Rezension: Im Augenblick des Todes – Vincent Kliesch

Der Inhalt: Kommissar Boesherz sitzt gerade am Schlachtensee, als ein mysteriöser Mann sich neben ihn setzt und überredet, mit ihm einen kleinen Ausflug zu machen. Man soll ja nicht mit fremden MäIm Augenblick des Todes Vincent Klieschnnern ins Auto steigen, die Neugierde des Kommissars ist jedoch geweckt und er tut es trotzdem. Der Ausflug endet an einem Tatort, an dem ein Arzt brutal ermordet und der Tatort bizarr arrangiert wurde. Sofort bemerkt der Kommissar, dass dieses Verbrechen genau so aussieht wie damals am Anfang seiner Karriere. Sein bislang einziger ungelöster Fall, der ihm nicht nur eine Menge Nerven sondern auch die Beziehung zu seiner großen Liebe gekostet hat. Und Boesherz löst sonst wirklich jeden Fall, da er über ein geniales Gehirn verfügt. Der Täter scheint den Kommissar sehr gut zu kennen. Am Tatort hinterlässt er ein Rätsel. Die Lösung des Rätsels führt dann zum nächsten Tatort, und so hat der Kommissar eine Schnitzeljagd mit Leichen und einen Kampf mit seiner Vergangenheit vor sich. Und dann kommt auch noch sein Doppelleben ans Licht, als Kollegen zufällig auf ein geheimnisvolles Treffen mit einem Jungen aufmerksam werden.

Machart,  Stil und Meinung
Dieser Thriller spielt in Berlin, und das merkt man auch. Der Ort der Handlung ist immer wieder gut beschrieben, es stört aber niemals. Selbst eine Führung durch das Dungeon Berlin ist für den Leser beschrieben, und auch da wird es nicht langweilig.
Besonders auffällig und gelungen finde ich die Länge der einzelnen Szenen/ Kapitel. Sie sind relativ kurz gehalten und enden meist mit kleinen Cliffhangern. Außerdem wechseln sich die Handlungsorte/ Personen gekonnt ab, sodass es nicht langweilig wird. Neben Protagonist Boesherz kommen auch die Perspektiven von Kollegen, dem Killer und dem jungen Freund des Kommissars ins Spiel, nebenbei gibt es immer wieder Rückblenden ins Rheingau vor 16 Jahren. Denn dort hat der einzige ungelöste Fall des Kommissars sich damals abgespielt. Dieser Szenenwechsel macht es einem zwar andererseits jederzeit leicht, das lesen abzubrechen. Andererseits steigert sich dadurch die Spannung und man muss unbedingt weiterlesen. Das typische „och, ein Kapitel geht noch“ führt dann schnell zu „huch, vorbei“. Sehr gelungen, sehr spannend und auch sehr praktisch. Gefördert wird das auch durch den flüssigen Schreibstil. Es gibt kein Geschwafel und keine seitenlangen Beschreibungen und auch sehr oft humoristische Details.
Wie man am vorherigen Absatz schon erahnen kann, ist es zu jeder Zeit spannend. Es werden für den Leser mehr und mehr Fragen aufgeworfen, während er bei einigen Aspekten auch den Ermittlern etwas voraus ist. Man möchte unbedingt herausfinden, was bei diesem Rätsel los ist und wer der Killer ist. Der Leser ist gut mit einbezogen und wird schnell seine eigenen Gedankenspiele und Verdächtigungen entwickeln. Ich als „Fortgeschrittener“ im Bereich des Rätselns in Punkto Krimi und Thriller lag zwar bei einigen Aspekten richtig, bei anderen aber auch wieder total falsch. Ich wurde gut an der Nase herumgeführt, ohne mich am Ende beleidigt zu fühlen. In der Handlung sind keine logischen Fehler aufgefallen.
Der Protagonist ist ein sehr eigener Charakter, und das rundet diesen tollen Plot perfekt ab. Denn er ist zwar mit einer beeindruckenden Kombinationsfähigkeit gesegnet, lässt es allerdings auch gern gegenüber den Kollegen heraushängen. Noch dazu scheint er mindestens zwei Leichen im Keller zu haben, die seine eigene Verwicklung nicht ausschließen lässt. Das kündigt sich bereits in der ersten Szene an, in der der Kommissar festgenommen wird.

Die Reihe
Der Thriller „Im Augenblick des Todes“ ist das fünfte Buch des Autors Vincent Kliesch und das zweite Buch in der Reihe um Kommissar Boesherz. Man kann dieses Buch auch problemlos lesen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. So war es bei mir und ich konnte ohne Probleme in die Geschichte reinkommen. Nun, da mich der zweite Teil so überzeugt hat, frage ich mich allerdings schon was denn in Teil 1 so los war..

Was lernen wir daraus?
-kurze Kapitel, Szenenwechsel, Perspektivenwechsel und kleine Cliffhanger am Ende der Kapitel sorgen dafür, dass der Leser schnell in die Handlung hereinkommt –und auch nicht mehr heraus will. Das passt natürlich vor allem bei Krimis und Thrillern, kann aber auch bei anderen Geschichten nicht schaden. Man will ja, dass der Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.
-Damit der Leser (so ein Leser wie ich zumindest) das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte, bieten sich auch fluffige, kurze und knackige Beschreibungen und Dialoge an. Selbst Dinge, die interessant sind aber für die Handlung nicht weiter wichtig sind (hier z.B. der Besuch im Dungeon Berlin) können wirkungsvoll eingesetzt werden, wenn der Leser nebenbei über die Personen informiert wird und es nicht langweilig ist.
-Ich liebe es, wenn der Leser mit einbezogen wird. Ich möchte selbst raten und überlegen. Ich möchte nicht unbedingt alles richtig raten, das wäre zu einfach. Aber ich möchte von der logischen Auflösung des Falles überrascht werden und eine Chance gehabt haben, drauf zu kommen. Bei manchen Thrillern oder Krimis ist der gute alte „Kommissar Zufall“ am Ende ja der Held –und der Leser meist enttäuscht.

Fazit
Ich vergebe tatsächlich 5 Sterne, denn wie schon gesagt war ich sofort in der Handlung drin und wollte am liebsten sofort das ganze Buch durchlesen (unglücklicherweise muss man ja nebenbei noch arbeiten, aber ich war trotz allem recht fix fertig). Der fluffige Schreibstil ohne unnötiges Geschwafel und der interessante Plot sind im Zusammenspiel richtig gut. Ich durfte mir meine eigenen Gedanken machen und hatte ein Rätsel vor mir, welches sehr ausgewogen gestaltet war. Das Ende hat nicht enttäuscht und ich möchte unbedingt mehr von Vincent Kliesch lesen! Das war mein erstes Buch des Berliner Autors – aber sicher nicht mein Letztes. Den Namen sollte man sich merken.5 Sterne und eine Leseempfehlung von mir!

Hier gibts Details zum Buch: Im Augenblick des Todes

Mehr über Vincent Kliesch gibts auf Seiner Homepage:Homepage Vincent Kliesch

Advertisements

3 Gedanken zu “Rezension: Im Augenblick des Todes – Vincent Kliesch

  1. Pingback: Rezension: Die Reinheit des Todes – Vincent Kliesch (Kern #1) | Die Tipperin schreibt,liest und freut sich.

  2. Pingback: Rezension: Der Todeszauberer -Vincent Kliesch | Die Tipperin schreibt,liest und freut sich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s