Eine ABC-Geschichte als Schreibtraining und Aufwärmübung

Inspiriert vom Beitrag auf dem Blog der Moechtegernautorin, machte ich mich auch gleich an die Arbeit und versuchte es mit einer ABC- Geschichte. Ihre Idee ist es, eine kurze Geschichte zu schreiben mit Satz-Anfangsbuchstaben in der Reihenfolge des ABC´s. Der erste Satz beginnt also mit A, der Zweite mit B und so weiter.. bis Z.

Ich war überrascht, wie einem Ideen für die Geschichte ins Hirn kommen, nur auf Grund der Buchstaben die man als nächstes benutzen muss. WIe ich auf meine Geschichte gekommen bin weiß ich garnicht mehr, es kam einfach so, entwickelte sich und war sehr schnell fertig. Natürlich gibt es Buchstaben, bei denen es schieriger ist als bei anderen. Bei C musste ich schon kurz überlegen, und dann am Ende warteten auch noch X, Y und Z. Und bevor einer fragt: Ich habe es nachgeguckt, Yoga schreibt man wirklich so, ursprünglich 🙂 Joga geht aber auch.

Diese Übung ist besonders gut für Schreiberlinge, die immer gern mit den gleichen Wörtern beginnen oder auch gern ganze Artikel oder Bücher mit der immergleichen Satzstruktur verfassen. Ich fands gut und mache das ab jetzt sicher das ein- oder andere Mal zum Aufwärmen, wenn mir noch nicht genau einfällt wie ich mit meinem Buch weitermache.

Hier ist meine ABC- Geschichte über eine Frau in einer Kiste:

Achtzehn Stunden sitze ich nun schon in diesem eiskalten Loch. Bitterkalt ist noch untertrieben. Charakterstärke muss mir nun helfen, die Sache hier zu überleben. Denn etwas anderes hatte ich zum Zeitpunkt der Entführung leider nicht bei mir. Ehrlich gesagt gibt es ja noch weitaus Schlimmeres. Fahrzeuge, die einen überfahren und schwerstverletzt auf der Straße zurücklassen. Granatensplitter, so wie die armen Kinder in Kriegsgebieten sie fast schon regelmäßig abbekommen. Hauptsache am Leben, so lautet mein Motto im Moment. Irgendwie konnte man der Situation ja auch etwas positives Abgewinnen. Jeder, der mir wirklich wichtig ist. hatte es in den einsamen Stunden in der Dunkelheit schon vor mein geistiges Auge geschafft. Kinder und Ehemann taten mir besonders leid, denn die Armen konnten ohne mich ja schwerlich überleben. Langfristig würden sie eine neue Frau und Mutter finden, aber gerade jetzt waren sie sicherlich hilflos und im Chaos versunken. Mein Mann wusste vermutlich nicht einmal, wie er mein acht Monate altes Baby füttern sollte. Natürlich kümmert er sich gut um die Kinder, aber er arbeitet sehr lange damit er uns gut versorgen kann und hat vom Haushalt überhaupt keine Ahnung. Oma könnte vielleicht einspringen, hoffentlich kommt er auf die Idee. Prinzipiell könnte ich hier schon noch einige Stunden überleben, aber die Kräfte schwinden merklich. Quer durchs Bein hatte mich eine Kugel erwischt. Richtig lebensbedrohlich ist sowas wahrscheinlich nicht. Schade, dass die Überlebenschancen wegen der Kälte und mangelnder medizinischer Versorgung wohl deutlich schlechter standen. Theoretisch konnte ja immer noch Hilfe kommen, aber woher sollten die Einsatzkräfte meinen Aufenthaltsort kennen? Und dafür darf man nicht vergessen, dass ich in einer großen Holzkiste lebendig begraben bin. Vorausgesetzt der Geiselnehmer kommt nicht zurück um mich zu töten, gebe ich meinem bis dato schönen Leben noch ungefähr sechs Stunden. Wärme ist in meinem Körper nicht mehr, glaube ich. X – Mal hatte ich gerufen, geschrien und an den Holzänden getrommelt. Yoga bliebe noch, die Konzentration auf die Atmung und den Körper werde ich als nächstes versuchen. Zum Ende bleibt wenigstens zu sagen, dass ich wirklich alles versucht habe.

So, nun versucht es doch auch mal! Ich freue mich über eure Geschichten und würde sie gern lesen.

Bis die Tage,
Eure Tipperin

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