Rezension: Die Eisheilige von Susanne Mischke

Die EisheiligeIm Mittelpunkt dieser außergewöhnlichen Geschichte steht Sophie. Sie ist eine nach außen hin eher farblose Person, die unter den Pantoffeln ihres unsympathischen Gatten steht. Aber stille Wasser sind tief, und auf Sophie trifft das besonders zu. Denn sie hat eine Gabe: Sie kann ganz wunderbare Kleider nähen, durch die die Frauen der Nachbarschaft zu einem ganz neuen Lebensgefühl gelangen. Bald stellt sich allerdings die Frage, ob es nur an den unglaublichen Kleidern liegt, oder ob Sophie für ihre Kundinnen direkt auch Auftragsmorde telepathisch erledigt. Und schon geht’s los, mit dem nachbarschaftlichen Klatsch in der spießigen Vorstadt und Sophie gerät ins Visier der Polizei. Ach ja, und wo ist eigentlich der Ehemann geblieben?

Stil, Machart, Meinung
Das wir es hier mit einer ganz besonderen Perle unter den Kriminalromanen zu tun haben, wurde mir schnell klar. Der fluffige und humorvolle Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich saß oft schmunzelnd vor dem Buch, denn so kleine alltägliche Beobachtungen, manchmal auch nur unterschwellig im Nebensatz angedeutet, waren nur allzu wahr und perfekt beschrieben. Grundsätzlich ist man sehr oft sehr amüsiert über die Charaktere, ihre Eigenarten, die Entstehung von Gerüchten und Gedanken, die aus einer Mücke einen Elefanten machen.
Dann gibt es noch die dunkle Seite, die in mehreren Kapiteln ans Licht kommt. Es sind ja dann irgendwie schon ganz schön viele Todesfälle in der Umgebung passiert. Der Leser tappt, beschäftigt mit den niedlichen Beobachtungen des Alltages und der fehlenden Sympathie gegenüber den Todesopfern, bis zum Ende im Dunkeln darüber, ob es überhaupt um Mord geht – und wenn ja, wer der Mörder ist. Und so kommt auch die boshafte Seite einiger Charaktere sehr gut rüber, während sich sogar der Leser dabei ertappt fühlen dürfte, wenig Mitleid mit den Opfern zu empfinden.
Das Buch liest sich so weg, die Mischung aus Krimi und lustigem Roman ist sehr gelungen und die Lektüre macht großen Spaß. Zu schnell ist alles vorbei, und ich habe wirklich überhaupt nichts zu meckern.

Die Geschichte
Die Originalausgabe „Die Eisheilige“ wurde schon 1998 veröffentlicht. Der Erfolg muss groß gewesen sein, denn das ZdF hat das Buch bereits verfilmt. Den Film werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen, glaube ich. Nun jedenfalls hat der Berlin Verlag im März 2016 die Geschichte ganz neu verlegt, und so bin ich auf diese alte Perle gestoßen.

Die Zielgruppe
Seien wir ehrlich; Kleider nähen, Nachbarschaftsgeschwätz und die alltägliche Boshaftigheit, irgendwie kann ich mir das Buch nur für Frauen als richtiges Vergnügen vorstellen. Ein Mann dürfte zum besseren Einblick und Verständnis der Frauenwelt oder aber wegen dem tollen Schreibstil und dem tollen Humor natürlich gern in die Geschichte eintauchen – aber ob er es genauso genießt wie die Frauenwelt? Ich würde mal sagen, Frauen die gern Krimis, Romane oder Lustiges werden hier alle ihre helle Freude haben.

Was lernen wir daraus?
-Man kann einen Krimi auch mit Humor ausstatten, und wenn man es gut macht dann schadet auch eine Menge Humor dem Krimi überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil kann man die Geschichte zu etwas ganz Besonderem machen, wenn man die Elemente gekonnt mischen kann.
-Den Leser im Dunkel tappen zu lassen, erhöht die Spannung und zieht ihn tiefer ins Geschehen, weil er selbst drüber nachdenkt, was denn da nun los ist. Ein paar falsche Fährten und mysteriöse Situationen, und der Fisch ist am Haken.
-Die Idee zu der Story ist wohl eine von diesen großen Ideen, die lange und bei vielen Menschen funktionieren. Eine Frau, die durch das Nähen von Kleidern mit mentalen Kräften Leute um die Ecke bringt, und trotzdem das Opfer ihres Ehemannes ist, das ist einfach gut. So eine Idee müsste man haben!

Fazit
Dieser Kriminalroman ist lustig, mysteriös und unvergesslich. Das Lesevergnügen ist schnell vorbei, weil der lockere Schreibstil mit den kleinen, aber feinen Beobachtungen des Alltags einen sehr fesselt und das Lesen unglaublich viel Spaß macht. Es ist wohl mehr was für Frauen, und es ist definitiv kein typischer Krimi. Ich kann es nur empfehlen und komme um 5 Sterne einfach nicht herum, da mir wirklich kein Kritikpunkt einfällt.

Hier gibt´s die Details zum Buch!

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