Rezension: Beisha – Getötet von Matthias Matting. Mal etwas ganz anderes!

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ein schönes Cover -leider etwas dunkel.

ein schönes Cover -leider etwas dunkel.

Als Dao in Shanghai ankommt, ist sie sehr beunruhigt. Ihre beste Freundin Tranh hat nicht wie immer und vereinbart eine SMS geschrieben. Etwas stimmt nicht. Sie fährt zur Wohnung und findet dort ein Siegel der Polizei an der Wohnungstür, denn Tranh ist tot. Sie ist einem bestialischen Killer zum Opfer gefallen. Tranh war Prostituierte, als die Polizei an den Tatort kam war der Exfreund noch da und wurde sofort festgenommen. Da sich bei der Polizei sonst niemand für den Tod ihrer Freundin zu interessieren scheint, erkundigt Dao sich auf eigene Faust nach ihrer Freundin und besucht auch den Exfreund Jörg im Gefängnis.

Doch dann wird eine weitere Prostituierte umgebracht, während der mutmaßliche Täter im Gefängnis sitzt. Dao versucht nun, den Killer zu finden. Dabei hat sie als Prostituierte ganz andere Methoden als die Polizei. Bald hat sie eine heiße Spur. Vielleicht etwas zu heiß, es wird brandgefährlich.

Der Stil, die Aufmachung

Dieser Krimi vom deutschen Autor Matthias Matting ist mal etwas ganz anderes. Die Geschichte spielt in Shanghai, es geht direkt in der ersten Szene zur Sache. Daher gleich zu Beginn: Dieses Buch ist nichts für zarte Nerven. Recht detaillierte Beschreibungen der Morde, und die sind nicht unblutig, sind genau so erschreckend wie auch stellenweise die Gedanken des Täters. Man erfährt außerdem Details aus der Vergangenheit der beiden Freundinnen, die wirklich erschreckend sind. Dadurch erklärt sich auch, wie eng die beiden Mädchen befreundet sind und was sie durchlitten haben.
Am Anfang waren es mir etwas viele detaillierte Gedanken und dafür zu wenig Spannung – was an mir liegen dürfte, denn die Gedanken betrafen den brutalen Mord an Tranh. Ich stehe auf knackig kurze Beschreibungen und so, aber ich kann dem Buch jetzt auch nicht vorwerfen das diese Knackigkeit fehlt.

Sehr gut gefallen hat mir, das dieser Krimi in einer ganz anderen, mir komplett unbekannten Welt spielt. Ich war noch nie in Shanghai und habe weder dort noch hier etwas mit dem Prostituierten-Milieu zu tun. Man erfährt einiges aus diesen anderen Welten, beispielsweise über die Arbeit als Prostituierte oder auch die Unterschiede, die in Shanghai zwischen den verschiedenen Einwohnern gemacht werden. Die Herangehensweise zur Lösung des Mordfalles ist hier eine ganz andere, denn wir haben nicht wie so oft Polizeibeamte als Ermittler. Die beste Freundin des Mordopfers löst hier den Fall, für den sich die Behörden sonst eher wenig interessieren –wahrscheinlich weil das Opfer „nur“ eine Prostituierte war. Und natürlich löst sie den Fall nicht durch die Ermittlungsmethoden, die der Polizei zur Verfügung stehen – hat aber auch andererseits nicht die Beschränkungen durch das Gesetz, die damit einhergehen.

Das Buch setzt sich ferner dadurch ab, das an manchen Stellen Illustrationen zu sehen sind. Diese nehmen dann ungefähr 1/3 der jeweiligen Seite ein und zeigen Szenen, die man gerade gelesen hat als kunstvolles Bild. Sie sind schwarz-weiss, und ich dachte mir immer: müssen die in Farbe toll aussehen! Auf der Website zum Buch habe ich die Illustrationen dann in Farbe gesehen, und ich hatte recht.

Ein kleines Manko, welches mich nicht sonderlich stört aber doch an manchen Stellen aufgefallen ist, sind ein paar kleine Flüchtigkeitsfehler. Vielleicht sind es auch Formatierungsfehler, denn das Buch wurde im Selbstverlag über Create Space veröffentlicht. An einer Stelle wurde beispielsweise aus „mir“ ein „mit“. Mich selbst stört es nicht groß, denn man weiß an jeder Stelle was gemeint ist und es kommt auch nicht oft vor. Eine Sache habe ich hier mal abfotografiert, die weist ja eher auf einen Formatierungsfehler hin:
Textstelle mit Fehler

Ansonsten möchte ich anmerken, dass das Buch sehr über Create Space sehr gut gelungen ist, mir gefällt besonders die Schriftart und auch die chinesischen Zeichen zu Beginn der Kapitel, hinter den Text gelegt. Es ist einfach mal eine ganz andere Gestaltung und es gefällt mir. Das Bild auf dem Cover finde ich auch super, allerdings etwas dunkel geraten.

Zielgruppe

Der Krimi kann sich definitiv auch Thriller nennen (die Unterscheidung ist da ja immer so fließend). Es ist kein Klassischer „Whodunnit“ Krimi, weist aber auch davon einige Züge auf. Ich denke, wer auf Krimis und Thriller mit „etwas mehr Blut“ steht, ist hier gut beraten. Ein bisschen Rätseln und überraschende Wendungen sind auch dabei. Wer mal einen Einblick in die Welt von Prostituierten werfen möchte und nebenbei gern Krimis liest, kommt hier auch voll auf seine Kosten. Das Buch ist laut Homepage (http://www.beisha-getoetet.de) ab 18 Jahren, und das würde ich so auch unterschreiben. Für alle die es schon gelesen haben. Komischerweise am meisten geschüttelt hat es mich am Ende, Stichwort: Korkenzieher. Die Website zum Buch kann ich auch empfehlen, sie vermittelt schnell einen Überblick und es gibt auch einen Trailer.

Wo gibt’s das Buch in welcher Form?

Das Buch ist bei Amazon als Ebook für 3,99€ erhältlich und in gedruckter Form für 9,99€ als Taschenbuch. Das Taschenbuch ist 184 Seiten lang und in der vergleichsweise dünnen Form ein perfekter Begleiter für unterwegs. Ich habe es auf einer langen Zugfahrt in einem (durch dreimaliges Umsteigen unterbrochenem) Schwung durchgelesen. Hier der Link zu Amazon, bitte aufs Bild klicken:

Fazit

Das Buch ist vergleichsweise schnell gelesen und spannend. Es entführt den Leser in gleich zwei andere Welten (Shanghai und die Welt der Prostituierten) und weist neben brutalen Szenen und Spannung auch Elemente eines Klassischen Krimis auf. Die Mischung ist gut gewählt, ich habe das Lesen genossen. Wie schon gesagt: Es ist mal was anderes, aber das mit vielen bewährten Elementen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch an alle über 18, die in die von mir kurz umrissene Zielgruppe einigermaßen passen.

PS: die Kategorie „was habe ich daraus gelernt“ bleibt heute aus, denn da fällt mir nichts weiter ein. Man muss es ja auch nicht erzwingen..

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2 Gedanken zu “Rezension: Beisha – Getötet von Matthias Matting. Mal etwas ganz anderes!

  1. Pingback: Rezension: Der tote am Gletscher – Lenz Koppelstätter ; Ein Regionalkrimi mit Ötzi | Die Tipperin schreibt,liest und freut sich.

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