Rezension: Kein Sterbenswort von Harlan Coben

Harlan Coben Kein SterbenswortVor 8 Jahren hat sich das Leben von David Beck schlagartig geändert. Die Liebe seines Lebens, Elisabeth, wurde von einem Serienmörder namens Killroy brutal ermordet –und er konnte ihr nicht helfen. Heute lebt er ein einfaches Leben im Haus seines dementen Großvaters und arbeitet als Kinderarzt. Sein Leben ist nicht das aufregendste und den Tod seiner Frau hat er noch nicht überwunden, doch dann erhält er eine verschlüsselte Botschaft. Natürlich kann die nicht von seiner toten Frau kommen, denn die wurde ja nicht nur umgebracht, sondern auch als das Mordopfer identifiziert. Trotzdem kann die Nachricht nur von ihr kommen, denn in der Nachricht gibt es eine Information, die nur die beiden kennen. Und in der Nachricht steht ganz klar: Kein Sterbenswort!
Als dann noch eine Nachricht kommt, das FBI ihn des Mordes an seiner Frau verdächtigt und eine weitere Person stirbt, ist David plötzlich auf der Flucht. Ist er unschuldig? Lebt seine Frau vielleicht doch? Fragen über Fragen, und Spannung bis zur letzten Seite.

Stil, Machart, Meinung
Zu meiner großen Freude kommt dieses Buch sofort zur Sache. Dr. Beck und seine Frau vor 8 Jahren, sie gehen an ihrem Jahrestag zu einem abgelegenen See. Durch die Informationen auf der Rückseite des Buches weiß man ja schon, wer gleich dran glauben muss. Man erlebt diese Situation durch die Augen der Hauptperson und ist dann mit der nächsten Seite auch schon im „hier und jetzt“ des Buches, in dem der noch immer trauernde Ehemann auf einmal eine Email seiner toten Frau bekommt. Die Fragen sind: ist die Email wirklich von seiner Frau? Ist die Frau wirklich tot?
Der Leser wird gekonnt mit Informationen gefüttert, die Polizei und Hauptperson nicht haben. Aber es gibt auch immer wieder nur ein paar Häppchen, sodass ich am Ende einiges an Theorien parat hatte, aber trotzdem sehr überrascht war als auch das letzte Geheimnis gelüftet wurde. Das finde ich sehr gelungen.
Grundsätzlich treten irgendwann nach längerer Einführung (die auch nicht langweilig ist) ein Wettlauf gegen die Zeit und noch dazu ein Kampf um Leben und Tod ein. Wem kann man trauen, wem nicht? So mag ich das von Thrillern, besonders wenn sie gekonnt mit Krimi-Elementen gekreuzt werden. Mitraten, Sachen aus der Vergangenheit erforschen und Stück für Stück das Rätsel lösen – während die Zeit läuft und eine Menge passiert. Der Plot ist stimmig und die Auflösung an mehreren Stellen überraschend.
Ein sehr guter Thriller, in dem etwas kleineren Format als sonst auch gut für unterwegs und schnell durchgelesen. Es ist alles da, was ich mag. Und lange, unnötige, schwülstige Beschreibungen sucht man vergebens. Ganz im Gegenteil ist in Dialogen und den Gedanken der Hauptperson auch noch ein knackiger Humor zu finden, den ich mag.

Zielgruppe und Reihe
Dieses Buch scheint kein Teil einer Reihe zu sein, die Handlung ist in sich abgeschlossen und kann einfach so gelesen werden. Thriller -und Krimifans werden auf ihre Kosten kommen, der Thriller-bekannte Wettlauf gegen die Zeit ist wie schon gesagt sehr gut mit den Puzzleelementen aus Gegenwart und Vergangenheit kombiniert, der Leser kann seine grauen Zellen einsetzen und wird trotzdem durch einige Wendungen überrascht.

Wer sich auf gemütliche Landhauskrimis spezialisiert hat, wird sich hier zu gehetzt fühlen. Wer Krimis und Thriller mag, muss diesen hier auch lesen. Wer Thriller mag, wird diesen hier auf jeden Fall auch lieben.

Was lernen wir daraus?
-Nichts neues, aber dennoch die schon oft erwähnten Basics. Mir sind lange Beschreibungen zu wider, und wenn sie fehlen dann kommt man bei gutem Schreibstil ohne Geschnörkel gut in die Handlung herein und blättert die Seiten fast automatisch um. Die wichtigen Fragen, die der Autor am Anfang aufwirft, bringen den Leser zum rätseln. Die hingeworfenen Brotkrumen mit Hinweisen lassen den Leser nicht von der Leine, Wendungen, Spannung, Verfolgungsjagden und ein guter Plot leisten den Rest. So macht man einen Thriller.

Fazit
Ich vergebe 4 Sterne. Ich habe in letzter Zeit einfach so viele wirklich gute Thriller gelesen, die meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr Suchtpotential, Überraschung, Brillanz und Außergewöhnliches aufweisen konnten. Trotzdem ist dieser Thriller hier wirklich sehr gut und 4 Sterne sind auch ein Lob! Damit der Thriller-Fan von heute absolut nichts falsch machen. Für mich war es das erste Buch von Harlan Coben, aber sicherlich nicht das letzte.
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