Rezension von „Apollonia: Schatten der Vergangenheit“ von Verena Rot

Verena RotHeute Berichte ich über ein Buch, welches mit Create Space veröffentlicht wurde. Es ist als Taschenbuch für 7,90€ und als Ebook für 2,99€ bei Amazon erhältlich und der Auftakt einer 4teiligen Krimireihe um die Hauptperson Apollonia. Wie es bei Selfpublisher-Werken so ist, können sie ja tatsächlich ein echter Geheimtipp oder ein ziemlicher Flop sein. Schauen wir mal..

Der Inhalt
In Förde an der Ostsee möchte sich Apollonia Seidel erholen, denn sie hat in der Vergangenheit etwas Grausames erlebt. In der kleinen Pension von Gilla möchte sie Abstand gewinnen und ihre Seele baumeln lassen, nur leider ist das mit den Plänen ja immer so eine Sache. Denn meistens kommt irgendwie das Leben – oder in diesem Fall der Tod- dazwischen.
Der Fischer Knut wird tot aufgefunden und in der kleinen Hafenstadt geht es dann für die Hauptperson drunter und drüber. Denn in der Pension wohnt auch der attraktive Marc, der Apollonia eigentlich nur das Dorf zeigen möchte, als die Leiche geborgen wird. Durch die Freundschaft von Mark und dem örtlichen Dienststellenleiter Pit finden sich Apollonia und Marc auf einmal mitten in den Mordermittlungen und helfen, wo sie können. Und dann geschieht noch mehr..

Der Stil, die Machart
Dieses Buch ist zu meiner Freude sehr flüssig und schnörkellos geschrieben. Glücklicherweise fehlte die zeilenlange Beschreibung des rauschenden Meeres oder sonstiger Naturschauspiele. Manchmal war mir die wörtliche Rede vielleicht etwas prompt und direkt, aber ich habe mich schnell dran gewöhnt und konnte alles erfreulich flüssig lesen.

Die Personen in Förde sind sehr gut beschrieben, nicht zu ausführlich aber doch genau so, dass man sich die einzelnen Akture merken kann und sie auch direkt ein wenig einordnen zu können. Dieses Buch eignet sich in meinen Augen sehr gut für den Lesequickie unterwegs, da die Kapitel eine gute Länge (oder eher Kürze) aufweisen und die Personen halt einfach gut im Gedächtnis bleiben. Ich habe das Buch gern in der Handtasche gehabt und in der Bahn mal eben ein paar Kapitel gelesen. Das Ende war dann so spannend, da habe ich dann den Rest zuhause in einem Rutsch durchgelesen.
Wie der vorherige Absatz schon besagt, war das Buch spannend. Als Leser wird man am Anfang erst einmal mit der Hauptperson bekannt gemacht, aber dann gibt es auch schnell den Leichenfund. Von diesem Zeitpunkt an geht es natürlich darum, wie der Fischer ums Leben kam. Zum Ende hin wird’s dann auch wirklich turbulent.

Dieser Krimi ist ein Cosy-Krimi. Das Wort cosy steht ja für behaglich und gemütlich, dieses Krimi-Genre verspricht ein gemütlicheres Erzähltempo und wenig gruseligem Blutvergießen oder actionreichen Szenen. Dieser Krimi hier passt perfekt in dieses Genre und ist für mich als Agatha-Christie- Fan gut gemacht. Man hat eine Menge Verdächtige und durchschaut im Laufe der Geschichte die Motive und Beziehungen der Dorfbewohner. Am Ende wird die Geschichte gut aufgelöst. Ich hatte schon ab Mitte des Buches eine Ahnung, wer denn da der Mörder ist, und lag richtig. Aber ich bin natürlich auch erfahren auf diesem Gebiet(ja, ich weiß, ich klinge jetzt wie ein Angeber..). Die Auflösung war dennoch überraschend und es fügte sich alles gut zusammen.

Ein bisschen fragwürdig fand ich die Art, wie einfach Apollonia und Marc in die Ermittlung eingebunden waren. Klar, Marc ist wohl Journalist und hat früher auch schon mit seinem Freund ermittelt, aber das ging doch nun sehr plump direkt zur Mitarbeit. Auch das Apollonia, eine Fremde in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft, direkt mit in die Ermittlung eingebunden wird und dann sogar Antworten auf ihre Fragen von den Dorfbewohnern bekommt, fand ich etwas überraschend. Auch an Tatorten dürfen die beiden ein- und ausgehen. Wenn man davon mal absieht, ist das ganze aber gut konstruiert.

Die Reihe
Teil 1 und 2 dieser 4teiligen Krimireihe sind schon veröffentlicht. Dieser erste Teil hier macht Lust auf mehr und hat definitiv Potential zu einer guten Reihe. Ich werde Band 2 auf jeden Fall lesen.

Die Gestaltung
Das mit Create Space gestaltete Buch gefällt mir gut. Da ich selbst überlege, meinen ersten Krimi so zu veröffentlichen, bin ich begeistert über die Qualität und bestärkt in meinem Vorhaben. Die gesamte Gestaltung gefällt mir gut. Das Cover vermittelt die passende Athmosphäre zum Buch und auch sonst sind Kapiteleinteilung und Schrift gelungen.

Was lernen wir daraus?

-ich für meinen Teil habe auf jeden Fall gelernt, dass selbstverlegte Bücher einen sehr guten Eindruck bei der Gestaltung machen können. Und das es unter Selfpublishern eine Menge talentierter Autoren gibt, die eine Chance verdienen.
-Cosy-Krimis kommen, zumindest bei mir, nie aus der Mode. Natürlich, der Trend geht zu immer mehr Blut in immer kürzerer Zeit und teilweise eine verschwenderische Menge an Leichen, die in meinen Augen nicht sein muss. Die Autorin schafft es, mit auf den Punkt gebrachten, dennoch nicht zu detaillierten Beschreibungen der Toten und Tatorte, genug Informationen zu liefern aber niemals anstößige, eklige Szenen zu kreieren. Klar, mal so ein CodyMcFadjen oder Stefan Ahnhem zwischendurch ist auch was feines, aber grundsätzlich kann man das ja nicht oft aushalten..
-Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Diese Geschichte konzentriert sich auf die Basics des Krimis, die einfache Gleichung geht auf:

Leiche + Dorf voller Verdächtige + Ermittler + Verstrickungen + mehr Unheil +schlüssige Auflösung = guter Krimi

Fazit
Diese Autorin und auch diese Krimi-Reihe müssen sich Krimileser einfach merken. Ich vergebe 4 von 5 Sternen. Schnörkellos und doch treffend beschreibt Verena Rot die Personen und das Geschehen und schafft gleichzeitig Atmosphäre. Auch das Format und die Eignung für den „mobilen Gebrauch“ finde ich gut.

Zum Schluss verweise ich noch auf die nette Internetseite der Autorin, dort kann ja mal gestöbert werden: www.verenarot.de
Details zum Buch gibt’s hier noch einmal mit direktem Link zur Produktseite auf Amazon, ich hoffe ihr gebt dem ersten Krimi von Verena Rot eine Chance:
Apollonia: Schatten der Vergangenheit

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Ein Gedanke zu “Rezension von „Apollonia: Schatten der Vergangenheit“ von Verena Rot

  1. Pingback: Rezension: “Saat des Bösen” von Verena Rot (Apollonia #2) | Die Tipperin schreibt,liest und freut sich.

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