Das Karen Rose – Rezept oder auch: Never change a winning story

Das Karen Rose - RezeptKaren Rose, eine Thriller- Autorin aus den USA, hat bisher 16 Bücher veröffentlicht (habe gerade auf Wikipedia gezählt). Dabei scheint ihr Rezept für ein erfolgreiches Buch sich bis heute nicht geändert zu haben, denn ihr Grundgerüst ist bei allen Büchern , die ich bis jetzt von ihr gelesen habe, immer das gleiche. Ich finde das sehr spannend, denn es scheint noch immer zu funktionieren.

Das Erfolgsrezept
-Man nehme einen Mann und eine Frau. Einer der beiden ist in Not, der andere der Retter. Einer der beiden, meistens der in Not, hatte eine schlimme Kindheit und ist einsam. Der andere ist mit einer riesigen, warmherzigen und unvoreingenommenen Familie gesegnet.
-Man füge einen Serienkiller hinzu, der skrupellos eine Menge Menschen pro Buch abmurkst und es auf die Person (s.oben) abgesehen ist, die durch ihn in Not ist. Er macht weder vor Zivilisten, Polizisten oder Angehörigen der Person in Not halt.
-Nachdem man die oben genannten Zutaten ordentlich vermischt und mit einer guten Story versehen hat, füge man eine Hand voll (ich wollte erst Priese schreiben, aber das wäre definitiv zu wenig) Erotik hinzu. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Person in Not und der Retter ganz ungemein scharf aufeinander sind und dann recht schnell auch im Bett landen, auch wenn um sie herum Mord und Totschlag wütet.
-Pro Rezept werden immer eine Menge Spannung, Drama, Grausamkeit und ein paar Überraschungsmomente benötigt.

Zusatz: Jedes Buch von Karen Rose ist auch irgendwie wie einer dieser Kuchen, die von Hausfrau zu Hausfrau weitergegeben werden, nachdem sie mit Zutaten angefüttert werden die dann wohl auf ewig irgendwie in kleineren Teilen in dem Kuchenteig verrotten und wohl für die besondere (schimmelnde..) Würde sorgen. Denn im einen Buch wird bereits durch das Gewicht auf die Nebenfiguren deutlich, wer denn im folgenden Buch das Hauptpaar bzw. die Hauptperson wird.

Und es schmeckt!

Komischerweise habe ich schon eine Menge Karen-Rose Bücher gelesen –und in der Zukunft werde ich es sicherlich auch noch einmal tun. Warum? Weil das erfolgreiche Grundprinzip von der Autorin jedes Mal erfolgreich mit einem anderen Thema garniert wird. Einmal geht’s um Brandstiftung und der Retter ist ein Feuerwehrmann, dann geht’s um ein Geheimnis aus der Vergangenheit. In einem anderen Buch geht’s um eine Frau, die von ihrem Ehemann brutal misshandelt wird und ihren Tod vortäuscht. Und jede Geschichte funktioniert mit dem Grundrezept! Das Grundrezept ist ebenso wichtig wie mein Grundrezept für Mini-Gugl´s, welches ich immer gern mit unterschiedlichen Extra-Zutaten aufpeppe und welches mir jedes Mal viel Lob einbringt..
Ich muss allerdings sagen, dass ich niemals ein Karen Rose Buch direkt nach dem anderen Lesen könnte. Ich denke es sollte –zumindest bei mir- immer ein Jahr zwischen einem Buch und dem nächsten Buch liegen. Zuviel geht einfach nicht.
Trotz des immer gleichen Prinzips schreibt Karen Rose einfach ganz hervorragend, flüssig, mit einer hervorragenden Balance fürs Geschehen und sehr sehr spannend. Sie weiß genau, wann sie den Leser einweiht und wann sie ihn im Dunkeln lässt. Was mich etwas stört, ist die andauernde sexuelle Anziehungskraft zwischen der Hauptperson in Gefahr und ihrem Retter. Ich warte noch auf die Textstelle, in der die beiden es direkt im Kugelhagel miteinander treiben und das Ganze dann auch wie durch ein Wunder überleben. Wenn jeder um einen herum abgemurkst wird –und, *klopf auf Holz*, das ist mir zum Glück noch nicht passiert daher kann ich es nicht mit Sicherheit sagen –hat man doch keine Lust auf Sex sondern eher aufs Überleben?

Was sagst du dazu?

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4 Gedanken zu “Das Karen Rose – Rezept oder auch: Never change a winning story

  1. Ich finde das auch immer spannend, dass so Grundrezepte wirklich toll funktionieren können.
    Als Leserin finde ich, dass dieses Grundschema ein vertrautes Gefühl weckt. Bei manchen Büchern möchte ich mich überraschen lassen, bei anderen freue ich mich, weil ich genau weiß, was ich bekomme – nämlich Schema F in einer etwas anderen Geschmacksrichtung.
    Bei diesen Büchern kaufe ich das Buch dann gerade wegen des immer gleichen Grundmusters.

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  2. Huhu, kann mich nur anschließen. Habe schon einige Bücher von Frau Rose gelesen, die ich auch alle gut fand, nur weiß ich von keinem die Handlung mehr! 🙂
    Nur das die Funken immer flogen! 🙂
    Trotzdem bin ich immer neugierig, wenn ein neues Buch von ihr erscheint!
    LG

    Gefällt 1 Person

  3. Hello =)

    Ich muss sagen…du hast vollkommen recht! Ich habe bis jetzt alle Karen Rose Bücher gelesen und sie sind alle eigentlich auf die selbe Art aufgebaut aber dennoch auch eigen. Als du den Feuerwehrmann erwähnt hast musste ich sofort an Reed denken und bei der Frau die von ihrem Mann grausam Misshandelt wurde an den Polizisten der eben dieser Mann ist. Fand ich grad sehr amüsant denn ich dachte nicht das soviel hängen geblieben ist…aber vermutlich liegt es daran das sie neben Karin Slaughter meine Lieblingskrimiautorin ist! 🙂

    Übrigens gehört „Heiß glüht mein Hass“ zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und sieht mittlerweile ziemlich mitgenommen aus durch das ewige mitherumschleppen und blättern 😉

    LG
    Zwischensequenz

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  4. Pingback: Rezension: “Das Dornenkind” von Max Bentow (Nils Trojan Teil 5) | Die Tipperin schreibt,liest und freut sich.

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