story an sich vom Plot her schon gut ist. Wir haben einen toten Bauerssohn auf einem Hof und keiner kooperiert. Da der Hof irgendwo im nordfriesischen Nirgendwo liegt, stehen die Chancen für einen Täter vom Hof auch nicht schlecht. Dann fragte ich mich, was dieses Wrack für eine Bedeutung für die Geschichte hat und war auch etwas verwirrt von dem übersinnlich begabten Kind. Am Ende fügte sich das alles schon ganz zusammen, einige Fragen blieben bei mir jedoch offen und ich war von der Geschichte schon etwas enttäuscht. Wahrscheinlich waren es die hohen Erwartungen auf Grund des zweiten Buches der Reihe.

Die Schreibe ist relativ normal, zeichnet sich für mich jedoch vor allem durch einerseits relativ simple Dialoge und andererseits sehr genaue Beschreibungen der Natur – und Wetterlage aus. Diese Mischung finde ich etwas merkwürdig, und genaue Beschreibungen der Natur sind eher nicht so meins. Man kann die Geschichte trotzdem gut lesen, auch wenn an einigen Stellen Längen auftreten, während an anderen Stellen an Details gespart wird. Mir hat die Balance der Geschichte irgendwie nicht so zugesagt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die übersinnliche Komponente in der Geschichte. Ich möchte hier nicht spoilern, fühlte mich als Leser allerdings etwas veralbert als der Plot sich dann auflöste.

Sehr gut hingegen fand ich die Figur Krumme, besonders im Zusammenspiel mit seiner jungen Kollegin Pat. Krumme ist ein Einzelgänger und hat nun eine unerfahrene Kollegin an der Seite, die beiden müssen sich wohl noch aneinander gewöhnen, aber es besteht große Hoffnung. Auf die weitere Entwicklung der Figuren bin ich gespannt. Lokalkolorit kam nicht zu kurz, störte aber auch nicht. Das finde ich wie auch in Lügengrab galant gelöst.

Was lernen wir daraus?

Ich habe wieder einmal gelernt, dass die Balance einer Geschichte stimmen muss. Hier waren es eventuell zu viele Schauplätze mit zu wenig Bedeutung und auch sprachlich zu viele Beschreibungen der Natur bei zu wenig Platz für die Zusammenhänge.

Meine Meinung, dass eine einfache Beschreibung von Wetter und Schauplatz vollkommen ausreicht und weitere Details gern in Nebensätzen vorkommen dürfen, ist sicher umstritten. Aber ich finde Adjektive wie heiß oder schwül sagen dem Leser genug. Man hat die Wetterlagen alle schon selbst erlebt. Ich finde es besser, wenn dann beim schwülen Wetter nochmal das Shirt an der Haut klebt oder man ein kühles Getränk braucht. Das passiert in dieser Geschichte auch, aber leider zusätzlich zu der genauen Beschreibung der Hitze. Ich fange dann immer an, hastig rüberzulesen.

Fazit

Ich hatte nach Band 2 „Lügengrab“ sicherlich etwas zu hohe Erwartungen, dieser Band hat mich dann doch irgendwie enttäuscht. Von der Auflösung war ich auch nicht so ganz begeistert, weil Fragen offen blieben. Und diese mysteriöse, übersinnliche Komponente war zwar mal was anderes für einen Krimi, jedoch einfach nix für mich. Ich hatte einen guten Whodunnit  – Krimi erwartet, und das hat mich wohl dann auch so enttäuscht. Ich vergebe 3 Sterne. Den nächsten Band werde ich jedoch auch lesen, zusammengenommen haben die beiden von mir gelesenen Bände der Reihe 4 Sterne und ich bin auf die Entwicklung der Figuren sowie den nächsten Fall gespannt. Danach wird sich dann entscheiden, ob ich die Reihe bzw. den Autor weiterhin lese.

Gibt es andere Meinungen? Es ist ja immer sehr spannend, wie subjektiv jeder Leser an die Sache herangeht und dann bewertet.

Hier geht es zu meiner Rezension zu Band 2 „Lügengrab“

Hier gibt es die Details zum Buch und zur Reihe auf der Verlagsseite

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