Spielende von Silke Nowak -was lernen wir daraus?

Über die Twitter-Seite der Autorin geriet ich zu ihrer Website, von da aus geriet ich direkt zu Amazon. Die Story und die Aufmachung haben mich irgendwie gleich überzeugt, also wanderte das E-Book für 0,99€ direkt im meinen digitalen Einkaufswagen und von dort aus in den Kindle.

Der Inhalt

Achim ist Investmentbanker. Mit Seiner Frau Iris und den beiden Kindern Max und Amy zieht er nach dem Tod seiner Eltern in das imposante Familienanwesen auf der Schwäbischen Alb. Auch seine Schwester Melanie wohnt mit der Familie dort. Später lädt er seinen Kumpel und auch Freund der Familie (vor allem der Frau..) auf das Anwesen ein. Leif, s o heißt er, ist Architekt und soll das Gebäude in ein Wellness- Hotel umgestalten. Als Leif eintrifft, macht er sofort Bekanntschaft mit Clara. Clara ist nach außen hin eine Mutter mit Baby, welche auf ihren arbeitenden Ehemann wartet. In Wahrheit ist das bei ihr auch alles etwas anders..
Nachdem man die Welt der Familie und deren Freunde kennengelernt hat, ahnt man es schon: da lodern allerhand Probleme unter der Oberfläche. Auf die Probleme gehe ich jetzt nicht genauer ein, das sollt ihr ja selbst herausfinden. All diese Probleme erscheinen jedenfalls vorerst nichtig, als eine große Katastrophe eintrifft. Nicht alle überleben, man weiß nicht wem man glauben soll. Ist ein Mörder unter ihnen oder war es ein Unfall?

Mein Leseerlebnis

Also ich muss zugeben, die ersten Seiten haben mich nicht gerade gefesselt. Ich weiß nicht warum, glaube aber es lag eher an meiner Stimmung zum Zeit des Lesebeginns. Schnell kam ich dann etwas später doch rein. Durch die Beschreibungen der Autorin konnte ich mir das Familienanwesen und die dort lebenden Menschen direkt sehr gut vorstellen. Es gibt nicht viele Protagonisten, neben den oben genannten gibt’s noch einen Arzt, eine Nachbarin und einen Onkel sowie eine menschliche Bedrohung aus der Vergangenheit.

Zwischen den Personen gibt es eine Menge Misstrauen, man weiß nicht wem man glauben soll. Jeder hat eine eigene Sicht auf die Dinge und verdächtigt jemand anderen, alles macht irgendwie auch Sinn. Wer war es denn nun? (Was? Verrate ich nicht. Die Katastrophe halt)
Eine Menge zwischenmenschlicher Abgründe tun sich auf. Ich kann bei jedem nachvollziehen, wie es zu der individuellen Gefühlslage gekommen ist. Ich konnte mich bis zum Schluss nicht hinreißen, mich auf einen Täter festzulegen. Die Autorin hat es definitiv geschafft mich an der Nase herumzuführen, das Ende war überraschend.

Ich hätte mir zwar gewünscht, das der Erzählstrang um die Bedrohung von Clara und ihrem Baby noch etwas mehr Raum einnimmt, vor allem am Ende. Aber ich kann dieses E-Book auf jeden Fall weiterempfehlen, denn wer gekonnt eine gute Whodunnit-Geschichte kreieren kann, der hat mich als Leser gewonnen und beeindruckt.

Was lernen wir daraus?

  • Werbung auf Twitter führt dazu, das Menschen E-Books kaufen :DD
  • Verschiedene Perspektiven zum Spannungsaufbau sind sehr gut. Die Autorin hat die verschiedenen Perspektiven besonders betont, indem sie die einzelnen Kapitel ganz simpel nur mit dem Namen der Person als Überschrift geziert hat, die in diesem Erzählstrang halt gerade aus ihrer Perspektive erzählt. Dadurch kann jede Person ihre Version der Vergangenheit und Gegenwart so erzählen, dass der Leser weitere Hinweise bekommt und sich in alle Personen irgendwie herein versetzen kann. Auch, wenn sie nicht sehr sympathisch sind.
  • Die meisten handelnden Personen an sich sind eigentlich gar nicht so sympathisch. Nur Clara ist mir von den Hauptpersonen eigentlich so richtig sympathisch. Der Rest ist es nicht, aber trotzdem werden durch die Perspektiven die Gründe deutlich, die die Personen so gemacht haben. Das sind Graustufen, und Graustufen finde ich immer wieder faszinierend.
  • Beschreibungen. Beschreibungen sind oft zu lang, sodass sie zwar sehr gut gemeint sind, mich aber zu Tode langweilen. Bücher, in denen mir das passiert, lege ich in der Regel schnell zur Seite. Manche Beschreibungen können auch so kurz sein, dass ich mir in meinem Leserhirn die Szenerie dann komplett falsch vorgestellt habe und im Laufe der Geschichte immer wieder merke „huch, das ist ja doch ganz anders“ und dann leider meine Fantasie wieder ändern muss. Deshalb ist es mir wichtig, dass ein Autor den richtigen Mittelweg bei den Beschreibungen findet. Nicht so lang, nicht zu kurz. Nicht zu detailliert, aber mit wichtigen Details. Und genau so ist das bei diesem Buch gelungen, und das finde ich super.
  • Den Leser überraschen zu können, ist nicht immer einfach. Die Meisten Leser haben ja auch schon einschlägige Erfahrungen in ihrer langjährigen Leser-Detektiv-Karriere gesammelt und sind nicht so leicht aufs Korn zu nehmen. (ich verweise hier noch einmal auf den Hakan Nesser Krimi, den ich vorgestellt habe…)
  • In diesem Buch wurde ich in die Irre geführt, und das durchaus clever. Ohne hier dem Inhalt vorzugreifen, ein paar Anhaltspunkte: Nebensächliche Informationen sollten viel Bedeutung aufweisen, sodass die Überraschung später groß ist. Man hat es gewusst, aber nicht beachtet. Auch Informationen, die man dem Leser übergibt, müssen ja nicht stimmen. Sie können zwar total logisch sein und nur einen Schluss zulassen, aber dann durch einen anderen Zufall tatsächlich nicht zutreffen und alles verändern.
  • Spannung aufbauen. Die größte Spannung in diesem Buch geht neben der Frage „wer war es?“ eigentlich vom „Nebenstrang“ der Erzählung aus. Man weiß einfach das gesamte Buch über, dass eine Person sich versteckt. Wird sie aufgespürt, ist sie in Lebensgefahr. Und mit diesem Wissen spielt die Autorin gekonnt über den gesamten Inhalt hinweg. Hat er sie jetzt? Jetzt taucht er gleich auf! Nein, doch nicht! Es raschelt, das wird er sein!

Fazit

Das Buch ist gut zu lesen und war den Sonderpreis von 0,99€ auf jeden Fall wert. Als Taschenbuch gibt es das Buch auch, für 9,99€ Silke Nowak versteht es, eine spannende Situation zu kreiiren und den Leser zu überraschen. Die Beschreibungen von Personen und Szenen sind genau richtig. Ich werde von der Autorin sicherlich mehr lesen.
Und aus dem Buch konnte ich als angehende Autorin auch noch eine Menge lernen.

Das Buch bei Amazon anschauen

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