Ein mörderisches Schachspiel in Berlin!

Ich hatte das Glück, bei Lovelybooks das Buch in einer Leserunde mit dem Autor Ben Bauhaus lesen zu dürfen. Das war meine erste Leserunde und meine erste Erfahrung mit Bullet Schach und Schachboxen, aber das machte überhaupt nichts. Denn das Buch ist ein sehr gut geschriebener Krimi, und damit kenne ich mich aus..

Bullet Schach

Zum Inhalt:

Johann Thiebeck wurde vor einiger Zeit suspendiert, schlägt sich seitdem als Berater einer Sicherheitsfirma durch und hat sich voll und ganz dem Schachboxen verschrieben. Das ist ein Wettkampf, bei dem sich eine Runde im Boxring mit einem Zug auf dem Schachbrett abwechselt. Und genau so clever und stark ist auch der Ich-Erzähler, der seit Beginn des Buches einen ihm unbekannten Feind hat. Es beginnt damit, dass ein Bekannter von ihm in seinem Auto tot aufgefunden wird. Nicht einfach nur normal tot, sondern brutal in Lack ertränkt.
Als ihm ausgerechnet seine alte Kollegin Jana mit ihrem neuen Partner Densch die Nachricht des Mordes im eigenen Auto überbringt, ist es nur der Anfang. Weitere Opfer folgen, aber dem möchte ich nicht vorgreifen. Es stellt sich heraus, dass der Killer es auf Thiebeck abgesehen hat. In einem Online-Schachspiel geht es um Leben und Tod. Wie genau der Killer das Spiel geplant hat, müssen die Ermittler herausfinden. Thiebeck darf endlich wieder mitspielen, aber irgendwie nur als Zuschauer. Da er von Regeln aber nicht so viel hält, lässt er sich natürlich nicht davon abhalten den Killer zu jagen.

Stil, Sprache, Aufmachung

Ich kannte den Autor nicht, aber ich glaube man muss ihn sich in Zukunft merken. Ben Bauhaus hat einen Schreibstil, der mir sehr zusagt. Er schreibt fluffig, einfallsreich und interessant. So unbeschwert wie es geschrieben ist, kann der Leser ins Buch eintauchen ohne sich mit ausschweifenden Beschreibungen oder unnützem Geschwafel herumzuärgern. So mag ichs! Besonders erwähnenswert finde ich seine kurze, beiläufige Beschreibung ganz alltäglicher Situationen. So sind viele Sätze nicht von der Stange sondern kreativ durchdacht.

Die Hauptperson erzählt als Ich-Erzähler aus seiner Sicht die Geschehnisse, die ja auch ihn betreffen. Die Perspektive ist gut gewählt, die Umsetzung gut gemacht. So ist der Leser gedanklich immer mit eingebunden und versteht den wichtigsten Mann der Geschehnisse gut. Außerdem ist man dann als Leser beim Miträtseln immer genau so weit wie der Ermittler selbst.
Die Hauptperson sowie die Nebenfiguren sind sehr gut beschrieben. Man kann sich mit den zwei Haupt-Ermittlern, der Geliebten und noch ein paar anderen Leuten sehr gut anfreunden. Sie werden effektiv beschrieben und sind gut getroffen.

Eine Besonderheit in dem Buch ist die Aufteilung der Abschnitte. Das Buch ist in Kapitel gegliedert, die Abschnitte in dem Kapitel sind recht abrupt. So ist die Hauptperson im einen Abschnitt noch zuhause, im nächsten im Polizeipräsidium. Diese Hinweise gibt es erst in den ersten Sätzen des Kapitels, ein Leser der Leserunde hat diese Sache bemängelt und da ist sie mir erst so richtig aufgefallen. Mich hat es nicht groß gestört, aber die Wechsel sind schon recht abrupt und der Leser ist gedanklich gefordert.

Wer wird das Buch mögen?

Also zunächst einmal: Das Buch ist Teil 1 einer Reihe. Das zweite Buch, Killerverse, wird im Dezember diesen Jahres erscheinen. Die Personen und die persönliche Story des Hauptakteurs bieten definitiv Potential dafür!

Das Buch lesen sollten definitiv Erwachsene und keine Kinder. Es ist bei weitem nicht das brutalste, was mir je vor Augen gekommen ist. Aber es ist sicherlich auch kein Zuckerschlecken, wenn man sonst nur auf Friede, Freude und Eierkuchen steht. Männer und Frauen dürften sich gleichermaßen angesprochen fühlen, ich als Frau konnte mich problemlos mit der Perspektive des männlichen Ich-Erzählers anfreunden.

Fans von klassischen „whodunnit“-Krimis sowie der Jagd nach Serienkillern kommen bei diesem Thriller vollständig auf ihre Kosten. Sämtliche Krimileser und Freunde von Thrillern dürften hier genau richtig sein. Auch Schachspieler, Boxer, und Berliner werden in diesem Buch ihre Freude haben.
Bei der Bewerbung zu der Leserunde dachte ich nur: »Was ist Bullet Schach? Was ist Schachboxen?« Genau das hat mich eher neugierig gemacht als abgeschreckt, immerhin kann ich Schachspielen (für den Hausgebrauch). Ich bin sicher, manche potentielle Leser werden sich eventuell doch von dem eher speziellen Rahmen abschrecken lassen, aber das ist überhaupt nicht nötig! Man muss nicht viel davon verstehen, das erklärt sich im Buch alles von selbst. Ich fand es sehr interessant, denn beides gibt es wirklich.

Was lernen wir daraus?

  • 0815 kann jeder. Sätze müssen nicht von der Stange sein sondern können auch einfache Dinge in ein ganz anderes Licht rücken. Der Protagonist trinkt nicht einfach Kaffee, nein die Kanne spuckt es ihm in die Tasse.. Diese Kreativität sollte man natürlich nicht in jedem X-beliebigen Satz ausleben, sondern nur von Seite zu Seite mal aufblitzen lassen.
  • Fluffigkeit! Sind die Sätze locker, luftig oder fluffig (bessere Beschreibung fällt mir nicht ein!) geschrieben, dann liest der Leser auch mit dem entspannten Gefühl. Ich finde es sehr angenehm. Und ja, das kann auf jeden Fall auch bei so spannenden und ernsten Themen gut funktionieren. Spannung und ein fluffiger Schreibstil sind eine sehr gute Kombination und fördern das „pageturnen“..
  • Wie hilft man dem Leser dabei, bei Orts – oder Szenenwechseln zu helfen? Einfach so eine Zeile frei lassen? Datum,Ort und/oder Uhrzeit angeben? Ich überlege bei meinem Erstlingswerk gerade auch und bin im Moment bei einer Datums- und Uhrzeitangabe zu Beginn eines Kapitels (meist ein Tag) und einer Uhrzeitenangabe über einem Szenenwechsel/Zeitsprung. Ist das gut? Was ist besser?

Fazit zum Buch
Allen Krimifans kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Ich werde den zweiten Teil lesen, denn der erste hat mich überzeugt. 4,5 Sterne von mir. Ich hätte gern mehr über den Inhalt erzählt, aber die Spoilergefahr ist zu groß. Wichtig zu wissen ist, dass ein Serienkiller gejagt wird, es spannend ist und die Figuren gut dargestellt sind. Die Geschichte ist gut konstruiert und der Schreibstil ist super! Ich kann das Buch
nur empfehlen.

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Habt ihr es auch gelesen? Gibt es Bücher, die dem ähnlich sind? An Antworten wäre ich interessiert..
lesefreudige Schreibgrüße,
die Tipperin


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3 Gedanken zu “Ein mörderisches Schachspiel in Berlin!

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